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Full text of "Geologie des Königreichs Sachsen in gemeinverständlicher Darlegung"

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60587 





Geologie 

des 

Königreichs Sachsen 

in gemeinverständlicher Darlegung 



Alfred 


]^elz. 


Mit 121 Figuren und 1 



Preis M. 3. — , fein geb. M. 3.60. 


Leipzig 

Verlag von Ernst Wunderlich 



Alle Rechte vom Verlag Vorbehalten. 



Vorwort. 

Das vorliegende Buch ist bestimmt, eine schon lange fühl- 
liare Taicke der naturkundlichen Literatur auszufiillen, indem es 
auf Grund der wissenschaftlichen Forschungsergebnisse eine Über- 
sicht über die geologischen Verhältnisse des Königreichs Sachsens 
geben will. Zwar ist ein großes Werk darüber vorhanden, die 
„Geologische Spezialkarte des Königreichs Sachsen“, herausgegeben 
vom Königlichen Finanz-Ministerium, bearbeitet unter der Leitung 
von Hermann Credner, mit dazugehörigen Erläuterungen, doch 
ist es viel zu umfangreich und zu kostspielig, um allgemein zu- 
gänglich zu sein. Dazu kommt die rein ^vissensGhaftliche 
Al)fassung, die es dem Laien schwer macht, sich darin zu 
orientieren. Man wird sich zwar die Heimats- und ihre Nach- 
barsektionen beschafien, eine Ül)ersicht aber ist daraus nicht zu 
erhuigen. Hier helfend einzugreifen, soll Aufgabe dieses Buches 
.sein. In gemeinverständlicher, erklärender Darstellung will es 
den Leser einweihen in die EnGvicklungsgeschichte der Erdrinde, 
wie sie sich in dem Gebiet abspielte, daß das Königreich Sachsen 
umfaßt, w'obei des Zusammenhangs wiegen auch Nachbargebiete 
gestreift werden müssen. In dem behandelten Gebiet tritt uns eine 
solche Mannigfaltigkeit der Erscheinungen entgegen w’ie in 
wenig anderen, weswegen es möglich ist, daran fast das gesamte 
geologische Werden mit Ausnahme weniger Formationen (Muschel- 
kalk, Keuper, Lias) zu schildern. 

Alle zuweit gehenden Einzelheiten, rein wussenschaftliche Er- 
örterungen sollen vermieden werden. Daß die Hypothese nicht 



IV 


ganz entbehrt werden kann, liegt auf der Hand. Zahlreiche Ab- 
bildungen für die sächsischen sedimentären Ablagerungen charakte- 
ristischer Tiere und Pflanzen, zuin großen Teil Kopien aus in 
den Literaturverzeichnissen mit aufgeführten Werken, zuiu kleineren 
Teil Originale, Profile, Kärtchen und eine geologische Übersichts- 
karte sollen das geschriebene Wort anschaidie.h unterstützen, 
jedem Abschnitte angetügte Literaturangaben den weiteren Studien- 
weg angeben, ein Verzeichnis von geologischen Fachausdrücken 
mit Erklärungen das Verständnis erleichtern. Den Fossilnamen 
sind, wo es geht, deutsche Übersetzungen beigedruckt. 

So möge das Büchlein hinaiLSgehen, ein Lehrer und Führer 
für den Naturfreund und angehenden Geologen, ein llilfsbuch 
für den naturwissenschaftlichen und geographischen Unterricht. 
Möchte es an .seinem Teile beitragen, die Augen zu öffnen für 
die Wunder auch der „leblosen Natur“, die Kenntnis derselben 
in immer weitere Kreise zu tragen und der Geologie neue Freunde 
ZU werben. 

Den Herren Prof. Dr. Sterzei in Chemnitz und Dr. Zemmrich 
in Plauen aber, die mich bei der Abfa.ssung dieses Bilehelchens 
durch guten Rat, durch Zugänglichmachung eiu.schlUgiger Tjiteratur, 
durch die Durchsicht des Manuskriptes freundlichst unterstützten, 
.sowie dem A^erleger Herrn Ernst AVunderlich in Leipzig für die 
Ausstattung mit zahlreichen Abbildungen und sonstige Ausführung, 
sei auch an dieser Stelle der be.stc Dank airsgesprochen. 


Chemnitz, im Frühjahr 1904. 


Alfr. Pelz. 



Inlialtsverzeichnis. 


Seite. 

Kinleitung. Aufgabe der Geologie. Geologische Zeiten. Die For- 
mationen. Formationsübersicht für Sachsen. Geographische 

Verbreitung Täteratur 1 

J. Die Entstehung der Erdrinde. Ursprünglicher Zustand der Erde. 

Die Kr^ilarrungskrusie. Das Urmeer. Die ersten Schicht- 
gesteine 11 

II. Der Urgebirgskern des Erzgebirges und der Schiefermantel des 


GranuUtgebirges. Gneis, Glimmerschiefer und Phyllit nebst 
ihren Abarten. Kalk und Dolomit in der kri.stallinischen 
Schieferforniation. KntsU'bnng des Kalksteins auf unorga- 
niseheni Wege. Literatur 13 

III. Das sächsische Grauulltgebirge. Der ttramilit. Zeitliche Knt- 

stclumg. .Arten desselben i körniger Granulit, normaler Gra- 
nulit, Glimmoigranulit, Augeiigrauulit). Fyroxongranulit. 
Flasergabbro. Sorjientin ; seine Entstehung. Literatur . . 17 

IV. Das Kambrium. Unteres un<l obere.s Kambrium. (lesteins- 

charakter. Ton.scbiefer und (Jtiarzit. Organische Reste. 
Glietleriiiig 20 


V. Das Silur. I'ntersilur. Gesteine iTonsehiefer, Dialni-s, Grau- 

wacken. Kalkstein I. Organi.soho Ke.ste. Der Thuringit. 
Obersilur. Die Gra])tolithen. Kieselschiefcr. Unterer uml 
oberer tirajnolitbenborizont. Andere organische Reste (See- 
lilien). .\luiniHchiefer. l'h<tsph(»ritknollen. .Alaun. Gliederung. 22 

VI. Das Devon. TeulHkuIitenschiefer, Nereiteiujuarzite. TMansch- 

witzer Schichten und ihre V^crsteineningen. Die Armfüßer. 
Korallenriffe. Kalkknotciischiefer. Knotenkalk. Gouialiten, 
Glymenien und Ürtüüceren. Gypridinenschiefer. ( iliederuug. 26 
\'ll. Silurische und devonische EriiptiTgesteine. Diabas und .seine 


Varietilton. Diabastuff, (iesteinsumwamllung infolge Er- 
gusses der Diabase. Literatur 34 

VI 11. Der Kulm. Das untere Kohleiikalkmoer. Die Strandbildungen 
(Konglomerat, Sand.stein, Sebieferton). KohlenfüUronde Stufe 
und ihre I’llanzcnrestc. Kohlenhcrghuu hei Ehersdorf und 
Horthelsdorf. Literatur 36 


IX. Die Entstehung der süchsischen Gebirge, lirsachen. Die mittel- 

deiit.se.hen und französisch-engliscluMi Alpen. Das Erzgebirge 
und seine Ihirellclfalten. Die Becken. Ausfüllung derselben. 
Literatur ... 41 

X. Im Steinkohlenrevier. Pflanzen* und 'l'ierwclt der Steinkohlcnzeit. 

Die Farne. Die Scbu])penbRume. Die Siegolbilumc. Die 



VI 


Schachtelhalmgewüchse, Die Cordaiten. Die Steinkohlen- 
flötzc. Lagerung. Die Torfmoore. Ablagerung von orga- 
nischen Mas.sen im Wa.a.serhecken. Druckwirkung auf die 
begnibenen llblzer. Bcliieferung, Bankung und Hcliichtuug. 
Landschaftabild der Hteinkohletiztdt im erzgebirgiachen 
Recken. Bildung der Kohle. Alter der Klötze. Anteil 
des (Jarbons an der landschaftlichen Oestaltung. Iviteratur 
XI. Die GraultergQsa« der Stein kohleozelt. Der Granit. SiübeLs 
Hypothese. Die Eruptivgesteine und ihre Einteilung. Ihre 
Struktur. Schlierenbildung de.s Granits. Seine Umwand- 
lung in Scliiefergesteine, Arten des Granits (vSyenit). Um- 
wandlung der berührten Gesteine (Kon tuk t ineta- 


morpho.se). Kruchtsehiefer. .^ndalusitglimmerfels. Tur- 
nmlinsehiefer. .\xinit. Topashroekenfels, Topasfels. Greisen. 
Wirkung auf Kalklager. Zerstörung der GranilstÖcke. 


Literatur . 


XII. Das Kotliegendo. Das Unter • Kotliegende im l'lauenschen 
Grund. Seine Kohlenflötze. Floraderselben. Da-s Mittel- 


Rotliegende. Kalklager von Niederhilßlich mit den Ur- 
vierfüßlern, Kaolinisierungsprozeö. Klima. Wildes Kohlen- 
gebirge. Pflanzen. Vcrkies4^1te Hölzer. Psaronien. Medul- 
loscii. Kalamiton. Araukariten. WKlchicn. VerkicHcIler 


Waldboden. Ticrieben 

XIII. Die Vulkane der Kotlleirendzeit. Der l uft. Quarzporplivr, 

Porphyrit. Porphyri.-'che Struktur. Mclaphyr. l’echateln. 
Hornstoinporphyritugeln. ManclcUteinstruktur. Koutakt- 
metamorphe Einwirkungen. I)er Zeisigwalder Tuff. Anteil 
de.s Rotliegenden an der lamlschaftlichen Gestaltung. 
Gliederung 

XIV. Am Strande des Zechsteinmeeres. Zechsteiiun oer. Der 


Dolomit und seine tierischen Reste; bunte Letten. Runt- 
.sandsteia. Wellenfureheti. Tierfährten, Steinsalzkristalle. 
Rinnensceu. Literatur 


XV. Das Kreidemeer. Meeressedimente der .1 etzt zeit: der Kon- 

tinentalschlamm, Entstehung von Kalk.steiii auf organischem 
Weg. Kalkalgen. Klippen und ihr Tierleben. Kie.selalgen. 
Radiolarien. Globigcnnenschlamm. Tiefseeton. Das Ceno- 
man m eo r; Gerrdlsehicbten von Langenhennersdorf. Pflanzen- 
schichten von Niwlersehöna. t'arinaten Sandstein. Plilner- 
sandstein und PlänerkalkmitOstrea carinata. .Iura inSaehsen. 
Die Klippenfazies. Das T u r o n tu e e r; Labiatusstufe. Bmng- 
niartisture. Scaphitenmergel. khivieristufe. Verteilung der 
böhmischen Kreide.schichten. Ausdehnung de.s Kreidenieeres 
in Saclisen und Böhmen. Gliederung. Intcratur . 

XVI. Die AnsgeBtaltang des Erzgebirges zur Tertiarzelt. 0 1 igoeän. 

Braunkohlenbilduug. Das Becken von Mittweida. Flora. 
Kiese undTone im Erzgebirge. Braunkohlen flötze bei Leipzig. 
.Meeressande mit Phosphoritknollen, Ton mit Meercalieren. 
Dcrh'rzgebirg.skamm untlseinVerhÄltnis zum nordböbinischen 
Bergland. Senkung de» böhrnise.hen Flügels. Die bühmUchen 
Braun kohleidagcr. Ihre Lag<frung. Maü der gegenseitigen 
Verschiebung der Erzgebirgsllügel. Mutmaßlicbe Hebung 
de.s säclisischen IriOgel». Beweise dafür: N'erwerfungen des 
erzgehirgi sehen Beckens (Hebung des Toteustein-Gliinmer- 
schieferzuges). Schichtenstellung des Oberkarbons und des 


Seite. 

43 

61 

68 

76 

84 



VII 


Kotliej'endeii, Lage verkief«elter Hölzer in (leniselben. Neigung 
der Samlsteine und Kalke des Elhsandsteingehirges. Hie 
EroBionswirkung an den Tertiärablagerungen. Analogien in 
anderen doutscheu Mittelgcbirgsgebieten. VuIkaniKehe Erup- 
tionen 

XVII. Dan Zittauer Gebirge. Tektonische VerhiUtnisse zwiachen dem 
hohen Schueeberg und Tctschen. Einseitige Senkung der 
GebirgsschoUe mit der Sächsischen Schweiz. Lausitzer 
Hauptvenverfung. Hebung des Lausitzer Granits. Untere 
Braunk<ihlenlager von Seifliennersdorf. Ihre Flora und 
Fauna, Basalt und Phonolith. AuHfüllung von Blasen- 
r.äumen in denselben. Absonderung der Basalte und Phono- 
lithe bei .Abkühlung der Laven in Säulen und Platten. 
Wirkung auf berührte Gesttüne. Obere Braunkohle von 
Zittau. Klimatische Verhältnisse der Braunkohlenzeit. 

Gliederung. Literatur 

XVIII. Die Eiszeit. Das Diluvium in Sachsen. Der Ge4^chiebelehm. 

Erratische-s ^laterial. Vergletscherung der Alpen. .Moränen. 
Inlandeis Grönlands. Eiszeitliches Inlandeis, Wirkungen 
auf den Untergrund. Diluvialkie.se und -sande, Gesehiebe- 
lehm. Seine AV'iederaufbereitung durch Flußläufe. Tal- 
bildung. Gehäxigelehni. Fluflschotter. Aufbereitung dun h 
den Wind. Stepjxeuzcit. Ihre Tierwelt. Der Löß. Der 
Men.sch. Flora. Vergletscherung (loa Erzgebirge.«!, Anteil 
der Dilnvialzeit am Ausbau «ler heutigen Lan<lschaft. Ihre 
Bedeutung für die Knltiirfähigkeit des Bodens. .Alluvium. 
Ursachen der Eiszeit 

XIX. DieSächsinche Schweiz. Erosion in der Tertiärzeit. Eutstehung 

des Elblaufes. Klüftung des Sandsteins. Ebenheiten. 
Steijie. M'äiide. Verwitterung durch Regen, Bergfeuchtig- 
keit »ind Fro.st. Höhlenbildung. Wirkung des M'indes. 
Der lleidesand. Literatur 

XX. Der aScbHlRelif Erzbergbau. Ursprung <lcrSehwermetalle. ihre 

Konzeixtralion. Ausscheidung auf Spalten. Tlienualtheorie. 
Die Einteilung der Erzgünge. FVeiberger Erzgäuge. Pro- 
duktion. Au-sfüllung bei Abkühlung eruptiver Gebirgs- 
glieder ent-stamlener Spalten. Zinnsteingänge. Ziniiseifen. 
Zwitter. Erzlager. Eisenerze. Entstehung von Eisenerzlagern. 

Schluß. Literatur 

.Anhang. Erklärung geologischer Fachausdrücke und Bezeichnungen, 
soweit eine besondere Erklärung derselben im Text nicht 

stattgefunden hat 

Sächsische geologische Sammlungen utid Firmen 

Orta- und Sachverzeichnis 


Seite. 


103 


116 


122 


184 


139 

147 

152 

158 



Einleitung. 


Auf Spa7.icrp;iingt*n hcrülirt man wohl einen Steinbrneli. Man 
.sieht das zerklüftete (*estt;in und he wundert .seine Fe.stigkeit, die 
nur durch Pulver und Dynmnit überwunden werden kann. Man 
nimmt ein Stück in die Hand und erblickt ein Gemenge ver- 
schiedener Mineralien. Andrenorts treten zu Felsen getürmte 
Schiefer auf, deren Schicht flachen steil in die Hühe laufen. In 
Sandgruben liemerkt man die mannigfachen Färbungen, die Streifen 
der Schiehtenfugen, den Wechsel feineren und gröberen Materials. 
Arbeiter kommen herbei und bieten im Sande gefundene Ver- 
steinerungen an. Oder es ist Gelegenheit, einen Kalkbruch, ein 
Külilen-, ein Erzbergwerk oder dergleichen zu besuchen. Ver- 
schiedenartig tritt uns die unorganische Natur entgegen, dem 
Laien .scheinbar ungeordnet und doch nach be.stimmteu Ge.setzen 
geregelt. Pie Wissen.schaft, die es .sich zur Aufgabe gemacht 
hat, die Erd.scliichten zu untcrsimhen, sie zu deuten und nach 
fe.sten Gesichtspunkten zu ordnen, ist die Geologie. Einen ge- 
wichtigen Anhalt dabei geben ihr die verscliiedenen Gesteine, 
welche die Erdrinde zusammensetzen und die an vielen Orten in 
ihnen enthaltenen Verstoiiierungen von Tieren und Pflanzen. 
Gesteine und Versteinerungen .sind für die Altersbestimmung der 
jeweiligen Erdperiodeu .so wichtig, daß jemand die Erdrinde ein- 
mal mit einem Ituch, die Gesteine mit den Blättern und die Ver- 
steinerungen mit den Seitenzahlen darauf verglich. Die Geologie 
lehrt un.s in diesem Buch le.sen. 

An der Hand der Hypothese zeigt sie uns zunächst die Ent- 
stehung desEialballs auf (ivund astronomischer Beobachtungen, die 
Bildung der er.stcn Er.starrungskruste und die der Gneise, Glimmer- 
.schiefer und Phyllite im Urrueer. Sie. macht uns weiterhin auf- 
merksam auf die Andeutungen von Lebewesen, auf die Kriech- 
spuren, die sie im Schlamme oder Sande liiuterließen, auf Tiere 
und Pflanzen niederster Ordnung. Höher hinauf zeigt sie zahl- 
rciclie wirbello.se Tiere, Muscheln, Schnecken, Korallentiere, 
Krebse usf. Fische treten auf, allerlei Urvierfüßler und schließ- 
lich auch Säugetiere, bis sich von der Diluvialzeit ab auch die 

Pelz, Geologie dos Königreichs Sachsen. 1 



2 


die Amvcseiiheit des Mensclicii verratenden Reste mehr und mehr 
häiifen. DaJichen hält die Pflanztunvclt gleichen ^Schritt. Von 
den zweifelhaften Algen des Kambriums .schreitet sie fort zu 
ilentbaren Resten im Silur und Devon, zu der reichen GefUß- 
kryptogameiiHora iles Karbons, der sich schon Vorläufer der 
Nadelbäume heimischen. Die folgemle Zeit erzeugt die Palmen 
und die Kreidezeit die ersten Lanbbänmc. 

Nach dem Aul'treten der Lebttwesen hat man die Erdgeschichte 
in vier Hanptjie.rioden zerlegt: 

1. in die Urzeit, ohne Lebewesen (Azoikum); 

2. in das Altertum (Primärzeit, Paläozoikum), mit der alten, 
nur aus niedersten Tieren und Pflanzen bestehenden 
Lebewelt; 

S. in das Mittelalter (Seknndärzeit, Mesozoikum) mit 
höheren Typen, die Zeit der riesigen Saurier, der Ent- 
wicklung der Phanerogamen und Säugetiere; 

4. in die Neuzeit (Tertiär- und Quartärzeit), in der sich 
<lie jetzt lei »endo Flora und Fauna ausbildete. 

Innerhalb dieser Grupj)cn hat man Avieder Formationen 
genannte Unterabteilungen eingerichtet, meist an der Hand der 
Versteinerungen, deren viele nur in bestimmten .Schichten Vor- 
kommen, tlie also gewissermaßen Führer durch die Erdschichten 
sind, >ind die man darum LeitfosKilieu nennt. Sie bilden die 
•lahre.szahlen in der Geschichte der Erde, leider nur .solche von 
bedingtem Wert. Die Einteilung und Benennung der "dteren 
(paläozoischen) Formationen .stammt aus England, da sie hier am 
gün.stigsten entwickelt sind und zuerst be.schrieben wurden. Der 
Name Kambrium kommt her von Gambria, der alten Benennung 
lür Wale.s. Der Ausdruck Silur ist dem keltischen \' olksstamm 
der iSilurer entlehnt, die zur Zeit der Eroberung Britanniens 
durch die Römer das westliche England hewohnten. T'nter- 
•suchungen der Ablagerungen von Devon.shire und Gormvall 1841 
führten zur Abtrennung einer neuen Eormation, des Dovoiis. 
Die Steinkohlenformation erhielt wegen ilu’cr reichen Kohlcn.stofl- 
führung die Bezeichnung Karbon. Für die folgende Schichten- 
reihe schuf H. B. Geinitz, der bekannte Dresdner (.Tclehrte, wegen 
ihrer Zweiteilung ln Rotlicgcndes und Zech.stein in Deut.schland 
den Namen I)yu 8. Da .sich aber die Zweiteilung, z. B. in Ruß- 
land, nicht durchführen läßt, da hier Tiefsee.sedimente ln der 
Zeit abgesetzt wurden, wo we.stwärts vorwiegend Fe.stland war, 
i.st für diese Periode der Name Perm (nach einem ru.s.si.schen 
Gouvernement) gebräuchlich geworden. Die Benennung Trias 
bezieht .sich auf deut.sche Verhältni.s.se wegen der Dreiteilung 
dieser Gruppe in Buntsandstein, Muschelkalk und Keupei'. 



3 


Die niiclistc Formation ist am besten entwickelt im ileutsclien 
und frunzösischen Jura, daher Jura (scliwarzer .1. = Inas, 
brauner i^= Dogger, weißer = Malm). Hierauf folgt die sieh in 
viele Ilnterabteilungeu gliedernde Kreide. ln ihr tritt als 
Charakteristikum die weiße Schroibkrcide auf. Die übrigen Be- 
zeiehnungen verstehen sieh von selbst. 

Neuerdings hat man zwischen der Urzeit und dem Kambrium 
nocli das Präkaiiibriuiu eingeschoben. Von der Voraussetzung 
ausgeheml, daß die reiche Tierwelt, wie sie z. B. das Kambrium 
Böhmens und Skandinaviens mit schon ziemlich hochentwickelten 
Organismen (IVilobiten) birgt, ihre Vorliiufer in viel weiter zu- 
rückliegender Zeit hat, ist man zur Abtrennung desselben von der 
Urformation geschritten. An manchen Ort(m, so in Nordamerika, 
hat sich dies gut dnrehtuhren las.sen und mancherlei Spuren von 
Organismen, nicht solche selbst, sind nachgewieson worden. Für 
un.scre sächsLsche Heimat hält .schon die Loslösung des Kambriums 
schwer, da die Scliiehten der Urfonnatiou meist nmuerklich in 
das Kambrium übergehen. Kin Präkambrium .soll darum bei 
den folgenden Betrachtungen nicht berücksichtigt werden. Die 
Besprechung der einzelnen Organismen fülirendon Formationen 
soll nach folgendem Schema erfolgen; 



1 

Formation. 

1. 1 

Unterabteilung. 

1 Vor- 
; kommen 
in 

1 Sachsen 

1 Örtlichkeit. 


1 K umbri u m 

1 unterea Kambrium 

1 + 

In Verbindung mit d. 





l’h vll itf, i. gn)ßenTei len 





Siich.sens. 


I 

oberes Kambrium 

+ 

Vogtland. 


Silur 

' Untersilur 

i + ^ 

Vogtl., erzgeb. Hecken, 



1 


Nord.sach.scn, Xord- 

o 

J‘4 


i 

1 j 

lausitz. 



Obersilur 

+ i 

Vogtl., erzgeb. H. , zw. 





Kamenz u. (törlitz. 


Devon 

Unterdevon 

— 1 

— 

- *o 


Mitteldevon 

+ 

Vogtland. 

3 § 


Oberdevon 

+ ' 

Vogtland, .\W-Kaud d. 

X iS 



! 1 

(iranulitgeb. 

CS 

Karbon 

Unterkarbon (Kuhn) 

+ 1 

Vogtland, Wildenfel.s, 





Cheniniiz-Hainichon. 



Oberkarbon 

+ ' 

Zwickau, Uugaii-Öls- 

o 

s: 



i 

nitz, Kamm d. Erzgeb. 


Dy US 

Rotliegendes 

+ ; 

Erzgeb. Hecken, Flau- 





enseher Grund, Nord- 





west -Sachsen. 



Zech .st ein 


Merane, Fndiburg. 





Mftgcliier Hecken. 


1 * 



4 


■ 



Vor- 

1 


Formiition. | 

1 Uuteral)teilung. j 

kommen 

in 

j Örtlichkeit. 




Sachaeii 



Trias ‘ 

Buntsandstein 

+ j 

Merane, Mügelner 
Becken, Naundörfel. 



Muschelkalk 

— 

— 

O) 


Keuper 

— 

— 


J u ra 

Lias 

— 

— 

o 

-Q 

1 

Dopger 

? 

— 



Malm 

+ 

.\ni Hände d. Lausitzer 


K r e i d e 


\"erwerfuug. 

2 *5 

untere Kreide (Neocom, 
Gault) 

— 

_ — 



obere Kreide: 



a 


a) Cenoman 

+ 

Liegendes d. Elbsaud- 





steingeb.: Freiberg, 

Tharandt. 1‘lauenscher 

rs 




<4^ 




Grund usw. 

CJ 

S! 


b) Turon 

-f 

Ilauptquader d. iSäehs. 
Schweiz, Zittauer (ieh. 

i 


c) Senon 

— 

— 


Tertiär 

Alttcrtiär 

1 



s 

aj 1 

O 1 

O . 1 


Mitteltertiär (Oligoeän) 

+ 

Leipzig, Zittauer Geb., 
Rücken d. Erzgeb. u. 
Gramilitgeb. 

^ 1 
C) c 


Jungtertiär: 




a) Mioeän 

! 

Zittau. 

I 'i 


b) Plioeän 

— 

s 1 

Quartär 

Diluvium 


Ganz Sachsen bis Fuß 

U ^ 1 

53' ' 

1 


d. Erzgeb. 

^ ! 


Alluvium 


Torfmoore, Aulebni 

1 



usw., überall in Fluß- 



i 

1 


tälern. 


\V US die örtliclie Verbreitung der einzelnen Formationen 
anbetrifFt, so lehrt ein Blick auf eine geologische Übersichtskarte 
von Sachsen, daß die Gesteine der Urformationen und Eruptiv- 
gesteine bei weitem überwiegen. 

Als das älte.ste Gestein in Sachsen ist der Gneis anzusehen, 
welcher zwischen Wiesenthal, Schlettau, Wolkenstein, Lengefeld, 
Augustusburg, Oderan, Siebenlehn, Tharandt, Gottleuba, Schnee- 
berg, Klostergrab, Kommotau und Joachimsthal ein mächtiges 
Dreieck bildet und der Gneis des Frankenberger Zwiseheugebirges. 
Die Altersbestimmung der übrigen untergeordnet bei Strehla, 
zwischen Großenhain-iiadeburg-Kloizsche, bei Scharfenberg u. a. O. 
auftretenden Gnci.se ist noch zweifelhaft. 

Begrenzt wird das erzgebirgi.se he Gneisdreieck, wie auch 
der Gneis des Elstergebirges nach Nordwesten durch randliche 






— 5 — 

Zonen von Glinimersehieferil, die ihre größten Hreiten /.wischen 
Scheibenberg und Schwarzenberg und /-wischen Ijcngefeld und 
Zschopau zeigen. Bei Augustusburg fehlen sic ganz, da hier der 
l^hyllit in das Niveau des Gneises gerückt i.st. Erst nordli.stlich 
von Flöhu er.scheinl der Glinunerschiefer wieder und endet bei 
vSiebenlehn. Zwischen Grilnhain, Aue, Kittersgrün, Gottesgab wird er 
von Pliyllit verhüllt. Kr zeigt sich erst wieder iin Vogtland, 
wo er nördlich von Brambach, in Asch und bei Hof wieder 
sichtbar wird. Hie höchsten Höhen des Erzgebirges (Eichtel- 
berg 121Ö m, Keilberg 1244 m) be.stehen aus ihm. Größere 
Schollen sind dem Gneise des Südahhanges zwischen doachims- 
thal und KommoUiu eiugefaltet. Kr beteiligt sich an der 
Zusammen.setzung de.s Fraukenberger Zwischengebirges. Schloß 
Lichtcnwalde i.st auf ihm erbaut. Ans ihm bc.steht der innei'e 
Schiel'erwall de.s sächsischen (Tranulitgebirges in der (legend 
von I/unbach, Hohenstein-Ern.stthal, Waldenburg, Kochlitz, Hartha, 
Döbeln, Uoßwein. Vertreten ist er auch in den Strehlaer Höhen. 

An allen Orten schließen sich ihm IJrtonschiefer (Phyl- 
lite) an, in die er oft unmerklich üliergeht. Ihre größte Aus- 
breitung erlangen dieselben im Vogtland, wo ihr Vorkommen 
durch die Orte Graßlitz, Klingenthal, Zwota, Marknenkirchen, 
Elster, Schöneek, Auerbach u. a. bezeichnet wird. Sie ziehen 
sich von hier im Verein mit dem Flügel, der von IMatten, 
•lohanngeorgen.stadt und Bockau herabverläuft, über Schneeberg, 
Grünhain, Lößnitz, Stollberg, Zwönitz, Augu.stn.sburg bis nördlich 
von Oderan, fehlen bis SielHudehn, treten an der Nordecke des 
(jneisdreieckes bei Kotschonberg wieder hervor und begleiteTi, 
oft nnterbroehon, ilen Nordostrand des Gneisdreieckes bis Berg- 
gießhübel, wo sic unter deckenden Schichten ver.sch winden. 
Isolierte Sc^hollen, die Ueuß zum Glimmerschiefer .stellte, er- 
scheinen bei Altcnberg und südwestlich von Kip.sdorf. Tm 
Schiefennantel des Granulitgebirges fehlt der Phyllit auf größere 
Lrstreokung infolge einer Verwerfung von Olawrabenstciu bis 
östlich von Glauchau. Bei dem im erzgebirgischen Becken sehr 
lebhaft betriebenen Bergbau wurde er überall als Liegendes der 
.Steinkohlenformation angefahren. Im Zwickauer Revier unter- 
teuft er Silur- und Devonschichten. 

Nu(di olien geht er unmerklich über in die Tonschiefer des 
Kainbriiiius, so daß die Abgrenzung ungemein erschwert ist. 
.\m besten sind dieselben entwickelt im Vogtlandj wo sie von 
Wildenfels über Lcngcnfeld, Treuen, östlich von Olsuitz in ge- 
ringerer oder größerer Breite den Urtonschiefer in gleichmäßiger 
bagerung begleiten. Neuerdings ist cs den sächsischen l^andes- 
geologen gelungen, sie auch am West- und Nordwestrand des 



6 


Grauulitgebirgos von Ghuurhim über Roclilitz und Döbeln bis 
fast an die Lommatzsch kartographisch abzugrenzen. Vorhanden 
.sind .sie weiter zwischen der (_Tottleuba und dem Lockwitzbacli, 
wo sie unter silurisehe Schichten einfallen. 

Charakteristisches Silur mit zaidroichcn Fo.ssilre.sten, haupt- 
.sächlich Graptolithcti, findet .sieh im Vogtland. Die Umgebungen 
von (^Isnitz, Plauen, Ibacbenbaeh liefern gute Ausbeute. Die.s 
gilt auch vr)u Langenstriegis und Bockendorf bei Hainichen, die 
in eim*m Silurgeltiet liegen, das sieh von ^'ietlerwiesa nordöstlich 
hinzieht, den erzgebirgischen und mittelgebirgischen Phvllitrand 
nach Nordosten abgrenzt und langliingezogen das Meißner 
Syenitmas.slv von .Lornmatz.seh bi.s Wilsdruff ab.schließt. Nach 
8iido.sten vev.schwindct es unter Kotliegendem, ist mehrfach in 
den Kohlenschichten des Plaucn.schen Grunde.s im Liegenden der 
kohlenführonden Schichten angtifahren worden, kommt an der 
Lockwitz wieder zum Vorschein, ist bis Berggießhübel zu ver- 
folgen nnd bildet mit dem Alter nach unbestimmten, bei der 
Berührung mit glutflüs.sigen Laven veränderten Ge.steinen das 
Liegende der von ( )sten herantretenden Kreideschichten. Silui’ 
findet sich amdi, dem Schiefermantel des Granulite.s angclagert 
von Kottluf bei Chemnitz bi.s Frankeiiberg und von Glaucliaii 
bis in die (V)Iditzer Gegend, Zum Silur gehören die Grauwacken, 
die sich durch Nordsach.sen über den Collmberg bei (Xsebatz am 
Nordrand des Lau.sitzer Granitma.'^sivs l»is nach (lörlitz hinziehen, 
und die in einzelnen Schollen häutig im Granitgebiet selb.st an- 
getroffen werden, 

Devon, entwickelt als Mittel- und Olmrdevon mit lokal 
zahlreichen tieri.sehen Keimten, findet sich in dem Teil Sachseni^, 
der westli<*li einer von pjisterberg über Olsnitz südwärts zu 
ziehenden geraden Linie Hegt. In gleicher Ausbildung i.st es 
l)ekannt zwischen Iveiclienbaeli und der Zwickancr Mulde, bei 
Wildenfels und am Nordwestrand des Granulitgebirges südlich 
von Kohren und bei Colditz (Seupabn). 

Meereskulni mit Fo.s.«ilresten findet sieh an der .säclisisch- 
bayrisclien Grenze bei Trogenau und bei M'ildcnfcls. Der Strand- 
fuzies gehören an die i.soliei'ten Vorkommnisse von Plauen, denen 
sieb nach 'ITiüringcn liin Kulmdachschiefer aiischließen. Mit 
Kohhmflötzen und vielen Pflanzenresten l)ildet der Kulm den 
Südo.strand des Mittelgebirges gegen das erzgcbirgisclie Becken 
bin von der Röhrsilorfer Höbe bei t'hemnity. bi.s Goßberg nord- 
östlich von Hainichen. (Trauwaeken am A.schbach unweit Goß- 
berg mit einge.sclilosseiieu Kalkliusen .stellt Koihpletz zu diesem 
Unterkarbon auf Grund der aufgefuiulenen Tierreste, unter denen 
sich Fusulina, eine leitende Foraininifere des Oberkarbonmeeres 



i 


lidiiulen soll. Wenn darin schon ein Widerspruch au sich liegt, 
so ist man auch dein Äußern naidi viel eher geneigt, die Grau- 
wacken, die viel Ahidichkeit mit den silurischen von Rottlui’ 
zeigen, nach dem älteren Vorgänge Stelzners zum Silur zu stellen, 
womit alle an dieses Vorkommen geknüpften Folgerungen hin- 
fällig würden. Leider ist der Punkt nicht mehr zugängig. 

Das Ohcrkf'trbon tritt in größerer Ausdehnung nur im 
J'lühaer Becken zutage. Das Lugau-Olsnitzer und Zwi<’,kauer 
hahen schmale Ausstrichzonen am Südostrand des erzgehirgischen 
Beckens in A’iederwürschnitz, Acu-Olsnitz und Oherholmdorf. 
Doch sind dieselben der Beitl)aehtung nicht zugängig, weil sie 
von Schuttmassen und lielimdecken verhüllt sind. Kiu eifriger 
Kohlenbergbau findet gegenwärtig in Bramlau an der sächsisch- 
liöhmischen Grenze auf Anthrazit statt. Kleinere Kohlenmulden 
uurden fn’ilier bet Zaunhaus, Keliefeld und «Sehönfeld auf dem 
Kamme des Krzgehirges abgcliaut. 

Sedimente der Botliegeiidzeit erfüllen das erzgebirgische 
Becken von Hainichen über Zwickau bis nach Thüringen, wo 
sie von älteren pulUozoisehen Schiehten in einer südnördlichen 
Linie begrenzt werden. Sie erstrecken sieh nordwärts fast bis 
Gößnitz, sind jedenfalls aucli noch weiterhin vorhanden, aber 
von jüngeren Schichten bedeckt. Ramilich treten kleinere Rot- 
liegendareale an den großen nordsäcbsisi’ben I’orpb_\wplatten zu- 
tage, so bei Kohren, Froliburg, Geithain, nordöstlich Leisnig, bei 
< )scliatz. Besonderes lnteres.se verdient wegen seiner reichen 
Kohlenführimg das Rolliegendo des JMaiiGnsohen Grundes. Es 
gliedert sich in Unt errot liegendes, das sonst nirgends in Sachsen 
erhalten ist, mul in Mittelrotlicgemlcs, das allgemeinere A^er- 
brcitting in unserem \’aterlande besitzt und seinerseits in West- 
sachsen vom Ol »errot liegenden bedeckt wird. Der Rotliegend- 
komple.K des Planensehcii Grundes erstreckt sich znm Teil mit 
seinem Liegenden von Porphyrit in südöstlicher Richtung von 
Wilsdruff bis zur Loekwitz. Durch eine Verwerfung ist er mit 
seiner Unterlage von der nordöstlicheu Seite des erzgebirgLschen 
Gneisdreieckes losgeldst und eingesunken. Ursprünglich reichten 
seine Sedimente wohl weiter tiach Westen, wo sie der Erosion 
zum Opfer gefallen sind. Ein kleiner Rotl legend rcst findet si(;h zu- 
sammen mit einer Krcideschollo uucli hei Weißig östlich von Dresden. 

ZocliHteindolornit mit hunüm rjotten breitet sich auf dem 
Rotliegenden, bezw. seinen Porphyren aus bei Criinmitzschau- 
M erane, bei Erobbnrg-Geithain, zwischen Mügeln und Lommatzsch. 
Bei Gößnitz, nördlich von Geithain und Lommatzsch wird er 
Von BiintHandsteiii ühercpicrt, der sich mit Unterbrechung bis 
Naundörfel rechts der Pjlhe hinzieht. 



8 


Junikalk ist JUI di'r Lausitzer Ilauptverwerfung, besonders 
bei Holinstein, aufgeschlossen gewesen. 

Kreide8chicht(?n, zusannuengesctzt aus Cenoman und Turon, 
nehmen ein langgestrecktes aus Bölimen bis nach Oberau bei 
Meißen reichendes Areal z.u beiden Seiten der Llbe ein. Das- 
selbe grenzt im Osten an den ijausitzer Granit und greift im 
Südwesten auf den Erzgebirgsriieken über. Isolierte Scliollen 
zwischen Tharandt und Freiberg, bei Jaingenliennersdorf usw. 
deuten seine einstige weitere Verbreitung nach We-sten hin an. 

Das Tertiär, in Nordwe.stsachscn an.s Süßwasser- uml Meeres- 
ablagerungen bestehend, greift in einer ge.schlos.senen Masse bis 
.südlich von GröBnitz. Einzelne kleinere und größere Schollen 
linden sich vom Kamme des Erzgebirges und von Olsnitz i. V. 
nordwärts mehr und mehr zunehmend, auf dein Rücken des 
Granulitgebirges, bei Colditz, Grimma, O.sohatz, Wurzen, nördlich 
von Dresden und vielen andern Orten. Sie gehören der Oli- 
goeänzeit an, uml führen vielerorts Brauukobleulager. Die 
oberen Zittauer Ablagerungen sind jünger. Sie. sind zum Mioeän 
zu ziehen. 

Der größte Teil der aufgezählten Formationen und Gesteine 
wird von Lehm, Sand und Gerollen verhüllt, die in Nordsachsen 
besonders mächtig sind, nach Süden aber abnehmen. Die süd- 
lichste Grenze ihrer Gerölle liegt in der Idnie Pausa, südlich 
lOlsterberg, Zwickau, Cdicmuitz, Freiberg, Tharandt, Königstein, 
Stolpen, Zittau. Die Ablagerungen verdanken ihre Entstehung 
der Eiszeit und werden Diliiviutll genannt. 

Überall in Flußtälern und Gründen mit geringem Gefälle 
.setzen die Gewässer Schlamm, Sand und Gerölle al), welche als 
Fluß- oder Aulehm, Flußsand, Flußgeröll bezeichnet werden. 
Hierher gehören auch die Torfmoore, die sich in flachen Mulden 
des Erzgebirgskammes finden (Karlsfeld , (xottesgab). Diese 
jüngsten geologLchen (xebilde nennt man Alluvium. 

An der Zusammensetzung dieser kurz skizzierten Forma- 
tionen beteiligen sich mit Au.snahme der Trias, des Diluviums 
und Alluvium.s zahlreiche Eruptivgesteine, die, dem Erdinnern 
entstammend, entweder nicht bis an die Erdoberfläche gelangten 
und so unter Bedeckung oder an der Erdoberfläche, also ohne 
Bedeckung erstarrten. 

Zu den ältesten Erstarrungsgesteinen gehören in Sachsen 
die roten Oueine, die den größten Teil des erzgebirgischen 
Gneisdreiecke.s einnehmen und zahlreiche, den lirformutionen 
eiugelagerte Hornbleiidegesteiue, die durch Uinwandluug aus 
Diabasen und Gabbros ^ hervorgegangen sind. Erst In letzter 
Zeit hat sich die volle Überzeugung davon Bahn gebrochen, daß 



9 


uuch der Graiiulit ein Tiefengestein ist. Kr l)ildet von Schiefern 
umgeben ein Kllip.soid zwischen den Orten Roßwein, Linibach, 
Waldenburg, Penig, Lunzenau, Geringswalde, Hartha mit süd- 
westlieh-nordüstlieh streichender LUngsaclise. Kr tritt jetzt Zu- 
lage, weil das deckende Gewölbe aus Glimmerschiefern, Phyllit, 
karnbrischen und nntersilurischen Schiefern durch die Krosion 
zerstört ist. Gleichaltrig sind die mit ihm verbundenen Gabbros 
(Ilohenstein-Krnstthal, Kimbach, Roß wein, Holliniihle bei Penig, 
Böhrigen) und tlie 8pi'|)entilie des Mittclgebirge.s (Limbach, 
Kulischuappel, Hollmiihle, Herrenheide bei Burgstädt, Waltiheim, 
Z-schöppigen iisw.), die durcli Llinwandlung aus Pyroxengesteinen 
hervorgegangen sind. Serpentin in Verbindung mit Grannlit 
tritt auch bei Zöblitz im Krzgebirge auf. Sein Aluitcrgestein ist 
jedenfalls ein Olivingabbro. 

Gleicher Kntstehutig wie tlic Granulite sind die Granit© 
und Syenite. Das größte Granitgebiet Sachsens und eines der 
größten von Deutschland ist dtis I.,ausitzer Granitmassiv. Seine 
Südwestgrenze greift auf die Nordostflanke des Krzgebirges in 
der Linie Berggießliühel-Wilsdniif-Lomtnatzsch hinauf. Die nörd- 
lichsten Ausläufer sind die Strchlacr Höhen, wo die Granite durch 
Druck zum Teil in Gneis umgcwandelt sind. Rechts der Klbe 
ist von Zittau bis Weinböhla dieser wc.stlichc Teil ahgeljrocheu 
und eingesunken, während sicli der östliche weithin bis nach 
Schlesien erstreckt. Mächtige Ciuerbrüche, die bei der Auffal- 
inng des Krzgebirges in der Karbonzeit aiifrissen, bezeichnen die 
(iranitmassive vt)ii Karlsbad-Kibenstock-Kirchberg, Treuen, Aue- 
Schwarzenberg und die Altonberger (regend. Als in der Karbon- 
zeit das Granulitgebirge weiter mit zusainmengepreßt wurde, 
brachen an den Stellen der stärksten Biegungen zwischen Burg- 
städt und Mitlwcida zahlreiche, südwestlich-nordöstlich .streichende 
Spalten auf, die mit granitischer Lava erfüllt wurden. Sie stellen 
ein einhcitliclies Gangsystein dar. Alter als die.se Granite sind 
die Lagergranite, die ilem Schiefermantel des Grannlitgchirges, 
z. B. hei Berbersdorf, aber auch dem Gnmulit (Penig, Kisdorf) 
selbst eiiigcflößt worden sind und deren (rerölle da.s Deckklon- 
glomcrat des Kulmes bei (rlösa fast alleiii zusammensetzen. Dieser 
Lagergranit muß also älter sein als das Karlion. Auch bei 
Bohritzsiih hei Preiberg tritt karlmnischer Granit auf. Syenit 
wird gebrochen im Phiucnschcn Gniiul und bei Meißen. 

Zu <len an der Krdoberflache erstarrten Kriiptivgesteincn 
gehören Diabas, Melaphyr, C^narzporphyr, Pechstein, Granitpor- 
phyr, Porphyrit, Basalt und l^honolilh. Verschiedcngestaltete 
Diabas© sind ständige Begleiter der Silur- und Devon forination 
und finden sich darum überall dort, wo diese vorhanden sind. 



10 


Melaphyr der Karbonzeit steht bei Kainsdorf im Muldental an. 
Melaphyre der Kotliegcndzeit kennzeiclmen die Ablagerungen 
derselben im Plauenscben Grund und im erzgebirgischen Becken 
(Pfaffenhain, Neuwiese, ()lsnitz, Thierfeld u.sw. ). Die weiteste 
Verbreitung haben die (^iiar/.porpliyre gefunden. Sie setzen 
mächtige, bis über 50 km breite Decken am Unterlauf der beiden 
Mulden und zu beiden Seiten <lcr vereinigten Mulde znsammer.. 
die nach Westen, Korden und Osten durch jüngere Anfschüttungei 
dem Auge entzogen werden. Tm Süden ruhen sie dem Schiefer- 
mantel des Granulites auf. Porphyre gibt e.s ferner im erz- 
gebirgischen Becken, bei Areißen, Dohna, in der Prauenstein- 
Alteuberger Gegend und im Tharandter AVald. (iraiiilporphyr 
bildet mehrere langgestreckte Gänge (über 50 kn>) bei Geising 
und Frauenstein; auch herrscht in ihm eine rege Steinbruch- 
industrie bei Wurzen und Brandis. 

Eine Folge der großen tektonischen I’mwälzungon der 
Tertiärzeit sind die fh’güsse von Basalt- und Phonolithlaven. 
Sie finden sich in großen zusammenhängenden Massen in Nord- 
böhmen (Duppauer Gebirge, Böhmisches Mittelgebirge, Zittauer 
Gebirge). Tia.salte treten ferner auf am Kamme des Erzgebirge.^ 
bei Wiesenthal, Reitzenhain, Brandau, Sattelberg usw., am lamds- 
berg bei Tharandt, bei Glashütte, Geising, Krei.scha, im (’ottaer 
S])itzbcrg, in den M'intcrbergen, im laui-sitzer Granitgebiet bei 
Stolpen, Löbau, Zittau usw'., Re.ste von Basaltdecken am Pöhl- 
berg, Scheibenberg, Bären.stein, Steinhöhe; es .sind der Punkte 
viele. Phoiiolitli bildet die Bergkegel tles Zittauer Gebirge.s 
(Lauselie, Hochwald u. a.), die Sjjitzen des böhniischen Mittel- 
gebirges (Mille.schauer, Borschen). Auch bei Wicsenthal finden 
sich mehrere Phonolithvorkommni.sse (Abhang des Stadtberges, 
Gotte.sgab, Jiahnlinie Weipcrt-Schmicdeberg). 

Wie alle diese ihrem V^orkommen in Saclusen nach genannten 
Formationen und Gesteine entstanden, welche Rolle .sie am Auf- 
bau der Erdrinde in uu.serm Vatcrlande spielen, das zu zeigen, 
soll Aufgabe der folgenden Abschnitte sein. 



I. Die Entstehung- der P]rdrinde. 

Die Erde ist wie alle andern Planeten ein Kind der Sonne 
und bildete einst mit dieser, den übrigen Planeten und ihren 
Trabanten einen einzigen Himmelskörper. Von der Sonne haben 
sich die Planeten und von diesen wieder ihre Trabanten abgelöst 
so, daß die Sonne zum Zentralkörper des ganzen Systems wurde, 
newiesen wird diese yVosieht durch die über<?instimmende Be- 
wegungsriehtung und das fast vollständige Zusammenfallen der 
Bahnebenen der Planeten, durch den Hing des Saturn und 
durch die Zunahme der Erddichte von außen nach innen. Die 
Erde ist AjO mal so schwer als eine gleiohgros.se \\ assermenge. Die 
Erdrinde hat ein s{)ezilische.s Gewicht von 2,7. Zieht man 
dazu dasjenige der ozeanischen Hülle, so erhält man für die 
Erdoberfläche ein solches von 1,6. Aus dem großen Unterschied 
zwisclicn der Erdschwere tmd der ihrer Oberfläche muß geschlo.s.sen 
werden, daß, je weiter man von <len bekannten ICrdrimlenteilen 
nach innen gelangt, Mas.sen angetrolfen werden, die .sich durch 
fortwährende Ge.wichGzunahme auszeichnen, bis sich schließlich 
ganz im Erdinnern solclie vorlinden, die ein bedeutend höheres 
Gewicht besitzen als die Erde im allgemeinen. Aus dieser Tat- 
sache und daraus, daß viele der auf die Erde niederstürzenden 
Trümmer von Weltkörpern aus nickelhaltigem Eisen be.stchen, ergibt 
sich, tlaß der Ertlkern aus Metall ma.ssen, vorzüglich Eisen, besteht. 

Die Astronomen haben mittels des Eernrohre.s, der Spektral- 
analyse uml Bhotographie fc.stge.stellt, daß die Hiunncl.skörpcr ein- 
mal sind plaiielariHcho Nebel; das .sind Massen, welche au.'i- 
sehließlich au.s glühenden Gasen be.stehen; zum andern Soiineii, 
da.s sind Körper wie unser 'l'agesgestirn. Sie sitid durch Ver- 
<lichtung aus Ga.sen hervorgegangen und haben nun einen glut- 
flüssigen Kern, <ler in eine Gashülle übergeht; zum dritten er- 
loseheiie Himmelskörper, wie die Erde und der Mond. 
Diese haben infolge weitergehender Alikühlung eine immer dicker 
werdende Hitule erhalten und das ursprüngliche Ijeuchtvermögen 
eingebüßt. Au.s dem jelzigen Zustand der Erde und einem Ver- 
gleich mit dem andrer Himmelskörper kann demnach geschlo.s.sen 
werden, daß uu.ser Planet in einer sehr weit zurückliegenden Zeit 
einen Körper darstellte wie heute die Sonne, der sich aber später 
von der Oberfläche aus mit einer festen Kruste umgab. Die- 
selbe wird erst noch ziemlich dünn gewesen und noch oft von 



12 


den glutflüssigen Massen des Innern, die man Magma nennt, 
durchbrochen worden sein, ehe sie sicli verfestigte. 

Die erste Zeit ihrer Existenz können wir uns nur als eine 
wasserlose denken, da die hohe, durch die Rinde dringende 
WUrmeausstralilung eine Verflüssigung der atmosphärischen Wässer 
verhinderte. Endlicli aber wurde die Deeke so stark, daß von 
einem gegebenen Abküldung.sgrade an da.s Wasser in ungeheuren 
Fluten heral)stürzen und als kochendes Weltmeer überladen mit 
gelösten mineralischen Stoflbn den Erdball allseitig einhüllen 
konnte. Tiere und Pflanzen waren in demselben nicht existenz- 
fähig, Sie konnten .sich erst bei fortge.schrittenerer Abkühlung 
<iutwickeln. In die.sem kochenden, mit den ver.'ächiedensten Mineral- 
lü.suugen geschwängerten, unter großem AtmosphUrendruckc stehen- 
den Meer wurden die ersten Schichlgesteiiie gebildet, Ihre 
Be.standteile wurden in Kristallform abgesetzt. Es fand also eine 
unmittelbare kristallinische Sedimentation statt. Die durch die 
Wogen vom Meeresgrund gelösten und zerriebenen (xc-steins- 
teilclien wurden unter dem Einfluß derselben Ursachen ebenfalls 
kristallisiert. Der Vorgang wimle dadurch unterstützt, daß die 
noch dünne Krdkru.ste häufig von den glühenden Massen des 
Erdinuern durchbrochen wurde, wobei dann durch die hohen 
Hitzegrade der Laven und die damit verbundene Durchsetzung 
der vorhandenen Gesteine mit heißen Dämpfen und Gasen eine 
Umbildung ihrer Bestandteile vor .sich gehen mußte. Auch war 
schon damaks die durch den Abkühl ung.sprozeß bewirkte Zu.sammen- 
ziehung und Kimzelung <ler Erdrinde sehr lebhaft, so daß sich 
der Druck auf die um Meere.sgrunde anfbereiteten Ab.sätze noch 
erhöhte und die Kristalli-sation »interstützt wurde. Die am Grunde 
des Urmeercs gebildeten Gesteine .sind infolgedes.sen kristalli- 
nisch. Die ihnen fttrner eigentümliche Schieferstruktur ist 
ebenfalls durch Gebirgsdnude erzeugt. Lepsius nennt als wirk.same 
Faktoren: Wasser, hohe Temperatur, Druck und Zeit. Die Haupt- 
bestandteile der so erzeugten Gesteine sind C^uarz, Feldspat , Glimmer 
und Mineralien der Augit- und Hornblendegruppeu, wodurch .sie sich 
den .später zu besprechenden Eruptivgesteinen nähern und von 
allen jüngeren ycliichtgestcinen unterscheiden. Dies kann nicht 
übcrra.sclu*n, wenn man bedeidvt, daß ihr Material zum größten 
Teil der Krstarrnngskrustc enUstammt, die in ihrer Zusammen- 
setzung aus naheliegenden Gründen Übei'eiustimmung mit der 
der Eruptivgesteine liaben muß. Gneis, Glimmerschiefer und 
Phyllit (Urtonschiefer) nehmen große Gebiete un.seres Vaterlandes 
oberfiäehlicli ein. Wo sie nicht zutage liegen, sind .sic unter- 
irdisch vorhanden, so daß sie in jedem Bolirloche, das zu genügen- 
der Tiefe niedergebracht würde, durch.sunken werden müßten. 



13 


Kill solches Bohrloch ist aber ein Ding der Unmöglichkeit, denn 
die ^lächtigkeit der Gneisformation schätzte z, B. Gümbel in 
Bayern auf 30 000 m, während man fiir die der Glimmerschiefer- 
und Phyllitformation 8000 m annimmt. 

So selien wir am Schlüsse dieses Zeitab.schuittes die Erde 
bestehen aus dem Magma, welches alle die Stoffe, die den Erd- 
ball zusammeiisetzen , in glutflüssigem und dampfloriuigem Zu- 
stand enthält und einer Rinde, welche liesteht aus der unbekannten 
Erstarruugskruste, dem Gneise, dem Olinimerscliiefer und 
dem Phyllit. Auch die oberen Teile dieser Rinde, Gneis, 
(ilimmerschiefer und Phyllit, würden uns nicht zugänglich sein, 
wenn sie nicht infolge der gebirgsbildenden Vorgänge vielerorts 
entblößt worden wären; denn sie sind in den folgendeu Zeit- 
räumen von weitverbreiteten Gesteinsdecken überlagert worden. 


II. Der Ur^ebirj^skerii des Erzgebirges und der 
Sehieferiiiantel des (iraiiulitgebirgcs. 

Alle die anmutigen Täler des oberen Erzgebirges, deren 
langsamer oder steiler ansteigende Lehnen geschmückt sind mit 
kräuterreichen Wiesen, fruchtlmren Feldern oder dichten Fichten- 
wäldern, siml in Oneis eingeschnitten, de.ssen meistenteils leichte 
Verwitterungsfähigkeit den Ausbau weiter Täler und die Bildung 
guter Ackerkrume begünstigt. In trotzigen Felscnwändcn ragt 
oft im Mittellauf der Gebirgsflüßchen <las Gestein hervor, das 
Tal romantisch verschönernd, z. B. im Zschopautal bei Wolken- 
stein, im Pockautal bei Zöblitz (Katzensteine) usf. Der Gneis 
besteht aus (^uarz, Feld.spat und Glimmer. 

Ein Vergleich von (Incison vcrschunlcncr Fundorte zeigt, daß dieses 
(resteiu scdir versehiedonartig sein kann. Bald sind die. ttestandteile 
(iuarz, Feldspat und (tlitnmer, so groß, daß man von Rieseiigneis (Kiih- 
borg hei Riirenstcinl s]irich(, halii sind sie so fein, daß ein düniiH]«iltender 
iSchiefergiuMH (Sehlettan) vorliegt, der einem Tonsehiefer täuschend ähnlich 
ist und in papierdnnnc Lugen spaltet. .Meist umschließen die (»limmer- 
hlättehen die anderen Bestandteile in langgestreckten, flasrigen Partien. 
So entsteht der weitverbreitete Fln.^ergneis. l'reten die Feld.spato, seltener 
die t^uarzt*, in ha.sel- l)is walnußgroßen Kristallindividuen zwischen den 
(Bimmcrlaimdlen augenarlig hiTvor, s<t liat man es mit dem .\ngougncis 
(Haltestelle Bärenstein) zu tun. Kin in diiinic iMatten abgesonderter Gneis 
ist der Plattengneis (Mnrionberg). Eine nicht spaltende (Jncisatt von 
feinem Korn ist der dichte (»ncis (Cfroßrückerswalde). Eine Abflnrlerung 
desselben zeigt dichtgedriuigt.e dunkle Flecken, deren tSuhstanz aus der 
Umwandlung von nrsprünglieh vorhandenen Turnmlim'ii hervurgegangen 
ist (Glirainertrapp von .Metzdorf). Nach zufälligen tremcngteilen unter- 
scheidet man weiter Cordieritgneis der zu Cordieritfels 

(Markersdorf) werden kann. Granatgneis iLimbach), (irnphitgiieis (Hart- 
mannsdorf bei Burgstädt), Hornblendegneis (Wiesa bei Annuberg). Durch 



14 


(Jebirgsdruck aus alten Eruptivgesteinen hervorgegangen ist «1er Serizit- 
gnois (Dübeln), 

Die sächsischen Gneise lassen sich in zwei IIau})tgriippen 
tinterbringen. Die t'inen führen vorwitfgend (hinklen Gliiumer 
(Biotitgneis), die anderen hellen (Mtiskovilgneis), Man bezeichnet 
sie üucli als „graue“ uml „rote“ Gneise. Neuerdings ist man 
zu der Überzeugung gekommen, daß dm grauen Gneise Absätze 
des Urmeeres (Urgneise) sind, während die anderen durch Gc- 
birgsdruck aus tiralten Laven hervorgegangen sind, die jenen 
injiziert wurden ((iranitgneise). Sie bilden die llatiptinasse des 
Erzgebirges, der die l^rgneise, welche z. B. bei Mittweida-Markers- 
bach zahlreiche Gerölle führen, randlich angelagert sind. Sie 
sind je nach dem Überwieg;en der einen oder anderen Gliniiner- 
art durch Übergänge miteinander verbunden. 

Dimdi Zuriuiktreten des Feldspates geht der Gneis in Gneis- 
gliminerschieler (innere Schieferzone des Granulitgebirge.s) und 



Ahh. 1. 

pn. — OtHiia, gl. — Glimniernohicfer. pli. = riiyllil, at. “ StPinkohlenf., r. Kotlicgendca. 


die.ser durch völlige.s Verschwinden «lieses Minerals ln Gliminer- 
schiefpi’ über. Der Glinnner ist in der Hegel Muskovit. Die 
Schuppen de.s.sclben liegen parallel und bilden oft zusammen- 
hängende Häute, wodurch die ausgezeichnete Schieferstruktur 
hervorgtTufeii wird. Der Gtmrz liegt in (Je.stalt kleiner Körner 
oder flacher Idn.sen von geringerem oder grö.s.serem Umfang 
zwischen dem Glimmer, so daß er nur auf dem (-iuerbrueh des 
Gesteins sichtbar i.st. Tritt der Glimmer so zurück, daß der 
Quarz iiberwiegt, so entsteht (|uarzglimmerschi(!fer (Laiigenherg 
hoi Schwarzenberg) und schließlich (iuarzit.sc.hiefer (Els«lort' bei 
Luiizenau). Ein .selten fehlender Be.standteil ist der Granat in 
oft scharf an.sgcprägten Kristallen (Krottendorf ). Der Glimnicr- 
schiefer liildet den XordAvestrand de.s crzgebirgischen Gnei.s- 
gehietes, schließt da.sselhe auch im SAV. (Fiehtelberggcbiet) ab, un<l 
geht Im Erzgebirge wie auch in der Kandzoue des .säelisi.schen Mittel- 
geblrge.s durch Feinerwerden de.s Kornes in die ihn bedeckenden 
Hhyllitc über. Der Üliergang i.st z, H. bei Habenstein ein so all- 
mählicher, daß es oft schwer i.st, i.soUcrte Schieferstückc al.s Glimmer- 
schiefer oder PhylHt zu bezeichnen, .so verwischt .sind alle Grenzen. 



15 


Die Phyllite f^inJ tleninach zunächst nichts anderes als eine 
feinkristallinischere Abänderung des (Tlinimerschiefcrs. Bei ihrer 
Bildung hatte sich das Urineer seiner niineralisclien Bestandteile 
größtenteils entledigt. Die Wärmezufuhr von inuen war eine ver- 
minderte. Die einzelnen Teilchen fanden sich nicht mehr zu 
größeren Kri.stullen zusammen, und so liaben wir im Ph}'llit ein 
Dc.stein vor uns, des.sen (jcmcngteile zwar noch in Kristallen er- 
scheinen, die aber so klein .sind, daß .sie mit dem bloßen Auge nicht 
mehr zu erkennen .sind. Die Phyllite .sind grün, grau oder .schwarz- 
i>lau gefärbt, zeigen auf den Spalttlächen sei<lenartigcn Glanz und 
wurden früher an vielen Orten (Ijoßnifz) als Dachschiefer gebrochen. 

Den iriiiTpuifj; von ilt'ii (tliinim*r.<chiefeni her bilden die trHinniei- 
|)hyllitc. Dureil Auf'iiuliinc von Feldspat lAlbit} ('.ntstclit der Feldspat- 
phyllit. Xiiiunt der Feldsjiat so ülu-rhand, daü die tonige I’hyllilmasse in den 
Hintergrund tritt, so entsttdil Fhyllitgneis iTellerhiuiser, Falkenau). Einen 
Phyllit, der ( Iranat führt (Schönor.sti’idl liei Öderan ) konnte man (Iraimtphyllit 
nennen. Oft führt der I’hvllit kleine Oktaeder von -Magneleisen (Euba). 

Je jünger die Ibdonscliiefer, dc.sto mehr verlieren sie ihren 
kri.stallinLschen ( 'harakter, die tonigeu Bestandteile herrschen vor, so 
(hiß .schließlich normale, nichtkristallini.sehe 'Tonschiefer vorliegen. 

Die Phyllite um.sehließen an vielen Orlen wenig mächtige 
Kiilklagor, bei Nieder- Babeustein mit großen Kristallkellern, die 
prächtige Kalk.spatzwillingc bis zu 40 cm Länge lieferten, oder 
(Viliren auf ihren Schichtfläohen reichlich Grajthit. Der Graphit- 
und Kalkgehalt kann, da .sie an.s einer weit vorge.si'hrittenen 
Ahkühlungsperiode stammen, in der Pflanzen und Tiere leben 
konnten, organischen l’r.sj)rnngs sein, während eine .solche An- 
nahme für den Gra]>hil uiul die Kalk- und Dolomitlager in 
Gneisen und Glimmerschiefern (ycheibenberg) falsch wäre. Es 
ist erwiesen, daß Kalk wie (Iraphit auch auf unorgaiii.schem 
Wege entstellen, Organi.smen aber, die den Kalk hätten aus- 
•scheiden können, aus früher angeführten Gründen damals noch 
nicht vorhanden waren. Die Bildung von kohlcnsanrcm Kalk 
auf organi.sdu'm Weg spielt sich auch heute in großmn Maßstah 
ab. Freilich liandelt es sich dahei mci.st um cimm Vorgang, bei 
de.s.scu Entstehung organi.scli gehiklete Kalkmassen eine große 
KoJle spielen. Ausgedehnte Teile der Gebirge bestehen aus 
Kalkstein, welcher in alten Meeren zum AUsatz gelangte. Auf 
Spalten und fein.sten Ki.s.sen dringt das atmosphärische Wa.s.ser 
hei .seinem AVeg in die Tiefe in denselben ein. Die .schon vor- 
her vom Wasser unfgenommene Kohlensäure löst den berührten 
Kalkstein zum Teil auf und nimmt ilm mit. Trifft die .so mit 
doppelkohlensanrem Kalk überladene Flüs.sigkcit auf Spulten oder 
ilohlräumen der Erdrinde mit atmosphärischer Luft zusammen, 
so entweiclA ein Teil der Kohlensäure, ein Teil des Wassers ver- 



16 


dunstet, und die Lösunj>; ist nun niclit ineiir imstande, (ien kohleii- 
sauren Kalk festzuhalten. Er .setzt sich an den Wänden der 
Höhlungen als Tropfstein an oder erfüllt die Spalten mit Kalk.spat. 

Nun waren aber in jenen älte.sten Zeiten noch keine Kalk- 
lager da, die an.sgclaugt werden konnten. Die.s war auch nicht 
nötig. Es gibt wenig Ge.steine, die unter ihren J3ostandteilen 
nicht ein Mineral haben, das Kalkerde oiler Magnesium führt, 
die bei<le von kohlensUurehaltigen Wilssern aufgelöst werden. 
Solche Mineralien sind z. B. Auglt, Hornblende und Feldspat. 
in)crgicßt man frischen Ba.salt mit Salz.siinre, .so tindet keine 
sichtbare Einwirkung statt, denn alle seine Re.standteile Augit, 
Hornblende, Feldspat usw. sind noch intakt. Versucht man das- 
selbe au Basalt, der sich in Zersetzung findet, so erfolgt ein 
leichtes Aufbrausen. Da.s eingedrungene atmosphäri.sche \Va.sscr, 
das stets Kohlen.säure enthält und das auch das dichteste Gestein 
durchdringt, hat auf die Bestandteile de.s Ba.saltc.s eingewirkt, 
dic.sclben zer.selzt, und es ist kohlensaurer Kalk neugebildet worden, 
der die Reaktion auf die Säure hervorruft. Bei weiterer Zer- 
setzung des Gesteins i.st diese.s Aufbrausen nicht mehr zu be- 
obachten, da aller kohlensaurer Kalk mit fortgeführt worden i.st. 
Es ist nun leicht zu denken, daß das mit demselben beladene 
Wasser Spalten oder Höhlungen aiitrilft und sich hier in der 
vorhin angegebenen Weise seiner Büicle entledigt. Ähnlich ist 
auch der Bildung.sgang kohlen.sauren Kalkes aus heißen Quellen. 
Die aufsteigenden Wä.sser entziehen auf ihrem Weg dem Gc.stt'in 
seine Bestandteile an kohleiisaurem Kalk oder treffen Kalklagen 
und reichern sich hier mit solchem an, um ihn an der Erdoberfläche 
als Kalksinter wieder abzusetzen. Hoch.stetter gibt an, daß der 
Karlsbader Sprudel täglich ca. 1500, jährlich über eine halbe 
Million Kilograimn Spnulel.stein liefert. So enthalten auch viele 
die Erdrinde schon in ihren tiefsten Teilen bildende Mineralien 
wie Feldspat, Augit, Hornblende als wesentliche Bestandteile 
Kalkerdc und Magnesium, welche vielleicht mit dem Beginne der 
Zersetzung der Ge.steine am Urniecresgrunde bei den herrschen- 
den N'erhältni.sseii besonders ra.sch in großen Mengen aufgelöst 
und M'ieder al)ge.setzt wurden, woraus sich dann Lager von kohleii- 
saurem Kalk oder kohlen.saurer Magnesia (Dolomit) ergaben. 


Geologische Spezialkurtc rlt-s ICönigreichH Sach.sen, herausgegebon vom 
K. Finanzministerium nebst Krlüuterutigen. 8eit 1877. 

Credner, Elemente der Geologie. 1902. 

Ktzold u. Wittig, Geologi.scber Querschnitt durch Sachsen. 1902. 
Gebauer, Bilder aus dem säidisi.sidien Berglaiule. 1888. 

Gümbel, V., ftrundzüge der Geologie. 1888. 

Gürich, Das Mineralreich. 



17 


Herrin au n, Stcinlmichiudustrie und Stcinbruchgeologie. 1899. 

Herrig, (iCOgiiost.-geolDg. Beschreibung vou Annaberg und Umg., 3. Bor. 
des Kgl. Lehrerseminars zu Amiaberg 1889. 

Holtheuer, Da.“ Talgebiet der Freiberger Mulde. Geolog. Wander- 
skizzen und Landschaftsbilder- 1901. 

Kay.ser, I«ehrbnrch der Geologie II. 1902. 

Lepsius, Das östliche und nördliche Deutschland (Geologie von Deutsch- 
land II, I). 1903. 

Naumann, Lehrbuch der Geognosie. 1858—1872. 

Nestler, Landschaft liebes aus dem Zschonautal, Annaberg. 

— Die erzgebirgische Natur. Festschrift cies Erzgebirgsvereins. 1903. 

Neumayr, Erdgeschichte. 1895. 

Foton iö, Lehrbucli der Ptianzenpaliiontolugic. 1899. 

Ileichenbach, Cotta, Geinitz, v. Gntbier, Naumann, Gäa von 
Sachsen. 1843. 

Römer, Lclhaea geognostica. 1850—1856. 

Schunke, Geologische Ubensiohtskarte des Königreichs Sachsen. 1902. 

Shaler, Elementarbnch der Geologie für Anfänger. 1903. 

Walther, Allgemeine Meereskunde. 1893. 


III. Das säclisisclie Draiiulitgebirge. 

Das sUehsi.sche Gramililgebirgc i.st ein ausgedehntes, flach- 
hügeliges, von steileingesclinittenen Flußtälern durchzogenes 
Ellip.soId zwischen Döbeln, Hocblitz, Peuig und Hohenstein-Ernst- 
thal. Der Kern desselben l)e.steht aus Granulit. Der.se l he bildet in 
V erbindung mit Serpentin, Hornblcmlcgesteinen und Flasergabbro die 
Hauptmasse das Gebirges. Er ist ein altas aus dem Erdinnern empor- 
gcquollenes, aber nicht bis an die Erdoberfläche gelangtes Eruptiv- 
gest^cin. Er ist also unter Bedeckung langsam erstarrt, weswegen 
seine Bestandteile in Kristallen erstdieineu. Die einstige Schiefer- 
bedeckungist mehr oder weniger vollständig an den Rändern erhalten, 
während auf dem Rücken nur noch geringe Reste vorliandeii sind. 

Als unterstes u tilge WHiulcltes Glied der einstigeu Glimmcrschiefer- 
hcdcckuiig sind die Biotit-, Oordicrit-, Granat- uud GraphUgneise anzu- 
schen, die sich in mehreren Zügen durch das Oruimlitgebiet hindurch- 
ziehen. Sie sind vielleicht dadurch erhaltcui geblieben, daß sie hei dem 
Aufdrängeti der Gramilitlava uud dem ungleichmäßigen Widerstand der 
Schiefer in die glutflflssige Miuhsc eingeproßt wurden. Vielleicht auch 
sind sie Ite.'ite unlcrgcordiieter Einfaltungeii. Für die Gneise, die bei der 
Ilöllmuhle- bei Penig erhalten sind, ist dies sicher anzunehmen. Da die 
die Handzone zu.sammensetzenden Glimmerschiefer zum Teil in Frucht- 
schiefer (Itöhrsdorf I und (Tarhenschiefer (Wechselburg), die Phyllite, die 
hier lind da Audalusit führen (Sekt. GlauchHii), in Kiiotenschlcfer (Walden- 
burg), lokal auch Ottrelithpiiyllit (Rabenstein) umgewandelt .sind (über 
Gesteiusiimwandlung infolge Berührung mit Laven später!), so muß an- 
genommen werilen, daß der Erguß des Granul itmagirms frühestens in der 
>^it des Kambriums Htattgefiinden hat. 

Für diesen Zeitpunkt spricht auch der Umstand, daß nordwestlich 
von Chemnitz die Schichten der Fhyllitformation durch die zwischen 

Pelz, Qeologio des Königreiuhs Sachsen. 2 



18 


Rölirsdorf und Rottluf ca. 600 m mächtige* 8iilurf<»rmati(m unter einem 
Winkel von 80 — 40” abgeschnitten und in übergreifender Lagerung bedeckt 
werden. Dasselbe ist avieh in der tSüdostceko der Ji^ektiou Mittweida zu 
beobachten. Sie müssen also vor der Ablagerung der silurischen (Irau- 
wacken und der dieselben begleitenden Schiefer und Sandsteine schon 
etwas aiifgericlitet gowe.sen sein, was sich durcli den unterirdischen Erguß 
der (trmuilitlava erklären läßt. Dieselbe drang auf ( lebirgs-spalten in die 
Höhe, wölbte die Decke ubrglusartig zu einer Hachen Hodenschwclle auf 
und erfüllte den so geschaffenen Ihunn. Schon in d(*r Tiefe hatte sich 
eine Sclieidnng des Magmas in kieselsiiurcreiche. und kicstdsäurearme 
l'arficn vollzogen. Letztere gchingten in dcti Handzonen, in kleineren 
Linsen oder mehr oder weniger parallelen Lagen auch innerhalb des 
Zentralstockes zur Erstarrung. So erklärt ca sich, daß sich oiunial in der 
ganzen Peri|»herie des Mittelgebirges Flasorgabbro.s zusammen mit Horn- 
blendeschiefern und »Serpentinen finden, »Serpentine, und andere basische 
frcsteine in der Form des PyrOivengranulits l.schwarzer firauuHt“) auch 
sonst innerhalb des (Tranulites erseheinen, ohne daß ilir Vorkommen an 
bestimmte Hegeln gebunden wäre. 

Für den frühen Erguß der (»ranulitlava spriclit aueh das N’orkommen 
von Graniten in .Vblagcrungen de.s Kulms, besonders in de.ssen Deck- 
konglonierat vontilösu h. Ch. N<ich vor der völligen Erkaltung derGranulit- 
lava drangen auf .‘^palten, die wohl infolge der Abkühlung ent-standen waren, 
granitische iUagim'u in die Höhe und erfüllten zahlreiche Hohlränme des 
tlranulile.s, besonders aber des »Schiefermantels. Solche dem letzteren ent- 
stammende Granite beteiligen sich am Aufbau der Kulinkongiomenue. »Sie 
und damit auch die Gramilite müssen demnach älter sein als <Hese. 

Der Griinulit tritt körn lg, plattig und seliiefrig auf. 
»Seine Hauptma.sse ist, da sie unter Bedeckung erstarrt^e, ein 
körniges Ge.stcin, daß nach den AußenrUndern in plattige und 
glinunerreiche, schieferartige .\ barten übergeht. Dies hat seinen 
Grund darin, daß die randiiehon Zonen des aufqucllenden Magmas 
besonders stark dem Gegendruck der nur widerwillig .sieh auf- 
wölbenden Scbteferlüille ausge.setzt waren, wodurch die Blattung 
und Schieferung* erzeugt wurde, die be.sonders im Augeugranulit, 
der immer das höehstc Niveau des Granulits einnimmt, .sehr 
schon ausgeprägt i.st. 

Der körnige Granulit ist ein feinkörniges, ja zuweilen 
vollkommen dicht erscheinendes (Kühnhaide bei Hartmanusdorf), 
bis klein- oder mittclkörniges Ge.stein von flachmuschligem, splitt- 
rigera bis körnigem Bruch und weißer, grauer oder rötlicher 
Farbe. In der aus Feld.spat und Quarz bestellenden Grundma.sse 
.sind hellbräunlich-rote, gewöhnlich nur stecknadelkopfgroße Gra- 
naten und Cyanitc ziemlich gleichmäßig verstreut oder zu wolkigen 
Partien angchäuft. Biotit fehlt entweder ganz oder ist nur spär- 
lich vorhanden. Nehmen die Quarze in paralleler Lagerung 
längliche Form an, und ordnen sich die vorhandenen Glimmer- 
blättchen in derselben Weise, .so ent.stelit ein eben.scbiefrigc.s, plattige.s 
Gefüge. Diese Art nennt man plattig-schiefrigen Granulit. 
Durch Überhandnehmen des Biotits und Zurücktreten von Granat 



19 — 


und Cyanii entsteht der GliniDiergranulit (Garnsdorf, Elsdorf), 
Er ist oft dem normalen in mehr oder weniger mächtigen Bänken 
eingeschaltet. An der obersten Grenze der Grannlite stellt sich 
regelmäßig ein durch Biotitlagen schieferig er.scheincndcr Graniilit 
ein, der zwischen seinen Lamellen zahlreiche, vereinzelt bis Hasel- 
nußgröße, meist in eine grünliche Masse (Chlorit) umgewandelte 
Granaten oder auch linseniörmige Feldspate fuhrt, weswegen man 
ihn Aiigengraiiulit nennt (Höllraülile bei Peuig). 

Nach verschiedenen zufällig auftretenden Itestand teilen unterscheidet 
man auch Andalusitgranulit (Meinsberg bei Waldheiin), Sillimanitgranulit 
I Dübeln), llercynitgranulit (Roebsburg), Prismatingranulit (Waidheim), 
Cyanitgraniilit (Ilöhrfuhirf) u. m. 

Zu den Granuliten rechnete man früher auch ein dunkel- 
graues, grünlich- bis rabenschwarzes Gestein von feinkörniger bis 
(lichter Struktur, dius als Straßen- und Plastermaterial weitreichende 
Verwendung findet. Es besteht aus Pyroxen, Feldspat, Granat, 
(iuarz und Biotit und schließt sich demnach eng an die Gruppe 
der Hornblendege.steinc an. E.s wird als Pyroxcngrauulit (Hart- 
mannsdorf) bezeichnet. Die Steinbrecher nennen es „schwarzen 
Granulit“, wohl auch „Basalt“. Innerhalb der Grannlite bildet 
es Lagen, Bänke oder Ijin.sen. An den Berühriingsst eilen zeigen 
beide Gesteine oft eine innige Verflößung, so daß gleichzeitige 
Entstehung angenommen werden muß. 

Durch Aufimhme von Hornl)lende und Granat und Zurücktreten dc.s 
Quarzes und Fclds|iate.s entsteht ein Grannt-Pyroxen-Hornblendegestein 
von gröberem Korn, das durch Üherhandnehmen des Granats in Granat- 
fels {Greifendorf I übergehen kann. 

An vielen Stellen, besonders in der llandzonc, bilden das 
Hangende des Graiudits Fla.scrgabbro und Serpentine, die durch 
Umwandlung aus Pyroxenge.steinen hervorgingeii. Der Flaser- 
gabbro zeigt bis 3 cm große Diallagkristalle, deueii sich Lagen 
von schiefriger Hornblciule mit Tiabrador anschmiogen. Er bildet 
große plumpe Tjin.sen, um welche sich wiederum Ilornblendolagen 
schlingen, wodurch eine ausgezeichnete Riesenflttserslruktiir er- 
zeugt wird (Böbrigen). Ursprünglich war er ein gleichmäßig 
grobkristallini.scbes Gestein wie der Granit. Die Flascrstruktur 
ist erst nachträglich durch Gebirg.sdruck erworben worden, der 
im Gebiete des Gramilitgebirges besonders heftig gewirkt haben 
muß, da hier die Schichten bis zu 90 I'Ieigungswinkel auf- 
gerichtet sind. Bei der Pressung wurden die Kristalle zertrümmert 
und ihre Teilchen gegenseitig verschoben. Auf den Rissen zir- 
kulierte das atmosphärische Wasser und verwandelte besonders 
den Diallag in fasrige Hornblende (Uralii), wodurch viele Partien 
des Gabbros je nach dem Grade der Pressung und Zertrümmerung 
zu Hornblendeschieferu wurden, welche die iiitaki gebliebenen 

2 * 



20 


Gabbrolinscn uniHchließen. An vielen Stellen hat eine so voll- 
ständige Umsetzung der Bestandteile stattgcfimden, dati reine 
Hornblendeschieler vorliegen. Die berühmtesten Fundstellen von 
(Tübbro mit schön bläulich schillerndem Labrador liegen l»ei Koßwein, 
wo er hauptsächlich in losen, ausgewitterten Blöcken verbreitet ist. 

Der Serpentin tritt in grünlichen, seltener bräunlichen 
Farben, meist geadert als Bronzit- (Kuhsclinappel) oder Granat- 
serpentin (Rubinberg bei Greifendorf') auf, je nachdem er, dem 
bloßen Auge .sichtbar, rhombische Kri.stullo metallischen Aus- 
sehens von Bronzit oder lebhaftrotc Granaten (Pyropen) fiihrt 
Kr erfährt bei Waldheim eine Verarbeitiing zu allerlei kleineren 
Gebranchsgegenstäuden, da er sich im bergfeuchten Zirstande 
leicht bearbeiten läßt. Der Serpentin von Zöblitz i. E., der auch 
größere Blöcke zu Grabdenkmälern u. a. liefert, unterscheidet 
sich dadurch von dem des Granulitgebirgos, daß er aus einem 
Olivingestein hervorgegangen ist. Er tritt übrigens auch mit 
Granulit vergesellschaftet auf. Das eine aber haben alle Serpen- 
tine gemeinsam, daß ihre Muttormineralien (Augit, Hornblende, 
Olivin) tüiierdefrei sind und daß aus ihnen durch Entfülirung 
des Kalkes, bezw. Eisens und Aufnahme von Wasser als End- 
produkt eine wasserhaltige Magnesia-Kicselsäureverbindung ent^ 
.stand. Durch abspiilende Regengüsse, wechselnd mit dazwischen 
einsetzeuden Verwitterungsperioden sind sie aus dem umgeben- 
den Gestein herausgenagt worden, so daß sie in Buckeln oder 
langgezogenen Rücken aus dem Gelände hervortreten. Auch traten 
infolge der AVa.sst‘raufnahmc eine .starke Vergrößerung de.s Um- 
fanges und Zerreißungen der Lager ein. Bei Verwitterung bilden 
sie einen unfruchtbaren Boden, der von dem Serpeutinfarn be- 
vorzugt wird (Zöblitz). 

Creüner, CJeologischer Führer durch das öranulitgebirge. 1880. 

— Da.s .sRchsi.-iche GriinuHtgehirge. 1884. 

— Die granitisehen (ränge des .süchsi.schen Granulitgehirges. 1875. 

Dathe, Beiträge zur Kenntnis des Gnuinlits. Z. d. d. g. G.*) 1882. 

Finckh, Beitr. z. Kenntnis der Gahbro- und Scrpcutiuge.stciue von Nord- 

Syrien. _ Inaugural-Disscrtation. 1898. 

Lehinberg, Über nie Serpentine von Zöblitz, Greifendorf und Waldheim. 
Z. d. (b g. G. 1875. 

Naumann, Über die Bildung der sächsischen Granulitformation. Jahr- 
buch der k. k. Reichsaustalt Wien. 1856. 

Zabel, Geschichte der Serpentinsteinindustrie zu Zöblitz. 1890. 


IV. Das Kambrium. 

Nach oben gehen die Schichten der Phyllitforraation uu- 
merklich über in die Tonschiefer des unteren Kambrinnis. 


*) Z. d. d. g. G. = Zeitschrift der deutschen geolog. Gesellschaft. 



21 


Dasselbe wird vorzugsweise aiifgebaut aus grauen, graugrünen, 
öfters violetten, schwach seidenglänzenden Tonschiefern, welche 
aus hellem Glimmer, Quarz und Chlorit bestehen. Durch Druck- 
wirkungen sind die Schichtflächen fast durchgängig geiältelt und 
gerunzelt worden. Ilir kristalliniscluT Charakter ist noch w’eniger 
ausgeprägt als bei denen der Phyllitformation. ICs herrscht eine 
feinere Ausbildung und Verteilung der Gemengteile als einc 
Folge der immer w'citer fortge.schrittenen Abkühlung. Nament- 
lich .sind die Quarzkörner .so klein, daß <lie einzelnen Individuen 
kaum zu unterscheiden sind. Oft häufen sie sich zu QuarziD 
lagen, so daß die Schiefer ein gebändertes Aussehen annehmen. 
Die cpiarzitisehen fjagen nehmen stellenwei.se .so überhand, daß 
mächtige linsenförmige, rot oder schwarz gefärbte Kinlagerungen 
von (iuarzit (aler C^uurzitsethiefer entstehen. Sie nehmen in aus- 
gedehntem Maße teil an dem Aufbau der Formation. Wegen 
ihrer beträchtlichen Härte und Festigkeit bilden sic ein geschätztes 
Bau- und Reschotterungsmatcrial für Straßen. Sie wxrden zu 
diesem Zweck in zahlreichen Steinbrüchen des Erzgebirges und 
Vogtlandes abgebaut. Infolgt! ihrer Widerstandsiähigkeit gegen 
Verwitterung und Abwaschung ragen sie oft in Gestalt von 
Klippen, Bergkupjten oder langge.strecktcn überragenden Zügen 
über die mit ihnen wechsellagernden Tonschiefür hervor. Wie 
der Phyllitformation sind auch dem Kambrium Lager von Horn- 
blendege.steinen eingelagert, die das landschaftliche Bild in gleicher, 
wenn auch nicht so weitgehender Weise beeinflu.ssen wie die Quarzite. 

Im vogt ländischen Teil Sachsen.s findet sich auch das obere 
Kambrium, am be.sten ausgcbildet auf Sektion Bobenneukirchen- 
Gattendorf DasIIauptgc.stein bildet ebenfalls 
ein mci.st durch Quarzitlagen gebänderterTon- 
.schiefer. Seine ol>erste Stufe fuhrt häufig jene 
charaktcri.sti.sch ge.staltetcn Formen, welche 
als Pliykodeu (Abb. 2) bezeichnet und als 
Tangreste gedeutet werden, deren organische 
Xatur aber oft auch bezweifelt wird. Am 
häufigsten kommen die sieh von einem 
runden, (juerge.st reiften Stengel aus fächer- 
förmig verbreiternden, 5 — 15 cm langen 
Reste am Gemeindeberge bei Bobenneu- 
kirchen vor. Selten liegen mehrere Exem- 
plare übereinander. Lokal treten noch auf 
dadischieferähnlicheTonschiefer, Hornblende- Abb. 2. phyeodes circinnatus 
gesteinc, Dial)ase und ihre Tuffe (Schal- A^fS^w-^Hcbe^'oebu 
Steine). 

Sichere organische Reste sind aus dem sächsischen Kam- 




22 


hrium uiclit bekannt. Seine Gebilde deuten Tiefseebedeckung 
über gauz Sachsen für diese Periode an. Erlialten sind sie nur 
vom Xordwestrand des Erzgebirges bis ans Fichtelgebirge und 
nach Thüringen hin. Sie bilden z. T. den Untergrund des erz- 
gebirgischen Beckens und des Elbtalgebirges und den Nordrand 
des Granulitgeblrges. 

Gliederung des Kambriums: 

I. Oberkanibrium; 

1. Phykodesschiefer mit Phycodes circinnatus Rieht,*) 

2. Dachschieferähnliche Tonschiefer mit zahlreichen 
Diabsisen und Hornblendegesteinen. 

3. Gebänderte Tonschiefer. 

II. Unterkambrimn: 

Tonschiefer ähnliche Phyllite in Wechsellagerung mit 
quarzitisch-gebänderten Phylliten, Quarziten und 
Quarzitschiefern und untergeordnet Hornblende- 
gesteinen. 


y. Das Silur. 

Charakterisiert sich das Kaml>rium mit seinen Tonschiefern 
und Quarziten als Ticfseelnldung, so gilt dasselbe auch noch für 
den tieferen Teil der Sihirablagcrungen Sach.sens. An ihrer Zu- 
sanunensetzung nehmen teil dunkle Tonschiefer, (Quarzite, Thuringit, 
Diabas und im nordöstlichen Teil Grauwacken und Kalksteine 
(Sektionen Clicmnitz, Tanneberg u, a.) Die letztgenannten beiden 
(Jesteine deuten auf ihre Entstehung am Strande, hez. in einer 
Flachsee. l’^nd wir können ganz gut annchnien, daß sie gebildet 
wurden am Strande einer Insel, die Infolge des bereits erwähnten 
Ergusses von Granulitlava und der damit verbundenen Empor- 
wölbung der deckenden Schieferhüllen .schon im Kambrium vor- 
lianden war. Vielleicht lag ihr Itücken noch unter dem Meere.s- 
spiegel. Doch mußte auch dadurch eine derartige Verseichtung 
de.s Meeres eintreten, daß es in dem Spiel der braiulenden Wh^gen 
an der Böschung des Rückens zur Bildung von Gcröllschichtcn, 
wie die GrauM'acken welche sind, kommen konnte. E.s wurde 
dabei die Phyllithüllc des Landrücken.s zerstört, we.shalb die hier 
gebildeten Grauwacken vorwiegend aus Gerollen von Urton- 
schiefer bestehen, denen Körner und Gerölle von grauem Quarz, 
rötlichem Feldspat und Glimmerblättchen beigemengt sind. Da.s 


) Anm. Wird von E. Kayser zum Untersilur ge.stellt. 



23 


Bindemittel ist tonig. Sehwefelkieseliisprenglinge sind in großer 
Zahl vorhanden, A”ielleicht deiiton sie an, daß sich innerhalb 
dieser Schichten bei N'^erwesung organischer Substaini: freigewordener 
Schwefel mit Ja überall vorhandenem Kisen verband. Auf Spalten 
tritt Kalkspat auf, in Rottlnf bei Chemnitz in den Grauwacken 
ein kleines Kalklagcr, das organische Reste nicht geliefert hat. 
Der Kalkstein aber, <ler die (xrauwacken im Tricbischtal bei 
(xroitzsch begleitet, enthält Krinoidenstielglieder. Auch wurden 
hier In einem Tonschiefer ein undeutlicher Graptolithenrest und 
ein Orthoceras (Abb. 3) gefunden. 

Im vogtländi.schen 
UntersilurSachscnssind 
nur zweimal Fo.ssilre.stc 
gefunden worden, dar- 
unter ein nicht bestimm- , , . , „ , ^ 

, rn •! 1 • '»11 Abb. 3. OrUiocoraa (ii. Creoner), Oeradborn. 

barer i rilol)itenre.st(Abb. 4). 

Außerdem fanden .sich nach Geinitz einige Schichtflächen 
des im Neu-Schlosser Walde südlich Schönfels gelegenen Bruches 



über und über bedeckt mit Xereograptus 
tenuis-simus Gein., den wurmartigen Kriech- 
spuren eines Tieres (vgl. Abb. Ü). 

Der Tluiriugit bildet zwei <leni rntci-silur 
ciiigcsclialtete oisenreiche F.r liiidet 

sich besonder.*« an <ier Pinge und auf den Halden 
der Ijudwigsfiindgrube bei Lauterbach iinwoil 
Öl.snitz. Lr ist ein dunkelgrüues, in feuchtem 
Zustand völlig schwarzes Gestein uiul besteht 
zuiu großen Teil aus .Mugnetei.senkörnern. Ein 
unlielisamer Begleiter des Erzes ist der Schwefel- 
kies, <ler oft in Würfeln von 1 cm Kanten- 
liluge darin auftritt. 

So arm an Individuen die Tierwelt 



Abb. 4. Trilobtt. 


noch im Unter.silur i.st, so reich sind daran (ureUappiKer Krobs.) 
die oherHiTuriHchon Ablagerungen. Bei weitem überwiegend so- 
wohl nach Arten, als auehZahl sinddieGraptolillieil(Abl).5). Ganze 
Schichten sind von ihnen buclistählieh erfüllt, so daß Rothpletz, 
<lcr auch Radiolarien und Kiesclalgen in silurischeu KicscLschiefern 
von Langemstriegis naehgewie.sen hat, diese als organische Bildung 
anffaßt. Man ordnet die Grajitolithcn als Llnterordming den 
Hydroidpolypcn ein. Wie viede lebende Hydroiden bildeten sie 
aus zahlreichen KinzelzeHen zusamtnengesetzte Stöcke, deren 
Weichteile mit einer Chitinhülle umgeben waren, ln den fossilen 
Resten enseheint die.se (.’hitinbiille gewöhnlich in Grapliit umge- 
wandelt oder durch Talk (GUmbelit) ersetzt. Die Form der 
fossilen Skelette ist mei.st eine linienartig gestreckte, .seltener eine 
blattförmige, bald sind sie gerade, gebogen oder spiralig aufgerollt. 



24 


bald einfach, bald verästelt. An einer, zweien oder inelireren 
Längsseiten sitzen die zahnartig vorspringeiiden, scliräg oder 
rechtwinklig abstehenden Zellen zur Aufnahme der Einzeltiere. 



Abb. 5. GraptolithcD.*) 

1. RaetTitea peregrinua Rarr. 2. Fristiograplua loptotheca (Hia.) Lapw. 3. Pr, colonua 
(Tfarr.) •Tnock. 4 . Monograptna priodon nrnnn ap. 6. M. apiralia Rarr. C. )t. turriculutua 
Karr. 7. M. Protcua Barr. 8. Haatr. Biunaei Barr. 9. Oiplugraptua palraeua Barr. 

10, Retlolltna 0«inltaianua Barr, <8 — 7, 9 — U* von Bockendorf, I — 2, S von Olanlta i, V.) 

•) Graptolithen (Tierroato, die »ich 'wio Scbriffaelcbeii vom Goatein abbeben) : 1. Bremdari. 
liiniongraptolith, 2. Diinnwandiger Sugegr, 8. Goaolligcr Sägogr. 4. Sttgeztlhnigor , ein- 
reihiger Gr. 5. Gewundener einreih. Gr, 6. Tnrmranniger einreih. Gr. 7. 'Vcrachiedongeatalt. 
einreih. Gr. 8. l,innda Linicngr, 9. Palmenr.weigaitiger zweireih. Gr. 10. Geinitzacher 

Netzgraptolith. 


Der Innenraum dieser Zellen steht mit der geinein.schaftlichen 
Hauptröhre in A^erbindung. Durch die ganze Lange derselben 
zielit sich eine feste Achse. Das Anfangsstück ist dreieckig oder 
dolchförmig. Es wird als Embryonalstiiok gedeutet, .Aus ihm 
entwickelt sieh die ganze Kolonie. Die Graptolithen waren zum 
Teil frei.schwimmende Tiere und darum viele Arten mit be- 


sonderen Schwimmblasen aiisgerü.stet (Abb. 6), 

Deutlich lassen sich zwei Graptolithen hör izonte unter- 
scheiden, ein nnterer und ein oberer Dem oberen sind, so 



Abb. 6. Rokongtrxiktioii einer Biplograptna- 
Kolonie: a) Sohwimmbla«c. b) Rikapseln (n 


im Elstertal bei Plauen, in 
Pöhl nsw. Knotenkalkc (Ocker- 
kalk) eingelagert. Sie führen 
zahlreiche Seelilien.stiele, Re.ste 
von Zweischalern und Ortho- 
ceren. Die Seclilieii oder Cri- 
uoiden w'aren langgestieltc, fest- 
8itzendcIIaai‘sternc(Abl). 7),die 
am Meeresboden oft förmliche, 
meterhohe Wälder bildeten. 
Heute leben .sie in ein paar 
ärmlicben Vertretern im Mittel- 


Rnodemann). 


meer. Ihre Re.ste finden sich 


zahlreich in allen Formationen bis herauf zur Kreide, dann aber 
verschwinden sie fast gänzlich. Die Geradhörner oder Orthoceren 



25 


sind die VorlUul’er der mit Gehiluse versehenen Kopffüßer, zu 
denen das ganze Tintenfiscligeschlecht gehört. In späteren J)rd- 
perioden finden sicli ihre Verwandten als Goniatiten, Clymenien, 
Ammoniten, Hamiten, Turriliten nsw. wieder. Sie hatten ge- 
.streckte, oft mehrere Fuß lange, kalkige Gehäuse. Der hintere 
Teil derselben bestand aus vielen, durch röhrenförmig gleich- 
liegende Öffnungen (Sipho) verbundene Luftkammern. Der vordere 
Teil diente dem Tier als Wohnkaramer. 


Den Alaunschiefern des oberen Graptolithenhorizontes sind 
lokal, so in dem Eisenbahneinschnitt der Talbahn bei Plauen, 


Phosphoritknollen eingelagert, die phustisch 
erhaltene Gruptolithen, Trilobitenstacheln 
und Orthoceren enthalten. Die Alauuschiefer 
selbst wurden frnlier, .so bei Heichenbach, 
auf ihre Alaunführung hin verhüttet. Sie 
führen neben Kohlenstoff viel Eisenkies, 
Dieser zersetzt sich zu Eisenvitriol und 
Alaun. Treten mit Alaun gesättigte Wässer 
an einer freien Wand an die Luft, .so (iber- 
zieht sich die.se. mit Krusten und kleinen 
Stalaktiten von .\laun (Stbr. in Pöhl). Auf 
den Klüften der Kicsehschiefer von Olsnitz 
findet sich häufig Variscit (grüner Türkis) 
in großen Aggregaten, bei Altmann.sgrün 
und Langcnstriegi.s sehr scliön Wavcllit. 

I>er obere Graptolithenhorizont findet 
sich von Südwesten her nur bis Wilden- 
fels. Weiter nach Norden und Osten fehlt 
er. Uutersilur und unteres Obersilur sind 
in Sachsen weitverbreitet. Sic finden .sich 
im crzgebirgischen Becken, längs der Nord- 



grenzc des Granulitgebirges bis zum Meißner 
Syenitma.ssiv, bilden das Liegende in den 
Kohlen.schächten des Plauenschen Grundes 


Abb. 7. .Tnnger Haarstorn 
(Soelilie) des Mittclmeers 
(n. WoBHidlo). 


und ziehen sich, Imnpt.särhlioh in (xcstalt 

von Grauwack(m und Kieselschiefer, von Leipzig über den Collm- 
berg bei 0.sclmtz, Strehla, Großenhain bis nach Laiiban in Schle- 
sien. Es ist für diese Perioden, vielleicht mit Ausnahme des 
Grannlitgebiete.s, Meeresbildnng über ganz Sachsen anzunehmen. 


Gliederung des Silurs. 

1. Obersilur: a) oberer Graptolithenhorizont: 

1. Knotenkalk (Ockcrkalk), z. T. mit Brachiopoden, 
Trilobiten und Zweischalern; 



26 


2. Alauuschiefcr mit Graj)tolithen: Monogr. colonus, 
dubius usw., lokal mit Phosphoritknollen mit Ortho- 
ceras und Trilobitenresten; 

3. Diabas; 

b) unterer Graptolithenhorizont: 

1. Kieselschiefer nebst Alannschiefern mit zahl- 
reichen Graptolithen: Monogr. spiralis, turriculatus, 
priodon, Proteus, Diplogr. ])almeus, Rastritcs peregri- 
uus, Ijinnaei usw.; 

2. Diabas. 


VI. Das Devon. 


Am Ende der Silurzeit zog sich das Meer zurück, so daß 
das ganze sächsisch-thüringische Gebiet in der Zeit des Unter- 
devons Festland war. Unterdevonischc Ablagerungen fehlen. In 
Böhmen, im Kheinischen Schiefergebirge und im ITarzc sind .sie 
vorhanden. P]r.st die weitverbreitete, in Rußland, Asien und einem 
großen Teil Nordamerikas bemerkbare Au.sbreitung des mittel- 
devonischen Meeres tritt auch in Sachsen ein. Sie kennzeichnet 

sich durch da.sÜl)ergreifen dermittel- 
devoni.schen Schichten über das Silur, 
ln We.stcuropa fiel mit die.scr großen 
Trausgression eine erhebliche Ver- 
tiefung der JMeere zusammen, die 
sich in der gegenüber dem Unter- 
devon sehr veränderten, an kalkig- 
tonigem Material viel reicheren 
Beschallenheit der mitteldev'onischen 
Ablagerungen deutlich aussprichl. 
Wiederum bilden Tonschiefer von 
teils schwärzlicher, oder dunkel- 
grauer, teils hell-, gelblich- oder 
grünlichgrauer Farbe den Anfang 
Ihre Zusammensetzung Ist nach dem 
Ergebnisse der mikro.skopi.schen 
Untersuchung die.selbe wie die der 
sihirischen TonHchiefer. Eine \^er- 
wechslung mit letzteren wäre daher 
mitunter wohl möglich, wenunichtda'- 
Vorkommen voiiTentakuliten ( Abb.8)J 
in diesen Tonschiefern ein sichere.« 






Abb. 8. Tentakuliten •) (u. Richter): 
a) T. acuariu« R. b) T. tjrpua R. c) T. 
Ociiiitziauus R. (a.-c. MlltelUcvon), li) T, 
HtriatuB R. (Übortievüu). 6mal vor- 
IjriiBert. 

*) Tontaoulitn.H = wie Fühlfilden go- 
formio Scbiieckeuechälcliuii. (a. zuge- 
.spitztor, b. GcimtzBchor, c. typischer, 
d. gestreifter T.) 



27 


Önter.schoidung.snierkmul ilarbtite. Sie fehlen selten, weswegen 
man die Schiefer mit Keclit Teiitaliuliteiischiefer nennt. Die 
Tentakuliten sind spitze, einseitig offene, glatte, längs- oder quer- 
gerippte Kalkschälchen, welche nicht dicker sind als der spitze 
Teil einer Nadel und die eine Länge bis zu 10 nnn zeigen. Die 
Kalk.sehälchen treten so massenhaft auf, dalJ sie sich örtlich zu 
Kalkknoten häufen. Durch Verschmelzung derselben entstehen 
tbrrnliche Kalkeiidagerungen in den Schiefern, die oft besonders 
gut erhaltene Tentakulitenschälchen beherbergen. 

Fast stets sind mit den Tentakulitenschiefern vergesellschaftet 
die Nereitenquarzite. 
sondern sind vielnmhr 
in Form von sehr flachen, 
wenige Zentimeter 
<licken und über meter- 
breiten Linsen den tie- 
feren Teutakuliten- 
.schichten cingelagcrt. 

Auf den F('ldern fimhm 
.sie sich zerstreut als 
flache Schwarten, viel- 
fach in holdziegelähn- 
lichen h^ermon. ICrst 
<lurch die Verwitterung 
treten an ihnen eigen- 
tümliche Skulpturen 
hervor, die man als Kriechspuren (Abb. 9) unbekannter Tiere gedeutet 
hat und denen die (Quarzite den Namen Nereiteiupiarzite verdanken. 
Dunkle Tonschiefer und Grauwackensandsteinc und -konglo- 
meratc, welche mit Tentakuliten führenden Tuffschiefern wechsel- 
lagern, .schließen unclj oben, ohne daß sich eine be.stimmte Grenze 
ziehen läßt, das Mitteldevon ab. 

Fine Stunde westlich von Olsnitz liegt an einem steilen Ab- 
hang das kleine Bauerndorf Plan.sehwitz. An der Schule vorbei 
führt der Weg zum Pfarrberg, und trifft nach wenigen Minuten 
auf eine Straße, die von Bösenbrunn nach Magwilz rührt. Den 
Winkel zwi.s(!hen den beiden Wegen bildet ein Feld, auf dem 
oder an dessen Rand in Ijcse-stcinhaufen aufge.schichtet, wohl 
anch auf die Straße .selb.st geschüttet, zahlreiche Stücke eines 
grünlichen tuffigOli Schiefers nmherliegen, die schon äußerlich, aber 
noch .Schöner heim Zerschlagen zahlreiche Fossilreste liefern. Teils 
liegen nur Steinkerne mul Abdrücke vor, die Kalkschalen .sind vom^ 
Wasser aufgelöst und der Kalk fortgeführt worden, teils finden s^ieh 
auch die Sachen in vollständiger Erhaltung. Mehrfacli verzweigte 


Niemals bilden sie mächtige l^änke, 



Abb. !). Noreitea XburinglacuB Rieht, (ii. Walther). 
(Thüringischer Meerwurni.) 


28 


Korallen (Favosites ocllcponita cl’Orb.), Crinoi(len.sticIe(CYathocrinus 
pinnatus Goldf. [Abb. 11]), zahlreiche Armfüßer der Gattungen Spi- 
rifer (Abb. 1 2), ()rthis, Atrypa (Abb. 10 u. 1 5) iisw. finden .sich häufig. 
Dazwischen fehlen auch nicht undeutliche Pflanzenrc.ste. Im 
\’'ordergrund stehen nach Anzahl der Arten und Individuen die Arm- 
füßer. Das Bild Abb. 14 zeigt einen der Länge nach geschnittenen, in 
den Gewässern Australiens lebenden Armfüßer. Äußerlich haben 



Abb. 10. Atrypa reticularis Ij. 

(Mit netzar(i^r«r übcrH&che Teraehener Armf.) 


Abb. 11. Cyathocrinua pinnatus 
Goldf. (n. Geinitz). 
(Gefiederter Hnarstern [Stiel- 
glloder]). 


die Armfüßer (Brachiopoden) Ähnlichkeit mit Muscheln, zeigen aber 
einen ganz anderen Körperbau und bilden eine Tierklas.se für sich. 
Von den 2000 seit dem Kambrium bekannten Arten leben 200 noch 
jetzt. Alle hausen im Meere, zum Teil in größeren Tiefen. Unter der 
Schale liegt der Mantel, eine Haut, die <len ganzen Organismus 
einhüllt. Die Mantcllappen umschließen in Falten auch große 
Teile der Leibeshöhle und gestatten so dem Blute, zum Zwecke 
der Atmung mit dem Meerwasser in Berührung zu kommen. Die 



Abb. 12. Spiritor calcaratus Sow, 
(n. Geinitz.) 

(Der verkalkte Spiraleiitrilger.) 



Abb. 13. Strophalosia productoides 
Murcli. (u. Geinitz). 

(Mit strophelnartigen Anhängseln be- 
deckter Amif.) 


hintere Schale ist direkt oder mittels eines Stieles am Wohnort 
festgewachsen. Die vordere ist an ihr meist mittels eines 
Scharniers beweglich und wird durch besondere Muskeln geöffnet 
und geschlo.ssen. Den größten Raum nehmen die zu kegelförmigen 



29 


Spiralen aufgerolltcn Anne ein. Sie besitüen ein Kalkgerüst 
und sind mit langen Fransen versehen. Mit diesen Armen ruft 
das Tier Strudel im Wasser herv^or, wodurch immer neues Meer- 
wasser mit Nahrungsstoir uud Luft herheigeschalft wird. Früher 



Vord«‘? Klappt 




ScKli>f»m.a*k»I 


Abb. 14. Walilhoimia anstralia Jj {ein lebemier ATinfuUer). 
(n. Meyer* Konvers.-Lex.) 


nahm man an, daß sic der Fortbewegung dienten, woraus sich 
der Name erklärt. Kopf, Augen und Fühler fehlen. Der Mund 
führt in den von zwei Leberflügeln umgebenen Darm, Auf der 
Rückseite des Darmes liegt das Herz, Diese Tiere sind meist 
getrenntgeschlechtig. 

Die Fier werden ent- 
weder ins Meer Wasser 
befördert oder ent- 
wickeln sich im M antel. 

Es entsteht eine frei- 
sehwinirnende Larve 
mit Augen und Kopf, 
die aus mehreren Ab- 
schnitten besteht. Hat 
sie einen geeigneten 
Ort gefunden, so setzt 

Sie sich mit dem Kor- (,. t. n. zittei.) 

perende fest, Kopf 

und Augen verschwinden. Anstatt dessen bilden sich der Mantel 
und die Arme aus. Die Schalen werden vom Mantel abgesondert. 





30 


Die tufHgen Schiefer sind an inclircren Stellen mit einge- 
lagerten Kalkknollen bis Ko])fgröße. aufgeschlossen. Stellenweise, 
so auf dem Kreuzberg bei Kiirl)itz, nehmen dieselben so über- 
hand, daß förmliche Kalklager entstehen, die aus einzelnen 
Kalkknollen mit zwischengelagertem Tulfmaterial bestehen. Jede 
Knolle ist ein Korallenstock. Ks fitulen sich Favosites polymorpha, 
Alveolites siiborbicularis, Cyathophyllcn u. a. 

Wir w(!rdcn auf den Boden eines 
fla(dieu Meere.s versetzt. Korallen 
wuchern in kleinen Hiffeii empor. 
Seelilieu mit ihren zierlichen, viel- 
strahligen Kronen überziehen als nie- 
driger Wald den Boden, Armfüßer 
haben sich zahlreich angesiedelt. Da 
öffnen sich Spalten am Boden des 

Meeres. Alle Lebewesen abtötende 
Gase strömen heraus. Vulkanische 
Aschenma.s.sen dringen hervor und er- 
rüllen das Meerwjusser. Iji kurzer 

Abb. .6, Strecko« des Meeres- 

(Aufgeblasener winkoitr&ger). bodcns mit einer diclitcu Aschcn- 

schicht bedeckt, welche die kalkigen 
Reste der Organismen einhüllt und so vor völliger Zerstörung 
bewahrt. Laven quellen hervor und verursachen die Entstehung 
verschiedengearteter Diabase, Nach wieder hergestellter Ruhe 




Abb. 17. Atbyrig concontrica Braun ap. 
(n. Geinitz.) 

(ArmfüOor mit konzentriacben Anwachs- 
BtreifeD.) 



Abb. 18. Camaropboria rbomboiden 
Phil. (n. QniniU) 

(AmifUßer von rhomblschom Umriß.) 


wandern aus den benachbarten Meercsteilen aufs neue Tiere ein 
von demselben Charakter. Neu treten hinzu Goniatiten (Goniatite.« 
retrorsus v. Buch), Geradhörner (Orthoeeras intefruptum s. Münst.) 
u. a. Ihre Reste liegen in tuflfigen Schiefern, die in Kalkkuoton* 
schiefer übergehen. Sie führen außerdem die Armfüßer Pentamerus 
brevirostrisSow.jRhynchonella cuboide.sSow.(Abb.l9),Camarophoria 
rhomboidea Phil. ( Alib. 1 8), I dngula panüleloides Gcin. etc. Werden 
die Kalkknoten so häutig, daß die Schieferma.sse auf dünne, die 



einzelnen Knoten umhüllende Lagen oder Häute reduziert ist, so 
entsteht der Knote iikalk. Er ist ein vollständig dichtes Gestein, 
ist gewöhnlich hellgrau, kommt aber auch in rötUchgrauen, 
dunkelgrauen und blaiischwarzen Farbentönen vor. Er liefert 

# zahlreiche Versteinerungen, vor allem Gonia- 
titen, Clymenicn und Orthocoren, die lokal oft 
in mehreren Fuß langen, schön gegliederten, 
in feinste Spitzen endenden 
Exemplaren das Gestein durch- 
spicken, Der beste Fundpimkt 
ist heute noch Gattendorf 
(schon in Bayern liegend). 

^jllf j Goniatitc« (Abb. IG) 

^llir slw Clymenieii (Abb. 20) sind 

Jjjllr wie die Orthocereii Schalen von 

Kopffüßern. Das Bild Abb. 21 
stellt den lebenden Papier- 
Ai)b. 19. RhyiicuoneUtt nautilus tuit durchschnittciier 
''(n.^'oeinft^ Schalc dar. Derselbe be.sitzt ein 
Würfelförmiger Arm- 8j)iraligeingerolltes(5ehäuseaus 
fiiOer. Kalk, der von dem hinteren 

Mantelteil abgesondert wird. Der Mantel kleidet die Wolmkanimer 


Abh. W Clymenia 
Aexuosa v, MUnst. 

(n. Oeiuitz) 
(Clymonio mit gebogo- 
tU'n Aiiwaclisotreifcn.) 




taUbotnfli 

Abb. 21. NautilUB pompUius h. T. n. Solger). •) 

(Porlboot.) 

aus und umschließt das Tier. Durch das Haftband ist er 
ringsum an die Schale angeheftet, wodurch ein luftdichter Ab- 

*) Solger, Lebensw.d. Ammoniten, inNaturw. Wochenschr. 1901 — 1902. 



32 


Schluß erzielt wird. Der liinter dem Haftbandc liegende Teilt 
besteht aus einer zarten, von großen Hhitgetaßen durchzogenen 
Haut, durch welche Gase aus dem Blute ausgeschieden werden, 
die zur Vermehrung der in den Luftkammern eingeschlossenen 
Luft dienen. Von Zeit zu Zeit wird von ihr je nach dem 
Wachstum des Tieres eine neue Scheidewand erzeugt. ])er Rumpf 
ist vom Mantel umhüllt. Der Ko(>f ist samt den Fangarmen 
vorgestreckt. Er trägt jederseit^ ein Auge. Aus der Ofthung des 
Mantels sieht der Trichter hervor. Er liegt am Eingang der 

Mantelhöhlo, in der die Kiemen 
liegen. Eristein röhrenförmig' 
zusammengelegter Muskel und 
dient zur Fortbewegung, indem 
er sich zusammenzieht. Dabei 
stöLlt er das in ihm enthaltene 
Wa.sseraus, wodurch das ganze 
Tier, mit der Bchale voran, 
fortge.stoßen wird. Mittels der 
Kopfklappe ist das Tier im- 
stande, den ganzen ( )rganismus 
zn bedecken und die Öffnung 
der Wohnkammer zu schließen. 

Die (xoniatiten und Clyme- 
nien sind im Gegensatz zu den 
Gerad hörnern schneckenartig 
eingerollte Gehäuse. Bei deii' 
Geradhörnern sind die Scheide- 
wände der Luftkammern meist 
mit einfacher glatter Linie 
(Sutur) an die Außenwand angeheftet, bei den Gouiatiteu und 
Clymenien mit wellig gebogenen oder gezackten Linien. Die nach 
vorn gebogenen Linienteile sind die Sattel, die nach hinten ge- 
bogenen die Loben. Die Orthoceren treten auf vom Kand)rium 
bis zur Trias. Die Goniatiten sind auf die jüngeren paläozoischen 
Schichten (Devon bis Perm) beschränkt. Clymenien finden sich 
nur im Oberdevon. Die oberdevoni.schen Knotenkalke gestatten 
eine weitgehende ^^erwendung bei der Gewinnung von Bau- und 
Düngekalk, Bausteinen, Garteusäulen, Fußbodenplatten usf., und 
sind darum aus der Colditzer Gegend (Koltzschen) über Wildeu- 
fels, durch das ganze Vogtland bis nach Bayern in zahlreichen 
großen Steinbrüchen aufgeschlossen. Ein Bohrloch bei Fraureuth 
traf oberdevonischen Kalk.stein direkt unter dem Rotliegenden in 
320 m Tiefe mit einem Armfüßer (Spirifer calcaratus k^w.) und 
einem kleinen Trilobiteu (Phacops cryjjtophtlialmus Emmr.). 




33 


Das Oberdevon schließt überall, wo die Schichten voll ent- 
wickelt sind, mit einem Tonschiefer ab, der zahlreiche Exemplare 
eines Muscludkrebschens, der Cypridina serratostriata Sandb. führt 
(Uutermarxgrün). 

^^’ährend der Devonzeit scheint nur der westliche, bez. süd- 
westliche Teil Sachsens vom Meere bedeckt gewesen zu sein. 

Gliederung des Devons: 

(nach Weise und Kayser). 

I. Oberdevon: 

1. oberes Oberdevon: 

a) Cy priilinenschiefer: Tonschiefer mit Cypridina ser- 
ratostriala Sandb. 

b) Knotcnhalkc mit Goniatiten, Clymenien und Ortho- 
ceren: G. ijitnmeseens Rcyr., rotrorsn.s v. B., Clymenia 
laevigata v. M., undulata v. M., Orthoccras ellij)ticum 
V. M., Gomphoceras Naumanni Gein., Phragmoccras 
.subjtyriforme v. iM., Cyrtoceras coruu copiae Sandb., 
( ’ardiola rctrostriata v. B., Posidonomya regularis v. M., 
l^hacops cryptophtbalmns Pmmr. 

c) Tu ffsc.hiefer, stellenweise mit Kalkknoten und 
Diabastuif mit Übergängen in Mandelsteinbrcccie, neb.st 
Einlagerungen von Diabasen. Versteinerungen: Smithia 
Bowerbanki M. Edw. II., (.yathophyllum caesiiitosum 
Goldf, Atrypa reticularis L., Goniatilei! retrorsus v. B., 
Orthoceras interruptuni v. M, etc.; in de« Kalkknoten- 
.schiefern: Pcntamcnis brevirostri.s Sow., Athyris con- 
centrica Bronn, Rhynchonclla cuboides Sow., Camaro- 
phoria rhomboidea Phil., Lingula parallcloides Gein. etc. 

2. unteres Oberdevou: 

a) Korallenkalkc mit Favosites polyrnorpha Goldf., 
vVlveolites snborbicularis Goldf., Cyathophyllum caespi- 
to.sum Goldf., (\ heliunthoide.s Goldf., Plcurotomaria 
delphinuloides Goldf. sp. Sie. sind eine lokale Aus- 
bildung der Schichten unter b. 

b) Tnffige Schiefer, zum Teil mit Breceien- und Diabas- 
einlagernngeu vorzugswei.se im mittleren Teil, wechsel- 
lagernd mit verschieden mächtigen , tnflligen Grau- 
wackcnsaiid.steinen oder Konglomeraten aus vorwiegend 
DiabiLsmatcrial, in den obersten Schiehten reich an 
\’er.steinenmgen: Favosites celleporata d’Orb., l^etraea 
celtica Phil., Oyathocrinus pinnatu.s Goldf, Atrypa reti- 
cularis Jj., Spirifer euncatus F. A. IKun. und calcaratus 
Sow., Orthis .striatula v. Schl., Strophalo.sia productoides 

Polz, Oeologie iles Köniproichs Sachsen. 3 



34 


Miirch., Euomplialus elli])ticus v. Sclil., Turbo caelatus 
Goldl“. «tc. 

c) Körnige Diabase und Diabasinandelsteine sind 
gewöliidich Begleiter der Sehicliten unter a und b, 

II. Mitteldevon: 

1. oberes Mitteldevon: 

a) Granwackensandsteine nebst -Konglomeraten, 
wechsellagernd mit grauen oder tuffigen Schiefern 
(Tenlukiiliten) oder durch diese vertreten. Diabase 
selten, im höchsten Niveau Aphanitc. 

b) Dunkle Ton.scbicfcr mit undeutlichen Pflanzenresten, 
meist von geringer Mächtigkeit, häufig fehlend, mit 
untergeordneten Grauwacken und Diabasen. 

2. unteres Mitteldevon: 

a) Graue, selten rote, in liöherem Niveau auch schwarze 
Tonschiefer, oft reich an Tentakuliten = Tenta- 
kuUtenschiefer mit 

b) Einlagerungen von Nereiteiuiuarziten und 

c) Einlagerungen von Kalk in einzelnen Knollen, die sich 
zu kleinen Kalklagern häufen (Entstehung durch Tenta- 
kuliten). 

d) Eingelagerte Eruptivgesteine: Diabas (körniger Dia- 
bas, Paläopikrit, Diabasmandelstein, Diabasporphyr). 

III. Unterdevon: — 


VII. Siliirisclie und devonische Eruptivgesteine. 

Eruptivgesteine (Diabase) gibt es schon im Kambrium. Doch 
mögen hier, da weitgehende Untcr.schiedo nicht vorliegen, nur 
<lie silurischen und devonischen zur Besprechung gelangen. Vom 
vogtländisch-thüringischen Gebiet bis an die Grenze des Aleißner 
Syenitmassivs und im mittleren und östliclien Teil des erzgebir- 
gischen Beckens sind ver.schiedengeartete Titaneisendiabase und 
ihre Tuffe ständige Begleiter der Silur- bezw. Devonublagerungcn. 

Der Diabas be.steht bauptsacblich au.s Kalknalronfeldspat, 
Augit (der meist in Chlorit uingewandeU ist) und Titaneisen. 
Gewöhnlich zeigt er eine körnige Struktur, die sieb bis zu einer 
granitisdi-grobkörnigen steigern kann. Die gewöhnliche Korn- 
größe ist 0,.') — 1 mm, .selten bis 4 mm. Bei eintretender Ver- 
witterung bräunt er .sieh infolge der W'rbindung des Eisens mit 
SauerstoÖ' und lö.st sich schließlich in einen gelblichbraunen, 



35 


erdigen Grus aufl Meist zeigt, er eine vielseitige Zerklüftung, 
seltener kugelförmige AbHOnderung. Auf Klüften des Diabases 
linden sich ausgeschieden Quarz, Kalkspat, Schwefelkies u. a. 
Ihre Bestandteile wurden bei der Verwitterung des Diabases 
vom eindringenden atmosphärisclien Wasser aufgelöst imd hier 
wieder abgesetzt. 

iMancho Diabase zeigen Stecknadelkopf- bis erbsengroße, 
bald rundliche, bald eckige Hohlräume. Man nennt sie Diahas* 
inandelsicinc- Sie sind im Vogtland weit verbreitet und zeigen 
oft eine ausgezei(dmete kugelige Absonderung. 

Eine Abäiideniiig des Diubasm.HndelHtrines und mit demselben innig 
verknüpft ist der Variolit. Er ist ein .Miindelstein , dessen Hohlränrne 
mit lichtgefürbteu Knöllchen luisgcfüllt sind, die bald vereinzelt, bald so 
reichlich auitreten, daü sie sieh berühren. Dieselben sind weit härter als die 
(Jrundmasse und treten darum bei V'erwittening höckerartig aus der all- 
gemeinen Masese hervor. Die chloriti.sche Gmndmai!J<e zeigt anüerdem 
zahlreiche Ibdjiriiume und in denselben, sowie in den llohlränmen der 
Variolen .Ausfüllungen von Kalkspat, Quarz <»der tJhlorit. Der Variolit 
erscheint meist in <len rnnrlliehen Teilen der Dial>a.-<umsKen. 

Führt der Diabas in einer gleichmäßigen Grundma-sse einzelne größere 
Kristalle von Augit für sich ausgesehieden , so nennt man ihn Diabas- 
porphyr oder porphyrischen liiahas. Ist er schwarz, sehr hart, fest, 
hnnkörnig, so daß er einem IJasalt ähnelt, so ist dies Aphanit oder 
aplianitischer Diabas. Der Aphanit geht über in Keratophyr, In einem 
5.50 m mächtigen Lager ist derselbe von Scupabn bekannt, lii einer 
felsitiselieii , grauen bis fast schwarzen Grundmasse aus Quarz, Feldspat 
und Titaneisen liegen ausgeschieden kleine Doppelpyramiden von Quarz 
und Feldspat in schwarzgefärbten Individuen. 

Fun serpentinähnliehes Eruptivgestein de.s Devons ist der l’aläo- 
pikri t (Oliviutliabasj. Er besteht aus Olivin, dessen llnovnndlungsprodukten 
und Augit. Er ist .scliwarzgrün und führt auf Klüften häuHg Ashe.st. 

Die J)Iabii.se bilden .stock- oder lagerförmige Mtisseu zwi.schen 
den Silur- und Devonschiefem. Bei bedeutenderen Dimen.sionen 
jdlegen sie sich in der Regel bereit.s landschaftlich bemerklich zu 
inaclicii, indem sie in Gestalt von bald flacher, Itald .steiler ge- 
böschten Klippen das benachbarte Schiefergebiet überragen, oder 
indem sie da, wo .sic von Tälern unge.sclinitten werden, eine 
steile felsige Beschatlenheit <le.s Geliäugc-s Itcdingcn (Niederwiesa). 

Innig verknüpft mit den Diaba.scn treten DiubastufTe auf. 
Sie .sind die A.scben und sonstigen Ausw'urfsma.ssen, die aus den 
Diabasvulkanen ge.schleudert und meist im Wa.sscr abgelagert 
wurden, oder durch Wasser wieder aufbereitctc zerstörte Diabas- 
lager. Die Tuffe •sind darum feiidtörnig oder konglomeratiscb. 
Die Bc.stamlteilo der feinkörnigen und schiefrigen Tuffe 
sind so umgewandelt, daß sie nicht mehr zu bestimmen sind, 
meist sind es chloritisclie Mineralien. Die kongloineratischen 
Tuffe bestehen aus miß- bis fau.stgroßeu, selten bis ’/„ Dureb- 

3 * 



36 


inesser zeigemlen, bald abgerundeten, l>ald eckigen Fragmenten 
von Diabasen. Ini er.stcren Fall haben wir ein I )iubaKkonglo- 
merat, in letzterem eine Diaba.sbreccie vor uns. Die Stücke 
werden diireli feinen Diaba.s.schult oft so innig verbumlen, daß 
bankartige Schichtung mit fast massivem Geluge entsteht. Die 
Konglomerate und Breccien verwittern schwer und bilden darum 
mehr oder minder ausgedehnte Felsriffe. 

Ülicrall, \vu kürnipe ini vorhanden .^ind, werden 

sie begleitet von Tonsehieferii, welche durch die Berührung mit der glut- 
Hüssigeu Lava in ein k no ten.sch i c fc rart iges <Jcstcin uingcwandelt 
w’onlcn siiul. Die der Schicfcnniissc cingclagericn Knötcdien siiul dunkel- 
grün uiui verdrüngoa oft fast die ttrundmusso, welche mehr sandig-körnig 
wird. Diese N'erilnderuag erstreckt sich nicht weiter nls 2 in in die l^chiefer- 
niassc. lui Liegenden der Diahn.sn mul ihrer Tuffe sind die Schiefer durch 
Verkieselung in hornsteinähnliehp (Jehildc mngewandelt wurden, Die 
Kiesel. säure ent.stanuut den zersetzten Diahaseu und Tuffen. 

Frech, Lethaea jialaeozoiea. Kanihrimii bi.s Devun. 1897. 

Gümhel. (ief)giiosti.sche Beschreibung des Fie.htelgebirge.s. 1879. 

Liebe, Übersicht über den .‘Sidiichfenaufbau O.sttbflringeus. 1884. 
nicht er u. Füger, Beiträge z. Paläontologie des 3’hüringer Waldes. 
18.56. 

Ei sei, Über die Zonenfolge o.stthüringisclier und vogtländiseher Grapto- 
lithenschicfcr. .Jahre.sb. d. Nut. G. z. Gera. 1896—1899. 

Geinitz, Die Graptolitben. 1852. 

— Die Versteineningen der Grauwackenforniation. 1853. 

Güinbel, Kevision der GuniatitOn des Fiiditelgebirge.s. X. .T. f. M.*) 1862. 

— Über Glymenien im IJbergaug.sgebirge des Fichtelgebirges. 1876. 
Ludwig, Pteropoden au.s dem Devon. 

Mün.ster, Beiträge zur Petrefakleiikiimle (Devon). 

Richter, Thüringische Tentakuliten. 1854. 

Kothpletz, Radiolarien, Diatomaeeen und Sphaero.somatiten im silur. 
Kicselschiefcr von laingenstriegis i. S. Z. d. d. g. G. 1880. 


YIII. Der Kulm. 

Mit dem Eintritt der Kulmzeit macht sich im Königreich 
Sachsen überall Landhildung bemerkhar. Auf allen Fnnkteii 
weicht das Meer vor einem sich südwärts ausdehnenden Kontinent 
zurück. Das untere Kolileiikalkmeer hinterUllit .seine kalkige« 
Sedimente nördlich bis in die Gegend von Wildenfels mit Koralle« 
mul Seelilieustielen. Bei Trogenan an der l)ayri.soh-.siicli.?isclie« 
Grenze führen dieselben große, dicik.sehalige Armfüßer (Prodiiotu.' 
gigantens Sow. [Ahh. 23j). Sowohl die Be.schuH'enheit der begleiten- 
den Ge.steinc, als auch die Lebewe.sen deuten darauf hin, daß der 

*) N. J. f. M. Neues Jahrbuch f. Mineralogie. 



37 


Absatz der Kalksteine In einer weni^ tiefen 8ee erfolgte, weshalb 
geringe llebnngen des Bodens genügten, nm den Mecresgrnnd 
zur Strandregion nmznwandeln. Sie sind meist von schwarzer 
Farbe und von zalilre.ichen, weißen Kalkspatadern diirebtriimcrt. 
In manchen llandstücken (Steinbriieh am Kirchhof bei Wihlenfels) 
treten auf den Bruchlläcben die lebbal'tglänzenden Spaltflächen 
der in Kalksj)at umgewandelten Oinoidensticlc dichtgedräTigt 
hervor. T)a.s Mikroskop zeigt weiter zahlreiche Foraminiferen 
und Brvozoen. Stellenweise tritt der Kalkstein oolithisch auf, 
d. h. seine Ma.sse besteht aus einzelnen rundlichen Körnern. Be- 
merkenswert Lst der Fund (ünes Bruchstückes von Keceptaculites sp. 
(einer bis faustgroßen Foraminifere). 

Besser entwickelt als die Meercsfazics findet sich in Sachsen 
die Strand fazies der Kulmzeit, in besonders guter Weise im 



Abb. 23. ProductiiB giffantens Sow. 
(ii. Kayaor.) 

Das riesige (Jeschöpf. 


Abb. 24. Astorucalaniitoa acrobi- 
ciilatus (Schl.) Zeiller. 
Narbenbesetzter Sternkalainit. 


Chemnitz-IIainicbener Kulm. Mächtige Konglomerate bilden 
die Basis, die sich nm Ix'.sten im östlichen Teil, im Tal der 
kleinen Striegis, im Aschbachtal, in Goßberg nsw. finden. Regel- 
lo.s sind Iflöcke und Geröllc von Phyllit und llornblendeschiefer 
in allen Größen bis über m iin Durchmesser aufgetürmt. 
Untergeordnet sind beigemengt (iuarz, (Jranit, Gneis nsw. Granulit 
fehlt. Die (ierölle sind durch ein Zement vcrlmnden, welches 
wiederum nichts anders ist als feiner Schutt denselben Gesteine. 
Das so gebildete Konglomerat hat meist eine große Fe.stigkeit 
und widersteht iti freien Felswänden den zerstörenden Kinwir- 
knngen der AtinosjibUrilie.n und h''luten. Seine düstere, dunkel- 
grünliehe bis schwarzgraue Farbe wird nur zuweilen dureb eine 
rötlicbgraiio oder .schmutzigrotc Farlie auf der Oberfläche der 
Ge.scliiebe etwas geiioben. Von Schichtung ist selten etwas 

wahrzunehmen. Kur dort, wo nach oben hin sich schwache 



38 



;e von Saud sie inen mul Scdiiel'er tonen cinschieben, tritt 
solche deuilieher hemtr. 

Durch Überhandnehmen der Tone lunl Sandsteine, die den 
:'itt ruhigerer Zeiten ankiinden, wird der Übergang zu der mitt- 
n, kohlenführenden Stufe vermittelt. In AVasserbccken 

wurden zahlreiche Plianzenreste 
V tnngesoliwemmt, die den Wäldern 

der IJfergelände ontstannnten, die 
‘Ä ähnlich den heutigen Mangrove- 

Wäldern das KüstengcbictdesÄleere? 
bedeckten. Hier wuchsen viele 
/ ' \ l Schnppen))iinine ( Lepidodendron 

VelthcimiamimStbg,)und\'orläufei' 


Abb. riodeudron sp. Abb. 26. Uhacopteris flabellifera Stur. 

Xarbentrager. Fächertrageuder I.apponfarn. 

der Kalamitcn (Asterocalamitus .scrobiculatns |v. Schloth.] Zeillei 
f Abb. 24]) nebst vielen F arneu (^Rhacopteris flabelliferaStur. [Abb. 26J. 
CardiopterLs frondosa (ioepj>. [Al)b. 281, Rliodca sp., Sphenopterit 
distans Sternb., Xeuropteris anteotalcns Stur | Al)l>. 27 etc.}, luden 
Sand.Hteinen und Schiefertonen i.st uns ihre l'dora erhalten geblieben 
ln ihnen liegen am;h dieSt einkoh lenflöt ze, deren man in Ebersdori 
fünf zälill. Die mei.steu gut erhaltenen Püanzenre.ste lieferten 
bis in die neuere Zeit die Sandgruben von Hurna bei Chemnitz. 
Hier sind die Sand.steine .so locUer, dall sie mit Flegeln leicht zu 
klarem Sand zerschlagen werden können, um In Eisengießereien 
als Form- oder Bausand verwendet zu werden. Bei dem Abl)au 
werden viele Pdanzenrestc gewonnen. Einzelne Kalamiten konntei 
bis zu 4 m Länge im Sandstein verfolgt werden. 

Die kohlenfübrcnde Stufe wird an wenigen Stellen von einem 



39 


meist aus Granit bestehendem Konglomerat überdeckt. 
Dasselbe ist wichtig für die Altersbestimmung des Granulit- 
gebirges. Die sich vereinzelt schon im Griindkonglomerate, so 
liäufig aber im Deckkonglomerat findenden Graniten entstammen 
dem Schiefermantel des Granulitgebirges. Sie siiul nach der Auf- 
wölbung desselben durch die Eruption tles Granulites in Strö- 
mungen mit starkem Gelälle, worauf die l>edeutcnde Größe ein- 
zelner Gerolle hindeutet, an ihre jetzigen Fundstellen gebracht 
worden. Da die älteren Granite des sächsischen Mittelgebirges 
(Penig, Elsdorf usw.) erst nach dem Granulit gebildet worden 
sein können — sie durchsetzen diesen und seinen Schiefer- 




Abb. 27. Neuropteris 
antocedeng Stur. (u. 
Stt'rrul.) 

KrUluir Nctzfarn. 


Abb. 28. Cardioplerig rroiulos* Qoopj*. 
(n. Schenk.) 

Oogonstftndiger Herzfani. 


mantel — , so muß gefolgert werden, daß das ursprüngliche 
(jrranulitgebirge bedeutend älter ist als der sächsische Kulm. 

Die Steinkohlenführung der Kulmschichten hat Veranlassung 
zu bergbaulichen Unternehmungen bei Ebersdorf und 
Hainichen- P»erthelsdorf gegeben, tlie aber an der J^eschaffen- 
hoit der Kohle und ihren ungünstigen Lagcrung-sverhältnissen 
scheiterten. Die Plötze .sind infilgc der Gebirgsfaltung «teil auf- 
gerichtet und durch viele von SO. nach NW. .streichende Ver- 
worfungsspalten zerstückelt. Der nordöstliche Bertlielsdorfer 
Flügel i.st ültrigcJis durch das Frankenberger Zwischengebirge, 
welches eine gehobene Scholle darstellt, vollständig von dem süd- 
westlichen El>ersdt)rfer Flügel getrennt und hier die Kulm- 
ublagerung auf größere Er.sireckung vernichtet. Die ältesten 
Kachrichten über Kohlenabl)au in diesen Gebieten stammen 
lür den Ebersdorfer Flügel aus dem Jahre 1559, für den 



40 


Berthelsdorfer aus dem Jahre 1706. ln ersterem gelangte 
das Steinkohlemverk 7.u Lichtenwalde 1816 — 1865 /.u einiger 



ilcdeutung. In dem Kunstschacht, nalic der Straße nach Mitt- 
weida halte man nach Durchsinkung einer ganz schwachen Rot- 
liegenddecke schon in 15 m Tiefe 5 Flötze aufgeschlossen. Die 
Gesamtmächtigkeit der Kohle betrug 2,3 — 3 m. 



41 


Auf Jlei-tliclsdorfor PUir blühte der Koldenbcrgbaii in der 
ersten Hälllc <les 19. Jidirluinderts. Beifolgende Skizzen (Abb. 29) 
erUintern dieses Vorkommen. Die mir schwiu'hen, zudem steil 
luifgeriehteten Flötze, die Schwierigkeit der Wasserführung, die 
ungünstige Beschaffenheit der Kohle machten diesen Bergbau 
nur so lange gewinnbringend, als die naheliegemieu Kalkbrennereien, 
Färbereien nsw. niclit von anderer Seite lier bessere Kohle zu 
deiiiselben Breisc beziehen kunnteii. Dies trat ein, als die jüngeren 
Liigauer Steinkohlenlager aufgeschlossen und neugebaute Eisen- 
bahnen die weitere Verbreitung der Kohlen des Plauenschen 
Grundes und von Zwickau ermöglichten. Nach 1850 verfielen 
<lie Werke. Neue Versuche verliefen ergebnislos. 

l)alnuM\ Ültor das Vorkommeii von Kuhn und Kuhlenknlk lud Wildon- 
fols i. 8. Z. d. d. g. G. 1884. 

ttoinilz, Kohlcnkalk v. Trogenau i. H. (i. Gramvackenformi. 1853. 

Flora des llainicheu-Khersdorfer Kohlenbeokons. 1854. 

Itothpletz, Der Kulm v. Chemnitz-Hainichen. Bot. Zentralbl. 1880. 
Htcrzel, Der Kulm v. Chemnitz-Hainichen. 9. Ber. d. Xat. Ges. z. 
Chemnitz. 1883/84. 

Weiü, Über Fayola Sterzeliana. .Tahrb. d. k. pr. g. Lande.«anstalt. 1887. 


IX. Die Eiitsteliuiig der sächsischen Gebirge. 

Am Schlu.sse der Kuhnzeit tritt nicht nur liir unser Vater- 
land, .sondern für ganz Deuts<‘hland, Frankreich und hlngland eine 
so große Umwälzung aller Verhiiltni.sse ein, daß eine, besondei'e 
Besprechung derselben nötig ist. Die Erde kühlte sich be.ständig 
al). Das Volumen des Erdkernes wurde geringer. Die. fest- 
gewordene Erdrimle konnte sich dem kleiner werdenden Kern 
nielit mehr an.schlicßen, und so kam es zu Spannungen, die na<'h 
.\u.«lösung drängten. Eine solche konnte aber nur in tangen- 
tialer Uiohlung vor sich gehen, und so kam es darum zu hori- 
zontalen, seitlich schiebenden, faltenden Bewegungen der Erdrinde. 
Wir kennen sie aus allen .Abschnitten der Erdgeschichte bis in die 
Gegenwart. IGir un.ser Gebiet stehen diejenigen der Knrbonzeit 
un Vordergrund des Interesses, ln diesem Zeitpunkt hatte die 
»Spannung einen solchen Höhepunkt erlangt, <laß die Ei'drinde 
mit allen bis dahin zur Ablagerung gelaugten »Sehieliten, von der 
fMieislbrmation bis zum Kulm, zu mächtigen Falten nufgetürrnt 
wurden, welche die heutigen Gebiete sämtlicher deut- 
■^cher Mittelgebirge von den Sudeten bis zu den Ar- 



42 


(lenuen (varisc-ischc.s G umfiißten. Mit diestmi Gel)irge, 
das ini Umfang s(;hon für su'li ein solches wie heute die Alpen dar- 
stellte, entstand ein zweites, gleichniUehliges, das arinorikanischo, 
welches sieh aus Frankreich nach Großbritannien zog. \'on beiden 
Gebirgen e.xLstiereii mir noch s|)arliche IJberreste, die Kückschlüsse 
auf die einstmalige Bedentnng gestatten. W'ie aber eine Welle 
an der Oberllnclic eines plötzlich aus seiner Kidie gc.störten Ge- 
wässers eine zweite, und diese eine dritti' nach sich zieht, so 
er.streekte sich die mäi‘htigc Kraft, die die Aufwölbung de.« 
Erzgebirges verursachte, in ihrer Wirkung auch auf das in 
seinen Anfangeu bereits vorhandene Mittelgebirge und dio 
nördlich davor liegenden Gebiete. Uarnin wurde da« 
Gramilitgebirgc weiter zu einer steilen Kalte anfgewölbt, während 
nördlich davon eine dritte Parallelfaltc entstand, als deren sjiär- 
liche Reste die Htrehlaer Höben mit dmn (’ollmberg bei. 
Oschatz als höchsten .Punkt zu deuten sind. J )er 8teilabsturz de.« 
Erzgebirges nacli llöhnien war noch nicht vorhanden, sondern ir 
allniähliehcrem Abfall dehnte das.sclbe .sieh weiter nach SO. hin. 
die Sudeten über Böhmen hin mit den Grenzgebirgen Bayern« 
verbindend. 

Alle vor diesem Zeitpunkte abgelagerten Schichten: Gneis 
Gliinmer.sehiefcf , I’hyllit, Granulit, die kambrisohen, siliiri.scheii 
devonischen und Knlmsehichten sind nun schräg aufgcrichtet (vgl 
Abb. 1). Ihre Schiehti'nköpfe .schauen nach den alten Sätteln 
Zwischen den drei Falten aber entstanden zwei tiefe Mulden 
(las eirzgebirgische und das iiordsiieb.siscbc (Mügelner) Becken. 
In die.sen Becken kamen die übrigen in ^^'est.saeh.sen vorhandener. 
Formation.sglieder zur Ablagerung, die .sich teils als Meeres- 
ablagernngen, teils als »Strand-, teils als Fest landsbild ungen 
deuten lassen. Ihre Schii'hten rulum, da sic erst nach der Fal- 
tung abgelagert wurden. Hach beckenartig, meist übergreifend 
(diskordant) über den älteren. 

Phyllit, Glimmcr.schiefer, Gneis, Granulit u.sw. .sind aber 
spröde (iesteine. Kein Wunder, wenn infolge der Faltung ihn 
Schichten tcilwei.se zerbarsten und zahlreii’hc tiefe Ris.se da- 
Gewölbe durchfurchten. Dadurch wurden dem Wa.s.ser zahlreicho 
.\ngrllfspunkte für .seine chemisch und mechanisch zerstörend und 
ebnend wirkende Tätigkeit geliefert, die Sättel mit Schluchten 
und Talsy.stemeu durchfurcht und die Verwitterung.s- uml Zer- 
trünimeningsprodukte als Geröll, Kies, Sand und Schlamm in 
Bergströmen mit großem Gelalle den Becken, zumeist dem erz- 
gebirgi.schen zugeführt und «liese mehr und mehr aufgefüllt. So 
wurden bm-eits in der Karbonzeit die Gel>irg.ssättel allmählicli 
von außen nach innen abgetragen und vernichtet. Das ist der 



43 


Grund, daß wir in den Schichten des Oberkarbons, das nur iin 
erzgebii’jrischen Becken und auf dem Kamm des Erzgebirges bei 
Brandau, Zaunhaus, Rchefeld usf. zur Ablagerung gelangte, zu 
unterst linden Konglomerate mit viel Phyllit, dann Gerölle von 
Glimmerschiefern und von einem gewissen Zeitpunkte an solche 
von Gneis. 

Credner, Das erzgebirgischc Faltensystein. 1883. 

Laube, ileologie des böhmi.sclien Erzgebirges. 1876. 1887. 

Sterzei, Über die Entstehung de.s Erzgebirges. 1889. 

Suess, Antlitz der Erde. 1887. 


X. Iiii Steiiikolileiirevier. 




In der oberen Steinkohlenzeit entfaltete sich nun auf iiiul 
an den Abhängen der Gebirge und in den Niederungen eine 
ü])pige Vegetation. Die die Steinkohlen begleitenden Sehiefer- 
tone haben uns die Re-ste dieser eintönigen, farblosen Flora auf- 
bewahrt, deren Entwickelung durch eine gleichmäßig warme, 
nicht zu hohe Tempe- 
ratur, große Feuchtigkeit 
der Luft, die .Jungfräu- 
lichkeit des Bodens be- 
günstigt wurde. An den 
Berghängen und auf den 
vom ^^'a.sscr freien Stellen 
des Beckens stiegen die 
schlanken Schäfte der 
mit einem zierlichen 
Gittermuster bedeckten 
Stämme der Scliii ppen- 
und Siegel bäume in die 
Luft, denS onnenstrahlen 
da.sl,)iirchdringen auf den 
Boden mit ihren dichten Kronen wehrend. An lichteren Stellen 
siedelten si<h Farn bäume an, die mit ihrem viclstrahligen 
AV'edelschopf die Palmen der heutigen tropischen Beigwälder 
ersetzten. Am Boden zwischen den Stämmen, am Rande der 
Gewässer, zwischen Gesteinsblöcken und ragenden Felsklippen 
landen zahlreiche niedrige Farne eine Wohnstätte. Aus den 
seichteren Teilen der Wasserbetdeen aber ragte ein dichter Wald 
quirlig verzweigter Besen, der Kalamiten, zu beträchtlichen 
Höhen auf, während die Wasserfläche von den zierlichen Wirteln 




Alib. 80. Ktoblattina Abb. 31 
Iftucoolftta Sterzei. 

Ijanzcttl. Flügel eines 
Schaben ilhnllchon 
Insekts. 




Torines liugauensis 
Stcrzol. 

Termite von Lugau. 




des Keilblattes und den Sternen und Sonnen der Annularien 
mit einem vielgestaltigen Blattmosaik überzogen wurde, zwischen 
dem hier und da die sporentragenden Fruehtähren dieser 

Pflanzen hervorsehauten. Stille lag 
•.V ^ über der Landsehaft ausgehreitet, 

die nur unterbroehen \vurde durcl 
^ Jas Kauschen des Wassers, da» 






Abb. 32. Sphenopteris membra- Abb. 33. AUoiopteris erosa (v. Gutbior) Sterz, 

nacea v. Gutbter. Ausgerandeter PcitBcheufarn. 

Häutiger Keilfarn. 

Flüstern des Windes in den Kronen, örtlich durch d£ 
Tosen wild herabstürzender Gebirgsbäche. Noch fehlten di 
Tiere, die durch ihre Töne, ihre Bew’egungen, ihre Farben Lebe 


Abb. 34. Gabel von Dicksoniites Pluckeneti (Sclil.) Sterzei 
Pluckenete Dickannia-ähnlicher Farn. 


in die Einöde gebracht hätten. Nur große, asselähnlichc 
Krclisc du roh wühlten den Moder im Verein mit schabenähii 
liehen Jnsedeten (Ktoblattina) und Skorpionen. Käfer durch 
bohrten da.s Holz der Stämme und bereiteten ihnen den Untergang 
Die Farne ( Abb. 32— '44), die nach Arten am reichsten im Stein- 
kohlenwald vertreten sind, zeigen teils den ^V^edelaufbau, wie nocl 



45 


lebeiule, teils siud zwei Wedelteile zu einer Gabel angeordnet (Abb. 
33), die ihrerseits einer Ilauptspindclansitztoder Zweig einer größeren 



Abb. 35. Linopteria neuropteroiiles (ti. Outbior) Pot. 
NetzfarniUinliobor liiniciifurn. 



Abb. 3ß. Odoutopteris Roichiivua von Giitbior mit Gablung und nphleboidon Bildungen (a.) 

Knichsclier Zuhnrarn. 


Gabel i.st. Diese auffälligen, bei vielen älteren Pflanzen anzn- 
treffende Zweiteilung erklärt man durch ihre Abstainnuing von 





47 


Wasserpflanzen. Da aber diese Anordnung der Blätter der 
PHunze nicht die volle Ansnlitzung de.s Sonnenlichtes ge.stattete, 
mußte sie im Laufe der Zeit der fiedrigen mehr und mehr 
weichen. Die Einteilung der fossilen Farne erfolgt nach äußeren 
Merkmalen, Wedelaufl)au, Nervatur, Blattform usw., da die zu- 
gehörigen Fruktifikationen oft unbekannt sind oder getrennt von 
den sterilen Resten Vorkommen. Die Stämme der Baumfarne 
zeigen in zwei oder mehreren Läugsreiheu angeordnete, große, 




Abti. 41. NBuropteris subauriculnla 
Sterz. Dom geolirton ähnlicher 
Netzfarii. 


Abb. 42. Aphloboide llilJung auf der Spindel von 
Pecopteria Miltonii Artis ap. 

Zuaatzfidor zu Miltoua Kammfarii. 


•schildförmige Narben (Caulopteris Abb. 40). Die.se Stamrareste 
konnten ebenfalls nur in einzelnen Fällen auf bestimmte Farn.spezies 
liezogen werden, .so daß man sie getrennt von den Wedelteilcn 
rubrizieren muß. Sie zeigen meist nur die äußere Rindeuslruktur 
erhalten, währeml die innere Struktur bei sächsischen Karbon- 
|>flanzen änßcr.st .selten erhalten auftritt, um so häufiger aber 
dann ini Jhitliegenden, — Zu den Farnen rechnete man früher 
als selbständige Gebilde auch die Aplilehien (Abb. 42). Die.s sind 
außer den normalen uoch am Blattstiel oder an der Hauptspindel 
•sitzende, ihrer Gestalt nach durchaus von den übrigen ab- 



I 


— 48 — 

weichende, unregelmäßig verzweigte iind gelappte auorjiiale 
Fiedern von oft bedeutender Größe, wie sie nocli bei einigen 
jetzt lebenden tropischen Farnen bekannt sind. Man erklärt sie 
als Überre.ste, Krinnerungen an die ur.sprünglieh .spreitig be- 
setzt gewesenen Hauptspindcln der Wedel. 

Die Schuppenbäume (Le})idodendron) und Sigillarien 
(Sigillaria) gehören zu den Bärlap|)gewUchseil( Abb.45 — 52). Beide 
zeigtm in ihrem äußeren Bau große Übereinstimmung. Sie zeigen 
entweder ähnliche gabelästige Verzweigungen, wie noch lebende 
Bärlappgewäehse oder sind einfach. Sic erreichten aber w'escnt- 
lichgrößereDimensionen. BeidcnSch iippenbäum en(.\bb.45 — 48i 
zeigt die Stammoberfläclic inSehrägzeilen ge,.stellte Blatt] »olster, deren 
jedes die Blatlnarbe trägt. Die Folster, die iirsprünglich für 
Schu{)pen gehalten wurden, daher der IVamc, sind als die .stehen- 
gebliebenen Blatt fuße anzuschen. Bei den Si gi 1 1 ar i e n ( Abb. 49 — 51 
bilden die scehs.seitigen Blattimrlam auf der StammesoberHäche deut- 
liche rjäng.sz('ih*n. Mit die.sen Kesten zusammen kommen oft vor 
Stigmarien, Slamingebilde mit rundlichen Narben, welche die 
Khizome der vorgenannten Fllanzen darstcllen. Die Blätter 
waren lang und gra.sähnlich. Die Fruchtblätter standen in Za])fcn. 
die bei den Lepidodendren oft bis m lang waren. Auf ein 
kleines Gewächs, rjveopodites Gutbieri Goepj). (Abb. 52), sei nocli 
hingewiesen. Es wird wegen seiner Zierlichkeit leicht übersehen. 
Es ähnelt unserer lebenden, heimi.schen Sclaginelhi und bildet 
an den gabelnden Zweigeiulen bis 20 mm lange Sj)orangicn- 
.ständc. 

Die Schachtellialmgewächse (Abb. 53 — 57) waren größere, bi- 
baumfbrmige, (piirlig verzweigte Pflanzen. Die einfachen Blätter 
hatten einen Mittclnerv und waren zu M'irteln ungeordnet. Die ge- 
gliedertet! Stengel erfüllte erst Mark. Sjiiitcr wurden sic hohl. 
Sic hatten einen in die Dicke wacliscnden Holzcylinder ohne 
Jahresringe und dicke Rinde. Ihre Blüten ordneten .sich in 
größeren oder kleineren, .stamm- o<lor zweigend.ständigen Zapfen 
oder Ähren. Die Stengelglieder d(!r fossilen Stammausfüllungen 
sind entweder kurz (Calamites approxiniatus) oder die Längs- 
rijtpen zeigen an einem Ende .Värbchen (0. Suckowi Altb. .57), oder e.*! 
treten l•cgelmäßig ge.stellte A.stnarbcn auf (C. cruciatus), oder e.^ 
fehlt jedes besondere Kennzeichen (C. cannaeformis) u.sf. Die 
Boblätterung i.st bekannt als Asterophyllites (Abb. 53), Annularia 
(.\bb. 54 u. 5G) und Sphenophyllum (Abb. 55). 

Zu den beschriebenen (Tiefäßkryptogamcn treten nun ini 
Steiidvohlenwald schon einige Ä^orläufer der Nadelhölzer, die 
Cordaiteii. Sie waren schlanke, unregelmäßig verzweigte Bäume 
mit ])fahlwurzcllosem, wie bei Sumpfbäumen horizontal verlaufen- 



49 


dem Wurzehverk. Die Aste der Krone trugen lang oder kurz 
bandförmige, feingeaderte, parallel begrenzte Bliitter, die beim 
Abfallen meist (iiierlängliche Narben hinterließen. Die Stämme 
haben ein großes iNfark (Artisia). Aus unserem Karbon sind Blüten 
und Früchte (Cardioc^irpus Trigonocar pns [Abb. 59]) bekannt. 

Aus all den erwähnten Pflanzen haben sich gleichaltrige 
8teinkolilei]flötze gebildet, die an drei Orten den ober- 
karhonischen, in der Hauptsache aus Schieferton und Sandstein, 
untergeordnet aus Konglo- 
merat, nur ganz lokal ans 
M elaphyr bestehenden 
Schichten des erzgebir- 
gischen Beckens einge- 
schaltet sind, bei Flöha, 

Lugau-Olsnitz und 
Zwickau. Während bei 


Abb. 43. Cycloitleris trichomanoides 
IlronK. (II. Gutbier). 

Dem Haarfanj Uhnlicber KroiHfam. 

Flöha der .\bl)au der Kohle wegen geringer Flützmächtig- 
keiten und großer Störungen denselben infolge des Au.sbruches 
de.s karbonisehen Flöhaer Porphyrs längst wieder einge.stcllt i.st, 
steht er in den beiden anderen Revieren in höchster Blüte. In 
großen Steinkohlen werken (Zwickau 17, Ivugau-Olsnitz 12) werden 
die schwarzen Schätze gewonnen. Be.sclial’tigt sind in beiden 
Revieren ca. 20000 Arbeiter unter (580 Beamten. Die Pro- 
duktion betrug 1896 4 Mill. Tonnen Steinkohlen, 62000 Tonnen 
Koks und 2 Mill. Stück Preßsteine im (xesamtwert von ca. 
40000000 Mark. Der Beginn des Stcinkohlenabbancs bei 
Zwickau .soll schon in das 10. Jahrhundert fallen, während 
die laigau-Ölsnitzer Kohlenlager in der Ausstrichzone 1831 

Pelz, Geologie des KünigreicIiB Sachsen. 4 






50 



eutdeckt wux’dcn und erst von 1843 an regelmäßig abgebaut 
werden. Hier wie dort wurden anfangs Tagebaue be- 
trieben, während jetat nur noch aus Tiefbaucn (Stdiächte bis 
850 m tief) gefordert wird; denn die Schichten fallen bei Zwickau 
durchschnittlich mit 6®, im anderen Revier mit 10” IV'eigungs- 
winkel bis 500 m unter 
den Meeresspiegel 
unter die bis über 1000 
Ul mä(4itige Decke des 
verhüllenden Rot- 
liegenden ein. Ein Zu- 
sammonbang zwischen 
beiden Revieren, die 
FlorengUiichheit zei- 
gen, ist noch nicht er- 
unesen. Bei Zwickau 
sind dem lii.s 400 m 
mächtigenOberkarbon 
11 Flötzgruppen ein- 
gelagert, dieau.sca. 330 


L f ^ I Mctrffn 
g loi>/.peUt»T ft 
M BlaXiviaartf . 


Zwickot-u. 


Abb. 46. Ijepidodeutlron aubdi- Abb. -16. Sohuppeubaum ibopidodptidrini) nixtauricrt. 
chotomura Sterse), (n. l’oloiil6). 

KohlenbUnken von über 0,3 — 3 m Stärke bestehen und im 
Mittel die reine Kohle 32 m stark führen, während im Lugau- 
Ölsnitzer Revier nur 7 Flötze mit durchschnittlich 12 m Gesamt- 
mächtiglceit der Kohle, die sich örtlich über 20 m steigert, be- 
kannt sind. Die Kohle ist teils Rußkohle, teils Pechkohle, oder 
ganz zurücktretend Hornkohle. 

Wie sie sich bilden konnten, zeigen einmal die heutigen 
Torfmoore. Dieselben sind weite Sümpfe, xvelche mit einer 



51 


aus Moosen , Gräsern , Birken , Erlen , verschiedenen Beeren- 
sträuchern u. a. bestehenden Pflany.endecke überzogen sind. Ihre 
Pkitstehiing beobachtet sich am besten in stillen, seichten Buchten 
der großen Teiche oder Seen oder an den Seiten eine^ Bachein- 
laufes in seichtes Wasser. Dort siedeln sich Schachtelhalme, 
Kohrkoll)en, Schili' an. Laichkraut und Seerosen überziehen mit 
ihren Blättern dic^Vasserfläche tieferer 
Teile. Die ab.sterbenden PHanzenteile 
sinken zu Boden, den äußeren Rand 
der Bucht besonders verseichtend. 

Nun können sich Moose und Gräser 


Abb. 47. licpitlontrobua lepiduphyllacous v Gutbior. Abb. 48. Schuppenbaumrinde. 

Fruobtxapfon einoa So.hiippnnbttiimea. 

einfinden, die jedes Jahr mehr und mehr an Boden gewinnen, die 
Wa.ssergewächse und die Wasserfläche immer weiter verdrängend, 
bis von ihr, wenn nicht künstlich Einhalt geboten wird, nichts 
mehr übrig ist. Eine grüne Pflanzendecke ist an Stelle des 
Wa.s,serspiegels getreten. Zwischen derselben und den am Boden 
angehäuf’teu Massen von Pflanzenteileu befindet sich zunächst 
noch Wasser, das Moor ist hängend oder unreif. \Vach.sen 
aber die organischen Wesen von unten her so weit an, daß sie 
sich endlich mit der Decke berühren, .so i.st das Moor fest oder 
reif geworden. Die Decke und das vt)rliandene Wa-sscr ver- 
hindern den Luftzutritt. Die am Boden des Moores sich haufen- 

4 * 





52 


(len Pflauzenmasseu können nicht verwesen. Sie zersetzen sich 
zu Kohlcnstoü* und Wasser. Ein kleiner Teil des Kohlenstoffs 
verbindet sich mit Sauerstoff* zu Kohlensäure, ein andrer mit 
Wasserstoff* zu dem leicht explodierenden Sumpfgas, das in Elaseii 
aus jedem Siunpf aufsteigt. Der meiste, immer noch etwas Wasser 
enthaltende Kohlenstoff häuft sich am Boden. Die Mächtigkeit 
so gebildeter Moore erreicht selten 5 m, und bei ihrer Ent- 



Abb. 49. Siegelbaum (Sigillaria), 
restauriert (n. Potonifi). 


Abb. 60. Sigillaria olongata Urong. 
(u. l’otonlÄ). 

Sigillaria mit lüiigliubeu Karben. 


Wässerung und Trockenlegung ist beobachtet worden, daß sie 
sich dabei um die Hälfte ihrer Dicke setzen können. 

Zu einer Anhäufung pflanzlichen Kohlenstoffs kann es auch 
dann kommen, wenn durch periodisch oder dauernd fließende 
Gewässer rHaiizenniaHKen in einem Wasserbecken oder in 
den Ausbuchtungen eines Flußlaufes abgesetzt werden, wo sie 
unter Luftab.schluß durch dcckeude Schlamm-, Sand- und Geröll- 
massen und das Wasser dem eben beschriebenen Vertorfungs- 



53 


prozeß anhcimfallcn. Zu großen iVnhäufungen von PHanzenniassen 
wird es namentli(!h im Anf. -''.luß an elementare Kreignisae, Wolken- 
Imiche und Erdbeben kommen. So sagt Walther in einem .\ufsatz 
über die Wii’kungen des indischen Erdbebens vom Jahre 1897 
u. a*): „Bekanntlich gehört As.sam zu den reg<mreieh.sten Ge- 
bieten der Erde. Man hat stellenweise eine jährliche Regen- 
menge von 14 m beobachtet. Tntblgedc.s.sen .sind alle Berge und 
Felsen bis in ihr tiefstes Innere verwittert, und nur die dichte 
Vegetationsdecke des Urwaldes verhindert, die rasche xVbtragung 
des erweichten Bodens. 


ln den Garobergen 
wurden durch den Erd- 
bebenstoß auf raeilen- 
weite Erstreckung fast 
allcTalwände freigelegt. 

IJicsigc Wälder glitten 
an den .steilen Abhängen 
zum Flusse hinab. Wel- 
che ungeheure Masse 
von Schlamm, Sand 
und Steinen, vermischt 
mit Pflanzen moder und 
gespickt mit entrindeten 
und zerstoßenen Baum- 
stämmen , damals aus 
dem Gebirge heraus auf 
<lie Ebene geschafft 
wurden, läßt sich leicht Abb,.«.i. siguiariatj-p. 

^ i> n tORgoIata Bronf?. 

cnnCSSCn. J/ÜU G.S hui Got^felte Sigillaria. 

diese Weise unter Um- 




Abb. 52. Lycopoditog Gutbieri 
Goopp. 

Qutbiers Bärlappgew&chs. 


stünden zu viel mächtigeren Anhäufungen von Kohlen.stoffniassen 
kommen kann als in den Torfmooren, ist leicht oinzusehen. 
Denken wir uns nun ein auf die eine oder andre Weise ent.stan- 


denes Torflager mit Schuttmassen überdeckt, die im Laufe langer 
Zeiträume wachsen, so wird auf «la.sselbc ein Druck avisgeübt, der 
das Wa.s.ser bis auf ein Minimum austreibt, die Kohlen.stofftcilchen 
.so dicht zu.sammenpreßt, daß feste Kohle entsteht. Je höher 
der Druck und je länger die Druckdauer, desto vollständiger 
'vird der Erfolg sein. Die. Sumpfgase aber können dabei in kleineren 
oder größeren Blasen innerhalb des Lagers aufs äußerste zu- 
sainmengepreßt cinge.schlossen und zurückgehalten werden. 

Die Druckwirkung möge noch durch folgendes erläutert sein. 


*) Naturw. Wochenschr. 1901 — 1902. 



54 


Ini Frühjahr 19Ü3 wurde iu Chemnitz im Gebiet der Cliemuitzaue 
beim Gruiidgruben ein verschüttetes Torfmoor aus geschicliilicher 
Zeit aufgescldossen. 2 m unter der 8traßensolde zeigte sieh ein 
gelblicher Lehm (1 m), wie er sich in jeder Flußaue unter dem 



Abb. 53. Agterophyllites rigiduü (Sternb.) Hrong. 
Der steife Sternhalm. 




Abb. 54. Annularis sphenophylloides Zenker sp. Abb. 55. Sphenophylliini 
Das kcüblattähnlicbe Bingblatt. emarginatum ISrong. 

Ausgerundetoa Keilblntt. 

Ua.sen findet (Aulehm). Nach unten ging er in eine weißliche 
tonige Masse (15 cm) über, die sich scharf von der schwarz- 
braunen, stellemveise ganz reinen, an andern Stellen aber auch 
sehr durch tonige Beimischungen verunreinigten 80 cm starken 
Torfmasse abliob. Diese führte zalilreiche Ilolzreste und ruhte 
auf einem ebenfalls von solchen durchsetzten grünlichen 15 cm 



55 


starken Ton, der seinerseits aus pliyllitischem Quarz bestehendes 
Flußgeröll bedeckte. Eine Schichtung war an keinem der ge- 
nannten Glieder zu bemerken. Ein Flußlauf setzte hier zu- 
nächst seine Gerolle ab. Darüber bildete sich eine Schlamni- 
schicht. Allerlei da.s Wasser liebende Ptlanzen siedelten sich vom 
Ufer her an. Ihr Laub mischte sich im lierb.stlichen Fall mit 
dem vom Wasser herbeige.schwemmten Pflanzenmaterial, und so 
entstand eine mehr und mehr anwaehsende organi.sche Schicht, 



Abb. .IG. Annulnria stollata Wood jr. 
(n. PotoiiiÄ). Stvrnförmigcs Kingblatt. 



Abb. 57. Calamites Suckowi Urong. 
Suckow« Kalainit. 


zum Teil verunreinigt durch Flußschlamm, die die seichte Fluß- 
stelle in einen Sumpf wandelte, llei Frühjahrs- und Gewitter- 
Überschwemmungen wurde derselbe öfters von Flußschlamm über- 
deckt, woraus die Schicht von Aulehm sich häufte, die heute 
seine Torfma.s.sen verbirgt. Die Schicht ist zu dünn, um einen 
merkenswerten Druck auf ihre Unterlage ausUl^cn zu können. 
Nimmt man das spezifi.sclte Gewicht des Lehms mit 2 an, .so 
würde bei einer Pedecknng von 1 m Dicke doch .schon ein Druck 
von 2000 kg auf den qm der Torfoherfläche uusgeübt. Dies 
gäbe bei einer 100 m starken Überdeckung 200000 kg. Denken 
wir uns die.sen gewaltigui Druck durch lange Zeiträume fort- 
gesetzt wirkend, so ist leicht einzusehen, daß die solchem Druck 


56 


ausgesetzten plastischen iMussen aufs äußerste zusamniengt^preßt, 
die eingeschlossenen Holzteilc breitgedrückt, die Kolilenstotf- 
naassen zu dünnen Lagen zusammengequetscht, eingelagerte, so- 
wie die das Liegende und Hängende bildenden Lehm- und 
Tonmassen eine Umwandlung zu Schiefern erfahren müssen. 
Die Dicke der Schichten wird verringert und eine scheinbare 
Streckung der einzelnen Bestandteile nach der wagerechten Aus- 
dehnung hin erzielt. 

Die Schieferung, wie auch die Baiikuiig der Konglomerate 
und andrer Gesteine, ist demnach nichts ursprünglich Vor- 
handenes, sondern sic ist nachträglich durch Druck seitens über- 


Abb. 59. Trißonocarpns Noeg- 
gerathi Brongu (u- Hufmann u. 
Ryba). Xooggeratha dri;ikantige 
CordaHfnfnicht 

lagernder Gesteinsraassen erworben worden. Der Druck kann 
auch andre LT rsachen haben, worauf schon früher hingewiesen wurde 
und noch aufmerksam gemacht werden wird. Wirkte derselbe 
auf schichtenw’eise zur Ablagerung gelangte S(‘hlammu.ssen mit 
eingestdiwemmten Blattresten, so würden .sie zu Schiefern gepreßt, 
(He außerdem die jeweilige Unterbrechungsperioden andeutende 
Schichtfugen zeigen, die am deutlichsten dann erscheinen, wenn 
dunkle.s und helles Waterial wc^chsclt. B(dm Spalten kommen 
die Abdrücke auf den Scliichtflächen zum Vorschein. Die 
Schieferung.sflächen setzen in vielen Fällen durch dieselben hindurch. 

Auf Grund der g(>g(ibcncn allgemeinen Bemerkungen sei es nun 
versucht, da.s wechselnde Bild der Laiid.schafi in der Stein- 
kohlenzeit, wie es sich in den Verhältni.ssen des erzgebirgischeii 




Abb. 58. Cordaitea-Zweiß (n. Grand’Eury). 
a. Blattnarben, b. Blatt, c. Blütenatd. 



57 


Beckens spiegelt, vor dem geistigen Auge aufziibauen. Zwischen 
zwei langgezogenen, eben erst aiifgefalteten Gebirgsdämmen, an 
denen noch die Reste der Steinkolilenwälder hängen, zieht sich 


CM 



ein tiefes Hecken liin. Sein Hoden ist ungleichmäßig nach SW 
geneigt. In <ler Gegend von Flölia befindet sich eine tiefere 
Mulde innerhalb des Reckens und westlich von Chcirmitz von 
Hugau bis Zwi(jkan eine zweite ungleich weitere und tiefere. Pis 
ist anzunehinen, daß sie mit der nicht überall gleichmäßigen 





58 


Faltung des Gebirges in ursächlichen Zusammenhang zu bringen 
sind, wie auch die nur örtlich auftretenden Granitergiissc. Be- 
gi'cnzt wird das Btuiken im NW von dem steileren Rand des 
Granulitgebirges, während der Abhang des Krzgebirgsdammes 
weniger steil ist. Die Folge i.st, daß das Beckentiefste näher 
dem Rand des Granulitgebirges liegen muß. Durch dieses Becken 
ergo.ssen sich die durch die Gebirgsfaltung aus ihren ursprüng- 
lichen Bahnen gerissenen W'asser wild »md regellu.s, das Becken in 
seinen engeren Teilen noch tiefer au.swasclieud, die vSchichtenköpfe 
de.s Phyllitcs innerhalb desselben erniedrigend, die Kiilni- und 
Silurmuldc zum Teil einseitig abtragend, .so daß nur ihre NW- 
Flügel erhalten blieben. Der Strom des Mkis.sers regelte .sich 
schließlich zu einem Flußlaiif, der deti vorgezeiclmeten tieferen 
Beckenteil am Granulitgebirge hin als Bett erwählte. Fr floß 
südwestlich, weitete sich cin.seitig nach SO, in der Tiefe de.- 
Flöhaer Becken.s zu einem kleineren und we.stlich von (’homnitz 
zu einem größeren See, der in der Gegend von Ijugau-Olsnitz 
und Zwickau größere Auslmchiimgen nach S zeigte, .setzte am 
Boden der \\'a.sserbecken Konglomerate und Sandsteine ab und 
wendete sich um den Westrand des Granulitgebirges nördlich 
dem Meere zu. Die Gebirge sendeten ihm ihre Zuflihsse, von 
denen hauj)tsäclilich die Krzgebirg.swii.s.ser ihr mitgcbrachtc; 
Pflanzen- und Gc.steinsmatcrial im See ahlagerten. Die Zuflü.s.*e 
vom Mittelgebirge mögen gering gcwc.sen sein, da der dem 
Becken ziigekehrte Steilabhang des.sell)cn der Entwicklung 
größerer ^\'asse^läLlfe nicht günstig war. Dafür spricht auch das 
Zurücktreten des JSIittelgebirgsmateriales in den Konglomeraten. 
Gleichzeitig dringen von den Beckenrändern her in die seichteren, 
dem Erzgebirge zugekehrten Buchten zahlrciclie Pflanzen vor, 
die sich mit zunehmender Verringerung der Wassertiefe immer 
weiter in den See au.sbreitcii und große Teile de.s.selbcn zu Moor 
verwandeln. 

Es ist auffällig, daß sich von den analog den lebenden da.s 
.seichte Wasser und Sümpfe bewohnenden 26 Schaclitelhahn- 
gewächscji des Lugau-Ohsnitzer Reviers, hei denen die Flötz- 
zugehörigkeit festgestellt werden k(umte, 22 bereits auf dem Gruiul- 
flötz, zum Teil in größter Ilänfigkcit, nuftreten. Ein kleiner Teil 
ilc.s pflanzlichen Materiales der Steinkohlenablageruug 
im erzgebirgischen Becken mag demnach an Ort umi 
Stelle gewachsen sein. Andererseits brachen periodi.sch 
stärkere Wasserfluten, hervorgerufen durch juhrc.szcitlichc 
Regengüsse, Gewitterregen, Wolkenbrüche, Bewegungen der Erd- 
rinde, an den Gebirgshängen ganze Wälder, rissen viele Teile 
mit sich fort und lagerten sie an geigneten Stellen ab. 



59 


Auch Schlamm- und Sandmassen mit weniger Pflanzenmaterial 
wurden herbeigefiihrt. Es wurde eine Decke gebildet, die die 



Verwesung verhinderte. Neue AVälder ent.stand(;u und wurden 
vernichtet und auf diese Weise organische Lagen in weiter Er- 





60 


Streckung übereinander getürmt, getrennt durcli Schlamm, Sand | 
und Geröll. 

Bei den Verhältnissen des Oberkarbons ira erzgcbirgischen 
Becken dürfte sich aber kaum in jedem Fall entscheiden lassen, 
ob wir es in den FlÖtzen und den sie begleitenden Pflanzenresten 
mit am Ort entstandenem oder angeschwemmtem ^Material zu tun p 
haben. Die oft große Flötzmäehtigkeit sj)richt mehr für den 
zweiten Fall, denn sie setzte Torfmoore von solcher Stärke vor- 
au.s, daß man an ihrer ein.stigen Exi.stenz zweifeln müßte. Beide 
Faktoren wirkten wohl zusammen, so daß angenommen werden 
darf, daß die Kohlen des erzgebirgischen Be<‘kens entstanden sind 
vorwiegend in Seen, ganz untergeordnet in aMooren oder in 
beiden gleichzeitig aus angescliwemmten und daselbst 
gewachsenen Organismen. Die abgelagerten Pflanzenmassen 
wurden öfters überschüttet, und so entstand ein Sch ichtensy stein 
aus Schiefertonen, Sandsteinen, Konglomeraten und Kohlcnflötzen, 
welches die Tiefen des erzgebirgischen Beckens einebnete. I n- 
aufgehalten strömten nun die Wasser durch das.selbc, so daß cs ' 
während des letzten Abschnittes der Karbon- und unteren Rot- ^ 
liegendzeit nicht wieder zur Seen- und Moorbildung kam. ln 
<ler späteren stürmischen Mittelrotliegendzeit wurden die Stein- 
kohlenflötze und ihre Begleitschichten zum großen Teil almasiert 
und abgcschwcmmt. Jetzt ruhen sie unter einem Deckgebirge, | 
das an den tiefsten Stellen eine Mächtigkeit von 1000 m über- 
schreitet. Dasselbe übtt* einen .solchen Druck auf die Unterlage 
aus, daß die Kohlenstoiflager zu bedeutend schwächeren Ijagen 
zusarnmeugepreßt wurden. Die Kohlen erhielten dadurch lagen- 
weise Anordnung und ein streitiges Aus.sehen. Die über den 
Flötzen horizontal gelagerten, mit Schlamm und Saud ausgefüllten 
Rindenrohre <ler Sigillarien, die lokal im Dach der Flötze in 
Unma.sse angehäuft .sind und die hohlen Stengel der Kalamiten 
mit ihrem Inhalt wurden breitgedrückt. Die organische Sub.stanz 
sc^hwand dabei bis unter Millimeterdünne, so daß ein solches 
Kohlenhäutchen keinen Begrift* von der ursprünglichen Stärke 
des Pflanzcnteiles geben kann. 

Die Kohlenlager von Flöha, Lugau-Ölsnitz und Zwickau 
.sind jünger als die unteren westfälischen, ungefähr 
ghiichaltrig mit den Saarbrückenern und älter als die 
von Wett in. Eine Gliederung denselben nach Pflanzenzonen i.st 
nicht angängig, da das Auftreten der Pflanzen nicht an bestimmte 
Flötze gebunden i.st und der größte Teil derselben auf allen , 
Flötzen auftritt. Alle früheren diesbezüglichen Versuche sind 
gekünstelt und entsprechen nicht den tatsächlichen Verhältnissen. 
Nur insofern ließe .sich ein kleiner Anhalt finden, als einzelne 



61 


wenige Sj)ezies bis jetzt auf bestimrateu Flötzeii beobachtet 
wurden, wobei aber aucli bei der im Verhältnis zur Ausdehnung 
der Reviere geringfügigen Aufschlüsse der Zufall eine große Rolle 
spielen kann. 

An der Gestaltung der Landschaft hat die Karbon- 
formation in Sachsen ■wenig Anteil, da sic, abgesehen von dem 
Kulm der TIainichener Gegend, bis auf schmale 
Streifen vom Rotliegenden verchickt ist. Etwas 
mehr tritt .sie im Flöhaer Becken hervor, wo 
die Kohlensand.steine und Karbonporphyre 
einen lebhaften Abbau erfahren. Er.sterer wird 
ho.sonders bei der Finkenmiilde unweit Flöha 
gebrochen und findet als feuerfe.ste Auskleidung 
für Schmelzöfen Verwendung. Jn ihm finden 
sich nicht selten bis walnußgroße Kugeln von lon^MUca 
Schwefelkies. Auch ist ihm eine Schieferton- 
linsc eingelagert, die zahlreiche Pflanzenreste führt, z. B. Farne 
( Alethopteris lonchitica [Schl.] Ung., Sphenopteris mummularia 
V. Gutb. |Abb. 37]), Schachtelhalme (Asterophyllites longifolius 
Stbg.), Cordaitenblätter und -Früchte u. a. 

Oeinitz, Flora des Flöhaer Kohlenbeckens. 1854. 

— Die Versleincnjnpen der Htcinkohlenfornialiou in Sachsen. 1855. 

— Oeognoslische Darstellung der Steinkolilenfonn. in Sachsen. 1856. 

— Üher Arlhroj>leiini armata ,Jord. N. J. f. M. 1866. 

— Kreischcria Wiedei, ein fossiler l’seudoskor|)ion in der Steinkohle von 

Zwickau. Z. d. d. p. G. 1882. 

tiutbier, v., Abdrücke und Versteinerungen des Zwickauer Schwarz- 
kohlengehirges. 1835. 

Herzog, (Ic.sehichte des Zwickauer Steinkohleiiherghaues. 1852. 
l’otoni<5, Abbildungen und lleschreibungen fossiler Pflanzenreste. Lief. 1. 
1U04. 

Stcrzel, Palüontologiacher Charakter der Steiukohlenfonnation und de.s 
Itotliegeuden iiü erzgchirgisclic JiBeeken. 7. Ber. d. IN. G, zu Cheni- 
.. nitz. 1881. 

— Uber zwei neue Inscktenarten aus dem Karbon von Lngau. Fljenda. 

— Tabellarisehe Ül)ersicht der in der Steinkohlenformation hoi Lugau- 

Olsnitz bis jetzt aufgefimdenen organischen Reste und \'ergleichung 
ihres Vorkommens mit dem bei Zwickau und im Saar-Rheingebiete. 
Erläuterungen zu Stollherg-Lugau. 1881. 

— Paläontologischer Charakter der Steinkohlenforination von Zwickau 

und die Genesis der dortigen Flötze. Erläuterungen zu Zwickau- 
Werdau. 1901. 


XI. Die Granitergiisse der Stciiikolileiizeit. 

ln inniger Beziehung zur Auffaltung der sächäischen Ge- 
birge in der Karhonzcit, zu denen auch da.s Lau.sitze.r Rergland, 
der nordwestliche Ausläufer der Sudeten zu stellen ist, steht das 



62 


I 


Aufquellen der meisten sächsischen Granite. Dertiranit ist ein 
Erstarrungsgestein, d. h. er stammt aus dem Erdinnern, oder wenn 
man .sich der neueren Theorie Stübels anschließen will, der 
I’anzerdecke, die den glühenden Erdkern unter tlen ältesten 
(festeinsschiehten einschließt. Diese Danzerdecke besteht nach 
<les genannten Gelehrten Ansicht aus der ersten Erstarrungskruste ^ 
des Erdballs, welche oll und an unzähligen Stellen von riesigen 
klrdmagmastromen durchbrochen und überlagert wurde. Die 
Massen erstarrten an ilirer Außenseite, blieben dagegen im Innern 
glühend und zähtiilssig, wurden von neuen .\nswurlsmassen über- 
schüttet und waren am Ende dieser unendlich hingcji Erdbildungs- 
poriode allseitig eingc.schl«>sscn. Diese Panzerdecke stcdlt also 
keine in sieh gleichartige Masse dar, sondern besteht aus Er- 
zeugni.ssen sehr versehicidener Aushruchszeiten und enthält in 
ihrem Innern eine unermeßliche Zahl von Magmalierden, die 
durch die ganze Masse ungleichmäßig verteilt liegen. Die Dicke 
der Decke wird als eine gewaltige bezeichnet und als Beweis die 
Mä<daigkeit der über ihr lagernden, meist in \V asser abgesetzten 
Gesteinsmassen angefUlirt, deren zu vielen Tausenden von Metern 
aufgotünntes Material der l'anzcrdcckc entstammt. Alle vul- 
kanischen Er.schcinnngcn der Vergangenheit und Gegenwart seien 
ohne Ausnahme auf die Tätigkeit der in der Panzerdecke ent- 
haltenen Magraalierde zurückzuführen. 

J)ie Eriiptivgesteine bestehen aus Kieselsäure, Tonerde, 
Kalium, .Natrium, Kalk, Magnesium und Eisenoxydul. Nach dem 
stärkeren oder .sehwachereu Vorhandensein kieselsäurereicher 
Mineralien und dem Uberwiegen der anderen unterscheidet man 
saure, das sind kieselsäurereichc (78 — und basische, das 
sind kie.selsänrearme (rj6 — Gesteine. Zn ersteren gehören 
Granit, l*cclisteine, Quarzporpbyr und Phonolith, zu letzteren 
Diabas, Melaj)hyr und Basalt. Es gelangtcu also bald saure, 
bald basische Laven zum Ausbruch. Dies läßt sieh dadurch er- 
klären, daß innerhalb eines Maginaherdes eine ungleichartige 
Mischung der Bestandteile in der Weise herrscht, da.s einzelne 
Teile des Magmas reicher an Kieselsäure, andere ärmer daran 
sind, so daß bei einer Entleerung dc.s Herde.s leicht eine Spaltung 
in kieselsäurereiche und alkalienreiche Partien .stattfiuden kann. 

Dies kommt in kleinem Maßstsih in der sogenannten Sohlieren* 
hi 1 düng vieler Krupti vge.steine, so auch des Granits, zum .Ausdruck. In 
einzelnen bagen oder Linsen treten Q.uarz und Feldspat so zurück, und 
iiiniint der Glimmer so üherhand, daß ein völlig anders geartetes Gestein 
vorzuliegen schoini, das kIcU schon durcli seine dunkle Farbe von dem 
übrigen abheht. Wir haben es mit einer Anreicherung der basischen Be- 
standteile de» Granits zn tun, die in der ungleichrnämgen Mischung de» 
Magmas begründet ist. Andererseits kommen auch solche vor, die kiesel- 



G3 


säurercicher »ind, in denen Quarz, und Feld.^pat verhiUtuismäßig reicher 
vorhanden nind und der (TÜunner ganz, verschwindet. 

Die Stniktiir eines Krstarruii^ffcslcincs ist im all- 
gemeinen von dem Drucke bedingt, unter dem die Abkühlung 
erfolgt. Als sieh die Gesteinsschichten des Erzgebirges aiiftalteten, 
ging dieser Prozeß Jucht gleichmäßig vor sich. Einzelne Schichten 
lösten sich von ihrer Unterlage, und es ent.standen so Hohlräume 
von bald gi’üßcrem, l>ald geringerem Umfang, oft auch nur Spalten. 
Durch die .\uffaltung trat Druckentlastuug ein, und auf Brüchen 
drang aus einem der darunter liegenden Magiuaherde ein Ge- 
misch von Kieselsäure, Eisensalzen, Kali und Tonerde empor und 
erfüllte sämtliche Hohlräume. 

/.ueiiiander, und in buntem 
Gemisch bildeten sich immer 
größer werdende Kristalle von 
Quarz, Feldspat und Glimmer. 

Da aber der Abkühlungsprozeß 
der Lava tief unter der Erd- 
oberfläche nur langsam vor 
sich ging, liatlen alle Bestand- 
teile Zeit, völlig au.>«zukristalli- 
siereu, wodurch ein Gestein 
entstand, das aus miteinander 
innig verwaehsenen Kristallen 
besteht, einkörnigesGetuge zeigt und darumden NamenGranit erhielt. 

Nun können aber Eruptivgesteine genau so wie auch die 
Schichtgesteine einer Umänderung durch Gebirgsdruek unter- 
liegen, wodurch sic ihre massige Struktur einbüßen und eine 
schieferige, gneisUhnliche Besehaflenheif unnehnion. Durch den 
Druck werden die (Quarze and Feldspate zertrümmert und die 
Hruchstückehen gegenseitig verschoben, wodurch eine Verzerrung 
<ler Kristalle in die J/änge stattflndet und die GlimmerUuuellen 
geknickt, gebogen oder zerfetzt werden. Mit die.sem mechanischen 
l^rozcß geht die Neubildung von (^uarz, Muskovit, Chlorit und 
anderen Mineralien vor sieh, ln solche gneis- ja pliyllitähnliche, 
• lurch Druck ausGlranit hervorgegaugene Schiefer ist der Lausitzer 
Granit an mehreren Stellen miigcändcrt worden, ebenso der 
Gratiit von Gottleuba und Maxen; so ist auch die Pkitstelmug 
<ler roten Gneise zu erklären, 

HiUiüg führt der (Trunit ia einer küruigon (trundma.'^sc von nonnalem 
gianitisclien (Jefüg«* I'eldsjnito von mehr oder nümler dcutliclier 
Kristalll)egrenziing. Hierher gehört der Granit ((tranonhyr) von 
•''i'hlettau, der außer i>is 5 cm großen Feldspatkristallen auch reichlich 
l’init, ein gliminerige.s Mineral, das durch llmwamllung aus (,'ordierit 
iiervorgegangen ist, in bis 10 mm langen und 6 mm dicken, sich leicht 


Gleichartige Teilelien fanden sich 



Abb. C3. Jd«ales Profil durch einoii Oranit- 
stock (liakkiilith). 



64 


auK dem Gestein lösenden Kristallen enthält. Granophyrgilngc durch- 
setzen zahlreich den Syenilgranlt hei Gleißen. 

Erscheinen in einer feinkörnigen his dichten Grundinasse kristallische 
Ausstdieidungen von Feldspat, (.iuarz und Biotit, so nennt man diese.K 
Gestein Granitporphyr. Derselbe findet sich ini Leipziger Krei.se hei 
Beucha, Brandis, Trebsen und Wurzen, im Erzgebirge bei Frauenstein, 
Altenberg und Graupen. ^ 

Die .säclisisclien Gninitc hiklen infolge des lokal verschiedenen 
Anftreten.s einzelner Gemengteile viele Varietäten. Als Granit 
im tmgeren Sinne bezeichnet man jedes Granitgestein, das hellen 
und dunklen Glimmer führt (Greifenstetn, Stockwerk bei Geyer). 
Ist nur Biotit da (Mittweida, Burgstädt, Lausitz), so nennt man 
ihn Biotitgranit (Granit). Biotitgranit setzt fa.«5t ganz allein die 
.säeh.sischc Lausitz zusammen. Die daselbst unge.setzten St<*inbrücho 
bringen jährlich (ai. IfiOOOO t Ciranit zur Verladung. Einen auf 
(xängen bekannten, also an Störungen im Gebirg.sbau gebundenen, sehr 
grobkörnigen Granit nennt man Pegmati t. Er durchsetzt häufig die 
(.Jranulite des säclisischen Mittelgebirges und liirgt in Drusenräumen 
zahlreiche, prächtig aaskristalli-sierte Individuen von schwarzen, ' 
grünen und roten Turmalinen, Topas, Apatit, Bergkri.stall, Raiichquarz, 
Glimmer, Fcld.'Äpat n. a. Die rcich.stc Ansbente ergaben Gänge 
in Steinbrüehen der Gegend von Penig, hei Limhach und solche, 
die beim Bati tler Muldentalbahn angebrochen wurden. Oft .sind 
in dem sie bildenden Gestein die grollen Feld.spatindividuen ^ 
schriftgrani tisch vom Quarz durchwachsen, d. h. der (inarz 
ist in l''onn von dünnen und schmalen, ziemlich parallelen, in 
der Läng.‘^richtung öfter.s winklig geknickten Lamellen den Feld- 
spatkristallen eingefügt. Auf dem Querhruch sielit ein .solcher 
Feldsj)at wie eine Steintafcl mit orientalischen Schriftzeiehen aas 
(Rochsbnrg, Chemnitztal hei (xarn.sdorf). Die ganze Art de.s 
Auftretens dieser Gänge und ihre Mineralienführung deuten 
daraufhin, dallsieans wU.s.serigen Lösungen, die d(‘m Nachbargestein 
entstammen, abgesetzt wurden. Sie verheilten gewi.s.sermaßen die 
Brüche des Gebirges, wie der Knorpel die gelwochenen Knochen. 

(.)ft stellt .sich grüne Hornblende im Granit ein, der (),iiarz 
tritt zurück, verschwindet .schließlich fast ganz, so daß Syenit 
(Meißen, Planen.scher Grund, in Gängen und Blöcken hier und 
da im Erzgebirge) entsteht. Derselbe zeigt, gleiche kri.stullini.sche 
Au.shildung wie der Granit und unter.scheidet sieh von diesem 
wesentlich <lurch den Mangel von (:),iiarz. Er besteht fast nur 
aus Feldspat und Hornblende, wozu sich nianelimal Jiiotit geselP. 

Bei dem Aufdringen uml während der in langem Zeitrainnc 
vor sich gellenden Ahkühhmg de.s Granitmagmas wurde durch ' 
die hohe Wärme der Lava das Nachbar- und Deck- 
gestein so sehr beeinflußt, daß in ihm durch Umwand- 



65 


lan^ und rmkristallisieniiia: der bereits vorliandenen 
M ineralbcstandtcile und Austreibung von Wasser völlig 
j.euc Mineralien entstan<lcn, ja gänzlich anders geartete 
Gesteine erzeugt wurden. Nähert man sieh den Granitfelseu des 
Greifensteins von Thum aus, so findet man auf Wegen und 
Ackern normalen hellen Glimnierscluefer. Bei größerer An- 
näherung stellen sich einzelne, dem bloßen Auge kaum w'ahr- 
nchmhare dunkle Grunmerblätlchen und feiue, weißliehe oder 
hrUunliehe Nadeln von .Vndalnsif, selten auch vierseitige, schwarze 
bis 2 mm große Täfelchen von Ottrelith ein. Der dunkle (Tlimraer 
(Biotit) und Andalnsit nehmen Immer mehr überhand, werden 
größer und bilden in der Nähe d(>r ( rranitgrenzc zentimeter.starke 
ICnob'u und Dagen von größerer oder geringerer Ausdehnung. 
Deutlielier und großartiger tritt dies an jedem der erzgehirgischen 



Abb. 64. Profil durch den Kontnict der Granite von Kibenstock und Oberachleraa mit Phylitt 

(n. Dalmer). 

0. = Granit, p. — unverändortor PUyllit. f. = FrucUlaohiefer. a. = Andalusitglinimorfela. 


Granitstöcke und in den Kamlzonen und Decken des Lan.sitzer 
AI.a.s.sivs und seiner Ausläufer zutage. Da der erzgeht rgisehe (irranit 
unter Bedeekung von (ilirnmersehielurn, Urtonschiefern und kam- 
bri.schen 'ronschiefern erstiuTte, sind ilie.se Gesteine in weiter Aus- 
dehnung verändert. Jn größerer Entfernung zeigen die Schiefer 
Flocken und kleine Getreidekoni ähnliche, mehr oder weniger .scharf 
umgrenzt Deisten (Fruchtschiefer), die sich in den meisten Fällen 
auf Andalnsit znrückführen la.ssen. J)ie schön.sten Fruclit schiefer 
finden sich hei Theuma i. \\, von wo aus sie als Trottoirplatten, 
Treppenbeläge, Klinkerplättchen usw. in große Teile .Sachsens ver- 
t'cliickt werden. Die Grundmas.se ist hei ihnen noch unverändert, 
wird aber bei größertn* Annäherung an den (rranlt krlstalliniseher. 
Nun stellt sieh dunkler (xliinmev ein, derselbe und der Andalu.sit 
nehmen .so üherhand, daß schließlieh ein (Jestein entsteht, das 
jede .schieferige (Struktur eingehüßt hat, und <la.s man Anda- 
iQSitgliniiiierfclH nennt. Manchmal tritt der vVndalusit auch in 
der Form des Chia.‘*k)liths auf (Dorfsta<lt i. V.). 

Aiuhilusitgliininerfela, Cordicritschicfer uiit viel dunklem (ilimmer, 
Pelz, GeolOßio des Könißreichs Sachsen. 5 


66 


fiurch Crniphit gefärbter Quarzitschiefer, Chiasiolithschiofer iiml Frucht- 
schiefer liiuleu sich auch iui («renzbereiche des Meißner Granit- und 
Syenitgebiote.s und seiner elbtnlgebirgischeti Furtsetzung, Hier sind von 
der Umwandlung kambrisc.be und sihirische ^^chiefer betroffen \v«)rden 
|>!trehlaer Höhen, Triebischtal', ebenso im Müglitztal, hei >rarkersl>ach usw. 
Der Lausitzer Granit, ist hnuptsächlicli mit untersilurischen (Jrainvaeken 
in Berührang gek<imim'ii. In denselben ist Feldsjnit neu gebildet wurden; 
auch zeichnen sie sich durcli reichliche F'Tihrung von ( 'ordierif knoten aus. 
- Durch die Bcrühnnig mit der gliUllilssig« ti Granulitlava S. 17) waren 
schon in einer früheren Periudt* 'l'eile der Glimmerschicferltedeekung ini 
Gebiete des säeh.sischen Mittelgebirges in Biotit-, (.lordierit , (»raphit-, 
Grunat-Andalusitgneise, in ( !neisglimmcrschiefer, Garbensehiefer, Frucht- 
.schiefor, Knotenschiefer, Ottrelith.schiefer usw. umgcwandelt wurden. 

Durch den unterirdisdieu Krguß de.s GranitJimiriua.s i.«t 
stellemvei.se nicht nur eine Uimvandlung vorhamiener (.re-steins- 
bestandteile durch den Einfluß der liohen Temperatur erfolgt, 
sondern e.s hat auch eine Zufidir cliemi.scher Lü.stmgen statt- 
gefunden. Dies gellt aus dem Auftreten von Tiirmaliiischiefern 
hervor. Auf dem Auersherg finden sicli y.aldreiehc Stücke davon. 
Eine nähere Untersuchung zeigt, daß derscHie weiter nichts i.st 
als ein Andalu.sitglimmerfels, der von Klüften aus infolge Zufuhr 
von borsäurehaltigen Dämpfen, die dem Magma entstiegen, mit 
Turmalin imprägniert erscheint. Daß gerade das Magma des Eibcn- 
stocker und Kiichbergcr Granitma.s.siv.s .selir reich un Bor- und 
Elußsänrc war, beweist das häufige Auf treten von .seh Warzen, strali- 
ligen Turmalinsonnen innerlialb des G ranites selbst (Tiirmalingranit). 

Auf ein Ileranfdringcn borsänrehaltiger Itämpfc in da.« 
deckende Gestein ist auch tlas Vorkommen von Axinit in (iuarz- 
knauern und t^uarzsclimitzen des Phyllitgneises vom Ameisenberg 
l>ei Zweibacli, unweit der Tellerliäu.ser, zurückzufulii’en. Axinit 
findet sich dort fast in jedem Stück des bei iler Verlegung einer 
kStraßcn.streckc verwendeten Gesteines. Ist der Grajiit in der 
Nähe auch nicht aufgeschlossen, so deutet doch das Auftreten 
von Turmalinschiefern und Zinnerzgängen südlich dieser Stelle 
und das Vorkommen von Granitbruchstücken im Basalt von 
Oberwicsenthal die unterirdische Erstreckung des (Tranites noch 
weiter nach O hin an. 

Eine Folge der GraniternptioDen ist auch die Entstehung 
(h's Topasbrocke.nfelses vom Sclmcckenstein bei Schöneck i. V. 
Mitten im dieliten Forst erhebt sieh daselbst eine 17 m hohe 
Eelsklijipe. Sie besteht aus faustgroßen, vereinzelt auch bedeuteiul 
größeren Bruchstücken eines Turmalinschiefers, welche durch 
weiße Quarzadeni und gelbliche Topasmasse, miteinander verkittet 
sind. Innerhalb der verbindenden lVIas.sen finden sich Drusen- 
räume, die mit weingelben Topa.skristallen von durcbschnittlicli 
Zentimetergröße bekleidet sind. Im Grünen Gewölbe zu Dresden 



67 


werdeu solche bis zu 9 cm Länge und 4 cm Dicke aufbewahrt. 
In früheren Zeiten waren die Schneckensteiner Topase selir ge- 
schätzt, Man teilte sie ein in Hing-, Hemdenknopf-, Schnallen- 
und Einfaßsteine. Bezahlt wurde für ein Pfund Ringsteine 10 — 15, 
für eine gleiche Menge Heindcnknopfstcinc 8 — 10, für Schnallen- 
steine 5 — 7, für Kinfaßsteine bis 4 Taler. 1737 wurde eine 
eigene (Jewerkschaft zur (xtjwinnung der Topase gegründet. Die 
Zeche war Tage.szeche und nannte sich „ Königskrone Die ge- 
schäftsmäßige Ausbeute der Euudstätte hat schon seit langem 
aufgehört. Zur Schonung des interessanten V’^orkonunnisses ist 
es heute überhaupt verboten, dort zu „klopfen“. Die Klippe ist 
nur der kleine Teil eines (isinge.s von Keilmugsbrcccic innerhalb 
des Nachbargesteines, der durch die V’^erwitterung desselben ent- 
blößt wurde. Hier befand sich einst eine Verwerfungsspalte im 
(Jestcin, deren Ränder sich bei der Verschiebung der Schollen 
gegenseitig in viele Bruchstücke zerrieben. Die losgerissenen 
Schieferstückc erfüllten die klatfendc Spalte und verfielen hier 
infolge des handringens von fhiß- und hor.sänreh.altigen Dämpfen 
der Turnialinisicrnng nnd dann infolge weiterer Zufuhr von Fluß- 
säurc der Topjisierung. Kin mächtiger (Jung von Reibnngsbreccie 
erfüllt auch eine bez. zwei Spalten, an welchen die erzgeb irgische 
(riieisformatiun in das Niveau der Phyllite gerückt worden ist. 
Sie tr<!ten ain Kuimerstein bei August usburg zutage und zeichnen 
sieb aus dureh Eülirung von blauem nnd grünem Flußspat und 
(iuarz in allen .Müinderungcn. Zu verwechseln ist der Topas- 
lu'ockenfels vom Schneckenstein nicht mit dem Topa.sfel.s von 
(Jever. Derselbe fand sieh (der Bruch wurde 1902 verschüttet) 
in Schlieren von Faust* bis Kopfgröße im Greisen beim Schieß- 
luiu.s. Der (ireisen selbst ist eine feldspatfreic Abänderung des 
Granites, die aus C^narz und etwas Glimmer besteht. An ihn 
sind Zinnsteinvorkommen hei Geyer und Altenberg gebunden. 

Die Kontiikiwirkuilgen erstreckten sieh auch auf 
Kiilklager, So ist der dichte Sihirkalk von Miltitz durch den 
Meißner Syenit in ziemlich grobkristallinischen Marmor mit 
Granat, (.'ordierit, V’esuvian und anderen Mineralien umgewandelt 
worden. Auch der sibirische Kalkstein von Berggießhübel hat 
durch den Granit teils (dne Veränderung in Marmor und (Jranat- 
lels erfahren, teils Ist er durch Magneteisenerz ersetzt, dem 
Kisen-, Kupfer- und Zinkerze beigemengt sind, die jetzt noch 
auf der Halde der Mutter Gottes-Zcclie gesammelt werden können. 
'Jede Spur von Versteinernngon innerhalb der Kalksteine ist 
<lureh den Umwandlungsprozeß verloren gegangen. Gleicher Ent- 
stehung sind die meist mit Kalklagern verbundenen Erzlager in 
der Umgebung von Schwarzenberg. 


5 * 



68 


Die ehemals che Granite deckenden, znm größten Teil um- 
gewandellen Schiefer sind wie ein großer Teil des Granites selbst 
zerstört und als Sand, Ton oder Geröll an anderen Orten abgelagert 
worden. Dies spielte sieh teilweise schon im letzten Abschnitt 
der Steinkohlenzeit ab, denn in Kotlicgendkonglomeraten ündeii I 
wir Geröllc karbonischen Granites, zum Beweis, daß tlie Granite 
damals schon entblößt waren, ITeuto treten sie in großen Flüchen 
(Taiusitz) und vielen größeren oder kleineren Stöcken und Gängen 
(Erzgeblige) zutage, is^amentlich im Erzgebirge werden die Stöcke 
von den Kesten der ehemaligen Schieferbedeckung kranzförmig 
nm.schlo.ssen, so daß mau von Koiitakthöfeii .spricht. Oft gehen 
dieselben in einander Uber (Schwarzenberg-Aue-Kirchberg-Eiben- 
stock), so daß mmi schon daraus auf einen nnfcrirdischcii Zu- 
sammenhang der Granite schließen kann, was auch durch berg- 
hauliche Tiefbauten in jenen Gegenden teilweise nachgewiesen ist. 

(Jredner, Über den (.rranit, stock von (leyer i. E.V, 1878. 

- Uber die (rnnesis der granitirtcben (TÜnpe des sächsischen (Jranulit- 
gebirpes. Z. d. d. g. (r, 1882. 

Haloiuon und His, Körniger Topasteis im Greisen bei Gever. Z. d. d. ^ 
g. G. 1887. ■ I 

Htelzner,_ Die Granite von Geyer und Ehrenfriedersdorf. 1865. I 

Ötübel, Über den Sitz der vulkaui-schen Kräfte in der Gegenwart. 1901 I 


XII. Das Rotliegende. 

Zu einer Zeit, wo über die begrabenen Kohlenschätze des 
erzgelnVgischen Beckens die Wässer dahinströmlen, die Seliichten 
teilweise wieder abtrageml, bildete in der Gegend des heutigen 
riuiieuHclieii Griiii(le8 eine neue Flora, die viel Verwandtes, 
aber auch große, ins Auge springende Vers(;hiedenheiten mit der 
der Karhonzeit zeigt, wiederum Kohlenschichten. Wir finden 
dieselben oder wenigstens die entsprechende Flora, um nur einige 
Orte zu nennen, außerhalb Sachsens wieder bei flfeld im Haiv 
und Manebach im Thüringer Wald. Auf v'crscnktcn Gebirgs- 
teilen liegend, sind die durch sie gebildeten Stcinkohlenflötze iind 
ihre Beglcitschicliteu der späteren Vernichtung entgangen. Man 
möchte annehracn, daß die Becken, in denen die Schichten zur 
Ablagerung gelangten, auf Hochflächen der damaligen Gebirge 
.sich ausbreiteten, während in den tieferen Mulden zwischen den- 
selben unaufgelialteu fließende Wäs.ser ihre Bildung verhinderten. 
In Sachsen werden Steinkohlenflötzc dieser Periode in der Um- 
gebung von Potscbappel durch mehrere große Steinkohlen werke 
abgebaut. l)a.selbst sind mehrere Flötze vorhanden. Das oberste 
ist durchschnittlich 3,5, im Maximum 8 m mächtig. In seinem 




Abb. 65. PocüiiteriB fenimaofortnis (Sohl.) Sterzei 
(ii. Sterzol). 

Ein Kainmfarn. 


Abb. 66. CallipteriB praelongata 
Weias (n. Sterzei). 
Verlängerter Schiipi'arn. 


Abb. 67. Taoniopteris Plauen- Abb. 68. BranolnoaauruB amblystorous Cred. 

aia Sterzol (n. (lainitz). a. Kückcnauaicht (•/,), b. Bauohpanzer (’/j), c. Zahn (15). 

Bandfarn au» dom Plauenscheu (n. Croduer). 

Grunde. Kurzmänllgor Kioinonsanrier. 

‘Steiiikolilenzeit so liaiifigen Lepidodendron und Sigillarien felilen, 
Neben vielen Ealamarien (Cidarnites, Astorophyllites, Annularia 
■‘^phenophylliim) finden sich zahlreiche Farne (Abi). 65 — 67) in zum 
Teil neuen Gattungen wie Callipteris (Abb. 66) und Taeniojiteris 



70 


(Abb. 67). Dazu treten als typisehe Vertreter der Koniferen deren 
Stämme ( Araucariten) und benadelte Zweige ( W aleliia). Zum ersten- 
male finden sich die Stammreste der Kalaiiiarien und Farne in einem 
Erhaltungszustand, der auch die ßetraolitung der inneren Struktur 
gestattet, in größerer Menge. Deninige Stücke, namentlicljKalatniten, 
erscheinen sehr häufig, sind aber gewöhnlich breitgedrüekt. Die 
innere Struktur zeigenden Farnstämme nennt man Psaronien. 
Irn Mittel- Holliegenden erlangen sie den vollkommensten Grad der 
Erhaltung, weswegen ihrer dort eingehender gedac-ht werden soll. 

Ohne jede scharfe Grenze legen sich über das llnler-Rot- 

liegende im Plaueusclien Grunde die 
aus bunten Scliieferletten, SandsUu'nen 
und Tuffen bestehenden Schichten 
desMittel-Rotliegeiiden. Bei Nieder- 
Miederliäßlich sind demselben imSüß- 
wasscr entstandene Kalksteinbänkc 
eingesfüialtet mit einer reichen Fauna 
von U 1 * V i e r f ü ß 1 e r n , l>cstchen d au.' 
zahlreichen Sehuppenlurehcn und 
einigen Ilej)tilien. Einzelne Arten 
davon, so der Branchiosaurus ambly- 
.stomus Cred.(Abb.G8)nebstseinen Lar- 
ven, sind in einer erstaunlichen Anzahl 
von Excmplai'cn vorhanden. Der ge- 
nannte Saurier zeigt einen breiten 
Kopf mit weit(un Maul, in dem 
kleine, glatte, hohle, kegelftJrmige Zähne 
auf den vorderen Teilen der Kiefer stehen. Der Schwanz ist kurz, der 
Bauch im (iegensatz zu den jetzt lebenden Amphibien durch einen 
kleinschup|)igen Panzer geschützt. Er lebte in einem weitausge- 
dehnten .seichten Tüm]>el, der den Boden einer Mulde bedeckte. Von 
den mit niedrigen und baumartigen Farnen neb.st allerlei Schachtel- 
hahngewächsen be.standcnen .-Vbbängen strömte kalkhaltiges Wasser 
ein. Zu Tausenden tummelten sich die kiementrageudeu Larven 
der kleinen Saurier in der Flut oder Hohen vor den erwachsenen 
rndividiien ihrer eigenen Art, die auf sie Jagd machten. Doch 
lebten letztere wohl mei.st am feuchten, waldigen Gehänge, von 
wo aus ihre Leichname wde ancli die der mit vorkommenden 
Hcptllien von fließenden Gewässern in den See eingeschwemint 
wurden als willkommenes Futter für die Larven. Auf Wasser- 
transport deutet die Erhaltuug der größeren Skelette. Dieselben 
.sind meist zerstückelt oder die Knochen gegenseitig verschoben, 
während die Hest<‘ der Ijarven in vollkommenster Erhaltung 
vorliegen. So kommt es auch, daß von vielen, besonders den 



Abb. 69. Arebagosaurus Decheni 
Goldf. (ii. Cradiiarl. 
Dechens [Jrätturier. 


71 


lieptilieu nur Bruchstücke oder einzelne Knoohen beobachtet 
wurden. Während der kleine Branchiosaurus nur wenige Zenti- 
meter groll ist, erreichen andre Längen bis über 1 ni (Sclerocc- 
phalns labyrinthicuH Gein.). Von den ini Plaucnschcn Grunde 
vertreteueu Sauriern erlangt im Rotliegenden auch andrer Länder 
die weiteste Verbreitung der Archegosuurus Decheni Goldf. (Abb. 
69), der sich von den andern schon wesentlich durch seine lange, 
spitze Schnauze unterscheidet. 

So wie die Gegend des heutigen Plauenschen Grundes, war 
in der mittleren Rotliegendzeit auch sonst der größte Teil des 



Abb. 70. l'teroiihyllum Cottaeauum v. Oulbier (n. Geiuitz), 
Kin Cykadceiiblatt, 


Königreichs Sachsen der Schauplatz reger Tätigkeit seitens fließen- 
der Gewässer. Das Zerstörungswerk, das in der Oberkarbonzeit 
begonnen hatte, wurde fortgo.sctzt. Rcgcngü.ssc imd Waaserfluten 
wuschen die böheren Teile <ler Gebirge zu langen, platcauartigen 
Hochflächen ab, aus denen die Stöcke härteren GovSteins, wie von 
Granit, Ilornblendcgestoinen, (Quarzit usw. sich immer mehr hei- 
aushoben. In wilden Fclsklippen ragten die Granulite des Mittel- 
gebirges und die Granite der ej-zgeblrgis(‘hen Massive hervor. 
Aber einmal von den sie einst verhüllenden, durch die Kontakt- 
inetamorphosc verfe.stigtcn S(!hi(iferhüllen entblößt, fielen sie rasch 
der Verwitterung zum Opfer, die infolge des hohen Fekhspat- 



i^;ii-^iiiu ^airgg*49 fey 


"•TTttm 




gehaltes dieser Gesteine von Rissen und Klüften aus durch die 
Kaolinisierung des Keldspates besonders rasch fortschreitet. 
Dieselbe beginnt an der Außcn.seite der Kristalle und dringt auf 
Kissen und Spältchen in das Innere vor. Kali, Natron, Kalk, 
Kisenoxydiil tverden vom kohlonsUurehaltigen ^V'asse^ aufgelöst 


"l. V*ftronltt8 iiifHTCtiif l'ug. (n. Zeillerl 
Mit Leitliiindoln orfülUcr Varnstamm. 


und wie auch ein Teil der Kieselsäure fortgeführt. Pis bleiben 
zurück Tonerde und Kieselsäure, wozu etwas Wa.sser tritt. Im 
Verlaufe des Proze.sses verliert der P^'eldspat seinen Glanz; er 
w'ird bleich. Spaltbarkeit, Härte und Zu.sanimenhalt verringern 
sich, bis schließlich ein weißer Ton, das Kaolin, übrig bleibt. Die 


Chpmnthi'f. 


Prnfll fliircli das erzgebirgiBcho KeckRii lict Chvmniti! (n. Sifigort), 
8. 8ilur. k. Kulm. r. Kotliogencles (P. t. Tuff), 


freigewordene Kieselsäure erfüllt Spalten und Höhlen im Gestein 
und veranlaßt .so die Pviitstehung von (Quarzgängen und -Linsen, 
die, da die Bildung von den Seiten her erfolgt, ihre Kristall- 
spitzen, wenn es nicht zu völliger Ausfüllung kommt, von den 
Seiten her nach innen kehren. 












73 


Die zu Grus zerfallenen, verwitterten Cesteinsüherreste 
wurden, wie auch un verwitterte Brocken und die (juarzreichen 
Teile der (irneise, (rlininKTschiefer, Phyllite und sonstigen Gesteine 
hinab in die Becken (Abb. 72) gespielt, dabei die gröberen Stücke 
je nach der Lange des Transportes mehr oder weniger abgerollt. 
Sie bildeten die Veranlassung zu dem gewaltigen Anwachsen der 
Sande, Konglomerate und Schieferletten des mittleren und 
oberen Kotliegenden, die in mächtiger Keihenfolge das erzgebir- 
gisehe Becken bis nach Thüringen hinein auffüllen und auch in 
Nordsachsen weite Gebiete einnehnien. Die vorherrschende Farbe 
ist rot, ein Beweis für das damals überwiegende trockene Wüsten- 



Abb. 73. Medullosa stcllata von Cotta (n. Storzel). 
Gesternter MurkViamn. 


klinia unsere.s Vaterlandes, in dem jede bei heftigen Regengüssen 
neugebildete Schicht lange genug den heißen Sonnenstrahlen aus- 
gesetzt war, um das in ihr enthaltene wasserhaltige Blaumeisen 
in wasserfreies Roteisen umzuwandeln. Aus den klimatischen 
Verhliltni.ssen erklärt sich auch die fast völlige Fossilfreiheit dieser 
Bildungen. 

Doch fehlte es zeitlich und örtlich auch nicht an wasser- 
reichen Stellen, die sogar Seen- und Moor- und damit verbun- 
tlenc Kohlen f lützbild ung begünstigte. Bei vielen Schacht- 
leufen im erzgebirgischen Becken wurden nucii im Rot liegenden 
über dem eigentlichen Stcinkohlengcbirge graue Schiefertone mit 
zum Teil vorzüglich erhaltenen Pflanzcnabdrücken iiml schwachen 
Kohlenflötzchcn angetrotfen, <lie «1er Zwickauer Bergmann als 
»wildes Kohlengebirge“ bezeichnet. Ihrer großen Ähnlich- 


74 


keit mit den uiiterlagernden Kurbongcbildcn wegen ursprünglicli 
zu diesen gezogen, gelang es später auf Grund ihrer Mora die 
Zugehörigkeit zmn Rotliegenden naehzuweisen. Außer zahlreichen 
Schächten des Zwickauer und Ölsnit z-Gersdorl‘er Reviers waren 


es auch ergebnislose, bergbauliche Versuche bei Grüua, weicht 
die Reste litderten. Neben einer seltenen, nur bei letztgenanntem 
Ort entdeckten Sigillarie (S. mutans Weiß), die als Jüngster Typus 
rippenlos ist, sind es zahlreiche Farnreste in vielen Gattungen, 
Schachtelhalme, Walchien und Curdaitenblättcr, -Blüten und 
-Früchte, Staminrcste von Koniferen und Pterophyllum (eine 

Cykadcf Abb.7 Oj), die 



die Flora zusammen- 
setzen. Das Bild ver- 
vollständigen eine 
Anzahl später zu be- 
sprechenden Por- 
phyrtuften einge- 
bettete Pflanzenreste 
(Reinsdorf, Hilbers- 
dorf, Markersdorf, 
FlÖha, Buohheim, 
Rüdigsdorf). 

Besonderes Inter- 
esse beanspruchen die 
verkieRelten Hölzer 


Abb. 74. CalamodendroT) Striatum Cotta sp. lu, Cotta). 
GesitreiftoB Kalamitt-nholz. 


von Chemnitz -Hil- 
bersdorf, die sich ge- 


wöhnlich an der 


unteren Grenze des Zeisigwalder Porphyrtuffcs oder in diesem seihst 
finden. Sie bildeten einen Mhdd, bestehend ans Koniferen (Araii- 
carioxylon, Aruucaria-ähnliches Holz), baumartigen Farnen (Psaru 
nius [Abb. 71 j), cykadeenartigen Pflanzen (MeduUosa [Abb. 73]) und 
Kalamiten mit Asteropby]litcs(vgI. Abb. 53)- und Annularia(vgl. 
Abi). 54 u. 5G)-Bcblätterung. Ks liegen die unverdrückten Stämme 
mit prächtig erhaltener innen.struktur vor, die die Fcsistelhing 
der größten Einzelheiten nn<l Feinheiten dos anatomi, sehen Baues 
gestattet. Die Stämme der PsaroHieil sind erfüllt von hand- 
fürmigen, konzentrisch angeordneten Leitbüudeln, die meist 
sehr dicht gelagert sind, Nach außen worden sic von im Quer- 
schnitt kreisförmigen bis elliptischen Euftwurzeln in dichtem 
Gedränge umgeben, die gewöhnlich ein zcntralc.s, sech.sstruhliges 
(Tcfußbümlel zeigen. — Päne Grujipe zwischen Farnen und Cyka- 
deen sind die Mu(lullo86ii. Dem Zellgewebe ihres Stammes sind 
■Stern- bis plattenförmige, konzentrisch ungeordnete Leitbündel 


75 


eingebett^jt , <lic ein eigene« Mark l^esitzen. Die Stiiimne der 
Kalaiuitcn (Calainodendnm, ('alamitea oder Arihropitys') Imlien 
einen holden Ilolzcyliuder mit strahligen Zellreiheih — Zu den 
Araukaritcu gehören als Belaubung die Walehien (Abb. 76). Dies 
sind Abdrücke von Zweigen, die ganz und gar die Tracht von Arau- 
karienzweigeu besitzen, iiaineuüich solcher der Araucaria excelsa, 
der Norfolktanne. Sie sind zweizeilig gefiedert. Die kleinen nadel- 
förmigen J5lUtter stehen mehr oder minder dicht rings um die Zweige. 
Was für Kiesen diese Bäume waren, zeigen die aiit'gefundenen Stamm- 
teile. So besitzt ein solches Stammstück von 2,4 m Höhe einen 
unteren Durchmesser vou 1,.5 m und einen oberen von 1,2 m. In 
einem Hilbersdort'cr Brunnen wurde ein aufrechUstehender Stamm 
von 1 m Durchmesser bis auf’ 4 m Höhe freigelegt. Von demselben 



Abb, 75. Onliunodcudton bistrlaium Abb. 76. Walchi» piniformi« (Schl.) Stbg. 


Gott* (n. 8«3h«nk), Nadelzweigartige Walohie. 

DoppeUgestreiUe« Kalainitcnholz. 

i zweigten drei ca. 40 cm lange Wurzeln ab. Sie verloren sich in 

I einem weichen, hcllgrünlichen Sandstein. 

• Bei Altemlorf-Cdiemnitz und am Windberg bei Pofschappel 

kommt anstehend und ln einzelnen Desesteinen ein Hornstein vor. 
Am ersteren Ort bildet derselbe eine 10 — 15 cm starke Platte an 
der Grenze von .sandigen Letten und dem 1 ufl. Dieselbe ist ein 
verkicseltcr W^iklboden und besteht aus diclu. znsammengedrüngten 
und verkieselten Faniblättchen (Scolecopleris clcgans Zenker sp.), 
Konifercnnadelu, kleinen FruchUihreu, dünnen Zweigstücken, 
P.saroniusresten usw. 

Dinen w'eiteren Einblick in das Tierlehen jener Festlancls- 
])eriode gewahren die llrandschiefer von Weißig liei Pillnitz 
und O.schatz. Sic sind von Erdöl (Bitumen) durchdrungene, 
brennbare, in Süßwasser abgelagerte Ton.schiefer (bituminöse 
Sc.hiefer), Avie solche in dünnen i/agen, aber ohne Fo.ssilreste, 
auch im Lugau-Zwickauer Karbon beobachtet wurden. Auf den 


76 


durch bergbauliche Versuche (Saalhausen) und heim Bau einer 
Wasserleitung aufgeschlossenen Stdiiefern fanden sich außer 
typischen Hotliegendptlanzcni neben Fischresten (Palaeoniscus 
angustus und Vratislavensis Ag.) zahlreiche Flügelreste von Blat- 
tinen (vgl. Abb. 80) in vielen Spezies. — Die hintere Hälfte eines 
Ganoidfisches (Anil)lypterus sp.) lieferte der Tuff des mittleren 
Rütliegenden in Nieder-Planitz. Ein Kalkstein des oberen Rot- 
liegenden bei Zwickau enthielt zahlreiche Exemplare einer Schnecke 
(Turbunilla Zwdekaviensis v. Gutb. sp.). Saurierrestc sind noch 
bekannt geworden von Zwuckau (Brückenbergschaclit II) und aus 
dem König Johann-Scliacht von Oberlungwitz (Phanerosaurus 
Naumanni v. Mey). 

Man sieht, Flora und Fauna haben seit der Steinkohlenzeit 
bedeutende Fortschritte gemacht. In der Rotliegendzcit treten 
in Sachsen zum ersten Male höher entwickelte Wirbeltiere auf. 
Unter den Ptianzeii überwdegen mehr und mehr die Nadelbäume, 
während die großen Gelaßkryptogameu verschwinden. 


XIII. Die Vulkane der Rotliegendzeit. 

Die Stammreste des Rotliegenden finden sich meist ver- 
kieselt. Die dabei zur V’^erweudung gelaugte Kieselsäure ent- 
stammt zersetzten Porphyrtu ften. Dies führt zur Besprechung 
der vulkanischen Vorgänge dieser Periode. An zahlreichen Punkten 
des Erzgebirges (Frauenstcin-Altenberg, Tharandt, Augustu.sburg), 
im e.rzgebirgischen Bocken (von Flöha bis Zwickau), in ganz 
Nordsachsen zwi.schen Leipzig und der Elbe, bei Meißen und 
Gi’oßenhaiu, im Gebiet des I^lauen.schen Grundes finden sich 
zahlreiche Eruptivgesteine \ind ihre Tuffe, die mit wenigen 
Ausnahmen in der Zeit des Kotliegenden entstanden sind. 

Älter, der Karhonzeit angoliörig und zum 'J'eil älter als der Granit, 
sind die Quarzporphyre und Graniiporphyre von Altenhcrg-Fraucustein 
und die Porphyre von Flöha, durch die die dortige Karljonablagerung in 
eine vor- und nachpori>hyrische Stufe getrennt wird. Hierher gehören 
auch die Melaphyre, welche hei KainsdoA im Muldental zutage austreten, 
und die teilweise das Liegende des Zwickaucr Hteinkohlengehirges hilden, 

Sachsen war besonders in dem Teil westlich der Elbe wdüiren»! 
der Rotliegendzcit der Schauplatz regster vulkanischer Tätigkeit 
auf zahlreichen lAings- und Qucrspalten der Gebirgshänge, von 
denen aus Quarzporpliyr, PecliHteiu, Melaphyre, Porphyrite 
uud viele Tuffe weite Verbreitung erlangten. 

Das Auftreten von Tuffen deutet au, daß bei den Erup- 
tionen im Magma oingeschlossene oder von der Erdoberfläche 
stammende WasserdUmpfe eine große Rolle spielten. Wie schon 



77 


erwähnt, dringt das Wasser bei seinem Weg in die Tiefe auf 
feinsten Haarrissen durch jedes Gestein, ln Bergwerken macht 
sich dies auf unangenehme Weise bemerkbar und verlangt die 
Auistellung kostspieliger Pumpwerke. So gelangt das Wasser 
auch in die Magmaherde, wo es absorbiert wird, oder in die 
Eruptionskanäle und -Spalten, in denen das Magma durch den 
Druck der sich zusammenzielienden Erdrinde oder iidblge Druck- 
vermindcrnng bei wSpaltcnbildung oder auch durch das Zusammen- 
wirken beider Umstände in die Hölie gepreßt wird. Ja, man 
nimmt auch an, daß das Magma durch die cingcschlo.ssenen 
Was.ser<lämpfe selbst mit in die Höhe gerissen wird. In jedem 
Fall wird das Wasser in Dämpfe verwaruielt und in seine Be- 
standteile zerlegt. K.s kommt zu heftigen E.v]>losionen, in deren 


Kraf^r 



Abb. 77. Asclieiikegel eiiiCH Striitovulkmia. (Idualeu Profil des Peuthou- 
borges zur Rotliegondzoit.) 

Verlauf das glutflüssige Magma in kleinste und größere Teile 
zerri.ssen und als Asche oder in kleineren Partien (Lapilli und 
Bomben) hinau.sge.schleudert wird. Die Auswurfsmassen türmen 
sich zu Schuttkegeln (Zeisigwald bei Chemnitz), die sicli aus 
Lagen vulkanischer Aschen mit eingelagerton Lapilli nnd Bomben 
zn.smnmensetzcn. Die Asche kann auch von Winden "weit fort- 
getragen wenlcn. So findet .sich der Zei.sigwalder Tuff östlich 
bis Plaue, we.stlich bi.s Pfuttenhain, während sich der Hauptkegel 
iin Beuthenberg zu seiner jetzigen größten Höhe erhebt (423 m). 
Vielfach wurden die A.scheu durch Wassertransport auf weite 
Flächen verteilt, ude die älteren Porpliyrtufte beweisen, die das 
Liegende und Hangende der Porjihyre <le.s erzgebirgischen Beckens 
und der llochlitzer Gegend bilden. 

Die vulkanische Tätigkeit <ler Botliegendzeit setzt ein mit 
dem Auswurf von Aschen au zahlreichen Punkten. Ein 
Hchuttkegel dieser ersten Periode i.st der llochlitzer Berg. Im 
erzgebirgischen Becken sind die Tuffe in dünnen Lagen, hier 
und da mit eingelagerten Pflanzenabdrücken (Reinsdorf bei 
Zwickau) in über 10 m mächtigen Komplexen von roter, grüner, 



78 


selten grauer Farbe, oft gefleckt oflcr sogar konglomeratartig 
(Ebersdorf) zum Absatz gelangt. Durch das Wasser wurden sie 
von den Abhängen der Gebirge, wo die Eruptionssjmlten in 
großer Anzahl lagen, hinab in die Becken und Mulden ge- 
schwemmt und hier ausgebreitet. Bie entstammen jedenfalls 
wiederholten Ausbrüchen, woraus sich das verschiedengroße Koni 
erklärt, ferner, daß bald Quarz, bald (Bimmer, bald tonige Be- 
standudlo vorherrschen und daß die Farben infolge des Einflus.ses 
der Wärme und Feuchtigkeit in ganzen Lagen wechseln. Von den 
Bestandteilen Quarz, Feldspat und Glimmer erscheint im Kristalltutf 
(Gablcnz b. Ch.) der t^uarz in bis 6 mm großen .Doppelpyramiden. 

Die aus Laven hervorgegangenen Eruptivgesteine dieser 
Periode zeigen andre Struktur wie der Granit. Hat dieser in- 
folge seiner Erstarrung in der Tiefe ein kürnigc.s Gefüge, so er- 
scheinen die Quarzporphyre, Porphyrite, Melapliyre und 
Pechsteine in andor.sgeartetcr Ausbildung. Der Porphyr zeigt 
in einer dem bloßen Auge dicht er.scheinenden (.lrundmas.se aus 
Quarz, Feldspat und Glimmer größere Kristalle derselben Mine- 
ralien au.sge.schieden. Jm Kri.stallporphyr von IMetzdorf im Flüha- 
tal erreichen die von C^uarz und Feldsjiat Dimensionen von über 
1 cm. Dieselbe Erstarrungsweise zeigen auch andre vulkanische 
Gesteine, z. B. Diabas und Porphyrit, weswegen man sie, da sie 
beim Quarzporphyr am auffälligsten auftritt, porphyrische 
Struktur nennt. Die.selbc entstand dadurch, daß das Magma 
auf Spalten bis an die Erdoberfläche trat und hier ohne Druck- 
bclastung erkaltete. Infolgedessen hatten die Bestandteile nicht 
die nötige Zeit, sich zu Kristallen zusammenzuflnden. Dies ge- 
lang nur einem Bruchteil während des Aufsteigens in den Erup- 
tionskanälen und Eruptionsspalten, während das übrige Magma 
an der Erdoberfläche rasch zu der dichten, glasigen Grundmassc 
wurde. Oft erfolgten der Ausfluß uml die Abkühlung der Lava 
so .schnell, daß überhaupt keine Kristallbildung .stattfand und die 
Masse völlig zu einem natürlichen Glas von grüner, roter, brauner 
oder scliwarzer Farbe mit 8 Wassergehalt erstarrte, welche.« 
man Pechstoiii nennt. Er zeigt dieselbe mineralische Zusammen- 
.setznng wie der C^uarzporphyr, als de.ssen besondere P>6tarrungs- 
form er dämm anzu.sehen i.st, und mit dom er z. B. bei Meißeu 
in Verbindung auftritt. Durch Umbildung des J^ech.steinglase.« 
unter dem Einfluß der Wässer entsteht hier Q.uarzporphyr (Dobritz). 
Dasselbe wird .auch von den Quarzporphyren iles erzgebirgLschen 
Beckens angenommen, in deren Liegendem (Zwickau) und Jlangen- 
dem (Altcndorf) Pechsteine anftreten, die entweder durch Über- 
gänge miteinander verschmolzen sind, sonst aber .sich gegenseitig 
vertreten, woraus man für beide auf einen einheitlichen Decken- 



79 


erguß s(*hließen darf. — Niemals aber hat man weder im Lugaii- 
Olsnitzer, noch im Zwickauer Revier einen Eruptionsgang dieser 
Gesteine angefalircn, deren Platten rundlich an vielen Htellen 
unter der Sedimentdeekc hervortreten. Ihre Laven sind jeden- 
falls aus Spalten an den G ebirgsabhängen in das Becken 
lierabgcflossen, wo sic sich zu dünnen Decken (bis 1.5 in mächtig) 
au.sbreiteten. In Nordsach.sen lassen sich fünf zeitlich anfei nander- 
fulgende Qnarzporphyrernptioncn nachweisen: 1. Roclditzer Por- 
phyr, 2. Grimmaer Porphyr, :t. Kngelporphyr, 4. Pyroxen-Qnarz- 
j)Oi‘phyr, f). Pyroxen-Granitporphyr. 

Als „versteinerte Nüsse“ oder „Apfel“ erregten bei 
vielen Schachtteufen auch das Interesse des Laien im Pechstein 
(He<lwigschacht. in Ölsnitz) oder Quarzporphvr (^"ereinigtfeId III 
in Hohndorf ) häufig anftretende, von Hornstein oder Calcedon- 
trümmern durchzogene, wohl auch mit Amethyst (Furth) aus- 
gckleidete walnuß- bis apfelgroße Kugeln eines festen und zähen 
Ilornstcinporphyrs. Gewöhnlich sind sie von einer mehrere Milli- 
meter dicken Schale grünlichen, tonig/orsetzten Gesteins umgeben, 
die allmählich in frische.s Ge.slein übergeht. Es kann tlaraus ge- 
folgert werden, daß sich kleinere J^artien des ursprünglich gleich- 
mäßigen Gesteins mit Kieselsäure anreicherten, die bei Zersetzung 
dc.s imihüllendcn Gesteins frei wurde. 

Alter als die beschriebenen Gesteine .sind die Melapliyre des 
erzgebirgi.schen Beckensund Nordsach.sens. Sie setzen jilattenfÖrmige 
Lagen zwischen den Sediment- und TufFschichten zn.sammen und sind 
ein <lici)tes, oft basaltisch erscheinende.^ oder auch porphyrisch oder 
mandclsteinartiges Gestein von der Zusammensetzung der 
Olivindiaba.se (Feld.spat, Augit, Olivin), also ein kiesel säure armes Ge- 
stein. Hei Thierfeld bei Harten.stein hat cs sich bei der Abkühlung 
in scnkrechtstehendc, unregelmäßig begrenzte Säulen abge.sondert. 
Oie dichten Melaphyre gehen im Liegenden und Hiuigenden oft 
in Partien über, die mandelförmige, rundliche oder in die Länge 
gezogene Bla.senräume enthalten. Dieselben wurtlen erzeugt durch 
sich hei der Abkühlung in der zähflüssigen Geste insma.sse auf- 
blähende Ga«- und Dumpf bla.sen. Die Ilohhüuiuc erlangen häufig 
Ausdehnungen bis über 10 cm. Sie sind später durch Absätze 
aus eiugedrungenen Minerallö.sungen, die hei der Zersetzung der 
Melaphyrnms.se frei wurden, von den verschiedeu.sten Mineralien, 
wie Acliat, AmcthyKl, Ranchqiuirz iiml Kalkspat, mit denen Eisen- 
erze, Kupfererze, Bleiglanz, Brann.spat und Schwerspat verwachsen 
suid, zum Teil in den prächtigsten Krlstullisationcn ausgefüllt. 
Im Hermannsehacht bei Oberhohndorf wurde eine Mandel von 
2 m Durchme.sser angehauen. Sie war von Kalk.spatkri.stallcn über- 
dru.st. Schöne Amethy'stdrusen mit bis 30 cm großem Höhlungs- 



80 


durchmesser kommen im INhindclstcin von Pfaffenhain vor. Gleicher , 
Entstehung sind die früher l)e.s<'hriel)enen Diabasmandelsteine. 

Unter den tlötzfülirenden iSeliicliten des l’lauenschcn (»rundes liegt 
Porphyrit. Heine Hauptverl)reitun^ hat er hei Kossclsdorf. Er liiidet 
sich aucli sonst in Noriisaclisen (Kohren, [jCisnig) und i«t aller als die 
dortigen Purjihyre. Wie der Name sagt, ist er ein norphyrartig aus- 
gehildides (»estein. Er hestehl aus Ecl(lsj)at, Hornblende oder Biotit, oft l 
aneh anderen Minor.alien. Kr kann tiuarzhaltig oder (juarzfrei sein. Ver- I 
wandte («esleine sind Lainnrophyr (Meilicn, Zschopau) und Toualit 
= Cinarzgliminerdiorit (Oombson). 

Kontaktmetaraorphe Einwirkungen der Kruiitivgesteine des' 
.silchsi.scheii Rotlicgenden sind wenig bekannt. Bei Ebersdorf sind Porphyr- 
tuffe durch Zuführung von Kie.sel.säure, die bei Zersetzung des üherlagern- 
den Ihirphyrs frei wurde, in gnlnliche, harte, spri'xle Tragen von hornstein- 
ähnlicher Bejsehaffenheit mngewandcll. Dasselbe gilt von hei Kohren be- 
kannten, darum als Kohniit luizeiehneten Tuffen, die durch die Ein- 
wirkung des I\)rphyril.s zu .laspis wurden. 

So sehen MÜr in der Uotliegendzeit Yiilkau an ^'^ulkan .sich , 
öffnen und die. Produkte ihrer Tätigkeit über tveite Gebiete 
uu.seres Vaterlandc.s au.sbreitcn, wo sie sieh zu Ge.stcinen ver- 
fe.stigeii, die zumeist ein begt'hrtc.s Hau- (Tuffe des Kochlitzer 
Berges und Zei.sigwalde.s) und Straßemnaterial abgeben. Ab- | 
geschlossen wurde diese Periode mit dem Answurf der Aschen, 
aus denen der Zeisigwalder Tuff re.sultiert. JSaehdem überall i 
Ruhe cingetret.cn war, nette Sedimente de.s ^^'a.s.ser.s, bei ChemniO, 
ein .später wieder zu zahlreichen Blöcken zertrümmertes Kulkflötr. 
entstanden waren, und .sieh auf dem so ge.sehaffeneii Untergrund j 
aufs neue die Rotliegendflora in der llilbersdorfer Fazies aus- 1 
bildete, Urwald mit Riesenbäiimen anfwiiehs, öffnete sie.h noch 
einmal eine der verderbenbringenden Spalten in der Gegend de.« 
Beutenberges und warf große Asehemnengen aii.s. Der Wald 
Murde großenteils-vernichtet und die Reste begraben unter einer 
mehr und mehr anwach.senden Tuffdecke.. Dieselbe, durch keine , 
Lavadecke vor dem Einfluß der Atmosphärilien geschützt, ver- 
fiel rasch der Zersetzung. Die fcld.spatreie.lien Tuffe waren .sehr 
durchlässig, so daß die Tage.swäs.ser leicht eindringen, große 
C^uantitäten von Kieselsäure befreien und gelöst mit .sich führen 
konnten. Es blichen nur die tonigen Bestandteile, weswegen 
man diesen Tuff auch Tonstein nennt. Da nun die unter und 
in ihm liegenden Pflanzenreste inei.st verkleselt sind, liegt die 
Annahme nahe, daß die dabei verwendete Kic.selsänre der zer- 
setzten Decke entstammt. Eine dünne Lö.sung freier Kie.selsäuro 
drang in die Pflanzen, erliillte die Zellräume und setzte bei cin- 
trotender Verdun.stnng die Kieselsäure ab. Bei der allmUhliehcn I 
Zerstörung der Zellwände, können <lie.sc aufdie.selbe Weise durch 
Kieselsäure ersetzt worden sein. 



81 


Auch die Feldspate der iu dünnen Deeken geflossenen Quarz- 
porphyre verfielen dem Kaolinisieriingsj)rozeß. Man findet 
selten ein Stück mit völlig frischen h\>ldspaten. Die freigewordeue 



Kieselsäure erfüllte Spalten und Iluhlräiimc des Gesteins nnd 
setzte hier vcrs(üiied('ngelarl)te t'alcedone nnd (Quarze ah, beson- 
ders rcichlioh hei Kottlnf am Auherg, was die \"eranlassung zn 
dem Betrieb der bereits 1723 erwähnten Chemnitzer Achat »•ruben 

o 

I*el7. , Geoloffie des Ki'migreiclis Sachsen. 6 


82 


gab. Manche Lagen des M uttergesteins reicherten sich mit Ton- 
erde an, so daß im Porphyr Kaolinlager entstanden (KUchwald 
bei Cbemnitz, J3aderitz bei Grimma), in denen man alle Stadien 
des Prozesses verfolgen kann. I)ie Kaoline von Meißen sind 
aus der Verwitterung von Pechstcinen hervorgegangen. 

Erloschen sind die Vulkane. Nur die ans ihren Produkten 
hervorgegangenen Gesteine erzählen noch von ihnen. An der 
landschaftlichen Gestaltung unseres Vaterlandes nehmen 
diese hervorragenden .\ntcil. Bekannt sind die Felspartien des 
Mnldcntalc-S (Lei.snig, Grimma), das sich seinen Lauf zum großen 
Teil durch sie hindurchbricht. Der Bochlitzer Berg ist (dn viel- 
besuchter Naturpunkt. Das Schloß Augustusburg dankt seine 
dominierende Stellung dem Umstund, daß es auf einer porphy- 
rischen Quellkuppe steht. Alan denke an die Schönheiten der 
Meißner, Tharamlter und Altenberg-Frauensteiner Gegend, die 
größtenteils mit Ihrem porpliyrischen Untergrund Zusammenhängen. 
Leicht ließen sich die Beis])iele vermehren. Die Sedimente be- 
günstigten die viclvcrzwcigtc Entwicklung zahlreicher Flnß.'sy.steme 
mit tiefen, \vciten Tälern und .sanft gerundeten Höhen und Hängen, 
die nur in ihren imteru Teilen infolge leichten Nach.sturzes des 
lockeren (lesteins in einseitig .steile Sclduchten übergehen (Gegend 
zwischen Olsnitz und Zwickau). 


Gliederung des Rotliegeiideii: 

1. im erzgebirgischen Becken: 

(nach Siegert). 

I. Ober-Rotliegendes: 

a) Obere Stufe der dolomitischen Sandsteine: Fein- 
körnige rote, .selten graugrüne Quarzsandsteine mit ein- 
zelnen bis walnußgroßen Geröllen nebst .sandigen Letten. 
Die Sand.steine haben dolomiti.sches Bindemittel. 

b) Mittlere Stufe der kleinstiickigcn Konglomerate: 
Kleinstückige Konglomemtc mit vorwaltonden Geschieben 
von Quarz und Kiesel.schiefcr, .sowie GranuHt, Phyllit, 
Porphyr und Mclaphyr. 

c) Untere Stufe der vorherrschenden Schicferlctten: 
vorherrschend ziegelrote Schieferletten, untergeordnet Sand- 
steine und Konglomerate; Walchia. Im untersten Horizont 
Knollenflötze von Dolomit; mit Turbonilla Zwickaviensis 
v. Gutb. 

II. Mittcl-Rotl legendes: 

a) Obere Stufe der vorherrschend enA rkosesandsteine 



83 


und Letten: Rotbraune und grünlichgraue Arkosesand- 
steine mit oft kalkigem oder dolomiti.sc.hcm Bindeniittel; 
Sehieferletten oft sandig und häufig reich an Glimmer- 
blättehen; Konglomerate untergeordnet; Plianerosaurus 
Naumanui v. Aley. 

b) Mittlere Stufe des Por])hyrtiiffes und der alt- 
vulkaniselieii Ergüsse: Porpliyrtufle, wechsellagernd 
mit Schieferletten, Sandstein und Konglomeraten. Ergüsse 
von CiuarzjJorjdiyr, Pechstein und Melaphyr. Lokal und 
untergeordnet mit Kohlenflötzchen, Dolomit- und Kalk- 
platten, sowie mit Imprägnationen von Kupfererzen. Bei 
Chemnitz über deti eigentlichen Tuflen und dem Porphyr 
durch sedimentäre Schichten getrennt der Zeisigwalder 
Tuff. In den Tuffen Walchia piniformis und tiliciformis, 
viele Farne und Kalamiten. Hauj>thorizont der ver- 
kieselten Araukarien, Psaronien, Kalamiten und Äledul- 
losen, Amblypt(U’us, Estheria. 

c) Untere Stufe der vorherrschenden Konglomerate 
und A rkosesandst eine: Rotbraune und grünlichgraue 
Sandsteine und Konglomerate, rote und grüne Schiefer- 
letten. Untergeordnet gi’aue Sandsteine und Schieferton 
mit Kohlenschmitzen, sowie von Kalkplatten. Alit ver- 
kieselten Araukarien, ^^^alchia piniformis, Cordaites, Anuu- 
laria .stellata, Taeniopterisabnormis, Callipteridium gigas u. a. 

III. Unter-Rotliegendes: — 

2. in Nordwest-Sachsen: 

(nach Dathe, Penck und Rothpletz.) 

I. Ober-Rotliegcndcs: Sand.steine, Konglomerate und Letten mit 

Gerollen von Porjdiyr und Tuffen (Sekt. Rochlitz). 

II. Mittel-Rotliegendes: 

a) Obere Stufe etc.: — 

b) Mittlere Stufe der Tuffe etc.; 

«) U)iteres Tuffrotliegendes mit dem Dcckencrguß des 
L e i .s n i g e r Qu arzporphy rs ; 

/?) Deckenerguß des Rochlitzer (Biarzporphyrs; 

/) Oberes Tufirotliegendes mit dem Buchheimer Quarz- 
porphyr, dem Pechstein von Ebersbach und dem 
G r i in m a e r Quarzpoi*phyr. 

c) Untere Stufe der Sandsteine, Konglomerate und 
Letten. 

III. *) Unter-Rotliegendes: — 

*) Anm. Die früher zuni Unter-Rotliegenden gerechneten Plag- 

"’itzer Schichten sind später von Sterzei zum Oberkarbon gestellt worden. 

6 * 



84 


3. ini Plauenscheu Grund: 

(mich C’rcdner und Sterzei). 

I. Ober-Rotliegendes: — 

TI. Mittcl-Rotlicgeudes: 

a) Gnei.s- und Porphyrkonglomerate neb.st Breccien- 
tuffcn und einer Decke von Ou«*’^pu>'pkyr. 

b) Bunte Sch ieferlettcn, Sandsteine und Tonsteine 
mit Kohlenflötzchen und Kalkstei nliänkchen mit Pecop- 
teris Geinitzi, Calliptcridiiim gigas, Scolecopteris clegan.s, 
P.saronius, Walcliia und Branchiosaurus amblystomus, Pelo- 
saurus laticcps, Arohego.saurus Decheni, Diseosaurus per- 
miamis, Sclerocephalus labyrinthicus u. a. 

111. U n tcr-Uotli egen des : 

a) Grauer Sandstein, Scliief’ertone und Konglomerate 
mit Steinkohlenriötzen, das oberste bis 8 ni mächtig. 
Mit (iiHipteris praelongata, Taeniopteri.s Blauensis, Whdchia 
})inir<)rmis, Calamites, P.saronius, ohne Sigillarion und 
Lcpidodendren, 


XIY. Am Strande des Zeclisteiiimeeres. 

Von Westen her setzte nun das ZeclisteiiiiiiOOr Schichten 
ab, welche das Rotlicgendc nach oben bcgrenzim. Sie finden 
.=ich in typischer Entwickelung und in guter ICntblöLhmg mit 
Idötzen von Kupfer, Schielern (Mansfeld), mit Salzlagern (Staßfurt), 
in Begleitung von Gip.slagern (Nordhausen) um den Harz und 
in Thüringen und fehlen nirgends in der d’icfo der norddeutschen 
'ricfeliene. Nach Saeh.sen reichte dicse.s Meer nur mit seinen 
letzten, bnehtenartig in das Land ein.schneidenden Ausläufern und 
auch da nur in .seiner letzten Avcite.stcn Ausdelimmg.s])has(‘. An.s 
nördlichen Gegenden wälzten sieh seine Wogen henin, die Schicliten- 
köpfe des Untergrundes abtragend und einebnend. Arm war 
seine Fauna, was be.sonder.s in den säclmischen Ablagerungen zu- 
tage tritt. Die.selbcn bestehen überall aus einem in dünneren 
oder stärkeren Platten abgesonderten Dolomit welcher ca. 30“/o 
Kalk, Magnesia und 4f)**/y Kohlensäure, außerdem etwa.s 

Tonerde und Eiseno.xydul enthält. Selten treten in ihm auf 
Bleiglanz, Malachit und andere Kuj)fererze, wähi’end Kalksjiat 
auf Klüften häufig ist. Im Dolomit werdett durch Auslaugung 
entstaudeuc Hühlnngeu (geologi.sche Orgeln) angetrolfen, welche 
entweder leer oder mit Letten angefüllt sind. Von tieri.schcii 
Resten hat er in Saeh.sen geliefert einige Zwei.schaler (Schizodu.^ 



0 


Schlotheimi Gein., Aucellii liauKmanui Goklf.) und eine Schnecke 
(Turhonilla Aitenburgensis Gein.), von Pflanzen schlecht erhaltene 
hchlätterte S]>rosse eines Nadelbaunies (Ullmannia). 

Der Plattcndolon)it bildet {größere und kleinere Idnsen 
zwischen biiiitcii Letten Diese sind ziegelrot bis braunrot, oft 
griinlichgran oder gelblich gestreitl, geflamiut oder getupl't. Sie 
wechsellagern mit roten, brennen, gelbliclien oder grünlichen Sand- 
steinen. Sie sind Strand-, zum Teil Dünenbildungen. Sie breiteten 
sich vor dem anrüokenden Meer unter heißer Besounung aus und 
begleiteten diisselbe auch wieder bei seinem Kückzuge. Als das Ende 
des Zechsteinmeeres gekommen 
war, wurden zahlrei<diere grö- 
ßere und kleinere Teile des- 
selben in seichten Lagunen 
und kleineren Becken isoliert 
und vcrßclen hier ohne Zu- 
fluß der Verdampfung durch 
die Sonnen war me. Das Wasser 
verdunstete und seine gelösten 
Bestandteile, kohlensaurer Kalk 
und die bei Verwesungs- 
prozessen sich reichlich ent- 
wickelnde kohlensaure Mag- 
nesia schlugen sich zu Buden 
uiul bililetcn die den l.«ettcn 
eingelagcrtcn I )olomiflinsen. 

Alle Lebewesen starben. Wan- 
dernde Dünen schichteten ihre 
Sund- und Staubmasseu darüber und begruben die Rück.stände 
unter Letten- und Sandsteinschichten. Der Dolomit wird an 
sämtlichen sächsischen Fundpunkten des Kalkgehaltes wegen, der 
bis süMgen kann, abgebaut. 

Auch in der folgenden Zeit werden in einer AViiste, die sich 
über ganz Westdeutschland ausbreitet, Sandsteine, Sohieferletten 
und kleinstückigc Konglomerate durch die Wech.sel Wirkung von 
Wind und Wjusser gebildet. Die Sandsteine sind ziegcl- bis 
gelblichrot, grünlich, auch gestreift und meist in dünne Platten 
abgesondert, zwischen denen glimmerreiche, dünnsehiefrige Letten 
liegen. Die Konglomerate bestehen aus ha.se.I- bis walnußgroßen 
Gerollen von vorwiegend t^uarz und Kiesel.schiefcr. Sie sind nur 
tindetitlich in dicke Bänke geschichtet und verw’ittern zu woll- 
sackförmigen Felsen. Wir haben cs mit der Formation des 
niints€aii(l8teins zu tun, über welche später da.s Mu.schelkalk- 
meer vorrückte, das aber unser Ahiterland wohl nicht erreichte, 



Abb. 70 — Sl. n. Scbizodtis Scblotheinii Gein. 

b. Aucella HausntHnni Goldf. s)>. 

c. Tarbonilla Alto.nburgeniiiii Gein. 

(n. n. U. Gninitz.) 



86 


wcnig'!sten.s sind nirgends Seiliinente ungelroden worden, die eine 
solclic Annalmio reeht fertigen könnten. J)er Buntsandstein aber ist | 
sowohl in Westsachsen, wie im Mügelner Becken bis östlicli der Elbe 
nachgewiesen. Dagegen beweisen einige J^puren, daß .Mcere.swogen 
oder salzige Wellen eines Binnensee.^ wenigstens ilie W'estgrenze 
Sachsens erreichten. Dem Besucher des Xordseestrandes fallen Hache, 
wnlstförmige, oft in Kreisbögen verlaufende, parallele Krhöhimgen 
auf, «lie dius bramlende Meer an der flachen, sandigen Küste erzeugt. 
Genau ilieselben Bildungen sieht imin oft auf den SchichtHiiehen 
von Sandsteinen, .so auch auf .solchen des Buntsand.steins von 
Meerane und Erohburg. Es .sind Wüllen furchen, die eine 
Brandung in den weichen, sandigen Strandschichten erzemgte. 
DasclKst tummelten .sich unbekannte amphibieuartige Vier- 
füßler, wie die mit iSand amsgefüllten und .so erhaltenen 
Fußspuren beweisen, die man mehrfach bei Grotenluide gefunden 
hat. Ihre mehrzelligen Füße hinterließen I lohlabdrücke im weichen, , 
tonigen Sand. Derselbe verhärtete, uiul die Eirulrncke wurden ' 
.später mit Saud und Sehlumm au.sgefüllt. Jetzt lösen .sieh die 
festgewordenen Sehiehten so voneinander, daß an der rnter.seite 
mancher Gesteinsbänke die Zelientäbrten reliefartig liei-vortreten. | 

— Auf die. Nähe von Salzwas.ser deuten auch kleine, aus feinerem 
Material bestehende Würfclchen, die manche Sehichtilächen ganz i 
bedecken. Wir erkennen in ihnen un.sehwer die Kri.stallform de.' 
Salzes. Würfelförmige Aiishlühimgen de.s.selben bedeckten den 
mit Salswa.s.ser dun.'htränkten Strand. Sie wurden mit eingehüllt, ' 
sjiäter aber aufgelöst, der Salzgehalt mit fortgeführt uml die ' 
entstandenen Hohlräume mit feinem Gesteinsschutt au.sgefüllt. 

Daß sieh in die.ser Zeit in Sachsen auch Itiniion.seen 
bildeten, wie sic heute nach heftigen riegengü.s.sen in allen M'üsten I 
Vorkommen, bcwei.st d.as Auftreten eines kleinen Mn.sehelkreb.se.' 
(E.stheria minuta Alb.) in einem fcinblättrigen Schieferletten in ; 
den Hohlwegen von Xiedermuschütz. ’ 

Jüngere Sehicliten als der untere Buntsand.stein sind in 
Sachsen außer den geringfügigen tJberbleib.seln von Kalken des 
oberen Jura an den Kündern der Lausitzer Haupt Verwerfung bi' ) 
zum Auftreten der Kreideformation nicht bekannt. W'aren solche j 
vorhanden, so sind sie schon durcli die B>randung.swellcn de.- 
Jurameeres, mehr aber noch durch die de.s Kreidemeeres zerstört 
worden, das aus den Ee.sten .seiner erhaltenen Ablagerungen zu 
schließen über den größten Teil de.s heutigen Königreichs SacEsen 
ubrasierend vorgerückt sein muß. 

Credner, Die Stegocephalen aus dem Kotliegenden des Plauensclicii 
Grundes bei Dresden. Z. d. d. g. Cf. 1881 — 1893. [ 

— Urvierfiißler des .sächsi.schen Kotliegenden. 1891. t 



87 


Cotta, V., Die DondroHthen. 1832 u. 1850. 

Geinitz, E. , Versteineruiifjon aus dem Braiidscliicfer der unteren I)ya.«i 
von Weißig hei Pillnitz. N. J. f. M. 1873 u. 1875. 

— Die Blattineii der unteren Dyns von Weißig hei Jdllnitz. 1880. 
Geinitz, Die Dyas mit Nachtrilgen. 1861 -62. 1880. 1882. 

— Die Leit pflanzen des Hotliegenden. 1858. 

— 11. V. Gut hier, Die Versteinerungen dc.s Zechstoingehirge.s und des 

Rotliegemien in .Sach.sen. 1848 — 1849, 

(iöppert, l)ie fossile Flora der pennisehen Formation. 1864—1865. 

— u. Steuzel, Die Mediilloseae. 1881. 

Guthier, v., Die Vcr-steinerungen des Rotliegemien in Sach.sen. 1849. 
Ilauße, Profile durch das Becken des Phuiemschen Grundes. 1891. 
Stenzei, Über die Starsteinc. 1854. 

— Über Farnwnrzelu aus dem Rotliegemien. 1857. 

.''terzel. Die. fo.s.sile Flora des Rotliegemien von (fliemnitz. 1875. 

Über Täniopterideii aus dem Rotliegemien von Chcinnitz-Hilhersdorf. 
N. ,r. f. M. 1876. 

— Über .Seoleeopteris olegans und andere fossile Re.«te im Hornstein von 

Alteudorf hei Chemnitz. Z. d. d. g. G. 1880. 

— Flora des Rotlicgenden im nordwestlichen .Sach.sen. 1886. 

Flora des Rolliegenden im l’lauen.schen Grund. 1893. 

Gruppe veikicselter Arcaukariten.stümmc aus dem verkie.selten Rot- 
liegend- Wald von Chemnitz-IIilhcrsdorf. 14. B. d. X. G. zu Chem- 
nitz. 1896 -1899. 

— Tahellarische Übersicht über die organischen Reste des Rotliegenden 

im erzgehirgischen Becken. Erläuterungen zu .Stollherg-Liigau. 1881. 
Paläontologischcr Charakter dos Rotiiegenden tier Gcgmid 'on Zwickau 
und de.s erzgehirgi.sehen Beckens überhaupt. Erläuterungen zu 
Zwickau- Werdau. 1901. 

Die pflanzlichen Roste des Rotliegenden von 8ektion llolienstein-Lim- 
bach. Erläuterungen. 1902. 

Webcr-Hterzel , Beiträge zur Kenntnis der Medullosen. 13. B. d. N. G. 
zu Chemnitz. 1896. 


X\, Das Kreidemeer. 

In verschiedenen Zeitperioden wurden die Gebirge, von innen 
heraus wirkenden Kräften aiifgewölbt und durch die äußeren 
Kinwirkungen der Sonnen wUrnu’, des Frostes, der ntmosphärischeu 
Niederschläge, der Flnßläufe, des Winde.s, der Tiere und Pflanzen 
wieder zerstört. Man hat berechnet, daß im letzten Jahrtausend 
von jedem Flecklein deutscher ICnle eine minde.stens 250 m liohe 
Witssersäule ahgelaufen ist, wodurch jährlich 10 cbm (iestein in 
den Flüssen zum Meere verfrachtet und das zum Ozeau ent- 
wässerte Land in 10000 Jahren um 1 m abg;etra^en wird. So 
führt der Khein seiner Mündung- jälirlich Millionen, der 

Ganges aber gar 520 OÜÜ Millionen Kubikmeter Schlamm zu. Die 
Elbe entfuhrt jährlich Böhmen ea. 1200000 cbm fester Substanzen, 
bei solchen Zahlen ist es nicht wunderbar, daß im Laufe langer 



88 


Zeiten selbst die liöelisten Gebirge zerstört und ihr Material dom 
Ozean zugetragen wird. 

Füllt man ein Glas mit trübem Flußwa.sser, so setzt sieli die 
Trübe nur langsam zu Boden. Vom Ivheinwasser wird berichtet, 
<laß cs sieh erst naeh 12 Monaten aller seiner Bestandteile entledigt. 
Setzt man aber dem trüben Flußwasser etwas Salz zu, so scldägt 
sieh die gesamte Flußtrübe in einer halben Stunde zu Boden. 

Dieser \hn’gang wiederholt sieh im größten .Maßstab in 
dem Kimnüudungsgebiet der Flüs.sc. Guter dem Fintiuß des 
Salzgehaltes de.s Meeres sinken die trübenden Ih'standteile 
des Fluß Wassers auf den Grund. Sie können darum nicht weit 
mit in da.s Meer hinausgenommen wci’den, und man findet 
sie deshall) längs der Kü.stcn in einem 100 — öOO km breiten 
Saum, dem Gesetz der Schwerkraft nach sortiert, als ge- 
röllführenden, sandigen oder tonigen Kontiiienlalscliliiiiim 
von meist graublauer oder grüner Farbe abgelagert. Lokal 
ist derselbe auch gelb (Gelbes Meer) oder rot (Mündung 
des Amazoiienstromes), je nach den Geliieten, die die Flü.sse 
durchströmten. Bald beherbergt er eine große Fülle von Muscheln, 
Würmern und anderen Tieren und ist reichlich mit Algen be- 
wachsen, bald ist er unbewohnt. Durch die beständige Wasser- 
bewegung iverden die tonigen Bestandteile des Siddammcs all- 
mählich au.sgewaschen, während die Sandkörner Zurückbleiben. 
Bei Ebbe liegt die sandige Fläidie trocken. Der Wind trägt die 
Sandkörnchen der Küste zu und reinigt sie immer mehr vom 
Staub. So wachsen läiig.s der Küste holie Sandwälle, die Dünen, 
aus dem Meere heraus. Im Mündung.sgebiet der Flüsse heben sich 
die SchlamnuL=sen in vielen Fällen über den Meere.<spiegel in die Höhe, 
vsodaß es zur J )eltabildung kommt. Hier stellen sieh bald mancherlei 
Bflanzen ein, die das neugebildete Land vor der Wiederahschwern- 
mung .schützen. An der tro})ischen Küste ist es die Mangrove, 
welche den Verlandung.svorgang auf das kräftigste unterstützt. 

Weiter hinaus, wo der Sand feiner Avird und die tonigen 
Be.standteile reichlicher auftreten, siedeln sich Austern in ganzen 
Bänken an. Hier leben auch andere kalkschaligo Tiere. Die 
Schalen der abge.storbenen Individuen .sammeln sich am Boden 
und werden von den Wogen zu Kalksand zerrieben, der sich 
mit dem Schlamme mischt. Der Kalksand kann schließlich so über- 
handnelimen, daß er allein den Beulen des Meere.s bedeckt. So ändert 
der Konfinentahschlamm, je weiter von der Kü.ste entfernt, seine Be- 
.schaffenheit. Er ist zunächst grobkörnig und führt einzelne 
Gerolle, wird' feinkörnig-sandig, tonige Bestandteile 
werden häufiger, kalkige stellen sich ein und domi- 
nieren schließlich. 



89 


Wo sioli die Wogen in fel.sigem Ttirrain imuiei’ neue Gebiete 
erobern, nnterhöhlen sie die Felsen der Küste, bis Btiiek lun 
Stück herabstürzt. In der Brandung werden die lilöcke so durch- 
einander geschüttet und gerieben, daß .sie bedeutend verkleinert 
und abgcrollt oder gar in Sand und Scldanun aufgelöst werden. 
Einzelne Felsen bleiben stehen. Sie umgeben aks unterseeische 
oder überseeische Klippen die Küste mit einem gctührlichen 
Kranz. An ihnen und, .soweit .sie nicht über den Sjnegel des 
Wa-s.sers l)öi Kbl )0 hervorragen, auf ihnen, siedelt sieh eine reiche 
Tierwelt von be.sonderem Charakter an. Da die hier lebenden 
Tiere beständig der Gefahr ausgesetzt sind, von den Wellen mit 
fortgeri.ssen und an ihnen nicht zusagende Stellen des Meere.s- 
gnindcs versetzt zu werden, .so sind sie mit llaftapparaten au.s- 
<;estattct. Es ßnden .sich fe.stsitzeudc Korallen und 8chwämme, 
durch Fäden angchcftetc Zweischaler, besonders Austernarten. 
.Vndere Ötellen sind angebohrt von Bohrmus(dicln oder Seeigeln, 
die .sich .so ein sicheres Haus bauen. Dazwischen bemerkt man 
viele Armfüßer und kleine Napfschnecken. Letztere hängen so 
fest an der Wand, daß man 3 kg tlaranhängen müßte, um .sie 
abzulö.sen. Auf den Muschelschalen, den Korallen und Schwämmen 
haut siel) die Serpula .spitzzulaufendc wurmlormige Röhren, oder 
fertigen die Mooskorallen (Bryozoen) ihre zierlichen Geliechte. 
Viele Fi.sche halten sich in der Nähe auf und beweiden die .so 
ge.schatfenen N ahrungsplätze. 

Einzelne Korallcn.stücke werden lo.sgeri.s.sen und in Verein 
mit <ien Schalen verendeter Tiere in der am Rift’ sehr lebhaften 
Brandung zerrieben, so daß da.s Wasser daselbst meist von Kalk- 
schlamm getrübt ist. Zwi.scl)cn den tierischen Bauten wird der- 
selbe zu einem Kalkmergel angchäuft, in dem oft auch die 
widerstandsfähigen Teile der Fische, Zähne und einzelne Knochen 
hegralien werden. Oft werden dimli den Kalk.schlamm ganze 
Bänke von Zweisilialcrn erstickt. Er dringt auch in die Kelch- 
öftiiungen der Korallen, .so daß sie zugrunde gehen mü.ssen; neue 
Generationen entstehen, und so häufen sich im Laufe der Zeiten 
ganze Schichten, be.slehcnd au.s Kalkmergcl mit eingebetteten 
vollständigen Resten der Tiere, die d;us Material zu jenem 
lieferten. Um den Fuß der Klip})c aber könncji si<li genau wie 
.son.st auf dem Boden der Flach.sec die normalen Schichten des 
Koutinentalsclilammes ausammeln. Verhärten die Lagen des 
oben be.schriebenen Kalk.sandes oder die eben geschilderten Kalk- 
ab.sätzc, .so entstehen Kalksteine, wie sie sich in allen Formationen 
der Erde fimlen. 

ln allen Meeren leben auch eine große Anzahl Algen, die 
bi.s zu 90 aus Kalk be.stehen. Die Pflanze entnimmt ihn dem Meer- 



90 


Wasser, dem er durch FUi.ssczugcfülirt wird, und. sondert ihn in hisfaust- 
grüßeu,warzenhesct7.ten Knollen M ieder ah. Diese Knollen setzen oft 
ausgedehnte Ijagcr zusammen. Bei Wien sind viele iSteinhriiche in 
solchen Algcnkallcen angelegt. Es istihirum die Annahme licrechtigt. 
soM^eii sie nicht Sinterhildungen .sind, alle Kalksteine seit dem 
Präkamln-imn als organisclie Bildungen zu hetrachten. 

Anders liegen die Verhältnisse in der Tiefsee. Durch die 
Salze de.s M cerM’as.sers reinigen sich die Flüsse hei ihrem Eintritt 
ins Meer von allen initge führten Teilchen. Auch die durch die 
Brandung erzeugten Kies-, Sand- mul 8chlanimassen M'crden 
nicht M'cit hinuusgetragen, uml so fehlt von einer hestinnnten 
Linie an der Kontinentalschlamm. Die Sedimente der Tief- 
8ee miLssen darum auf andere eise entstanden und anders be- 
schaffen sein. Untersuchungen liaben ergehen, daß sie 1‘a.st ganz 
aus den kalkigen oder kiesoligen l’anzern inikroskojiischer Tien 
und Pflanzen jiestehen. Im Plankton des Indischen und Stillet! 
Ozeans siiul ungemein häufig die Kiesclalgen (Diatoinien). Kacli 
dem Tode der Alge sinkt die Kiesclschale zu Boden und der 
Meeresgrund bedeckt sich mit einem feinen, mehlartigen Sediment. 
Dazu gesellen sich die Kieselpanzer der Radiolarlen. So bilden 
sicli aus planktonischen Pflanzeu und Tieren atisgedehnte Kiesel- 
lager am Ifoden der Tiefsoe. 

Fast über die ganze Erde aber verbreitet sind die Kalk- 
ah.sätze am Meeresgründe, ilie dureh die ülohigerinen verursacht 
M^erden. Sie sind in allinäidichein (jbergang mit dem Kontinental- 
schlamin verbunden, so daß eine .scharfe Trennung nicht möglich 
ist. Die Glohigerinen leben in 2 — 20 m Tiefe. Ihre toten Schäl- 
chen fallen in die Meerestiefe hinab und häufen sich hier zu- 
.sammen mit den Resten kleiner Algen. Wie klein die Reste 
sind, zeigt folgende Zusanuueustellung. Danach M urden in einem 
Kubikzentimeter Globigerineuschlaiiim nachgeM'icsen : 


5000 größere Schalen, 
200 000 kleinere „ 
220 000 zerbrochene „ 

4 800 000 Schalenteilchen 
240 000 Mineralkörnchen 
1 000 000 Algen. 


Nach der Mitte der Ozeane M'ird der Globigerinenschlanini 
kalkarmer. J.)er starke Kohlen.säuregehalt des TiefseeM'a.ssers löst 
die zarten Schälchen allinählieh auf, und indem der Kalkgehall 
geringer M’ird, entsteht endlich ein kalkfreier Ton, der Tiefsee- 
ton. Derselbe bedeckt von 4000 ni ab die größten Tiefen aller 
Ozeane. Man nimmt an, daß vulkanische Aschenregen, ko.smische 



91 


StaubfUlIe und ähnliche Ursaelien wesentlicli zu .seiner Jlildnn«; 
beitragen, 

7Üle die beschriebenen Sedimente, der Kontinental- und 
Glohigerinenschhunm, welch letzterer vertreten sein kann durch 
den Diatomeen- und liadiolarienschlamm, und der Tiefseeton 
lullen die Unebeidieiten dos Meeresbodens allmählich au.s. Die 
Schwere der ^\'as- 
sersäide preßt .sie 
zusammen. Cho- 
mi.sche Prozesse 
verändern ihre Zn- 
sannnensetzung. 

Würden sie trocken 
gelegt, .so könnten 
sie versteinern und 
daraus je nachdem 
entstehen geröll- 
tührende, grob-, 
mittel- und fein- 
körnige, weiterhin 
tonige und kalkige 
Sandsteine, Kalk- 
.steine, Quarzite 
und Tonschiefer. 

Und auf Grund 
die.ser Analogien 
mit den Meeren der 
Jetztzeit .schließt 
mau aus dem Auf- 
treten der genann- 
ten Gesteine in den 
alten Formationen 

aut ihre Fnkstehnng Abb. 82. Credneria triilcnmiiiata Hampe. 

am Strande, in einer nreispitaSge crednona. 

Flach- oder Tiefsee (n. Potonic.) 

und sieht dementsprechend (Teröll.sehichten , soweit sie Meeres- 
gebilde .sind, und Saiulsteine als Küsteubildungen, Kalksteine 
mit Muschelresteu u. dorgl. als Fluchsee- und dichte Kalksteine, 
Quarzite und Ton.schiefer als Tiefseebildungen an. 

Nordwestlich von Freiberg bei Langenhennersdorf liegen 
auf dem Kücken des Erzgebirges Geröllschichten die vorzugs- 
weise aus Quarz und Kiesekschiefern hc.stehen. Sie ziehen sich 
mehrfach unterbrochen nach O. hin und werden bei Niederschöna 
überdeckt von Sedimenten, denen zahlreiche Schiefertoii banke 



92 


mit einer reichen Latulflora ein^reschultet situl. Die Pflanzen-' 
roste hänfen sich nianclmuil so, daß kleine Kohlenlager entstehen, . 
Es wurden von hier hes<*liriebcn Algen, Farne, Konifereureste, ' 
Crednerien (Ahh. 82) mit platancnUhnlichen Blättern, Pnehe, Feigen- 
baum, Ahorn u. a. J)ie nachgewiesenen Laubbäinne sind die 
ältesten, welche man ans Mittcleuro]ia kennt und darum für den 
Paläontologen von besonderem Interesse. 

Überlagert werden diese Schichtern von einem mittelkörnigen 
Sandstein, der z. P>. bei Tyssa und Niedergrund unter anderen 
Sandsteinsehichten wieder zum Vorschein kommt. Jetzt sind die 
Teile zwischen Freiberg und Tharandt, zwischen Rabenau und 
SchlottAvitz usw. abgetrennt. IVüher war ein unleugbarer Zu- 
sammenhang vorhanden. Durch Vorgänge in der Tertiärzeit 
wurde derselbe zum Teil an einer westlich von ^VTndlselH•arsdorf 
von SO nach NW streichenden Verwerfung aufgehoben. Dieses 




Abb.83. Ostrea (Alectryonia) 
carinata Lam (n. Credner). 
Scharfkantige Auster. 


Abb. 84. Ostrea (Alectryonia) cari- 
iiuta Latn. 

Scharfkantige Auster. 


Abb. 8f>. Serpuls ' 
gordialis Schl. 

(n. II. n. Geinitz). 
Verknoteter Röhren- 
wurm. 


westliche Sandsteingebiet i.st seitdem in hohem Maße der Ab- 
tragung und Zerstörung unterworfen gewesen, so daß nur einzelne 
Lappen seine einstige Verbreitung anzcigen. 

Nach dem eingangs Aii.sgeflilirten stehen wir am Strande 
eines Meeres, das sich in diese Gegenden vorschoh. Die groben 
Grundgerölle deuten die Küste an, die .sich aller Wahrscheinlich- 
keit nach Uber die jetzige Hochfläche des Erzgeliirges ans der 
Nollendorfer in die P’reiberger Gegend erstreckte. I.)ie Nieder- 
.schönacr Pflanzenschichten könnten als Deltabildung angesehen 
werden. Der Samlstein entspricht dem ausgewaschenen Kon- 
tinentalschlamm der heutigen Meere. Er bildet dort, wo sicli 
die Geröll- und Pflanzenschichten aiLskeilen, allein den Unter- 
grund des Elbsandsteingehirges, alle Unebenheiten des älteren 
Gebirge.s ausfüllend und einehneml und ist darum von wechselnder 
Mächtigkeit. Plinzelne Schichten sind reich an Versteinerungen 
in wenigen Arten, von denen ein Zvveischaler mit schnabelförmig 
überbogener Oberschale (Exogyra coliimba Lam.) und eine Austern- 



93 


art (Ostnui carhiatu T>am.[Abb. 83,84.]) ini Vordergruiul stehen und 
das Gestein keniucielinen. Ttn Tharandter Wald liegt darüber ein 
feinkörniger, ])oröser, toniger Sandstein von wecliselnder Farbe, der 
zahlreiche Körnclicn von Grünerde lulirt. Aul’ der Frinzeidiöhe, 
an der Goldenen ITohe, bei Welseldiufe u. a, O. lindet er sich 
wieder ohne diese. Kr ist hier in vier Bänke von je 1,5 ni 
Mächtigkeit, bez. in sechs von geringerer Dicke abgesondert. Er 
führt kleine TTöhlen, welche mit lockerem Sand ausgelullt sind 
und welche Organi.smen ihr Entstehung danken, die Serpelhöhlen. 
Das Vorhandensein derselben und das Fehlen von Kalk, sowie 



Abb. Acanlliocorns Mantnlli Sow. (n. Goinitz). 
Mantolls Stachclhorii. 


die Porosität des Gesteines deuten an, daß es ursprünglich sehr 
kalkrei<di war. Durch Auslaugung seitens der Tagewii.sser ist 
der K'alkgehalt verloren gegangen, ja sind auch die Kalkschalen 
der Fo.ssilien aufgelöst und nur die sandigen AuslÜllungsmassen 
als Steinkerne ül>nggebliobeu. 

.Vlle die /.ahlreiehen Mu.selieln, wie Inoceramen uml Austern, 
einzelne Ammoniten (Abb. 83) usf. sind ihrer Schalen beraubt. Es 
liegt lediglich die .sandige Ausfülluugsma.sse ihrer Gehäu.se vor. Die 
kohlen.säurehaltigen Wasser griti’en sogar die (Bnirzkörnchen an. 
Doch schied sich <lie Kieselsäure bald wieder aus und verkie.sclte 
tlie Sergelröhren oder bildete kleine helle Quarzkristallc, die sich 
leicht von tlen ursprünglichen (B*arzkörnertj unterscheiden. Diesen 
von Haus aus kalkreiidien Sandstein nennt man Pliinersaml- 
Stein. Er ist eine durch Beimischung von Kalksand zerriebener 



94 


Orgauismenreste kalkig gewordene Abänderung des Kontinental- f 
sehlammeH. Nach N nnd KO zu tritt der Sandgcluilt immer 1 
mehr zurück, Kalk nimmt überhand, nnd es entsteht der Pläner- 
kalk, der l>ei Coschütz und im Zschoner (irunde aufgeschlosseD 
ist. Er liihrt dieselben Petrefakten wie der Plänersandstein, 
unter denen Serpula gordialis v. Öchloth. (Abb. 85), Terebratula 



Abb. 87. Peoton ineinbranaceus Abb. 88. Vota notabüiB Münst. ! 

Nilsg. (n. H. n. Geiiiitz). (ii. U. H. Geiuitz). 1 

Dünue JakobsmHschel. Die edle KlügelinugchvI. I 

phaseolina Ijain., Pecten membranaceus Nilss. (Abb. 87), Volaj 
notabilis Münst. (Abb. 88), Lima cenomanse d’Orb., Inoceramus 
striatus Mant. die häufigsten sind. 

Der LFntergrund des Meeres, in dem sie lebten, bestand aus 
kambrischen und silurischen Schiefern und Grauwacken oder, wo 
diese entfernt waren, aus Syenit, Granit, auch Porphyr. Die 
Schieferhüllen wurden wohl bereits in der Brandung des vor- 


Ifa 



Abb. 89. Schematischeg Profil durch den Gamighübol. 

1. Granit. 2. Carinaten-Quader. 3. Treiinendo Mcrgnlgchicht. 4. u. 4n. Carinatcn-Fläner 
und -Mergel. 6. Labiatun-Pläuer (n. Petraechek). 

rückenden Jurameeres zerstört und die Gcsteinskomplexe ober- 
flächlich angegriffen oder in einzelne Klippen zerlegt. Die Sedi- 
mente dieses Meeres wurden in der folgt'uden Epoche bis auf 
kleine Kalkschollen mit zahlreichen Ammoniten, i'Vrmfüßern n. a., 
z. B. bei Hohnstein wieder vernichtet. Den W*rsteinerungen 
nach entsprechen diese Kalke dem mittleren weißen Jura 
Schwabens und .Frankens. Eine Begleitschicht wird w'cgcn der 
darin aufgefundenen Tierreste als oberer brauner Jura ge- 


95 


deutet. Die Schichtenreste sind aber so geriiigrügig und heute 
so wenig aufgeschlossen, daß sichere Schlüsse aus diesem Vor- 
kommen nicht gezogen werden können. Nur das beweisen sie, 
daß das Jurameer auch unser Vaterland berührte. 

Zur Ceiioni allzeit 
drang dann das Kreide- 
meer hierher vor, in seiner 
vorrückenden Brandung 
ältere Schiediten veniich- 
tend. Es lagerte auf dem 
alten Meeresgrund seinen 
Kontinental.schlamm in der 
(jhen beschriebenen Aus- 
bildungsweise so ab, daß 
einzelne Klippen hindurch- 
ragten. Die losen Sande 
hafteten nicht auf den- 
selben, da sie von den 
Wogen immer wieder 
herabgespült wurden. Auf 
diesen, über das durch- 
schnittliche Niveau der 
(.'enomanablageruughinaus 
.sich erhebenden Felsen .siedelte sich eine ähnliche Tierwelt 
au, wie sie an ähnlichen Orten in den heutigen Afeeren 

auftritt nnd besprochen wurde. 
Am Gainighübel, der von Dresden 
aus leicht zu erreichen ist, lassen 
sich die.se Verhältnisse am besten 
studieren. Der Gamig, der einst 


Abb. 91. CupiiIosponKi» Kömeri Geiuitz Abb. 93. Synhelia gibbosa 

(n. H. B. Ooitiitz). Münst. sp. (n. H. B. Geiwitz). 

Römer* Boohersebwamm. Höckerige Sonnenkoralle. 

eine heidnische Opferstätte war, be.steht aus einem Granit vom Lau- 
sitzer Typus. Nur wenig tritt die Granitkuppe über das umgebende 
Gelände vor. Bei dem Alibau des Ge.steins wurden eine Anzahl 
größerer und kleinerer Höhlungen und Taschen auf dem Rücken 
aufgeschlo.ssen, die angefüllt .sind mit Kalkmergel, der ungemein 





Abb, 90. Stellaeter Ottoi Gein. (u- U. B. Geinitz). 
Ottos Seestern, 



96 



Abi). 93. llaitischzUliuc. 

1. O-xyrhiiia Mantelli Ag. 2. O. aiiguBtideiiH Uah. H. Otodus ajuiendiculatus 
Ag. 4. Lainna subulata Ag. 5. Corax beterodou Ua«. 6. IHycbodua latisaimus 
Ag. 7. Pyknodua scrobiculatua Ka». (ü u. 7 von oben.) (u. H. H. Geinitsi.) 



Abb. 94. 1. Actiuocamax (a. von der Seite, b. von 
hinten, c. Hintorende mit verdrückter Alveole. 

II. lielcmnit, rekonstruiert; a. Kückcnschulp, 
b. Alveole , c. der al.a Walle diononde Fortaatv. 
(n. Zittel;. 

Rowaffnung von Tintenfischen der Kreidezeit. 


Ah\t. 9ß. Plourotomaria Plaiiensia 
Rein. (n. II. B. Geinitz). 
Plauensche Rippeuaohnecke. 


97 


zahlreiche Versteinerungen entliielt. Bei weitem überwiegen 
Scliwämme in kugel-, linger- oder beclierfünuigen (Abb. 91), ge- 
lappten und flachen Individuen. Einzelne Stockkorallen , wie 
die schöne Synheha gibbosa Miin.st. (Abb. 92) linden .sich da- 
zwischen. Verschiedetie Austernarten (Ostrea diluviana und sig- 
raoidea), Koste von Armlußern, Stacheln von Seeigeln (Abb. 95) 
sind häuflg. Bankweise linden sicli die Steinkerne einer Turni- 
schuecke. Zähne verschiedener Haifische (Abb. 93) sind nicht 
.scheu. Auch kleine kegellormige „Donnerkeile“ (Actinocamax 
pleniis |Abb. 94]) kommen vor. ln jedem Kalkstück fallen viele 



.\bb. 97. Pinna docusBata Goldf. 
(n. H. B. Geiniti). 
Gekremte Steckmuschel. 


Abb. 98. Inoceramua Brongniarti Sow. 
(n. H. B. Geiuitz). 
Brongniarta Inoceraimis. 


kleine i’ötliche Körnchen auf, die als Fi.schkoprolithen und 
Foraminiferenreste gedeutet werden. Reichlich befriedigt verläßt 
der .Sammler dic.se Stätte. Auf dem Syenit des Plauenschen 
Gnmde.s, am Hohen .Stein, auf dem (Tranit von Meißen, auf dem 
Gneis des Oberauer Tunnel.s, auf der Porphyrkuppe des Kahle- 
husches bei Pirna wiederholt sieh dasselbe. 

Infolge Jvandsenkungen in andern Erdteilen zog sich das 
Meer am Ende die.scs Ab.schnittcs zurück, um bald infolge ander- 
wärts erfolgter Sedimentbilduug oder Eundhebungeii in .sein altes 
Verbreitungsgebiet zurückzukehren. Es wiederhol len sich die.selben 
Vorgänge. Zunächst der Kü.stc wurden im Verbreitungsbezirk 
der .säciisich-böhmischen Schweiz wiederum Sandsteine gebildet. 

Pelz, Geologie des Königreichs Sachson. 7 



98 


Bei Konigawald iiii Eulauer Tal sind sie luittelkörnig und führen 
eiuzelne Gerolle. Die mittclkörnige Struktur hält nordwärts an 
bis Kleiu-Cotta. Yon liier an wird das Gestein feinkörnig uud 
liefert den helieliton ('ottaer Bildhauersandstein ((iroß-Cotta). 
Weiter nach Norden stellt sich ein kalkiges Bindemittel ein, und 



unmerklicli geht es in san- 
digen FMäner über, der 
innner kalkiger und so zu 
P 1 ü n e r k a 1 k wird (T vcubu itz), 
Aufgeschlossen ist er gut bei 
Cotta- Leutewitz. Fossilien 
sind in den Bandsteinen dieser 
Stufe stellenwei.se bei großer 
Formenanmit zahlreich, be- 
sonders in den Steiubrüchen 
des G ottlenbatalcs, dcsi iohme- 
grundes, bei SchÖna. Ino- 
ceramus labiatu.s v. Bchlotli, 
Pinna decus.sata Goldf., 
die mit der Spitze im Sande 
steckte und Exogyra eolumba 
laim. sind die häuQgsten 
Vertreter. Ammoniten sind 
.selten. Eie Gehäuse abge- 
storbener Individuen wurden 
vereinzelt von den Wellen 
augetrieben und hiei* mit 
begraben. — Ger IMäner- 
kalk enthält wenig Fos.silieii. 
Neben zum Teil riesigen 
blxcmplarcn verschiedener 
Ammoniten findet sich in ihm 
häufig ein Nautilms. Nur 
wenige Formen, die im Baiul- 


Abb. 99. Inoceramuä labiatna Sobl. 
Gelipptnr Inoceramua. 

(u. H. B. Qeiaitz.) 


steiu Vorkommen, fehlen uud 
umgekehrt, was in der Vor- 
liebe der Tiere für verschie- 


dene Bodenarten und Meerestiefen begründet ist. Nach dem 
häufigsten, sowohl im Sandstein als auch im Pläner auftretenden 
Fos.sil, dem Inoceramus labiatus (Abb. 99), nennt man die eben be- 
schriebene Kreideablagcrung Labiatus-Stufe. 

Wieder zieht sich das Meer znrüek, und wieder dringt es 
vor, in ähnlicher Weise im (xebiete der böhmisch- sächsischen 
Schweiz Sandstein, nach Norden zu von Strehlen bis Weinböhla 




Brongniarti Sow. (Abb. 98), wcswogon man von Brougniarti- 
Sandstein und Brongniarti-Pläuei’ spricdit. 

Über den Brongniarti-Schichten liegt ein Mergel mit Scaphiten 
( Abb. 101), ammoniienübnlicben Tieren, deren Schale nur zur Hälfte 
eingerollt war (Scapbitenmergel) und darüber nochmals ein 
nur in geringen Kesten erhaltener Wech.sel von Sandstein (Über- 
fjimder der Sächsischen Schweiz) und Tonmergel mit Tnoeeramus 
Cuvieri (Abb. 103). 

1 * 


Abb. 101. Scttphitc»Otoin»t>:i d’Orb 
(n. H. K. Oeiuits). 

Nttr teilweise eingerolltes Tinten- 
fischgehüiise. 

vo-n 


kalkige Sedimente mit reicher Fauna absetzend. Die Kalkbrüohe 
von Strehlen und W’einböhla lieferten Tausende von Ammoniten, 
Zweischalern, Schnecken, Seeigeln (Abb. 1 02), Fi.schzähnen,-s(!huppen 
und -knocheu. Heute sind sie ver.sehiUtet und verstiirzt. Die 
oharakteristi.schsto Versteiuerung dieser Stufe ist der Inoceramus 


Abb. lOi. Microiiter cor textudinnrium Ooldf, (n. floldf.). 
ScUildkröU'nberx-Seolgol. 




Abb. 100. Spondylus spinoBua Sow. (verkl.). 
Doruigor Spondylus. 


‘'6m o(,rn 



100 


Die Labiatiis- Stufe, die Brongniarti- Stufe, der Seaphiten- 
mergel und die Cuvieri-Stufe bilden das säclisiche Turou. 



Abb. 103. InoceramuK Cuvieri (n. Goinitz). 

Cuviers luooerauius. 

Die sächsische Kreide zerfällt demnach in 6 Al)tcilungen: 
6. Stufe des Inoceramus Cuvieri*): 

a) Sandstein (Überquader), 

b) gleichaltriger Tonmergcl 
5. Stufe des >Scaphites Geinitzi: 

Mergel und Ton. 

4. Stufe des 1. Brongniarti: 

a) Sandstein (Brongniarti-Quader), 

b) auskeilend mit Plänerkalk (Brongniarti-Pläner). 

3. Stufe des l, labiatus: 

a) Sandstein (Labiatus-Quader), 

b) übergehend in Plänerkalk (Lal)iatus-Pläner). 

2, Stufe der Ostrea carinata: 

a) Sandstein (Carinaten-(iuader), überlagert von 

b) Plänersandstein, welcher 

c) übergeht in Pläncrkalk oder 

d) entwickelt ist als Klippenfacies. 

1. Stufe der Crednerien: 

a) Grundkonglomerat und Kiese, 

b) pflanzenführende Schichten (Nicderschönaer Sch.). 
Nach Süden trennt eine Spalte, die Erzgebirgsverwerfung, 

die böhmischen Kreideschichten von den sächsischen. Doch 


*) Anm. Wird von Petra.schek zum 8enon gestellt. 



F 


101 


’ herrscht in Böliiuen eine cutsprecheude Ausbildung derart, daß die 

I ' Simdsteiiiscliichten nach Süden in rein kalkige Sedimente über- 

gehen (Hundorl* bei Tej)lit/, Ijaun, Posteiberg) und daß Pfian/en- 
(Peruti:) und Gcrollschichten am weitesten nach SW' greifen. 
Paßt mau die beiden Krscheimingen /ansammeii, so erhält man 
das Bild einer halbkreisförmigen Bucht, die sich von 
Osten bezw. Nordosten her iiacii Sachsen und Böhmen hinein- 
erstreckte. I)a.s Erzgebirge und die Sudeten standen damals 
lUK'h in unmittelbarem Zusammenhang. Sie waren noch nicht 
<liirdi eine Senkung getrennt, wie dies heute der Fsdl ist und 
ragten als unterseei-seher, ziemlich gleiohhohcr Rücken in die 
Bucht hinein, dieselbe in einen nördlichen und südlichen Flügel 
[( zerlegend. W^enn auch nic-ht anzunehmen ist, daß der von Kreide- 
l schichten bedeckte Teil des Erzgebirges und der nordwestliche 
I Teil der Sudeten so hoch lagen wie heute, die Gründe für die 



Alib. 104. Profil durch die Kreideformation oberhalb Pirna (n. Credner). 
Die Zahlen entsprechen denen der Glicdcrungufiibelle. 


.Vnnahme einer TIehung des Erzgebirges und der Sudeten nach 
der Kreidezeit sollen S|)äter erörtert werden, so liegt doch auf 
der Hand, daß der gemeinschaftliche unterseeische breite Rücken 
die Sediment icrung beeinflussen mußte. Hier war das Meer seicht, 
überall die Kü.ste in der Nähe, von der W ässer einströmten. Es 
hildeten .sicli .sandige Ni cd er.se li läge, die vielleicht vom WTnde 
weiter landcinwärLs geführt und dort angehäufi wurden (Dünen- 
bildung). Nach Süden und Norden aber erreichte das Meer 
größere daefen, die Bildung kalkiger Sedimente war die Polge. 
Ist nun das Aleor von Norden, oder wie Suess annimmt, über 
die böhmische Masse von Süden oder von Osten her über 
Sohle, sicii gekommen, d.'Ls sind offene Fragen, die sich nicht so 
leicht beantworten lassen werden. 

Jüngere ul.s die eben hescliriehenen Kreideschichten kennt 
niaii in Sachsen nicht. Bei Eintritt der Tertiärzeit lag unser 
Vaterland trocken. Von Freiberg über das ganze Elbgebiet, von 
Böhmen bis Meißen und jedenfalls weiter west- und nordwärts 



102 


lagen mächtige Sandstein- hez. PUinerdecken, die sicli weit nach 
Osten ü!»or das Lausitzer Granitgebiet hin erstreckten und ein 
ausgedehntes Plateau bildeten, lleute sind sie zum grüßten Teil 
vernichtet und in Sachsen außer den westlichst gelegenen Lappen 
nur die Partien erhalten, die auf einer Erdscholle ausg(! breitet 
sind, die sich nicht mehr in ihrer ursprünglichen Lage bclindet. 
J)ic Verschiebiiug dersellien in eine vor schneller Abrasion 
schützende Lage erfolgte in der Tertiärzcit. 

Gliederung der Kreide: 

(nach Beck, Creclner, (teinitz, Petra.'^chek, Sauer und Schalcli). 

I. Turon: 

a) Stufe des Inoceramus Cuvieri*): 

1. Tonmergel mit I. Cuvieri, der wahrscheinlich äqui- 
valent ist, Ib dem IJberquader ohne Versteinerungen. 

b) Stufe des Scaphites Geiuitzi: 

2. Mergel und Tone mit S. (jeinitzi und auritus, I, latus 
und Hakulitim. 

c) Stufe des L IJrongniarti: 

3. Sandstein (Brongniartiquader) mitl. Brongniarti, Lima 
caualifera, Vola quadricostata, Exogyra columba, Rhyn- 
chonella plicatilis, 

4. Mergel ohne Versteinerungen. 

6, Pläner mit I. Brongniarti, Spondylus spinosus und 
Acanthoccras AVoolgari. 

5. und 7. Grünsandstein mit Rhyuchonella bohemica, 
dem Pläner unter 6 unter- und übergelagert. 

d) Stufe des 1. labiatus: 

8. Labiatusschicht.cn, bestehend aus 

Sandstein (Labiatu.squader) mit I. labiatus, Pinna 
decu.s,sata, der übergeht in 

Pläner (Labiatuspläner) mit denselben Petrefakten. 

II. Cenoman: 

e) Stufe der Ostrea carinata; 

9. Carinatenschichtcn: 

a) Pläner.sandstei n mit A(4inocama.\ jdenu.s, Cidari' 
Sorigneti, Pecten membranaceus, Vola notabilis, 
I. striatu-s, Serpula gordiali.s, lokal entwickelt als 
jS) Klippenfazic.s mit Gerollen, Muschel breccien und 
Kalkmcrgcln als Ausfüllung von Vertiefungen de.s 
Untergrundes mit denselben Petrefakten, außerdem 
Spongien, Korallen, vielen Au-sternarten , Brachio- 
poden und Fischresten, 


*) Anm. S. 8. 100. 



103 


oder übergebend in 

Plänerkiilk (Carinatenpläner) mit Actinocamax 
plcnus, I, striatus, Acauthoceras Mantelli. 
f) Stufe der Crediierien: 

10. Grundkonglomerate und Kiese, nach oben lokal 
verknüpft mit dunklen, dünnplattigen Sandsteinen 
und Schieferton mit Pflanzenresten und Kohlen- 
sclimitzen. 

Beck, Geuluj-iaoher Wegweiser «Itireh dus Dresdner Kl htal gebiet. 1897. 
Bruder, Über den Jura von Hohu.stein. Z. d. d. g. G. 1884. 

— Die Fauna der .rurnublageniug von Holmstein. Detiksidir. inath. nat. 
Kl. Akad. Wien. 1885. 

Ettinghausen, v,, Die Kreideflora von Niederschöna i. H. Sitzung.s- 
beriebt iler .Akademie der Wissen.sehaften zu Wien. I8fi7 
Geiuitz, Das Elbtalgebirge in Sachsen. 1871 — 187.5. 

Ncssig, Exkursionen in die Umgegend von Dre.sden. 1898. 

Petraschek , Faziesbildungen irn Gebiete der sächsischen Kreideformation. 
Isis. 1899. 

Über das Alter des Überquaders im sächsischen Elbtalgebiet, Isis 1897. 


XVI. Die Ausgestaltung des Erzgebirges zur 
Tertiärzeit. 

Sach.seii war wieder Fe.'^tlaud. Seine Höhen und Mulden bedeck- 
ten sich unter dem Einfluß eines subtropischen Klimas mit dichten 
Wäldern, in denen Palmen, immergrüne Tianb- und Nadelhölzer zu 
einer formen reichen Entfaltung gelangten. Ausgedehnte Sümpfe 
und Was.serlachen, denn noch immer fehlte die geregelte Ent^vä.sse- 
riing durch ein au.sgehaute.s Eluß.system, mögen die Niederungen und 
einzelne Recken an den nur wenig geneigten Gebirg.shängen er- 
füllt haheti. Um dic.se wucherte die Flora besonders üppig. Das 
fallende rmiib, die reifen Früchte oder einzelne Samen, ganze 
Haum.stärnme odt'r der Moder gestürzter, am Boden faulender 
rrwaldriesen wurden durch Gewäs.scr hiiieingetragen in die tieferen 
Recken und diese aufgeftlllt mit organi.schcn Massen, während in 
den Sümpfen mächtige Schi<;htcn solcher an Ort und Stelle ge- 
bildet wurden, wobei .sieh typische Wasserjjflanzen, wie Witsser- 
%rne (Salvinia) und Wassernuß (Trapa) hervorragend beteiligten. 
Idierdeckt mit Ton, Sand und (.Teröll verfaulten sic nicht, son- 
dern verfielen unter T juftah.schln.ss dem schon früher beschriebenen 
Vermoderungsprozeß, der sic allmählich zu Braunkohle wandelte. 
Oft liegen in den Plötzen (Grimma) Stämme von Nadelhölzern, 
die noch völlig wie Holz aussehen, mit Säge und Beil gelöst und 
iu Scheiten wie Holz für die W'^interfeuerung in mächtigen Stößen 
aufgeschichtet werden. Der bei weitem überwiegende Teil der 



104 


nordsächsischcn Braunkohle eine ercligtorüge Bescluiflenheit, ■ 

weswegen sic sicli zur Briketifabrikation (Borna) vorzüglich eignet. I 
Die Entstehung der Braunkohl e aus an (,)rt und Stelle 
geM'achsenen Pflanzen UUU sich gut bcobachtcTj in dcji Braun- I 
kohlenlageru von Miltweida, Tanudorf, Brandis, Machern, Allen- 
bach u. a. Diw Liegende dev Braunkohlcntbrination von Mitt- ^ 
weida, die eine Elächc von GO qkm einniinmt, bildet zu unterst 
ein weißlicher Ton. Es war also ein 'Was.serbocken tla, in dem ‘ 
er abgesetzt wurde. Darüber liegt ein bräunlicher Ton, wie der 
Grundschlamm der Teiche durchzogen von zahlreichen, feineren . 
Wurzelresten, die ihn allseitig durchsetzen und von denen M'urzeln 

letzter Ordnung nach allen Seiten aus- I 
strahlen. Die Beste wurden demnach 
nicht eingeschwemmt, sondern sind hier 
gewachsen. Eine über dem Ton liegende | 
Schicht von Blätterkohl c bc.steht aus 
zahlreichen Blättern von Tjaichkraut, 
Früchten der M^a.s.sernuß (Trapa C'redneri) 
und Salvinien, wozu di<> Wurzeln im Ton 
gehören. Diese Pflanzen konnten erst daun 
gedeihen, als das Wasser durch den ALsatz 
der Tonmassen seichter geworden war. Sie 
senkten ihre Wurzeln hinab in den Grund, 
um dort Halt und Nahrung zu finden. 

Die BlUtterkohle tritt in mehreren 
Schichten auf, die durch Tonzwischen- 
lagen getrennt sind. Diese deuten au, 
daß zuzeiten Schlauimas.sen in das Becken 
eingeschwemmt wurden, die sich am Boden 
Sumpfzyiiresse. ausbrciteten. So wurde das Becken immer 

seichter, bis e.s sich randlich in Sumpf 
wandelte. Hier siedelte sich nun gesellig eine den Botangpalmeu 
der indischen Dschungeln Uhuliche Palme (Palmacites Daemonor- 
hops) au. Ihre mit gebogenen Stacheln besetzten Stamm- und Zweig- 
teile setzen im mittleren Niveau der Mittweidaer -Vblagerung eine 
ganze Kohlenlage für sich zusammen. Von den Rändern her rückte 
nun aucli der Nadelbaumwald vor, der die zahlreichen, meist 
brettartig zusamraengedrückten Ilolzreste lieferte, die unter 
dem Sammelnamen Cujiressinoxylon Protolarix Göpp. zusamnien- 
gefaßt werden. Ihr Vorkommen auf den Mooren selb.st beweisen 
zahlreiche Wurzelstümpfe, welche in der Sohle mancher Flötze 
oder in denselben wurzelnd beobachtet wurden. Naumann er- 
wähnt eine Stelle in Nordsachsen, wo 40 — 50 solcher Stümpfe 
gleichzeitig aufgedeckt waren. Zwischen den Stämmen häuften 






105 


sich die organischen Massen der abgefallencn Zweige (Glypto- 
strobus eiiropaeus, Taxodium distichum). Die mit vorkommeuden 
Blätter von Laubbäumen fUlirte der Wind herbei. Überdeckt 
AViirde das Ganze mit einem Ton, der vielerorts zur Ziegelfabri- 
kation verwendet wird. 



Al)h. lOB — lOi). tt. liiiinidambar europaowm AI. Br. (etiropUischeT Amberbaum), b. Myrica 
liguitnm Ung. sp. (Braunkohlon-GaKüIstraucli). o, Kucalyptna oceanica Ung. (Ozeanische 
Scliunmlitzo). d. Acer trilobatuin Stbg. ap. (drcUappiger Ahorn), (n. Kugelhardt). 


Nach den verschiedenen Ablagerungen dieses geologischen 
Abschnittes lassen sich in Sachsen von unten nach oben drei 
Abteilungen unterscheiden: 1. Süßwassergebilde des Oligoeäns; 
3. Meeresablagerungen des Oligoeäns; 3. Süß wasserschichten des 
Mioeäns. 

Während .sich in Süd- und Westeuropa das alte Tertiärmeer 



106 


des EocUns vom Mittclmcer her üher weite (rehiete aiisdchnte. 
entstanden in Norddeutscldiind in den Strandregionen eines 
Meeres, das von L’nßlnnd her vordrang, Kies- mul Tonab- 
lagermigen, die von breit daliiiiHießenden WasHerlUufen ahgesetzt 
wurden. Sie finden si< h von den höchsten Teilen des Erzgebirges, 
in Komplexen an der Sieiniiölic hei Goltesgab (1000 ii» Scelnihe), 
am Härenstein, Pöhlherg, Seheihenlierg, dtireh /.ahlreiefie einzelne 
Gcröllhlöcke zwischen diesen Hergen und über andre Teile des 
Erzgebirges angedeulet, bis herab in das erzgebirgi.sche He<*ken, 
wo sie sich von Zwickau an nordwärts in bis 50 m mächtigen 
isolierten Partien ansdehnen, die nach N immer häufiger werden, 
immer größere Mächtigkeit erlangen und sich schließlich zu einer 
zusammenhängenden Decke schließen, die von jüngeren Tertiär- 
gebilden überlagert wird. In Nordwest-Sachscn, in der (.xegeml 


ck 



AMj. 110. l’rofll ilurch das Tertiär von Iicipiig (n. Cretlner). 
a. Alluvium. d. Diluvium, o. B. obere Bratinkohlonf. (Mioeän). o. O. Glimmersaml, 
S. Scptarieiiton. St. .SieUiner S»nd, n. b. nntere>« Brannkohlonti. (Olifxooän). t. Tou. 

K, Omndgebirge. 

von Jjeipzig, führen sie ein Hraiinkohlenflötz mit melir als 
10 m Mächtigkeit. Sie deuten den Weg alter Flußläiifc mit zahl- 
reichen sceuartigen Erweiterungen an, die ihren Ursprung noch 
südlich des heutigen Erzgeb irgskamme.s gehabt haben müssen, auf 
einem Teil, der heute tiefer liegt als die tertiären Ablagisrungeii 
der Steiuhühe, die mit denen <les Pöhlbergs, Härenstein.s und 
Sclieibenbergs völlige UbereiiLstirnmuiig zeigen. Das Material, 
an der Steinböhe Quarz, Granit, Turinalinscliiefer, Andahisit- 
glimmcrfels, Quarzitschiefer, Phyllitknanern in ahgcrolltcn h^'rag- 
menten, an den übrigen genannten Ha.sjdtbergen verschiedene 
(Quarze mit seltenen Beimischungen von feinkörnigem Turmalin 
lieferten die beiiaclibarteu Teile des Gebirges, von denen sie durch 
die V erwilterung gelöst und durch hel'tige Hegengii.sse fort- 
gcschwemmt und in breiter Kcstrcckung wieder auf bereitet wurden. 
Die ürströme ergo.ssen .sich weiterhin in das erzgebirgisehe Becken 
(Neuwiese, Hartenstein, AVilkau), vereinigten sich mit einem au.s 




107 


dem Vogtland koinrnenden Jjauf mul flössen über Zwickau nach N 
hin in ein Süßwasser- bezw. Siunpf'becken, wo es zur Braun- 
kohlenbildung (thüringisch - sächsische Brauukohlenbucht) kam. 
Überall liegen die Abfagerungen dieser vielleicht nur periodi.sch 
geflossenen Ströme flach auf' mil stetiger Jseigung nach hoch 
über den heutigen Flußtäleru, ein Beweis, daß diese damals noch 
nicht existierten und sicii erst in spaterer Zeit ihi‘ Bett durch 
die Tertiärschichten hindurcligrabcn mußten, wobei die einst zu- 
sammenhängenden Decken in einzelne Schollen zer.schnitten oder 
ganz wie<ler abgetragen wurden w’ic im Erzgebirge. Hier sind die 
geringen vorhandenen Reste nur dinxdi darüber geflos.sene Basalte 
vor völliger Zerstörung bewahrt worden. An anderen Orten 
(z, B. Mittweida) befänden sich isolierte Wasserbecken, wie die 
allseitig aus einer flachen Mulde au.s- 
keileuden Braunkohlenflötze verraten. 

Während nun von N her djis Meer 
inuuer weiter vordrang mit einer Aus- 
buchtung bis .südlich von Leipzig, über 
die Braunkohlen führende Stufe Meeres- 
.sande mit zahlreichen Musch elre.sten in 
Bhosphoritknollen (Pectunculus Philippi, 

Aporrhais speciosa, Cyprina rotuudata) ge- 
deckt wurden, worauf Ton (Sepdarienton) aW.. m. Le.la DesUayesiana 
ebenfalls mit Meerestieren (Leda De.shaye- nuch. 

siana (Abb. 111), iS’ucula Chastcli, Fu.sus 

uiultisulcatiis) folgt, .spielten im Süden unseres Vaterlandes jene 
Ereignisse, welche dem Erzgebirge in den Grundzügen seine 
heutige Gest:dt gaben. 

In der mittleren Karbonzeit wurde das Erzgebirgssystem 
als Tcilstück der mitteldeut.schen Alpen aufgefaltet zur selben 
Zeit, als sich weiter irn Süden die ersten Anfänge der Alpen 
hoben. Der faltende Schub kam von SO, weswegen der süd- 
östliche Schenkel der Erzgehirg.sfalte kürzer und steiler ist. Der 
Sattel lag südlich des heutigen Erzgebirg.skanimes, wie ein Profil von 
Graßlitz nach Kircheiibirk .südlich der Egcr (.\1)1j. 112) zeigt. Nach 
dem.selben steht das westlicltc Erzgcliirge in direktem Zu- 
sammenhang mit dem Karlsbader Gebirge. Den Sattel 
hihlen Glimmer.schicfer, der Kamm aber besteht hier aus Phyllit. 
Weiter nach O ändert sich dies. In die Kammliuie tritt im Keill)erg- 
Fichtclbcrg (Al)b. IIÖ) an vStclle des Phyllites Glimmerschiefer, 
der seinerseits weiter nach O hin dem Gneise weicht. Während 
von W her der südlich des heutigen Kammes liegende, in steile 
Falten zn.sammcngofpietschte Sattel, wenn auch in seinem Zu- 
sammenhang sehr gestört, noch siclitbar ist, fehlt weiter nach O 




108 



O 3 


jede Spur von ihm(vgl. Al>b. 1). Hier bilden den Kumm nordwärts eiii- 
iällende Gneise, die wir bereits beiKnpierberg(Abb. 114) in denselben 
eiurückeu sehen. Dies deutet Ereignisse an, die zeitlich zwischen 

dem Mittel- und Oberoligocän liegen. Der 
gcl)irg.sbildende Druck maclite sieh in der 
MitteltertiUrzeit besonders stark geltend. 
Im S wurden die Alpen zu gigantischen 
Massen aulgetürint. Kein Wunder, wenn 
eine Krall, die solche Vorgänge erzeugen 
konnte, ihren Einfluß auch auf benach- 
barte, in ilirem Gefüge bereits gelockerte 
Erdriudenteileausübte. An langenSj)alten 
lösten sich die Flügel desErzgebirges 
voneinander. Tm Westen blichen die 
Verhältnisse unverändert, I )sls Eibenstock- 
Karlsbatler Granitnmssiv erwies sich als ein 
so kräftiger Halt, daß in seinem Bereich 
nur schmale Schollen zwischen beiden 
Flügeln gesenkt wurden, währeiul ostwärts 
der ganze SüdlUigel des Erzgebirges samt 
dem Sattel in die Tiefe sank, lin Fichtol- 
berg-Kupl’erberggebiet sind seine Teile 
noch sichtbar, während etwa von Oher- 
georgenthal bis an den Quadersandstein des 
Elbsandsteingelurges nichts mehr von ihm 
zu sehen ist, und nur der Nordflügel mit 
durchwegsnördlichernEinfallen der Schichten 
stehen blieb. 

Ehe dies eintrat, waren am südlichen 
Abhang des Erzgebirges ])flanzen- und 
schneckcnführcnde Sandsteine ent- 
standen in einer flachen Mulde zwischen 
dem Fichtelgebirge und der heutigen Elbe. 
Im Saazer Teil des Beckens bildeten sich 
über die.sem Sandstein Schichten mit 
Braunkohlennötzen (Saazer Schichten), 
die aber wegen geringer Qualität der Kohle 
als nicht abbauwürdig lietrachtet werden. 
Nun machen sich Anzeichen vulka- 
P* nischer Tätigkeit bcmerklich. Basalt- 

tuffe überlagern von Süden her den Sand- 
stein, während er im Norden unbedeckt bleibt. Auf dieser 
Unterlage, im Süden Tuffe, im Norden Sandstein, wurden die 
organischen Massen abgesetzt, die sich zu dem bis 40 m mäch- 








(HKtVk&ubq. 


bQrrnaK 


V^VtUWühl 




4ho»pnrfulK 


kTlAl^i4>in 


IrUM«* 

PKiTtAinfcit» 



109 


tl^en Haupt fl ötz der l)öhmischen Braunkohlciiablagerung 
wandelten. 

Der Sandstein findet sich unter anderem in 592 m Seehöhe 
auf dem kleinen Purberg bei Kommot.au, hier mit besonders 
zahlreichen Blatt- und Zapfenresten und an der Salesiushöhe bei 
Bruch in über 400 ni Höhe. Während er an diesen Orten hoch 
am Gebirg.sabsturz hängt, bildet er, wo er sonst nachgewiesen 
werden konnte, mit nördlichem Kinfallen da.s Liegende der 
böhmischen Bruunkohlenformation. Auf dem Purberg liegt er 



Alih. 113. Profil von 'Nli'eipei't nach Ober-Drand (n. Uanbe). 
1. Oneiafonnatton. 2 . u. 3. Glimmeraolileferforniation. 


ca. 500 m über dem Tiefsten der Kommotauer Mulde. Tn einer 
länie von ( )bcrleutensdorf bis Schladnigbcrg .sinkt da.s Braun- 
kohlenflötz in seinem Au.sstrich am Krzgebirge in 350 m Meeres- 
höhe schnell auf 120 m unter See, um bis zum Aii.sgehenden 
am Mittelgebirge wieder bis 300 m anzu.steigen, auf welcher Er- 
streckung seine I.jagerung durch zahlreiche Verwerfungen gestört 
ist. Vom Spitzberg bei Bruch bis Bilin sinkt die Kohle von 
450 m am Erzgebirge auf 60 m unter See, um allmählich zu 



Abb. 114. Vom Kupferborg zum Kgortal bei Tsebernitz (n. Laube). 
1. Oncis. 2. Glimraorachiofer. 3. Grauulit, 4. BaaalttufT. 5. Basalt. 


375 m anzusteigen. Weiter ini O in der Linie Strahl-Kosten- 
Hundorf fällt sie von 330 m nur auf 225 in über See, um sich 
wieder zu 300 m zu heben. Die dnrcli dic.se Zahlen angedoutete 
Lagerung des böhmischen Braunkohlcn-IIauptflötzes kann keine 
ursprüngliche sein, denn eine gleichmäßige Flützausbildnng ist 
nur möglich in Mulden mit flachgeneigtem Untergrund. Es 
mils.sen demnach Schichten.störungen erfolgt sein, die die Kohlen 
in die heutige T^agc brachten, und die gegebenen Zahlen recht- 
fertigen die Annahme, daß gegenseitige Verschiebungen 
der beiden Erzgebirgsflügel um mindestens 500 ni er- 


110 


folgt sein müssen, iluß dies aber nicht gleicliinüßig, soiuleru 
besonders für den iSüdilügel an zahlreichen I ängs* und Quer- 
rissen in vielen Schollen erfolgte, wobei cs dann vorkonimeii 
konnte, daß einzelne sein* tief ( — 120 in) sanken, während andere 
in hedenteuder Höhe (-f- 221) in) eingeklemmt wurden. Dabei ist 
mit Senkungen des böhmisehen und mit Hebungen des 
sächsischen Teiles zu rechnen. 

Für erstere spricht neben viehui anderen Gründen die heutige 
tiefe Lage der Kohle bis — 120 m im ^'^erhältnis zu der Höhe 
des Ausstriches in -F4 50m Seehöhe. Für Hebungen liegen 
Beweise vor zunUehst im Purberg. Hier Hegen Braunkohlensand- 
stein mit Abbruch nach S in -F 502 m. Wäre der nördliche 
Flügel des Erzgebirges unverrückt geblieben und nur der süd- 
liche gesunken, so müßte man annehmen, daß hier die Braiin- 
kohlenschichten, ihre durchscbnittlichc Mächtigkeit mit 200 ra 
gerechnet, bis 800 m hoch gelegen haben müßten, eine Annahme, 
die sich schwer mit den \'erhältni.ssen weiter im O um! S in 
Einklang bringen ließe. Erklärlich ist die hohe Lage der Tertiär- 
schichten am Purberg, wenn man annimmt, daß die Senkung des 
südlichen Erzgebirgsflügels mit einer Hebung des nördlichen ver- 
bunden gewesen sei. — Vergegenwärtigt man sich ferner, daß 
der westliche Teil des Erzgebirges, der sich mit den südlich fort- 
setzenden Gebirgen teilweise noch im ungestörten Zusammenhang 
findet und seine sämtlichen Schieferhüllen zeigt, nicht unwesent- 
lich niedriger ist, als der ostwärts des Eilienstocker Massivs 
liegende, .so ist die Annahme nicht von <ler Hanii zu weisen, daß 
sich diese Vorgänge am stärksten je M'citer nach Osten hin äußerten, 
daß hier eine starke Hebung des sächsischen Flügels und ein voll- 
ständiges N'er.sinkcn des böhmischen Fdiigels Hand in Hand gingen. 

Folgendes möge noch als BeAveis für die mutmaßliche 
Heb ung angeführt sein: Eine Hebung des nordwestlichen 

Erzgebirgsflügels mußte in dem starren Gefüge des Gebirgs- 
baues im nördlichen Vorlande, besonders im erzgebirgisclien 
Becken, bedeutende Störungen herv'orrufen, die darin bestehen 
konnten, daß die .schon vorher stark gebogenen und darum 
um mei.steii in Mitleidcmscbaft gezogenen Muldeuteilo längs und 
(juer zerbroclieij oder doch wenigstens die einzelnen Schollen in- 
folge der Lagen- und damit zusammenhängenden seitlichen üruck- 
veränderung an berciLs vorhandenen Sprüngen verschoben wurden. 
Durch den Bergbau sind im Zwickau -Lugan-Olsnitzer Kevier, 
bei Berthelsdorf und auch .son.st zahlreiche Verwerfungen be- 
kannt geworden, durch die die Erdrinde im erzgebirgisclien 
Becken an sich oft fa.st rechtwinklig kreuzenden Spalten in viele 
Schollen zerlegt wird. Während die durch Abschwemmung in 



111 


(1er iiltosteii Kutliegeiulzeit erzeugte Obcrfläclie des Zwickauer 
Steinkolileiigebirges vor Ablagerung des Mittel-Rotliegenden ziem- 
lich gleichmütig verlief und sieli nur örtlich zu einigen flach 
huckeiförmigen Krhöhimgen emj)or\völbte, würde sic jetzt nacli 
Abdeckung des llolliegenden eine groB(^ Anzahl von durch Ver- 
werfungen erzeugten Stufen und Terrassen mit steilen Abstürzen 
von bis zu 200 m Höhe aufweisen. Zuweilen bilden die AV‘r- 
wcrfungsspalten weite, mit schüUigem (Tebirgsmaterial erfüllte 
Klüfte, So besitzt diejenige, welche durch den Brückenberg- 
schacht I bei Zwickau hindurchsetzt fast 20 m, die östlich vom 
Hahnhofschacht vorbeilaufende Kluft 27 m MUchtigkeit. Beide 
sind mit meist lockenun, gedrüektem und zerklüftetem Gcl)irgs- 
inaterial, darunter bis 1 cbm großen Fragmenten von Stcinkolde 
aiisgefüllt. Die Kluftwände selbst pflegen vollkommen glatt ge- 
scheuert zu sein, so daß sie spiegeln. Ein Teil der Spalten zeigt 
Erzgebirgsrichtung, während die anderen von SO nach SW 
streichen. Meist hat eine geringere oder größere vertikale gegen- 
seitige VcrsehicbTing der Scliollenrinde stattgel’unden, die in ein- 
zelnen Fällen bis 200 m betragen kann. Im Zwickaner Revier 
sind bis jetzt 140 .soleher Vorwerfnngen bekannt. Nur einzelne 
sind auf das Karbon besciiränkt, während die überwiegende 
Mehrzahl auch das ganze Kotliegende dtirchsotzt, ein Beweis, daß 
sie jünger sind als die.ses. Eine genauere Zeitbemessung ist 
wegen Mangels an Schichten zwiselien dem Kot liegenden und 
dem Diluvium unmöglich. Doch i.st leicht denkbar, daß sic und 
die sichtbaren Schollen Verschiebungen durch die Hebung des 
Erzgebirges in der Tertiärzeit lierbeigeführt wurden. — An einer 
solchen Vcrworfungsspalte des erzg<d>irgisclien Beckeu.s vollzog 
sich z. B. die Hebung des Olimmcrscliieferrückens 
zwischen Rabenstein und Lobsdorf bei Glauchau. Es 
wurde zwar .seither angeuommen, daß der Steilabhang des Toten- 
stein-Glimmersehieferzuges nur durch Senkung des südlichen 
Wrlaudcs bedingt sei. Es ist aber jedenfalls rielitiger, an 
Senkung und Hebung zu denken. Bei der mehrmaligen Auf- 
Avölbung des Mittelgebirges wurden die Glimmerschiefer schräg 
aufgerichtet. Jetzt aber liegen sie in dem fraglichen Gebiet 
völlig w'agreeht, um erst an der Gneisglimmersehiefergrenze in 
die geneigte Stellung die.ser überzugehen. Infolge dieser wag- 
rechten Lage komtmm in und bei Hol)enstein-Ernstthal , sowie 
Tirsehludm-Kuhsehnappel die die (ilimmerschiefcrformation 
des Granulitgebirges unterlageruden Serpentine Avieder zum Vor- 
schein. Es läßt sich dies nur durch eine einseitige Hebung dieses 
Elügeds erklären, die durch die unter dem Gewicht ihrer Sedi- 
mentdecken abwärtsdrängenden Schollen des Beckens herbei- 



112 


geführt wurde. Als infolge der Pressung emporgedräugtc Teil- 
schüllen sind ferner die Urgesteinsgebiete von Wildenfels, 
Braunsdorf, Fraukenberg und Kunnersdorf bei Hainichen auzu- 

sehen. 

Für eine Hebung des Süd- 
randes der Fr/.gebirgsseliolle s|)riclii 
auch die Sühichtenstellu ng der 
Steinkohlenformation und des 
Ivotliegenden im erzgebirgischen 
Becken. Dieselben wurden durch 
das Wasser horizontal abgelagert. 
Jetzt aber zeigt die erstere eineu 
durch.schnittlichen Neigungswinkel 
von 10®, das letztere einen solchen 
bis zn 10®. Im Zusammenhang da- 
mit steht folgende Mitteilung über 
die Lage mancher verkieselter 
k^tämme im Porphyrtuff bei 
Chemnitz: „Der eine Stamm lag 
in fast ostwestlicher Richtung, also 
so ziemlich in der Streichriebtung 
der Tuffscbichten. Es hatte wohl 
eine Zerteilung des Stammes durch 
Querbrüchc .stattgefunden, aber 
die einzelnen Stammbruchstücke 
lagen noch unverrückt aneinander. 
Dagegen war bei mehreren Stäm- 
men, die in der Richtung von SO 
nach NW lag(>n, nicht nur jcncv« 
Zerbrochensein, sondern auch eine 
Verrückung der einzelnen Stücke 
gegeneinander zu beobachten, und 
zwar in vertikaler Richtung, so, 
daß die Stücke in der Fällrich- 
tung immer tiefer lagen, eine hir- 
scheinung, die jodenfall.s mit der 
Aufrichtung der Beckenränder bei 
der immer noch, wenn auch lang- 
samer fortschreitenden Aufwölbung 
der Erzgebirg.s- und Mittelge- 
birgsfalte zu.sammcn hängt.“ Hier 
wird eine stetig fortdauernde Hebung angenommen. Die.s ist 
nicht nötig, denn derselbe Effekt wird erzielt, wenn der Ilebungs- 
akt ein vorübergehender ist, und könnte sich diese Erscheinung 




113 


ebeofalls auf eine partielle Hebung des Erzgebirges in der Tertiär- 
zeit zurückfubren lassen. 

Ist eine Hebung erfolgt, so muß dies auch in etwaigen 
Sedimentdcckon dos Gebirges zum Ausdruck gelangen. Die 
ursprünglich horizontal abgesetzten Sandsteine und Kalke des 
Elhsandstoingebirges fallen von ihrem höchsten Punkt auf 
dem heutigen Erzgebirge bei 721 m in einem Winkel von 3® 
nach NO ein. Es muß also eine Hebung des SW-Randes der 
Scholle stattgefundeu haben, auf der die Kreidc.schicliten liegen 
derart, daß der sich hebende Erzgebirgsfliigel die Scholle ein- 
seitig mit in die Hölie schleppte, während ihr entgegengc.«5etzter 
Rand einsank. Stellenweise kam es dabei zu Brüchen (Wendisch- 
carsdorfer Verwerfung) und Schichtenbiegungen (Ele.xureu). 

Man bedenke ferner die Ero.sionswirkuug an den Tertiär- 
ablagerungen. Die auf der Höhe des sächsischen Erzgebirges 
vorhandenen Tertiärreste liegen bis 300 m über den heutigen 
Talsohlen. Dieser Betrag verringert sich, je weiter man nach N 
fortschreitet. Bei Göhren sind außer den tertiären Sanden und 
Tonen durch die Mulde noch die Grundschichlen (Grauulit) tief 
angeschnitten, in der Leipziger Gegend aber vielerorts durch die 
Flußläufe nur die oberen Schichten des hier besonders .stark ent- 
wickelten Tertiärs. Dies drängt zu der Ansicht, daß nach der 
Ablagerung der älteren Oligocänschiehten eine Hebung statt- 
gefunden hat, die am bedeutendsten im Erzgebirgskainm hervor- 
tritt, Dadurch wurde das Gefälle der Elußläufe im 8 so sehr 
erhöht, daß es daselbst zu be.sonders auffälligen Erosionswirkungen 
kommen konnte. Auch zeigen die Tertiärschichten ein Einfallen 
nach NW. 

Erwägt man weiter, daß sich zur selben Zeit im ganzen Be- 
reich der heutigen deutschen Mittelgebirge gewaltige, weitau.s- 
gpclehnte Senkungen und Hebungen vollzogen, Schwaben-P’ranken, 
Thüringen, die Lande um den Harz, die obcrrheini.sche Tiefebene 
u.sf. an zahlreichen Spalten einsanken, während die trennenden 
Schollen, der Thüringer Wald, Schwarzwald, \b)gesen usw. gehoben 
wurflen, .so liegt nichts näher, als die Ereignisse im er/gebirgischen 
Recken und an .seinen Rändern auch in die.se Zeit zu legen und 
.sie mit den Vorgängen im Süden unsere.‘^ Vaterlandes, in Nord- 
höhmen, in Verbindung zu l)ringen. Vielleicht sj)ielte sich 
der llebung.sakt so ab, daß durch einen von SO her 
wirkenden Druck beide Erzgebirgsfliigel höher auf- 
ge])rcßt wurden, dabei zerbrachen, der .südliche einsank 
und der nördliche in seiner erhöhten Lage verharrte. 

Die Bruchränder, an deneu sich die Hebung vollzogen haben 
kann, werden markiert durch die Erzgänge von Joachinisthal mit 

Volz, Geologie des Königreichs Sachsen. 8 



114 


ihren BjLsaUgängcii, die Eru|)tiüiiskruter von AViesenthal und Neu- 
dorf, durch die Aniial)erg-Marienl)erger und jüngeren Freiberger 
Erzgängc und die Basaltkraler von Tliarandt, Kreischa, Berggieß- 
liübcl u. a. 

Als Folge der Aufrichtung der bei dem Vorgang verbogenen 
Krzgcbirgsscholle, <He sich ungefähr mit dem Gneisdreieck deckt, 
würde die vollständige Entblößung derselben von (xlimmerschiefern 
und Phylliten durch Erosion anzusehen sein. 

Die gesc.hilderten Kreignisse waren von großer Tragweite, 
Es hat den Airschein, ids ob unter den versenkten Schollen 
Hegende, vielleicht schon halberstarrtc Eruptivmassen nur auf 
diese Druekentlastuug gewartet hätten, um sich aufs neue zu 
verflüssigen tiud in ungeltcuren Massen hervorz.ubrechen, dabei 
ganz Nordböhmen vom Karlsbader Granitgebirgo bis in da,< 
Zittauer Gebirge zu he<lccken. An vieden ()rten liegen mehrere 
Decken von Basalttuff und Basalt übereinander (am Piirberg 
bei Kaden viermaliger AVechsel von Tuff und Basalt). Es müssen 
also mehrere Eruptionen in Verbindung mit wiederholten Hebungen 
und Senkungen erfolgt sein. Heute sind die dabei entstandenen 
Gesteine zum größten Teile wieder zerstört und nur die Aus- 
füllungsmassen der ehemaligen Kratcröffnungen, die gewaltigen 
Basalt-- und PhonoHth<lome des Mittelgebirges, Duppauor und 
Zittauer Gebirges erinnern daran und geben ein Bild von der 
Starke der vulkanischen Decke, die einst ganz Nordböhmen be- 
deckt haben muß. Die Hauptspalten lagen auf südöstlich- 
nordwestlich streichenden Brüchen des Karlsbader Gebirges und 
auf paralhd zum Erzgebirge streichenden, in der Jänic Saaz- 
Zittau. Ebenso scheint sich eine Hauptspalte Östlich von Aussig 
nordwärts gezogen zu haben. Die erstgenannte wird äußerlicli 
gekennzeichnet durch das Duppauer Gebirge. Von hier aus ver- 
sank der südliche Erzgebirgsflügel nach NO hin. Gleichzeitig 
senkte sich die Scholle einseitig nach NW, \vobei sie an sich 
kreuzenden Sprüngen in viele Stücke zerbracl), so, daß ihr Nord- 
westrand tief) aber der Stido.strand von Saaz durch das Mittel- 
gebirge hoch zu liegen kam. Damit stimmt die bereits durch 
Zahlen belegte Lagerung des Hauptbraunkohlenflötzcs überein. 
Da.'^.scllie kann am Südrand in Tagebauen (Brüx) ahgebaut werden, 
während nach N hin kostspielige Tiefbauten zu ihrer Gewinnung 
erforderlich sind. Über die gcncigtcji liehnen ergos.sen sich die 
älteren Basalte in Strömen und Docken, um von jüngeren stock- 
und gangförmig anfsetzenden Ma.s.sen durehbrochen zu werden. 
In den tieferen Teilen aber sammelten sich wiederum die Wässer 
in isolierten Becken und lieferten das Material zu neuen ßraiui- 
kohlenlagern (Ealkenaner Becken). 



115 


Kleinere Partien von Basalten und Phonolitlien auf dem 
Kamme mul dem Nordabliange des Erzgebirges, die seine west- 
liche, nördliche und östliche ITcbungsgrcnzc bezeioliuen, sind an 
Spalten gebnmbme Kruternnsfüllungen, Oie Spannung war so 
groß, daß durch die im Krdinnern aus dem Glntfluß ansgcschie- 
dencii Gase und Dämpfe durch die Spalten oder, wenn diese 
nicht bis an die Erdoberfläche r(*i(*,htcn, durch die deckende Ge- 
steiiismassc, selbständige Explosionskanäle gesprengt wurden. Auf 
den so durch Gasexplosionen zu Eruplionsschloteu erweiterten 
Teilen dieser Spalten oder aiicli auf Tiefeuspalten, die nach oben 
hin durchschossen wurden, konnte das Magma emfK)rdringen, und 
so öffnen sich in der TertiUrzcit eine große Anzahl von Kratern 
am Kamine des Erzgebirges und nahe den Rändern seines 



Abb. 116. Modell, das die Entstehung von Spalten quer zum Sattel versinnbildlicht 

(n. Beek). 


Giiei.sdreieckes (Haßberg, Pleßbcrg, Hirtstein, Steinlberg, bei 
Oberwiesenthal, Schlö.sl , Neudorf, Scheibenberg, Landsberg, 
Krei.sclia, Cotta, Sattelberg n. a.). Die Laven der .südlich ge- 
legenen ergossen sich Uber den Nordalihang dc.s Erzgebirges, 
wobei sie zum Teil das Bett alter Tertiärströine unsfüllteu 
und die Ablagerungen derselben mit Basaltdecken verhüllten. 
Die Basalte des Pöblbergs, Bärensteins, der Stcinliöhe sind Reste 
solcher Decken, deren größter Teil durch .spätere Erosion zer- 
stört und die dadurch auf den jetzigen geringen Umfang redu- 
ziert wurden. Welche Ausdehnung solche Decken lial)en können, 
zeigen die Basaltdecken des Duppauer Gebirges und böhmischen 
Mittelgebirges, die viele Qnadralmeilen bedecken. In Oregon 
nehmen B!usaltm.a.s.sen einen Flächciiranm ein von 250 000 qkm, 
in Südindien gar von 400 000 qkm. 

Überschauen wir nochmals die tektonischen Umwälzungen, 

8 * 



116 


die das J5rzgel)irge bis zuin Schlüsse der mittleren Tertiärzeit : 
erfahren hat, so ist festzustcllen; | 

1. Faltung in der Mittelkarbonzeit. Dabei wurdeu in- 
folge ungleicbniäßigeu Widerstandes der nordwestlich vorliegenden 
Krdrindcntcile (Granulitgebirge) »wei Hauptsysterne von Spalten i 
senkrecht zum Kamm des Erzgebirges gebildet, tlas von Kark- 
bad-Kirchberg und das von TeplitÄ-Tharandt. Das erste reichte 
nicht bis an die Erdoberfläche. Doch hatten sich hier, wie sicli 
in einer Lage von seitlich zusammengeschobenen P*apierbogcn 
einzelne Blätter voneinander abheben, die oberen Schiefer bei 
der Faltung uhrglasartig aufgewölbt, ln die so geschaffenen ^ 
Hohlräume ergo.s.scn sieh infolge der Druckentlastung und des; 
Abwärtsdrängens tler zerbrochenen Scliollen während der letzten | 
Karbonzeit zu ver.schiedenen Zeiten Granitlaven. Da.s zweite Spalten- 
.System klaffle bis zur Erdoberfläche auf ( Abb. 1 1 G). Auf ihm drangen I 
Magmen von derselben Zu.sammensetzung in die Höhe, riiiolJen 
aus den Öffnungen herau-s und Uhorzogen weite Strecken niii| 
Porphyrdecken. Tn diese Porj)hyre wurde kurz darauf von unten 
her nochmals I.(ava gepreßt, welche zu Granit erstarrte. Hier! 
und da fanden noch Schollenverschiebungen kleimwen Maßstabe?! 
statt, die zur Bildung schwächerer Gänge von Eruj)tivgesteineD 
führten. Sie durchsetzen zahlreicl» das ganze Pirzgebirge, ! 

Weitere Veränderungen brachte hervor 2. die HebuiiJ 
des östlichen Erzgebirges in der mittleren Tertiärzeit. 
An der großen nordböhmischen Verwerfungsspalte und an einen: 
Spaltensystem, da-s durch die Biusalte vt>n Schlackcnwerth, Ober- 
wiesenthal, Keudorf, Scheibenherg, Tharandt, des WilLsch berge.',' 
von Gla.shütic, de.s Sattelbergcs und durch <lio jüngeren Erz- 
gangsysteme von Annaberg-Marienberg und Freiberg bezeichne! 
wird, hob sich der so umschlossene Erzgebirgstell derart, daf 
sich dies in seinem .südwestlichen Rand am meisten beraorkba: 
machte. Den Briichspalten entflos.sen vielerorts Ba.salte und 
Phonolithe, deren Reste in Nordböhmen noch am reichlichstec 
vorhanden sind. 


XVII. Das Zittaiier Gebirge. 

Von den Vorgängen, die den Steilabsturz des Erzgebirge- 
bedingen, wurden auch der von der sächsischen Kreide- 
ablagerung bedeckte Gebirgsteil und das Lausitzer 



117 


Granitmassiv bctroflcn. Die crzgebirgische Abimichslinic setzt 
sicli bis in den Bcrcieli des Großen 8clineebergs fort und zer- 
teilt sich hier fächerförmig in melircre A’^erwerfungsspalten, Die- 
selben verlaufen in einem Gel)iet, das westlicli von Zittau von 
einer südöstlich-nordwestlich streichenden Bruchlinic begrenzt 
wird, die den ganzen Südwestrand der Sudeten begrenzt, und 
die sich in Sachsen bis über Weinböhla hinaus verfolgen läßt. 
Es wiederholen sich dieselben Verhältnisse wie am Erzgebirgs- 
libsturz, nur daß im O die Tertiärschichten teihveise zurücktreten, 
an deren Stelle die Kreide das Terrain beherrscht. Die.selbe 
senkt sicli von ihrer südlichsten Grenze von IJnhoscht, Neu- 
Straschiti^ und Posteiberg nordwärts in einem Winkel von ca. 15*^ 
bis au <len Fuß de.s Erzgel )irgc.s. Der Teil Jtordwestlich der 
Erzgebirgsverwerfung ist davon abgetrennt. In ihm liegen die 
höchsten Punkte des Kreidesandsteins (bis 721 m), von wo aus 
er nach KO zum Lausitzer Granitrand hin geneigt ist, während 
er nacli SO, also nach Bülirnen hin, in mehreren Stalleln, zwischen 
denen einzelne Schollen tiefer liegen (Grabenversenkung von 
Tscheche), abgesunken ist. Am besten läßt sich dies in der 
Gegend nördlich von Tctschen studieren. Diese Stadt liegt in 
ca. -p 150 m. Während der Besucher des Großen Schnceberges 
auf Brongniarti-Sandstein steht, liegt Tetsclien auf Kreide- 
schichten, welche jünger sind, auf (kivieri-Pläner. Erst wenn 
derselbe und der ihn uuterlagernde Scaphiteupläner entfernt 
wären, hätte man den richtigen Maßstab der erfolgten Ver- 
schiebung. Aber auch so ist ersichtlich, daß Dislokationen von 
über GOO m Sprunghölie stattgefunden haben niü.ssen, die eben- 
falls auf Senkung in Verbindung mit Hebung beruhen. 

Die Schneebergschiohten und ihre Fortsetzungen 
wurden mit dem Erzge.l)irge in ihre jetzige Höhe ge- 
hoben. Dabei sciukte sicli die Gebirgsscholle, auf der 
die ganze Sächsische Schweiz ruht, einseitig nach NO, 
denn hier ist die bereits erwähnte Bruch linie, die 
Lausitzer Hauptverwerfuiig. An dieser wurden zu gleicher 
Zeit die Grauitmasson der Lausitz in <lic Höhe ge- 
drängt. Sie .schoben .sich an der ganzen Grenze gegen die 
Kreide über den Rand derselben und schleppten sie, sowie die 
unterlaufenden Juraschiebten so in die Höhe, daß die ganze 
Folge umgekehrt wurde, die Kreide zu unterst, darüber Jura 
und über die.sen Granit zu liegen kam. Nur diesem Umstand 
ist es zu danken, daß Jurakalk in Sachsen und Kordböhraen 
nachgewiesen wcnlcn konnte. In dem verlassenen Pläncrbruch 
bei Weinböhla war noch vor kurzem die Überlagerung des 
Kreidekalkes durch den Meißner Syenit zu beobachten. Südlich 



118 


.. ^ % 

von Zittom wird die Sj)ruii|^lmhe der Uberscliicbimg im Minimum 
mit 280 m angegeben. Auch hier bildeten sicli im nördlichen 
Vorland Spalten, aus denen gangförmig und in einzelnen Aus- 
flußröliren Basalte flos.scn, z. B. im Gebiet der Winterberge, bei 
Stülpen (Abb. 117), im Imbauer Berg u. a. 

Ehe die tektonischen Veränderungen eintraten, dehnte siet 
im W von Zittau in der Gegend von Seittiennersdorf-Mhirnsdorf 
ein Sü ßwasaerbeeken aus, in welchem Bniuilkohlenlageii 
entstanden, die mit Poliorschiefern, Kiesen und Sauden wechsel- 
lagern und nach oben hin durch Basalttufle mit den sie über- 
lagernden Basallergüsseu verknüpft sind. Erüher wurden die 
Kühlen abgebaut, was schon seit langem wegen der geringen 
Elötzmächtigkeit niclit mehr geschieht. Aufschlüsse sind darum 
in dieser Stufe nicht vorhanden. Nur in Warnsdorf wurden ge- - 
legcntlich bei Brunnengrabungen durch organische Beimengungen 
sehwarzgefärbte Polierschiefer zutage gefördert, wekdic im wesent- 
lichen aus den Kieselpanzern zahlreicher Algen (Diatomeen) be-l 
stehen. Während der Kohlenabbauperiode wurden viele Tier- j 
und Ptlanzenreste gesammelt. Von Säugetieren werden erwähnt: | 
Antracotherium, ein schweinsartiges Tier mit vierzehigem Fuß 
und Reste von Rhinozeros. Gefunden wurden ferner Knochen 
eines Vogels (Ana.s basalticu), verschiedene Amjdnbien (Triton 
ba.salticu.s M., Rana ^loriani und Noeggerathi), Fische aus der 
Gattung der Weiüfische (Lemnscus brevis Ag. und oeningensh 
Gieb.), vor allem aber zahlreiche Blatt-, Blüten- und Fruclitresle 
von Pflanzen des OligocUns, von Flechteu und Farnen, von 
Zeder, Sumpfzypresse, Ijcbensbaum, Wacholder, Weide, Erle, 
Birke, Weißbuche, Eiche, Ahorn, Feigenbaum, Lorbeer, Olbaum, 
Essigbaum, Walnuß u. a., von J./aichkraut, Cypergras, Simse usw. 
Die Decke dieser unteren Braunkohlenctage des Zittuuer Beckeu.' 
bildet lokal ein Tutf, welcher aus basalti.sehcr Asche, fiapilli, 
Bomben, Brnclistücken in der Tiefe anstehender Gesteine wie 
Granit, bei Schönlind auch aius zahlreiclien verkieselten Braun- 
kohleuhölzern, besteht. Die ganze Ma.sse wird durch ein Zement 
au.s Zeolith, Opal und Braimeiseustein zu einem konij)akten Ge- 
.stein verfestigt (PalagonittuflT). Darüber breitet sich Basalt aus, 
welcher an vielen Stellen von Phonolithen (Lausche, Hochwald) 
durchbrochen und überdeckt wurde. 

Basalt und Phonolith zeigen in vielen Beziehungen Über- 
cin.stimmnng. Der Phonolith (= Klingstein, weil dünne Platten 
heim Anschlägen einen klingenden Ton von sich gehen) ist kiesel- 
.säurereicher als der Basalt, Doch ist er völlig cpiarzfrci. Seinen 
hohen Kieselsäuregehalt verdankt er einem wa.s.serh eilen Kali- 
feldspat (Sanidin), den er in Tafeln und Leisten reichlich in seiner 



119 


Grundmasse liilirt, und dein Nephelin (einer Vcrbindunj^ von 
Kieselsäure mit Tonerde, Natron und Kali). Außerdem (lihrt er 
untergeordnet Aiigit, Magneteisenstein und andere jVlincralien, 
welche sämtlich auch porphyrisch in dem Gestein erscheinen, 
hei Oherwiesenthal und Böhmisch -Wiesenthal finden sich im 
Phonolith erbsen- bis walnußgroße Analcime (KicvSelsäure, Ton- 
erde, Natron, Wasser) von der Kristalllbrm des Leuzits. Einzelne 
Kristalle werden in der Ackererde (Zirolberg) gefunden und von 
(len Anwohnern Fremden zum Kaufe angeboten. Die Kristall- 
foriu verrät, ilaß ursprünglich Lcnzitinasse (Kiesel.säure, Tonerde, 
Kali) den Raum ausfUllte, die sich durch Abgabe des Kalis und 
Aufnahme von Natronlösung, wie solche bei der Zersetzung der 
Plionolitfic reichlich entsteht, in iVnalcim umwandelte. Die äußere 
Form blieb, weswegen nun der Analcim in der Kristallgestalt 


l 



B. Basalt. 6. Granit, b. Schloßbruiinen 81,3 ni tief (n. Credner). 

des Lenzits, oder wie man sich auszudrücken pflegt, als Pseudo- 
morphose nach Leuzit vorliegt. 

Die in Bachsen verbreiteten linsalte bestellen aus Augit 
und Olivin, wozu vorwiegend treten bald Nephelin (Nephelin- 
basalt des Bärensteins, Scheibenbergs, der Steinhohe u. a,), bald 
Leuzit (Leuzitbasalt am Pöhlberg, Haßberg u.sw,), bald Melilith, 
ein dem Leuzit ähnliches Mineral (Mclilithbasalt vom Forsthaus 
Zeughaus in der Sächsischen Schweiz), bald Glas (Glasba.salt vom 
Großen uml Kleinen Winterberg). Manche Basalte enthalten 
Hauyn (Ilanynhnsalt von Noudorf i. E.), Magneteisen, Biotit u. a. 
Eine hesomlers grobkörnige Au.sbildung des Nej) lteliuba.salt.es ist 
der Nephelindolerit, der bei Oberwiescntlial Einlagerungen im 
Nephelinbiusalt bildet, liier lange Apatitnadcln führt und auch 
vom Löbaucr Berg bekannt ist. 

Durch cingcschlüssene Dämpfe wurden während der Er- 
starrung wie beim Melaphyr- und Diaha.smandclstein und bei 
Quarzporphyren (Felswände von Schloß Dölien), in Phonolithen 
und Basalten öfters Blascnränme erzeugt, so in einem 
Basalt von Hammer-Unterwdesenthal. Viele zum Teil über 30 cm 



120 


iiu Durcljiiiesser große Hln.scnräumc; zeigt der l^honolith voni 
öchlüßl an der Ei,seid)ahnlinie zwischen AVeipert und Schmiede- 
berg. Sie sind mit schönen Drusen von Natrolith ausgekleidet 
Derselbe entsteht bei der Zersetzung des natroiireicheu Nephelins, 
Die gelösten Bestandteile werden fort gerührt. Jn Blasen räumen 
oder auf Spalten scheiden sie sich aus der Lösung ab, so daß 
der Natrolith nichts antleres ist als wasserhaltige lfeldsj>atniasse. 
Es ist ein älinliclier Prozeß, wie er bereits l)ci der Entstehung 
des Kalksteins besprochen wurde. Auf dieselbe AVei.sc bilden 
sicli auf Spalten und in Blasenräumen der Basalte und Phono- 
lithe Calccdon, 0]>al, Quarz, Kalkspat, Aragonit, Grünerde, 
Natrolith, Analcim usw. 

Bei der Abkühlung der ausgeflossenen Laven ver- 
ringerte sich naturgemäß ihr Volumen, was die Ahsonderung der 
Decken, Gänge und Quellknj^pen in einzelne Säulen oder Platten 
bewirkte. Am häufigsten zeigt .sich <lic Säulcnhildiing heim Basalt, 
daher .sein Name. Schöne Bei.spiele bieten der Pöhlberg und 
Seheihenberg (Butterfässer, t )rgelpfeifen). Hier zeigen .sie bei 
einer Länge von 20 - - 30 in einen Durchmesser bis zu 2 lu. 
Meist sind sie liinf- oder sechsseitig und stehen senkrecht, ein 
Beweis, daß die Ba.salte dieser Berge Deckenergüssen ange- 
hören. Tn Säulen abgesondert .sind auch viele Porphjwe, z. B. 
hei I’retzschendorf i. R., hei ITraunsdorf unweit F rankenherg, Um- 
gebung von Grimma usw. Die Basaltsäulen der Ba.sultkuppe 
westlich von Neudorf sind etwa dezimeterstark. Sie gehören einem 
Stock von ea. 80 ui Durchmesser au. Im Zentrum desselben sind 
sie .senkrecht, fallen aber nach außen allseitig steil ab, wodurch eine 
Quellkuppe angezeigt wird. Büschelförmige Anordnung der 
Säulen zeigt auch der Phouolith vom Sehlößl. Dieselben sind 
hier .so regelmäßig, daß sie ohne jede weitere Bearbeitung als AVeg- 
säulen benutzt werden können. Bildet der Basalt die AnsfÜllung 
einer Spalte, .so stehen die Säulen rechtwinklig auf den Sal- 
bändern. Dies zeigt schön auch ein porphyri.soher Diabas, der 
bei Tannenbergsthal i, den Granit in mehreren Gängen <lurch- 
setzt und bei seiner Eruption die beuaehbarten Granitteile in 
kleinere Stücke oder in die mineralischen Bestandteile zerspratzt 
hat. Ih’e Phonolithe zeigen mehr Neigung zur Gliederung in ein- 
zelne Tafeln oder Bänke, die parallel gelagert sind. 

Säulenförmige Ah-souderung zeigen hier und da auch die Nach- 
har.schaft oder (lic Unterlage, über die sieh ITasalte ergo.sscn, 
namentlich wenn dieselbe ans Saud-steiueu besteht. Infolge der 
großen VVÖirme wurden dieselben erliitzt, entledigten sich ihres 
AV^asscrgehaltes und spalteten in dünne Säulen (Quadcr.sandstein 
von Jolmsdorf, tertiärer toniger Sandstein vom Bärenstein). Lokal 



121 


wurden Tone zu Porzellaiijaspis gebrannt (am Burgberg ini Mandau- 
tal). Aiißerileiu fand vielerorts eine Verbesserung <ler Kohlenlager 
durch Verkokung statt. Die dichteste beste böhmische Braun- 
kohle liegt unter Basalten. Die Steinkohle von Brandau wurde 
durch den Basalterguß des Steiulberges in Anthrazit gewandelt. 

So wie in Nordböhmen, ergossen sich am Ende dieser Periode 
aucli in der Gegend von Zittau die aus ihrer Ordnung gerissenen 
Wässer in die gesenkten Teile und bauten zum Teil über den 
erkaltenden Eruptivmiissen ein uuues Scliichteiisystem aus 
Kiesen, Sanden und Kohlenlagern in weiter Erstreckung 
bis zu 150 m Stärke auf. Die Braunkohle setzt in ungestörter 
Pag(‘rung zahlreiche, teilweise recht mächtige Plötze zusammen. 
Das Ilartauer Flötz ist bis 17 m stark; die Gesamtraächtigkeit 
der Kohle schwillt bis 60 m an. Sie ist meist holzartig (Lignit), 
weniger erdig (Moorkohle) oder dicht wie Pech- oder Glanzkohle 
(Gagat). Der aus den feineren Pflanzen teilen, Blättern, JSadeln, 
Fruchthüllen entstandene moorige Schlamm wurde zuerst abge- 
lagert. Ihm mengten sich nach oben llinden.stücke, Zweige, dünne 
Stänimchen oder Stammteile b(?i. Zuletzt er.^ät erscheinen die 
größeren, gewöhnlich entrindeten und entästeten Stämme. Sie 
siml bis 20 m lang und 2 m breit, hell- bis schwarzbraun gefärl)t, 
von gut erhaltener Struktur und w’ohl als Treibholz in das Becken 
cingcschwcmmt worden. Sic gehören meist dem ('upre.ssinoxylon 
Protolarix Goepp. an. Dazwi.schen ünden sich Holz, Zw'eige, 
Zapfen, Blätter und llinden.stückc von Tannen, Palmen, Birken, 
Wo’ 'en und anderen Bäumen, die im V^erein mit den Sumpf- 
zypressen weite Sumpf- und \\' aldflächen bedeckt haben mögen. 
Tierreste .sind au.s dieser oberen Abteilung des Zittaucr Be*ckens 
nicht bekannt geworden. 

Seltenere Reste des Feigen- und Zimtl^aumes, des Lorbeers 
und Palmen, die heute noch in südlicheren Breiten daheim .sind, 
deuten an, daß zu jener Zeit die mitteleuropäische Flora viel 
üppiger und mannigfaltiger war als gegenwärtig und zahlreiche 
Typen in .sich ver<Mnigte, die jetzt über alle Weltteile zerstreut 
siud, und weiter, daß in der Zeit des .sächsischen Jungtertiärs 
^iMioeän) noch ein weit milderes Klima herrschte als heute. 
Viele der Braunkohlen}>flanzen (Zypressen, Fichten, Eiben, Ulmen, 
Linden, Pappeln u.sw.) bilden Kohlenlager auch im hohen Norden, 
auf Grönland, Spitzbergen, und finden .sich noch weiter nördlich 
an Orten, die jetzt eine mittlere Jahrestemperatur von — 20® 
besitzen, während die ge.sohilderte Flora für ihre Existenz eine 
i^olche von -j- 8 ® braucht. Es hat also seit der Mioeänzeit eine 
bedeutende Wärmeverminderung stattgefunden, die man .sich zu 
erklären versucht durch eine in der Tertiärzeit einsetzende Ver- 



122 


scliiebun^ der Krdiich.se und iliror Pole. Der Nonlpol soll damals 
im nordöstlichen .lajnin gelegen sein, da man dort eine gleich- 
altrige Flora aulgel'unden hat, die auf ein kiililcre.s Klima ver- 
weist, wie e.s heute dort herrscht.*) Am meisten tritt diese 
Kliraaäuderung hervor in der folgenden Ei-szeit. 

Gliederung des Tertiärs; 

(nach Credner). 

I. Mioeän: 

Unter-Mioeän (Süßwassergebilde) : 

Obere Hraunkohlenformation von Leipzig und Zittau. 

II. Oligocän: 

1. Ober-Oligocäii (Meeresgebilde): 

Glimmcrreiche, vcrsteinerungsleere Quarzsande (Glim- 
iner.samle). 

2. Mlttel-Ollgociiii (Meeresgebilde): 

a) Plasti.sclier Ton (iSeptarienton) mit Leda De.shayesiana, 
JShieula (dvastcli, l'Vsus multi.sulcatu.s. 
li) Grauer, zum Teil glaukonitischer Sand mit Phos- 
phoritknollen mit Pectunculus Philippii, Aporrhai.s 
speciosa, Cyprina roduntata, 

3. Fnter-Ollgocän (Süßwas-scrgebilde): 

a) Durch Tone und Sande getrennt in Nordwest^Sachsen 
zwei Braun kohlen fl Ötze, deren unteres mehr als 
10 ra Mächtigkeit erreicht. 

h) Quarzlcic.se, reich an Knolleusteinen, Sande und 
lichte Tone (lokal mit Pflauzenrestcn). 

Beck, Dh.-^ Oligocän von Mittwoidu. Z. d. d. g. G. 1882. 

— Beiträge zur Kcniitni.s der Fk>ra des sächsischen üligocäns. Z. d. d. 

g. G. 1886. 

Credner, Das Oligocän des T.pipzigcr Kreiae.s mit hesondercr Berück- 
sicditigung des murinen Miltel-Oligueäns. Z. d. d. g. (t. 1878. 

— Da.s marine (lligocäu von .Murkmiistädt hei Leipzig. Z. d. d. g. O. 1886 
Friedrich, Die geologischen Verhält tiisse der Umgegend von Zittau. 

Bericht des (iyuiua.siujnH zu Zittau. 1898. 

Kiitzer, Geologie von Böhmen, 1892. 

Naumann, H., Bautzen u. der geolog. Aufbau seiner Umgebung. 1896. 


XVIII. Die Eiszeit. 


Ganz Sach.sen i.st von der Linie Zwickau-Chemnitz-Freiberg- 
Tharandt-König.steiu-Zittau an nordwärts von Schichten bedeckt, 


*) Nathor.st, Fo.ssile Flora Jaj^ans, Paläont. Abhdlgen. IV. 1888. 



123 


die währeiul der sogenannten Eiszeit (Diliu'iuin) gebildet wurden. 
Auch im nördlichen Vogtland zwisclien Plauen und Elsterberg 
wurden ihre Spuren nachgewuesen, Sic bestehen in der Regel 
zu unterst aus Ton oder mehr oder minder groben, im 
Wasser transportierten Kiesen und Sanden. Beide, 
sind Zeichen früherer Flußläufe, der Ton des ruhig, der Schotter 
eine Ablagerung des rascher fließenden Wassers. Darüber liegt 
vielerorts eine Decke sich rauh und kratzig anfühlenden Ijehiues, 
der an der Oberfläche gelbbraun und sandig, in der Tiefe grau 
bis schwärzlich aussiehl, tonig und kalkhaltig (l)is 12®/^) und an- 
gefüllt Ist mit Mineralkörnern und -.splittern, sowie mit ord- 
mingslos verteilten kantengerundeten Ge.stciusstüoken in den ver- 
schiedensten Au.sdehnungen bis Kojifgrößc, .seltenerin bedeutenderen 
Dimensionen. Darunter findem sieh Granite, Porphyre, Diaba.se, 
Gnci.se, Kalk.stein oft mit Versteinerungen des Silurs und Devon.s, 
Sandsteine, Quarzite, Feuersteine, in Feuerstein umgewandelte 
Seeigelkerne usw. Ein Vergleich mit den in Sachsen vor- 
konunenden Gesteinen lehrt, daß sie meist nicht von Jiier .stammen, 
daß sic vielmehr Fremdlinge auf unserem heimischen Boden 
.sind, weshalb man sic als Findlinge oder erratische oder 
Irr blocke bezeichnet. Erst ziemlich .spät gelang der Naclnvei.s, 
daß sie zumeist au.s dem Korden Europas, aus Skandinavien, 
Finnland, den russi.scheii 0.stseeprovinzen, Norddeutschland und 
einem Gebiet stammen, daß heute von den Wogen der 0.stsee 
bedeckt wird, und daß sie durch h^lstran.sport an ihre jetzigen 
Fmukstellen gelangt sind. Wie ein solcher Ge.steinstran.sport 
durch Eis möglich i.st, zeigen heute noch die Alpen, 

Je höher man in einem Gebirge oder mit einem Luftballon 
steigt, desto kälter wird die Luft. In einer Höhe von 18 000 m 
wurden durch .selb.strcgi.striereude Apparate — 75® C. nachge- 
wie.sen. Dieselbe Abnahme der Temperatur findet statt, wenn 
man .sich vom Acpiator aus den Polen nähert. Die Folge ist, 
das alles atmosphäri.sche Wa.sser iler Hochgebirge und der Polar- 
gegenden in fester Form als Schnee, Reif oder Graupeln nieder- 
fällt. A\ich im Sommer steigt die Wärme nicht so hoch, daß 
.sämtliche Niederschlag.snuussen ge.schmolzen und fortgeführt 
werden könnten. Es bleibt stets ein Teil übrig, .so daß man von 
ewiger Schneehedeckung .spricht. Die Linie, bis zu w’clcher der 
Schnee wälLreud de.s Somiuer.s in den Hochgebirgen zurück- 
.schmilzt, bezeichnet man als Schneegrenze. W^ährend des Tages 
taut ein Teil der Schncema.s.sen, nachts gefriert er wieder und 
wird so in eine körnige Eismassc, den Firn, umgewandelt. 
Von den Firnfcldern aus greifen Eiszungen in die Täler hinab. 
Man nennt sie Gletscher. Es ist dies die germanisierte Form 



124 


des Iranzüsisohcn Wortes glaciei-, das seinerseits von glace = Eis 
abgeleitet ist. und deinna(!h also Eisstroin oder Eisnuisse bedeutet. 
Sie besitzen die Fähigkeit, auf einer Fläelie fortzngleiten, sich 
also ähnlich zu bewegen, wie flüssiges Wasser, nur langsamer. 
Schon in der Firnnmlde, mehr noeli bei der Bewegung durch 
das Tal stürzen von den überragenden Felsenhängen durch die 
Verwitterung gelöste Schutt- und Felsenniassen auf den Rücken 
des Glet.schers und werden von ihm an den Seiten zu langen 
Wällen (Seitenmoränen) angeliäuft. Fließen zwei oder mehrere 
(iletscher zusammen, so entsteht jedesmal aus der Vereinigung 
zweier Seitenmoränen eine Mittelmoräne. Auch an der Stelle, 
wo der Gletscher sein Ende (erreicht, sammeln sieh Schuttwälle 
(Endmoränen). Weiter reißt die Eisraasse an ihrer Unterseite 
zahlrciobe Gesteinsstücke los, nimmt sie mit fort, erhöht dadurch 
ihre au.sschleifende Kraft, zermalmt Gesteins.stücke zu Schlamm 
und Sand, rundet die vorher eckigen Blöcke kantig al>, so daß 
sie auf einer oder mehreren Seiten wie glattpoliert aus.sehcn oder 
wenigstens gekritzt sind. Dieselbe abschleifcndc Wirkung übt 
das Gletschereis mittels der mitgeführten Geschiebe auch auf 
den Felsbodcn seines Bettes aus, so daß derselbe wie abge- 
schliffen lind poliert erscheint. Die unter dem Gletscher ent- 
standenen Sclmttmassen nennt man Gruiidmoräne. Dieselbe 
stellt eine schlammige, lehmig-sandige Masse dar, in iler Gesteins- 
brocken der verschiedensten Größe regellos eingebettet sind. 

Anders gestaltet sich die Sachlage auf den Eisfeldern 
Grönlands. Während die Firnmnldon der Alpen im Halbkreis 
von zackigen Felsengraten umgeben sind, strahlen hier die 
Gletscher von einer Ei.skappe aus, welche die Hochebenen und 
das Gebirge völlig bedeckt, so daß keine Bergspitzen darüber 
hinwegragen. Damit i.st die Bildung von Oberinoräncu au.s- 
geschlossen. Dieses Inlandeis steigt vom Rande nach dem Innern 
des Landes allmäblich an und erreicht hier die größte Dicke. 
Darum wird von hier aus ein allseitiger Druck ausgeübt, der das 
Eis radial fortbewegt, wobei Grundtnoränen entstehen. 

Von solohem Inlandeis in durchschnittlicher Mächtigkeit 
von 1000 m war während der Eiszeit ganz Norddeutscbland bis 
an den Fuß der deutschen Mittelgebirge und damit auch ein 
großer Teil unseres engeren Vaterlandes bedeckt. Seinen Au.s- 
gangsjmnkt batte cs in Schweden, von wo aus es sich nach allen 
Seiten airsbreitcte. Beweise dafür finden sicli überall in dem von 
der Vereisung berührten Gebiet, und zivar einmal in den Wir- 
kungen, die das Eis auf den Untergrund ausübte und 
ferner in dem Auftreten von Dilu vialkicsen und -.sanden 
und des Geschiebelehms mit zahlreichem nordischen Ge- 



125 


steinsmaterial, wie es eingangs aufgezählt wurde. Einwir- 
kungen des Eises auf den Untergrund zeigen die Braun- 
kolilenablagerungcn. Hier wurden an vielen Stellen die hangenden 
Tone in das Elötz hincingequctscht oder Elötzteile in die Höhe 
gedrückt (.Mittwclda). Im Kreidegebiet wurden Gerolle in weiche 
Kalkinergel hincingepreßt. Anderer Art sind die Wirkungen, die 
das Eis hei .seiner B<;wegung ülxu’ fe.stcs Gestein hcw’irkt. Her- 
vorragende Eorphyre, (xranitey, Kalksteine wurden an ihrei* Oher- 
fläche angeschliö'en, poliert, geschrammt, geritzt oder ihre Kuppen 
in Rundhöcker uiugewaudelt. Schone Beisj)iele dafür zeigen die 
Porphyre bei Taucha, Brandis, Collinen, Wildschütz und Oschatz, 
ferner die Granite von Lommatzsch, Bischofswerda, Imhau usw. 
Bie schleifende und polierende \\'irkuj>g ging aus vou den Ge- 
stein.sstücken, die das Eis heim A^orrücken in seine Unterseite 
aiifnahm und mit fortschlepptc, und die dahei, wie auch der 
Untergrund, in Ton, Schlamm und Sand zerriehen wurden. Die 
AEschmelzwässer eilten dem Eis voraus, entführten einen Teil 
des ramllichen Grundmoränenmateriales, rundeten dabei die Ge- 
schiebe ab und breiteten sie an tieferen Stellen aus als Diluvial- 
kies oder -saud, die als nordisches Material besonders Eeuer- 
steine führen. Die Ahsatzmassen vermi.schtcn sich dabei mit 
solchen, die von Süden her durch Flußläufe herheigeführt wurden. 
So linden sich in älteren Schottern z. B, in der Nähe von Pirna ver- 
gesellschaftet nordische Feuersteine und böhmische Basalte. Uber 
die so gebildeten Anhäufungen rückte das Eis weiter vor, und 
so konnten die im fließenden Wa.sser geTimdeten Geschiebe wieder 
in die Grundmoräne aufgenomnien werden, dürfen aber nicht mit 
de« nur kantengenmdeten Scheuersteinen verwechselt werden, 
welche sich häufig in altdiluvialen Geröllahlagerungen oder im 
Oescliiebelelim finden. 

Letzterer i.st die ehemalige Grundmoräne, die als 
eine schlammige Masse unter dem Eis fortgeschohen und angc- 
häuft, also von tlem Eis unmittelbar abgesetzt wmrde. Er liegt 
darum überall, meist durch eine Tonschicht (Bänderton) davon 
getrennt, auf den Kie.sen und Saiulcn. Nach Süden nimmt seine 
Mächtigkeit ah mul beträgt nördlich von Chemnitz, wo er nur 
noch in einzelnen Partien vorhanden ist, kaum einen Meter und 
gewinnt nach Norden mehr und mehr an Stärke und Ausdehnung. 
Ursprünglich breitete sich das ältere Diluvium bis zu 415 m 
Meerosliöhc au.s, sich dem gesamten, nur wenig gewellten Unter- 
griiml anschmiegend. Der Lauf der Flü.s.se mag vorher durch 
mehr oder iniuder breite, aber flache Rinnen vorgezeiclinet ge- 
we.sen sein, die höher lagen wie heute, und die später nach Ab- 
lagerung des Diluviums von den fließenden Gewässern wieder 



126 


benutzt wurden. Diese sehnitten sich dann in das Diluvium ein, i 
entfernten dasselbe auf ilirein Lauf, bis sie ihre ursprüngliche t 
Sohle wieder erreichten, und gruben ihr Bett weiter in dieselbe I 
ein. So kommt es, daß das nordisclie Diluvium besonders im I 
Süden nur noch auf den Hölienrücken vorliandcn ist, daß I 
es sich zwar nach den größeren Tälern hcrubzichcn, nie- ' 
mals aber die unteren Teile des Gehänges oder gar die Talsohle 
bedecken kann. 

Ist aber einmal durch die Flüsse ein steilrandiger Einschnitt 
entstanden, .so verwandelt er .sieh alsbald in ein echtes Tal. Dazu 
tragen einmal die Bewegungen bei, die sich an den Wandungen i 
vollziehen. Dieselben bröckeln ab oder geraten ins Hutschen, so 
daß die Abbösehimg und Erweiterung des 'l’alcs rasch vor sich i 
geht. Mehr noch hilft das rieselmle Kegenwas.ser. Je<ler Tropfen 
ist imstande, ein Erdteilchen zu bewegen, und gerade der Ge- 
schiebelehm kann dem wenig Widerstand entgegensetzen. Darum 
konnte er .sich an den d(;r Berieselung besonders au.sgesetzten 
Gehängen nicht erhalten und wurde auch von den schmäleren 
Höhenrücken abge.schwemmt, so daß sogar die Diluvialdecke der 
Höhen teilweise oder gänzlich entfenit werden konnte, was sich 
an der südlichsten V'erbreitungsgrenze am auffälligsten bemerkbar 
macht, da hier das Diluvium überhaupt .schwächer entwickelt 
war. — Weiter fand eine teilweise Waederaufarbeitung des Ge- 
schiebelchms durch die beim Kiickzng des Eises entstehenden 
Ab.schmelzwässer statt, wodurch die lehmigen und sandigen und 
kiesigen Be.standteile ge.sondert und für sich wieder aul'bereitet 
wurden, so daß Kiese und Sande jetzt einzelne Lager, Hügel 
oder Möhemiieken in dem ehemals von der V’^crcisung berührten 
Gebiet zu.sammensetzen (Glacialkies und -siuul). An den flachen 
Talgehängcu wurden und werden heute noch die lehmigen Teile 
vom W^a.sser als Gehängelchm abge.setzt. Während der Um- 
lagerung wurde aber der Kalkgehalt von dem kohlensäurehaltigen 
Wasser aufgelöst und fortgeführt, so daß der Gehängelehm kalk- 
frei ist. Er ist bräunlichgelb, von feinem, meist gleichmäßigem 
Korn, locker, färbt ab und zerfällt im Wasser rasch. Er bricht 
in .steilen W^änden, führt wenig Gerolle und erreicht in der 
C.’hemnitzer Gegend eine Mächtigkeit bi.s zu 8 m. Tn zahlreichen 
Gruben wird er gewonnen und zu Ziegeln geljrannt. 

Da die jeweilige Talsohle eines Elußlaufes von Fliißschotter 
bedeckt i.st und .sich da.s W'asser .seine Kinnen allmählich tiefer 
und tiefer einschneidet, .so gehörte jeder Punkt <les Talgehängcs 
früher einmal der Talsohle an und ist darum mit Geröllmassen 
bedeckt. Erst über denselben konnte sich der Gehängelehm be- 
haupten, nachdem der Flnßlauf eia tieferes Niveau erreicht hatte. 



127 


Deshalb ruht or üb(M*all, wo er den Abhang eines alten Fluß- 
laiifes bekleidet, auf Fkißsehottcrn (Borna b. ( 'hemnit/.). p]r 
kann aber auch auf Gebiete getragen worden sein, woliin das 
Eis und damit die GrnudmorUne gar nicht gtdangt sind. Dann 
wurde er direkt auf den vordiluvialen Untergrund gebreitet, im 
erzgebirgischeu .Becken auf Kotliegeudes, bei Griina auf Glimmer- 
schiefer usw. 

Zeitlich bauten sich demnach die Diluvialablagerungen in 
folgender Weise auf: Ks entstanden 1. au vielen Orten durch 
dem vorrückenden Eis vorauseilende Abschmelzwässer uud alte 
von Süden kommende Flußläufe gebildete Kiese und Sande, be- 
stehend aus nordischem und südlicjhem heimatlicljcn Gesteins- 
umterial; darüber lagerte sich, stellenweise' durch Ton (Bämlcrton), 
einem Produkt stagniercudeii Wassers, von dieser Unterlage ge- 
trennt, 2. der Gescliiebelehm, die Grundmoi’üne des Inlandeises, 
gespickt mit von Norden herbeigeschlepptem Gesteinsmaterial, 
das natürlich auch aus größter Nähe stammen kann. 3. >\’’Hhrcnd 
des Eisrückzuges wurde der Geschiebelehm durch die Abschmelz- 
wässer teilweise ausgewaschen uml seine Kiese und Sande in 
besonderen L.agern aufgeliäuft. Gleichzeitig gruben 4. die Flüsse 
Kinnen in die weiten Mulden ein, zerschnitten die Geschiebe- 
kdundecke und bedeckten die su entstehende Talsohle mit Fluß- 
schotter. Darüber wurden oft (Chemnitztal) durch einen Ton 
(Gehänge. ton) geschieden 5. durch das Wasser Schichten von 
Gehängclehm getragen, die aus der Umlagerung des Geschiebe- 
lehnies hervorgingeu. 

Nun ist es aber auch möglich, daß der Gcschiebclehm nicht 
durch das Wsisser, sondern durch den Wind umgelagert wurde, 
und dazu war während der Eiszeit reichlich Gelegenheit. Das 
Eis rückte nicht nur einmal, sondern mehrfach von Norden nach 
Deutschland vor. Sachsen wurde nur einmal und zwar von der 
größten Vereisung betroffen. Nach denselben herrschte in ganz 
Deutschland ein öteppenklima, wie es heute in manchen Teilen 
Asiens anzutrelfen i.st. Die weiten Steppen wurden bewohnt von 
einer Tierwelt, die .sich ähnlich in Südwe.st-8il)iricn findet: dem 
Steppenziesel, dem Zwergpfeifhasen, der sihirisehon Zwichchnaus, 
einer Antilope; dazu gesellten .sich Iltis, Wiesel, Wolf, Wild- 
pferd, T'rajipe u. a. Schon während der Vereisung traten auf 
Tiere von nordiscliem Charakter, wie sie dem eiszeitlichen Klima 
entsprechen: das Keuntier, der Mo.se hu soch.se, der Schneehase, 
der Demming, der lüi.sfuchs, der Vielfraß, die Schneeeule und 
das Moorschueehuhii. Außerdem durchsehweiften Mitteleuropa das 
Mammut (Eleplias primigenius [Abi). 1 18J) mit gewaltigen gebogenen 
Stoßzähnen, das w^ollhaarige Rhinozeros, der Urstier, der 



128 


Auerochs, das Elemi, unser Kdelliirsch, Bären, Hyänen, der Biber 
und das Pferd. Manelie der Tiere lebten in Höhlen, wo sich 
ihre Reste zahlreich finden, wie der Höhlenbär und der Höhlen- 
löwe. 

Auch fehlten nicht zahlreiche Schnecken in vielen Gatfungen, 
unter denen die bczeichnend.sten sind: Helix, Pupa und Succinea 
(Abi). 119). .'Vnffüllig ci*scheinen könnte da.s Vorkoiuinen von 
Elefanten, dem Rhinozeros und anderen Tieren, die heute m der 
heißen Zone leben. Diese Tiere trugen äber ein dichtes, wolliges 

Haarkleid, was sie zum 
Jveben in dem damaligen 
Klima befähigte. 

Unter dem Einfluß 
des trockeneir Stejrpen- 
klinias zerfiel der Boden I 
oberflächlich zu Staub, i 
Heftige Stürme führten j 
denselben fort und lager- j 
teil ihn in seichten 1 
Becken oder an den Tal- 
gehängen ab, dabei viele 




Abb. 118. Elcplmi iiritniKcniuti Blutnetib. (ii. ZUtel), 
Der erste Elefant. 

a. Stolizähne (1 : 45). b. Buckouzabn (1 ; 8). 


Abb. 119. a. Holix hispida L. 
b. Pupa nrnscorum L. c. Succine» 
oblonga Drap. 


Knochenreste von Wirbeltieren und Schneckengehäuse einhüllend. 
Der ursprüngliche Kalkgehalt blieb dabei erhalten, und diese 
kalkhaltigen, durch Wind umgelagertcn, aus Gcschicbclchm her- 
vorgegangenen, an (iuarz.staub reichen Mas.sen nennt man Löß 
weil sie sich in senkrechten Abstürzen lösen. In Sachsen ist derselbe 
besondere im Elbtal, in der Loinmatzsclier Pflege, in der Bautzner 
Gegend und der von Altcnburg- Borna verbreitet und bedingt die 
große Fruchtbarkeit die.ser Gebiete. Er führt Kalkkonkretionen 
(Lößkindel) und neben den charakteristischen Lößschnecken, wie 
auch mancherorts der Gehäugelehm Knochen, Zähne und Geweih- 
stangen diluvialer Säugetiere. Zahlreiche Reste solcher fanden 


129 


sicli in ciiinr niit Dlluviallclim ausgefiillten Höhlung des JDevon- 
kalkes von ( )lsnitz i. V. Vereinzelt vurdeii solche Koste an 
zahlreichen Punkten Sachsens nachgewlesen. 

Durch Funde von Skelcttresten des Menschen und Gegen- 
ständen, die oflenhar von Menschenhand bearheitet sind, ist man 
davon unterrichtet, daß der Mensch in der Eiszeit zusaininen mit 
Mammut, Nashorn und Renntier in den nicht vom Eise bedeckten 
Teilen Europas lebte. kSolchc Zeugen fanden sich bei Taubach 
unweit Weimar und Jlalensee bei Berlin, Beweise, daß sicli der 
Mensch während der Eiszeit in Thüringen und Norddeutschland 
angesiedelt hatte. 

Die Flora war eine arktische, und noch gegenwärtig leben 
auf manchen Mooren Pflanzen, die als IJlKn-bleibsel der Eiszeit 
angesehen werden (Betula nana, die Zwergbirke, auf dem Torf- 
moor von Gottesgab). 

Durch die von Norden vorrückenden Gletscher wurde die 
Temperatur dermaßen erniedrigt, daß auch fast sämtliche 
deutsche Mittelgebirge, darunter das Erzgebirge, sich 
mit Schnee und Plis bedeckten. Die Grundmoräne des Ph'chtel- 
herg- Kcilbcrggletschcrs ist unweit Schmiedeberg als ein Lehm 
mit zahlreichen Gestein.«blöcken nachgewiesen worden. Nach dem 
Küekzug des N(wdlandeises schmolzen auch diese JÜismassen ab. 
Wie weit sich die Vergletscherung des Erzgel>irges erstreckte, 
läßt sich nicht feststelle'n, da llire Ablagerungen von den Wä.ssern 
his auf einen geringen Rest fortgetlihrt worden sind. Berech- 
nungen halxm ergeben, daß die Schneegrenze damals bis 1100 m 
herabreiehte. Die (Tletscherzungen aber gehen bekanntlich viel 
weiter in <lic Täler hinab. 

Bei Eintritt dic.ser Periode war die Zerstörung der großen 
erzgebirgischen Basaltdecken und der sie unterlagernden 
Tertiär- und Gneisschichten bereits weit vorgeschritten, 
denn die tiefen Mulden, die heute die Tcrtiärahlagcrungen des 
oberen Erzgehirges voneinander trennen, sinder.st nach dem Erguß 
der Basalte, also zumeist in der letzten Tertiärzeit, zum geringereu 
Teil in der Diluvialzeit entstanden, damit aber auch alle übrigen 
mittelerzgcbirgisclien Talsysteme, die siiintlicb mclir oder weniger 
voneinander abhängig sind. Die gewaltigen Dimensionen der 
liier stattgefundenen Erosion setzen in Plrstaunen. Der höchste 
Punkt des Pöhlbergs liegt 833 m hoch, oline daß er die nr- 
sprünglielie Höbe rcprä.seiiticrt. Von liier tällt der Abhang bis 
zum 8elim.atal in westlicher Richtung bis auf 500 m, in östlicher 
zum Pöhlatal bis unter 500 m. Der Niveauunterschied zwischen 
dem Bäreiisteiii mul dem östlich gelegenen Pöhiatal beträgt 
260 m. Ca. 250 m liegen also die durch Pduß Wässer dahin- 

Pelz, Geologie dos Künigroiclis Sachsen. 9 



130 


getragenen tertiären Kie.se und Sande über den heutigen Tal- 
sohlen, nnwiderlegliclie Beweise für Erosionen, wie wir sie jetzt 
in un.serer Heimat nicht mehr kennen, und die uns als Fabel 
ei’seheineu möchten, wenn wir nielit ihre Spuren greii’har vor 
un.s sähen. Die Sache verliert das ^\'underhare, wenn man die 
gewaltigen Talselduchtcn (Caüons) des Colorado})lateaus in Xord- 
amerika mit 800 — 1300 m hohen, fa.st .senkrecht aufsteigenden 
Fel.sonmauern oder die Klausen d(‘r Alpen /.um Vergleich heran- 
/ieht, die erst seit der Tertiär/eit eiuge.schnitten wurden. 
Über die Kander Im Berner Oberlande, welche 1714 direkt in 
den Thuner See geleitet wurde, wird berichtet, daß sie ilir Bett 
binnen 180 Jahren auf einer 10 kui langen Strecke um einen 
Betrag bis /u 90 m vertiefte, bst ein mal ein Ein.sc,hnitt da, so 
sorgen die Atmo.sphärilicn, zu deren .schon vorher wirkenden 
Kräften die Ei.szeit noidi den Frost und den Weeh.sel der Jahres- 
zeiten brachte, «lafür, daß derselbe ra.sch nach oben hin erweitert 
und zu einem weiten TaKsystem ausgebaut wird, das nach oben 
und den Seiten hin fortwährend wächst. So ist im letzten Ab- 
schnitt der Tertiärzeit und in der Ei.szeit in den Grnndzügen da.s 
heutige LaucFchaftsbild Sachsens entstanden. 

Aber auch für die Kultarfiihigkeit des Bodens war die Ei.s- 
zeit von großeiii Nutzen, so daß man ihre .Ablagerungen mit Recht 
auch Komformation genannt hat. Ohne .sic würden große Teile 
unseres Vaterlandes bedeckt sein von unfruchtbaren (iuarz- und 
Grunmer.sanden der Braunkohlenformation. Uber diese wurde 
der Ge.schiebelehm gebreitet, der alle die Stoffe enthält, <lie die 
Pflanze zu ihrer Exi.stcnz benötigt. Sein hoher Kalhgelmlt rührt 
von in der (xrundmoräne zer.schliffcjien Kreidekalken , unter- 
geordnet Silur-, Devon- und Tria.skalken her. Durch die fein 
verriebenen Kalkma.ssen und die verwitterten feldspatreichen Ge- 
.steinc i.st der der Hauptsache nach tonige Ge.sehiebelehni ganz 
durchsetzt von Bestandteilen vcr.schiedonstcn Korns und in vor- 
züglicher Weise aufgelückert und für die Durchlüftung, Wa.sser- 
aufnahme und -abgabe geeignet gemacht. Die noch in Zersetzung 
l>egriflenen Ge.steinc, wie Gneis, liefern da,s nötige Kali und den 
erwün.schten Natrongehalt, l^r.starrungsgesbünc den Pho.sphor. So 
wurden die Grundbedingungen für das Gedeihen der Pllanzeu- 
M'clt im Boden he.schafft, und es bedurfte nur der ordnenden und 
säenden Hand, diese Geschenke einer gütigen Natur dem Menschen- 
geschlecht (lieusthar zu machen. 

Auch nach der Diluvialzeit bildeten .sich Geröll-, Kies-, 
Sand- und Eebmansehwemmimgen in den Tiefen der Täler, Torf- 
moore in den flachen Mulden der Gebirge, Ra.seneiscn.steiu- und 
Kalksinterabsätze. Man nennt alle diese Ablagerungen Alluvium. 



131 


Änderungen im Klima von weif ergehende!!’ Bedeutung, im allge- 
meinen \\*asserstando der Kliiss-e und in der BejRchatrenlieit der 
Tici’- mul Pflanzemvelt sind wälireml dieser Zeit nicht eingetreten. 
Kur in der älteren Alluvialzeit lebten hei uns noch eine Reihe 
seitdem gänzlieii oder fast verdrängter, hez. ausge.storhener Tiere, 
z. B. Elen, ^\’isent, Biber, Torfsehwein u. a. Seit der Diluvialzeit 
fehlen, weil ausgestorbeu , Mammut, Höhlenbär, Hühlcnlöwe, 
Ilöhlenhyäne, weil nach Norden oder in die Hochgebirge ge- 
wandert, das Kenntier, der Mosclmsochs, der Steinhock, das 
Murmeltier. An ihrer Stelle hat der Mensch Besitz von der 
Land.schaft ergrilien und ihr seinen Knlturstempel aulgedriickt. 

wären nun noch die Ursachen zu untersuchen, die zu 
einer so gewaltigen (.Tletscherausdehmmg führen konnten, wie sie 
uns in der Eiszeit entgegentritt. Die mannigfachsten Hypothesen 
sind aufg(!Stellt worden, ohne daß es eine voll befriedigende Er- 
klärung gäbe. Man .suchte die ünsachen in außerirdischen 
Vorgängen iinrl machte dafür z, B. verantwortlich djLs periodische 
Uberhandnehmen der Sonnenfleeke und die damit verbundene 
\’erminderung der AVärmeausslrahhmg. Nach anderen sollte die 
frühere größere Höhe der Gehirge oder eine andere Verteihmg 
von Land und Meer und der Meeresströmungen daran schuld 
sein. Allgemeineren Anklang fand die Ansicht, daß die perio- 
dischen Schwankungen in der Exzentrizität der Erdhahn die Er- 
klärung lieferten. Wahrend jetzt die Sonne länger nördlich vom 
A(juator steht als südlich davon, kehren sich die Verhältnisse im 
Laufe der Zeiten um. Als direkte Folgen eines solchen V'echsels 
der W'Urmebestrahlung tritt, so nimmt man an, eine Verschiebung 
der jetzt nördlicli des .\<juators gelegenen windstillen Zonen, eine 
Veränderung dm’ rkussatwindc und damit auch eine Veränderung 
der Mceres.strömungen ein. Die nördliche Kältenzone würde in- 
folgedes.scn nach Süden vorrücken und eine weitere Ausdehnung 
der Gletscher begünstigen. Die Richtigkeit die.sor Hypothese 
vorausgesetzt, würde die Periode, welche mau gewöhtilich als 
Eiszeit bezeichnet, nur als die letzte Eiszeit der nörd liehen Halb- 
kugel aufzufassen sein, welcher in früheren Zeiten, sowohl während 
der Diluvialzeit als in älteren geologi.sclien Perioden, regelmäßige 
lOiszeiten vorausgegangen wären. 

Einer der neueren Erklärimgsver.suche ist folgender. Von 
der Voraussetzung ausgehend, daß die Erde keine Kugel, 
sondern ein an beiden Polen abgej)latteter, kugelurtiger Körj)cr 
i.st, Geoid bat man ihn genannt, wird daraus zunächst die ver- 
.schledene Verl ei hing von Meer und Wasser in den verschiedenen 
geologi.sclien Zeitperloden liegründet. Der äquatoriale Radius des 
Geoids ist G378 km, der polare 635G,7 km lang. Das ergilit 

9* 



132 


einen Unterschied der beiden Kadien um 21,3 km. Um diese 
Strecke liegen der Nord- und Südpol dem Erdzentrum näher als 
jeder Punkt des Aipiators. 

Würde ein an der Meeresküste liegender Festlandspnnkt am 
Nord])ol um nach Süden zum Acpiator verschoben, so, daß 
sich die ganze teste starre Erdniassc (Lilhosphüre) mit drehte, 
.so wünh' er sich nicht melir itj gleicher Höhe mit dem Meeres- 
s})iegel, sondern wegen der Verschiedenheit. «1er ä«jnatorialen und 
polaren Erdradien 21 km unter d«jm Mcere.s.sj)ieg(‘l betinden; 
denn das Wasser ist, weil tlü.ssig, immer b('tahigt, die Geoidtorm 
wieder anzunchmen, wie man die Ma.sse auch dreht. Der starren 
Erdma.s.so. ist dies nicht möglich. Umgekehrt wünle ein Punkt 
der Küste am Äquator, unter den Pol verschoben, dort 21 km 
hoch über dem Meere.sspiegel liegen. Es würde also schon eine 
bedeutend geringere Veraohicbnng eines N'ordpoljiunktes nach dem 
Äquator hin oder umgekehrt genügen, um Länder nntcrtauchen 
und anderwä,rts auftauchen zu la.ssen. Daß dies früher vorge- 
kommen ist, beweisen alte Strandliuien, die je weiter vom Äquateu' 
nach Norden und Süden immer höher an der skandinavischen 
und südainerikanischen Westküste bis 200 m und melir in die 
Höhe steigen. Es muß demnach Zeiten gegeben haben, wo das 
Meer vom Äquator her allmählich ansteigend nach dem Nordpol 
oder Südpol zu bedeutend höher gestanden hat. 

Um dies zu erklären, nimmt die Hyjiothese an, daß es am 
Äquator zwei 180® voneinander entfernte Punkte gebe, um deren 
Verbindungslinie <lie Erdkugel regelmäßige, ungemein lang.same 
Schwankungen in der Weise vollziehe, daß der durch die Erd- 
pole gehende Schwingungskreis den Äquator in der Richtung 
des Behringstraßeumeridians (190® östl. L. v. Gr.) senkrecht 
schneide. Die Enden der Linie, die Schwiuguugspole, sollen in 
Ecuador und Sumatra liegen. 

Diese Pendulationshypothe.se wird auch zur Erklärung der 
Eiszeiten benutzt. Gegenwärtig soll sich die nördliche Halb- 
kugel dem Äquator zu bewegen. Obwohl es sich bei diesen 
Ih'wegungen um säkulare, nach menschlichem Zeitgefühl schnecken- 
haft langsam verlaufende Vorgänge handele, lasse sich das Zunehmen 
der Wärme, das .sicherste Zeichen äquatorialer Pendulation, doch 
mit ziemlicher Gewißheit nachwei.sen. Griechenland und Italien, 
vor 3000 Jahren nocli ein Urwaldgebiet mit einem Bauml)estand 
nordeuropäischen Charakters, hätten sich an Stelle der Urwälder 
allmählich mit einer Flora subtropischer Art, Ölbaum, Feige, 
Lorbeer, VV einstock, Edelkastanie, Pinie und Zypresse, Korkeiche, 
Granatapfel, Zitrone und ihren Verwandten, Jolumni.sbrotbaum, 
Dattel- und Zwergpalme, bedeckt, und diese ganze Pflanzen- 



133 


gesollschaft rücke allmählicli nordwärts vor. Die Gletscher der 
AJpen nähmen fortwährend an Ausdehnung ab. Pä.sse, die ehe- 
niaLs vereist waren, seien frei geworden, und das Meer habe noch 
in hi.stori.scher Zeit an flachen Kirsten wie der Nord- und O.stsee 
große Gebiete verschlungen. 

Denke man sich eine Pendulation nach dem Nordpol liin 
eintreten, .so rücken die Gegenden, die die Hauptvergletscherung 
der Eiszeit durchmachten, die Alj)en, Deutschland und Skandi- 
navien nördlich. Bei einer derartigen Bewegung um 20 Breiten- 
grade nördlich läge Stettin dort, wo die Bäreninsel ist, Stockholm 
im nördlichen Spitzbergen, das Nordkap auf dem Nordpol. Das 
würde genügen, um eine totale Vereisung dic.scr Gebiete herbei- 
zntühren. 

Gleichzeitig aber würde damit ein Rückzug des Meeres nach 
Süden verbunden sein, wodurch sonst vom Meere bedeckte Land- 
massen frei würden, .so daß sic zu Airsgangspunkten für Gletscher- 
ströme werden könnten. Damit ließe sich auch die durch viele 
Tat.saehen begründete Annahme in Einklang bringen, daß die 
heute einen Wstsserstand bis 300 m zeigende Ostsee zur Ei.szeit 
leer war. Daraus würde .sich auch die Vergletscherung des 
Kilima Ndscharo erklären lassen, die in der Diluvialzeit 800 — 
1000 m weiter herabreichte wie jetzt, wie dies die beiden Rei- 
.senden H. Meyer und Mackin feststellten.*) Die Ilypothe.se 
hat manches für sich und stimmt in vielen Punkten mit den 
vorher erwähnten ül)erein. Nur müßte der Beweis für eine 
Pendulation erbracht werden. 

Die eben angeführte Hypothese nimmt an, daß die nordische 
Vereisung .sich nicht gleichzeitig über alle die von ihr betroffenen 
Gebiete ausdehntc. I)ic namhafte.sten Ei.szeitforscher aber, wie 
Pcnck, Brückner, R. Credner u. a., betonen die Gleichzeitigkeit 
der Vergletscherung auf der ganzem Erde. Mau wies nach, daß 
die jetzigen Gletscheraiusdehnungen und Seenwa-sserbcstände (be- 
obachtet an 45 Seen der ganzen Lrdc) seit Jahrhunderten Schwan- 
kungen nach 85jährigen Perioden untertvorfen sind. Mit Perioden 
der Gletst:liervor.stößt! fanden danach Xiedrigwasser.stände der 
Seen statt und umgekehrt. Dafür können natürlich nur klima- 
tische Schwankungen die Ursache al)geben, die im Mittel für die 
ganze Erde — l*’ C betragen. Auf den Landflächen sind die 
Uälften der 35jährigen l’crioden gleichzeitig durch reichere 
Niederschläge, die der Gletscherbildung zum Teil zugute kommen, 
und die warmen dagegen durch Trockenheit au.sgczeichnet. 

Nun wechseln aber in der Eiszeit, wenn auch in größeren 

*) Berdrow, in .lahrbuch der Naturkunde. 1903. 



134 


Zwischenräumen, die kliinatischen Verhältnisse, wie im.s dem 
wechselweiseu AulTtreten von Wald-, ja Steppenvegelationen und 
Ladern mit arktischen Pflanzen- und Ticrforinen hervorgeht, wSo 
daß eimnal die Glctsclier abschmolzen und dann wieder an- 
wuchscn. Dazu waren d’emperaturscliwankungen von höchstens 
3 — 4*^ C nötig. So lassen sich demnach die \Vrcisungcn, die 
manche Forscher auch Tiir die Zeit vom Kambrium bis zum 
Tertiär auf Grund gewisser Kouglomerale und Breccien an- 
nehmen, auf große, sich In langen Zeiträumen wiederholende 
Teinperaturscliwankungen von besonderer Htärkc zurüekführen. 
Worin frcilicdi die Ursachen derselben liegen, vermag man auch 
nicht anzugeben. Als wahrscheinlichen Grund nimmt man den 
Einfluß der Sonne an. 


XIX. Die Sächsische Schweiz. 

Der Eiszeit danken ihre Entstehung auch die grotesken 
Felsbildungen der Sächsischen Schweiz. Südlich von 
Kanmitzleiten erhelA sich der basaltische Kegel des 620 m hohen 
Hosenberge.s. Bis zu 560 m hoch besteht er aus Kreideschicliten 
einscldicßlich der Brongniartistufc. Es fehlen darüber noch 
einige anderwärts entwickelte Glieder der sächHi.sch-böhmischen 
Kreide, von denen anzunehmen ist, daß sie voi’dem vorhanden 
gewesen, aber vom Schlüsse der Kreidezeit bis zum Ausbruch 
des Rosen berg-J5a.saltes zerstört worden .sind, und deren Mächtig- 
keit mit durchschnittlich 100 in wohl eher zu niedrig als zu 
hoch angenommen wird. Der Komplex der Kreideschichten 
wurde also .schon vor den großen ti'ktoni.schen Ereigni.ssen der 
Tertiärzcit der Abwaschung unterworfen, ob in nördlicher, süd- 
licher oder ö.stlicher Richtung, läßt sieh nicht enl.scheideti. Be- 
dentmider wurde die.selbe nach den Senkungen in Böhmen. 
Nur die inzwischen aufgesetzte ßasalthauljc verhinderte, daß der 
Rosenbergsandstein noch weiter erniedrigt wurde. Westlich von 
ihm ziehen sich jetzt lehmbedeckte Hochflächen hin, die nur 
noch 300 — 350 in hoch liegen, die also seit dem Ausbruch 
dieses Basaltes um reichlich 200 m erniedrigt worden sind, was 
nur durch einen Wasserlauf bewirkt worden sein kann. 



135 


nie gewalti^i^eu V’^eriinderungen in Nordböhincn inuLUon alle 
<lort inhe/.ug auf die Verteilung der .stehenden und HieLlcndeu 
Gewässer hestehcnden ^’crllältnisse ändern. Ein Abfluß nach 
Süden war nicht mehr möglich. Das Wa.sser drängte nach 
Norden. E.s ergoß .sich über die Basalte und Rasalttufle, welche 
die enlstandene Ndederung ausfüllten, bildete vielleicht an etwa 
vorhandenen tieferen Stellen einzelne Süßwas.serbecken und strömte 
über die Schicliten de.s Blb.sandsteingebirges weg, indem es sich 
die tiefste damafs hier vorhandene Stelle aus.'^uchte. Beim Ein- 
tritt der Diluvialzeit war in dem Samlsleinplaleau eine seichte 
Tal wanne vorhanden, deren Tiefenlinie ül>er dem heutigen Elb- 
tal lag. Erodiert wurde sie schon in d(>r Tertiärzcit. Zur Ab- 
lagerung voti Geröllen kam es auf derselben zu jener Zeit nicht. 
Da kam die Eiszeit mit ilirern nacli Süden vorrückenden Inland- 
ei.s. Den nach Norden fließenden Gewä.ssern wurde der W eg ge- 
sperrt. Ihre Gerölle mischten .sich an tieferen Stellen mit denen, 
die die Abschmelzwä.sser von Norden brachten. Es entstanden 
weite Seen, in denen .sich über <len Geröllen Bänderton •ab- 
setzte. Das Eis rückte darül)ei‘ vor und verursachte z. B. bei 
Kiesa in diesem Ton die mannigfachsten Störungen. Die Stauung 
dehnte sich immer weiter nach Süden au.s, so daß sieh d<*r seichten 
anno des Elbsandsteinplaleaus bis zu ea. 275 in Mi*ere.shöhe 
(lerölle auflagern, die nur aus südlichem Material, Basalten des 
böluni.schen Mittelgebirges, Sandstein u. a. bestehen. Ihnen 
.schließen sieh seitlich solclie mit erzgebirgisehem Material an. 
Verschicilene Anzeichen sprechen dafür, daß diese Überschüttung 
der Sandsteinhocbflächc mit Flußschotter bi.s über 330 m hinauf- 
nuchte. Darüber Hegen bis 275 in Höhe erhaltene Schichten aus 
sandigem ( Je.schiebelehni mit sjücgelnden Scheuersteinen, ein Beweis, 
ilaß die nordi-schen Eisma.s.sen bi.s hierher gelanglen, worauf auch 
zahlreiche h'euer.steinc bindenten. 

Nun schmolz das Eis ab. Die vorher lireit gc.stauten Wä.sser 
folgten ihm und liefen längs des Absehmelzrandes, vielleicht auch 
unter dem Eis ab. Das Gefälle erhöhte sieli, und die nun 
wieder normalen WasserlÜufc gruben sieh engere Betten in ihre 
Schotter ein. Der Flußlaul’, den wir heute ilic Elbe nennen, 
erreichte dabei bald die unterlagermhm weichen Sandsteine und 
griff sie nun, von beiden Seiten durch die Schotter eingeengt, 
.so energi.sch an, daß im Sand.stt'.in bald ein steilwandiger Ein- 
schnitt ent.^^and. .\hnlich verhielten sich auch die Nebenflüsse. 
Sie vertieften ihr Bett in dem.selben Maße wie die Elbe. Darum 
siebt man beute auf vielen Teilen des Gebirges i.solierte fjagen 
von Schottern oft über 100 m iilier dem .Niveau des Flußlanfc.s, 
dem sie ihre Entstehung verdanken. 



136 


Erleichtert wurde den kleineren fließenden (JewU^sern das 
Eindringen in das Sandsteinplateun durch die zahlreichen, meist 
senkrechten Klül'te, die hi ca. 3 — 5 m Entl'ernung da.s Gebirge 
durchsetzen. Sie lassen sich in zwei .sich fast rechtwinklig 
schneidende, von SWW — NOO und SOO — NWW gerichtete 
Hauptsy-stcinc einordnen. Sie ent.standen hei den tertiären 
Senkungen und Hebungen infolge des Drucke.s, der dabei von 
mehreren Seiten her auf die Sandsleinmasse au.sgeübt wurde. 
Von den Steinbrecliern werden sie ,l.ose" genannt. Daneben 
werden die Ablagerungen von den fitst wagcrechten Sc.hicht- 
fugen durcltset/.t, .so daß der ganze Samlsteinkomplex in einzelne 
„t|uader“ zerlegt wird (Quadersandstein). Auf die.se .senkrechte 
und wagerechte Zerklüftung lassen sich alle die mannigfaltigen 
Terrahi- und Eelsformen <ler Sächsischen Schweiz ziirückführen. 
Steil eiugeschnittene, vielfach verzweigte Täler wechseln mit mehr 
oder \vcniger au.sgehildetcn, au.sgedehntcn Hochflächen ab, über 
welchen .sich von neuem senkrecht emporsteigende gewaltige 
Eelsklötze erheben. Die Hochflächen nennt man „Ebenheiten“, 
die Felsklötze „Steine“, die senkrechten Gehänge aber, mit 
welchen der (Quader über das Grundgebirge emporsteigt, oder 
mit welchem die Täler in das Plateau eingeschnitten .sind, 
„Wände“, So wx*it reicht die Großarbeit des fließenden Was.sers; 
ihr folgt die Kleinarbeit des atmo.sphärischen. Ist einmal eine 
Wand freigelegt, .so beginnt dieselbe. 

Die Oberfläche der Felsenwände ist überzogen mit vielen 
einander l)erührenden Gruben und Grübchen, die sich einander 
berühren und die oft .so tief .sind, daß der ganze Felswie zerfre.ssen aus- 
sieht, etwa so wie ein Schwamm mit miß- bis faustgroßen Poren. 
Das l{egenwa.sser fällt auf die Wände. Es gelriert. Weichere 
Gesteiuspartieu werden dadurch gelockert und eutferut, härtere 
bleiben als Sims erhalten. Leicht iiberhängende Wände be- 
günstigen be.sonders die Entstehung dieses Netzwerke.s. Nebel 
und aufsteigende ßergfeuchtigkeit dringen in die überhängende 
Fläche ein und gefrieren hier. Besonders günstige Angriffspunkte 
liieten die Schichtfugen. Daselbst tritt gewöhnlich etwas auf 
senkrechten Sjialten eingedrungenes Wn.s.ser aus, gefriert und er- 
weitert so <lie Fuge. Das kann .so weit gelum, tlaß sicih der 
obere Teil des Felsens nicht mehr halten kann und herab.stürzt 
oder sich wenig.stens schräg anlegt. Es kaun auch zur Höhlcn- 
bildung kommen. Das austretendc Wasser bahnt .sich einen 
Weg. Bergfeuchtigkeit und Frost erweitern denselben. Sand- 
uhrföriuige Pfeiler mit riugsherumlaufenden Wülsten teilen die.se 
Höhlen oft in mehrere miteinander verbundene Nebenräumc. 
Am Fuße der Felsen häuft sich der feine Schutt und w'ird von 



137 


Hießeiulen (iewä.ssorii o(l(‘r Regengüssen Ibiügescliuemnit. So 
geht das Zerstöriingswcrk fort, bis naeli Jahrtausenden nichts mehr 
von den romantistilien Fulsgelnlden der Süelisis<*li-R>ölitnis(‘hen 
Schweiz id)rig ist. Heute schon Init die Elbe bei Niedergnind 
die das Kreidegebiet unterteufenden Tonschiefer und (irranite 
angesclmitleii und damit ihr Bett seit dem Beginne der Eiszeit 
um ca. 200 in vertieft, seit dem Auslirueh der Basalte um ca. 400 m. 

Uber die Wirkungen, die der \^'lnd in der Sächsischen 
Schweiz ansübt, hat Beck eingeliendorc Untersuclnmgen und Be- 
obachtungen angcstellt. Er schreibt u. a.: „Im allgemeinen spielt 
der Wind unter den zerstörenden Naturkräften im (iuadersand- 
st eingebiet der Säe.hsischen Schweiz eine nur sehr untergeordnete 
Rolle. Er l.»ringt durch sein Wehen gelegenlll<‘h die durcli Ver- 
witterung gelockerten Sandkörnchen an den Felswänden vollends 
zum Abfallen. Er fegt von den nackten Felsenplatten die durcli 
die Wirkung von Kegen, Feuchtigkeit und Tempcraturwechsel 
abgebröckclten Sandkörnchen hinweg und erscliwert so die Be- 
siedlung die.ser l’^lächen mit Algen, Flechten, Moosen und später- 
hin höheren Bilanzen, durch deren Ausbreitung da.s Gestein bald 
mit einer die N'erwitterung verlangsamenden Schutzileeke ülier- 
zogen werden würde. Er entwurzelt endlich hier und dort einmal 
einen Baum, dc.s.sen liach an.sgebreitctc Wnr/.ell)allen ganze 
Krusten und Sclnden von Sand und mürbem Sandstein vom 
Felsengrund mit losreißt und die.sen, jeder Hülle bar, den An- 
grilfen der Verwitterung ausliefert. Dies sind tlie Ersclieinungen, 
die der Wind überall zeitigt, oline daß ifinen größere Bedeutung 
znkommt.“ 

Derselbe Autor erwähnt auch einige Beisjiiele, wo 

der Wind unmittelbar zerstörend gewirkt hat; doch 
sind sie gleichfalls ohne allgemeinere Bedeutung für die Ent- 
stehung der Säch.sischen Schweiz. Am westlichen Eingang dc.s 
Schrammtores .steht ein turmartiger Fels. Auf der .schräg nach 
M'e.sten abfallenden Sohlcnflächc des Schrammtores liegim Flug- 
sandmassen, die sich nach Westen vor dem Tor ilünenartig in 
den dortigen Fichtenbe.staud ausgebreilet haben, und <leren weiteres 
Fortschrei teil man durch Schulzweh reu zu liiudern sucht. Sie sind 
ent.standen ans dem Sand.stein der näch.s’te.n Umgiüiung. Die 
Bestandteile sind der Schwere cnt.sprechcnd nach ihrer Größe 
.sortiert, die groben für sich und die ft'iuen für sich, wodurch sie 
sich von dem Verwitterungsschutt unterscheiden. 

Besonders bei O.stwind herrscht im Schrammtor starker Zug. 
Von den in der Nähe bclindlichen Felsen entluhrt derselbe A^er- 
MÜtteruugssand, ]icits(!ht ihn durch das Tor, reibt dadurch die 
Felscnflächcn ab und trifft besonders den turmartigen Pfeiler an 



138 


der Ostseite, wodureli dieser id)ges<‘}ditlei) wird und teilweise 
sanduhrt‘örmij>:e Gebilde entstellen. Ik-oliaclitet wurde dasselbe 
am Felsentunnel auf dem Gohriseli.stcin. 

Der Aufsatz .seldießt mit den Worten: „Kine zerstörende 
Tätigkeit. d(\s Wimles ini (iuadersandsteingebiet der Säehsischen 
►Sehweiz ist an gewissen Punkten wohl nachweisbar, alier sie 
spielt der normalen \'erwitterung gegenüber doch nur eine sehr 
unlergeurdnete Rulle uml besteht im wesentlichen nur in einer 
obcrilächliehen .\breilmng. Von einer Deflation im Großen, wie 
sie uns doh. Walthor in seiner anschaulichen Schilderung der 
Wb'i.sten kennen gelernt hat, kann in unserm W'aldgebirge trotz 
seiner vielen nackten Fedsenmassen und trotz der sehr leichten 
Zerstörbarkeit des Sandsteins nicht die Rede sein.“ 

Wohin aber kamen die Sande, die aus der Zerstörung 
des Elbsandsteingebirges hervorgiugen? Die Antwort kann wenig- 
stens fiir einen Teil derscllien gegeben werden, ln der Klbtal- 
wanne zwischen I^irna und JMcißen finden sich oberflächlich Sande, 
mit kleinen Tonlagcrn wechsellagernd, die durch lagenweise An- 
ordining ihre Ablagerung durch d:is Was.ser bekunden. Ihre 
Zusammensetzung spricht für die Entstehung au.s den Kreidc- 
sedimenteu des Elbtale.s. Vermi.seht .sind .sie mit Gesteinskörnern, 
die dem Erzgebirge entstammen und durch die Xebenflü.sse der 
Elbe dort entführt worden sind. Ihr Liegendes bilden grobe 
Schotter aus nordischem und .südlichem Ge.stein.smatcrial. Die.se 
durch das Wa.s.ser hcrbeigc.schwennntcn, haupt.sächlich an.s der 
Zerstörung des Elb.sand.stcingcbirge.s, untergeordnet an.s der des 
Krzgel)irges hervorgegangenen Sande wurden dann vom Winde 
nmgclagcrt und dabei über die Ränder des Lausitzer Granit- 
plateau.s geweht, .so tlaß große. Teile de.s.selben mit die.scn Meidc- 
sanden bedeckt sind. Die ganze Dre.sdner Heide besteht an.s 
ihnen. Sie kennzeichnen sieb din'ch ihre Kiefcrnbewaldung. 

Im Gebiete dieser Ileidesandc finden sich mehr oder minder 
pyramidal ange.schliflene .Stücke von Granit, Porphyr uml anderen 
festen Gesteinen. Gewöhnlich sind zwei Seiten ange.s<‘hliflen und 
die dritte nicht. Man nennt die Stücke Dreikanter ( Fazetten- 
gerölle). Abgelagert wurden die Heidesande wie auch die Tal- 
sande der nordlausitzer Flü.s.se nach dem Rückzug des Eise.s. 
Als die Elbe dabei eine immer niedrigere Lage und ein engeres 
Rett erreichte, lagen sic trocken und k<.>nnten <lurch Stürme 
leicht fortbewegt werden. Die Sandkörnchen .schleuderte der 
Wind dabei gegen jedes sich entgegcnstellende Himlernis oder 
bewirkte ihre wellenförmige Fortbewegung, wie man es ähnlich 
bei jedem Schneetreiben beobachten kann. Dadurch wurden fe.ste 
Ge.steine, über die der Sand trieb, glattge.schliflen, mochten sic 



139 


nun lose oder anstehend im Wege sein. Der Ilauptwindriehtung 
entsprechend, wurden die Dreikantcr, an denen sieh der treibende 
Sand teilte, auf zwei sich kantig sclineidenden Fläelien bearbeitet, 
während die dritte, dem Winde abgekchrtc, unversehrt blieb. 
Heute noch entstehen durch Sandschliff solche Gebilde in Wüsten 
und Düuensandgebieten, z. B. Norddeutschlands, Schwedens und 
der O.stseeprovinzen. 

Hock, Über die crorlicrcntle Wirkung des Windo.s im Qmtdorsaiid.stein- 
gebief der fiäiehs^iHchon Schweiz, Z. d. d. g. t!. 1894. 

t’redner, Über (TletHclierKchliffc- auf l’nr|diyrknj)pen liei Leipzig und über 
geritzte einheiniisclie (Tcschii'bc. Z. d. <1. g. G. 1879. 

Uber Schicliti-ustürimgcn iiii Lntergruiul tlc.s (tes(')üel)clehm« aji Bei- 
s])ieleii aus dom m}rdwc>lliclu*ii f'acb.'icn und nugreii /.enden Land- 
strichen. Ebenda. 

- Über ( Ilacialer.scheinungen in Sachsen liebst vergleichenden Vor- 
bemerkungen über den (Teschiebemergel. Ebenda. 1880. 

Credncr, H., Das Kiszeitproblem. Wesen und Verlauf der diluv. Eiszeit. 

8. Her. d. (loogr. (tesellsdi. Greifswald. 1902. 

Dames, Die Glacialbilduiigeu der uurddoutschen Tiefebene. 1886. 
Fallou, Die Ackererden des Köniirreielis Suchsen. 1868. 

Geinitz, Über einige Kiesablagorungen und die diluvialen Säugetiere 
des Königreichs Sachsen, Isis 1883. 

Gutbier, v., Die SamU'i»rmcn der Drcstlner Heide. 1865. 

Ifettner, Gebirgsbau und ( tborllächeiigostalluug der Sächsischen Schweiz. 
1887. 

Die FVlsbibUingen der Sächsi.sclien Schweiz. Geogr. Zeitschr. (Leipzig, 
Tculmen. 1903, 

Nes.sig, Studien über den Dre.sdner Ileiilesand. Isis 1898. 

I’artsch, Die Gletscher der Vorzeit in den Karpathen und Mittelgebirgen 
Deutschlands. 1882. 

Peiick, Die Vergletscherung der deutschen Alpen. 1882. 

l.lher Hcrgformeii. 

Eeiick u. Brückner. Die .Mpen im Eiszeitalter. Im Erscheinen. 
Beihiscli, Verzeichnis der hislicr in den diluvialen Mergeln von Cotta 
hei Drcsdim anfgefundenen Conchylieti. Isis 1892. 

Römer, Lethaea errat ica. 1885. 

Sauer u. Siegelt, Über Ablagerung rezenten Löl3es durch den M'iud. 
Z. d. d.^ g. G. 1888. 

Wahnschaffe, Ursachen der ( Ihertlächengcstaltung des norddeutschen 

Flachlandes, 1901. 


XX. Der siiclisiselic Erzbergbau. 

In unmlttelltarem Zusammcnluing mit vulkanischen Vor- 
gängen, mit der Kntstehimg von Geltirg.sspalteu und der Zer- 
setzung und Umwandlung von Gc.stcinen ,steht die Bildung der 
Krzgänge nnd ICrzlager. Wie sie entstanden sein mögen, da- 
rüber .soll folgendes Anfschhiß geben. 



140 


Das spezifische Gewicht des Erdballs ist 5,6. Seine Kinde 
besteht hauptsä<‘hlich aus Sauerstoirverbindnngen, wie Kieselsäure 
und Wasser; aus Kohiensäurcsalzcti, wie Kalk und Dolomit, aus 
Kieselsäuresalzen, wie Ton und die ganze Reihe der Erstarrungs- 
produkte, Sauerstotl', Ivohlenstoth und Kieselerde sind t‘s dem- 
nach, welche in Verbindung mit leichten Metallen, Natrium und 
Kalium, (’alcium, Magnesium und Aluminium die Gesteine der 
Erdrinde zusannuensetzen. Von den Schwermetallen besitzt nur 
das Eisen eine allgemeine N’erbreitung in den GesteiTisinincralien. 
Aus diesen 'i'atsachen muß man den Scihlnß ziehen, daß im Erd- 
kern die Sch wermetallc ii berwiegen, un<l daß sie, wenn 
sie in der Erdkruste Vorkommen, daselbst als eingewan- 
derte Gäste zu betrachten sind. Durch vulkanische Eruptionen 
kömien sie dahin gelangt sein, da diese die Verbindung mit dein 
Erdinnern bewerkstelligen. Aber nur selten werden gediegene 
Metalle in größerer Menge von dem Magma mit emyiorgerissen 
— Nordenskiöld beobachtete auf Grönland bis 500 Ztr. schwere 
Massen gediegenen Eisens in einem Basalt — , die Metalle finden 
sich vielmehr als feinste Einsprenglinge in dem Gestein vor. So 
verdanken Basalte und Diabase ihre dunkle Farbe dem massen- 
haft in ihnen enthaltenen Magnet- bez. Titaneisen. Die dunkle 
Farbe der Augite, Dornblenden, Glimmer und vieler anderer 
Kiesclsäurevcrbindungcn rühid von dem Gehalt an Eisen lier. 
Bei genauerer chemi.scher Untersuchung stellt sich heraus, daß 
auch andere Schwermelalle, z. B. Kupfer, wenn auch in geringen 
Mengen, in ihnen enthalten sind. Es würde sich aber nicht lohnen, 
diese Gesteine wegen des Metallgehaltes abzubaueu. Die Metall - 
massen müsscüi vielmehr erst konzentriert werden, und da- 
für sorgt die Natur au.sgiebig. 

Alle Gesteine, so auch die, welche in ihren Mineralien 
.schwere Metalle enthalten, werden von Spalten, Sprüngen und 
fein.sten Kissen durchsetzt, in die das mit vSauerstoff oder Kohlen- 
säure angcreichcrrc Wa.sser eindringt. Gerade die am mei.sten 
metalli.sche Sub.stanz enthaltenden Mineralien werden am leichtesten 
zer.sctzt. Die Metalle verbinden .sich mit dem SauerstolF und 
gehen in laisimg über. Die.se Lösungen können nach der Tiefe 
der Kru.stc gehen mul dort sich luelir und mehr konzentrieren, 
bis sie auf Spalten gelangen und hier infolge des erhöhten Dampf- 
druckes als Tlujrmen wieder zurück nach der Erdoberfläche ge- 
hoben werden. Hier entweichen be.sonders die im Wasser gelö.st 
gewe.sene Kohlensäure, und die überströmenden Wä.s.ser setzen 
infolge der Verdnn.stung und der Bildung chemisclier Verbindungen 
an den Wänden der Klüfte ihren Metallgehalt in Form von Schwefel- 
metallen und Mctalloxyden ab, Kruste über Kruste ziehend. 



141 


Daß wanne uml heiße Q,uellwäff»er wirklich im.stamle sind, 
Metalle aufjj;eIost an die Krdoherlläche zu bringen, lieweist 
der Gehalt, derselben an Gold (Karlsbad), Kupfer (Ki})poldsau), 
Zinn (Kissingen), Zink (Pyrmont), Nickel (Ronnehy in Schweden) 
usw. Eine (|nelle bei Lautenthal im Harz, die 40 l pro Minute 
gibt, hat in nur 3 — 5 dahren 2000 kg Schwerspat abgesetzt. Prisen 
und Mangan sind in Quellen sehr häutig. Kalium, Calcium, 
Magnesium, Aluminium sind höchst verbreitet. Als man 1874 
einen alten Kömerbrunnen auf einer Thermalspalte von Bour- 
houne.S“le.s-Bain.s ausräumte, fand man daselbst eine ganze Reihe 
von Erzen ausgesehieden vor, wie Bleiglanz, Weißl)leierz, Rot- 
kupfererz, Ku])ferglanz, Kupferkies, Bnntkujifcrerz, Ei.seidvics u. a. 
Die Dntersuchung lehrte, daß zutälllg in das Thcrmalwasscr 
hineingeratene Gold- und Silberinünzen, Stücke von Bleirahmen, 
Statuetten von Bronze, Gegenstände von Eisen von demselben 
aufgelöst und seit der Römerzeit in den obengenannten Erzen 
wieder ansgeschieden worden waren. 

Genau so wie hier an ihr<‘m Ausfluß können die Mbisser der 
Thermen schon in großer Tiefe besonders aus Eru])tivgesteinen, 
die zur (langausfiUlung nötigen Metallverbindungen und andere 
Grundstoffe auslaugen und beim Aufsteigen infolge cintretender 
Verdunstung absetzen. Beck .stellt darum den Satz auf: „ Wenn 
auch anzuerkennen i.st, daß atmosphäri.sche M'ässer lür die Ein- 
lagerung und \veitere Konzentration tler Erze in den obersten 
Regionen der Gangspalten große Bedeutung haben, ist doch daran 
festznhaltcn, daß die ursprüngliche Bildung der meisten Erzgänge 
aus großer Tiefe aufsteigenden Thermen zu verdanken Ist, Diese 
Thermen denken wir uns als Nachwirkungen pintonischer Vor- 
gänge, wie dem Aufdringen granitischer blassen oder auch viil- 
kanisi'hen Ereignissen im engeren Sinne.“ Damm führt man 
auch die l'üllung der meisten erzgebirgisc.hen Gang.systeme auf 
die jnngjialäozoischcn Granitiutrusionen zurück. 

\beie Spalten, die heute mit Erzen ausgelüllt sind, sind eine 
Folge der Zerreißung von Gesteinsschicliten , liei der Gebirgs- 
bildung. Faltungen und ICmporpressungen folgte ein Nieder- 
zerren der geholienen Erdrindenteilo intblge der Schwerkraft, so 
daß sich iladurch viele S])alten bildeten. Hohlräume, in denen 
Erze zum Absatz gelangten, konnten auch infolge der .Xnfblättcrung 
von Schiefern bei der Gebirg.sfaltung entstehen (GrasHtz). ln 
die Spalten drangen nun von unten her die Thermal wä.sser ein 
und .setzten hier unter geeigneten VerhUltnis.sen Erzmittel in 
Verbindung mit Gangmittcln, z. B. Quarz, Kalk.spat, Dolomit, 
Flußspat, Schwersjiat u. a. al). Es brauchte dabei nicht zu einer 
völligen Ausfüllung zu kommen, so daß Drusen (Hohlräume mit 



142 


Kristallen ausgck leidet) blieben. ßei neuen Gebirgsbewegungen 
konnte die. kSpalte nnd ihre Ansrüllnng wieder anl'gerissen werden. 
Durch die klaflende Lücke ergos.sen sieb auls neue die Mincral- 
lösungen, so daß oft mehrere Krusten übereinander al>gcsetzt 
wurden, deren jüngeren eventuell versehiedenartige Bruchstücke 
der älteren eingel>ettet .sind. 

Die Airsfüllung einer Spalte mit Er/.mitteln nennt man Erz- 
gaiig. Dem häutigen Auftreten von Krzgängen dankt da.s Erz- 
gel)irge seinen Namen. Sie durchziehen hier den Gneis, Glimmer- 
schiefer und Phyllit. Von Scharfenberg bei Meißen her zieht 
.sich über Ereiberg, Marienberg, Annaberg nach Joachimsthal eine 



Abi). 120. Uaiigbibl mit symmotrisohor KrustoiiHtruktur (ii. v. WciDenbuch). 
a. TJraunc Rlemlc. b. Weißei yuarz. c. Griiuvr KhiOapat. d. Zartoe SUumeben von brauner 
Blende. e. Itötlicber SchweiBpat. f. Scbmaler Saum Strablkieg. g. Sebwerepat wie e. 
h. Flußspat wie c. i. Strablkioa wie f. k. Weißer Kalkspat. 1. Gelblicbcr Kalkspat, 

kleine nnisen bildend. 


Zone von Silber- und Bleierz führenden Gängen in südwestlicher 
Richtung schräg über den breiten Rücken des Gcbirge.s. Man 
unterscheidet 

1. Gänge der Zinne.rzfoimiation, 

2. „ „ Kies-Blende- Bleicrzformation (Kupfererzf.), 

3. „ „ Kobalt- uml Silbererzformation, 

4. „ „ Eisen- und Alanganerzformation. 

An vielen Orten wurden früher die Gänge abgebaut. Das 
wichtig.ste Erzgebiet ist gegenwärtig noch das der Umgegend 
von Ereiberg. Man unterscheidet hier: 

1. die Gänge tler edlen (iuarzformation, deren 150 be- 
kannt sind. Sie bestehen vorherrschend aus Aveißem Quarz und 
führen Rotgiltigerz, Ghrserz, gediegen Silber u. a.; 


143 


2. die Gänge der kiesigen Bleierzforniatiun, ül)er 300, 
bestellend aus Quarz, IJleiglanz, Blende, Schwefel-, Kupfer- und 
Arsen kies; 

3. die Gänge der edlen Bleierzformation, etwa 400, 
mit Brannspat, Manganspat, tiuarz und sill)erhaltigein Bleiglanz, 
zuweilen auch mit Uotgiltigerz, Silherglanz und gediegen Silber; 

4. die Gänge der barvtisehen Bleierzformation, un- 
gefähr 130 mit Schwersjmt, Flußspat, Ciimrz, silberhaltigem Blei- 
glanz, Blende, Ku|)fer- und Sehwefelkies; 

0 . die Gänge der Knpfererzformation mit Kupferkies, 
Buntkupfererz, h'ahlerz. 

ln den Aluldmihütten und in Halsbrüekc kommen die Erze, 
zu denen Sehneeberg noch Kobalt-, M'ismut- und Antimonerze 
liefert, zur \*erhüttung. 

Die S])alten von floaehimsthal wuialen bis in die Tertiärzeit 
mit Erzmitteln angefüllt. Bezeichnet wird dieses Bruchsystem 
durch viele jüngere basaltische, auch phonolitische Eruptionskanäle, 
<lie in den Gruben selbst und in der Kähe auftreten. In die 
Tertiärzeit fällt nach Müller uml Beek auch die Entstehung der 
Silber- und Kolialterzgänge, die die Annabcrg- Marienberger 
Gneiskuppel durchsetzen. In einer solchen treten auch die Erei- 
berger Erzgänge auf. Die Stadt Freiberg liegt ungefähr auf 
ihrem Scheitelpunkt. Jler Gneis wurde zu einer Kuppel auf- 
gewölbt, deren Scheitelregion dabei an zahlreichen Spalten, die 
meist parallel und senkrecht zur ICrzgebirgsaxo verlaufen, zer- 
ri.ssen wiu’do. Die. Füllung dieser Spalten erfolgte, zum Teil vor 
der llotliegendzeit (edle tluarzformation), zum Teil nach derselben 
(barytische Bleicrzformation). 

Das Erzauslnängen b(ürug auf ihnen 1901 : 

11603 t Silbererz, 

6195 t Arsen, Schwefel- und Kupferkic.se, 

28 t Zinkblende, 

welche Erze ergaben 17573 kg Silber und 2090 t Blei. — Seit 
Entstehung des Freiberger Silberbergbaues bis 1890 sind über- 
haupt gefördert worden 52425957 kg Silber im Werte von 908 
Millionen Mark deutscher Ueichswährnng. 

Der Annaberger Silberbergbau blühte l)esonders von 1496 bis 
1600 und ergab für diese Zeit 1352900 Mark Silber und 
48400 Ztr. Kupfer im Werte von ca. 24 300000 Mark in 
jetzigem Gehle. 

Die Gruben im Schneeberger Kobaltfeld, dessen JCigentümer 
jetzt der Kgl. .sächsische Staatsliskus und der Sächsi.sche Private 
Blaufarbcnwcrkverein sind, hatten 1898 ein Ausbringen von 307,7 t 
silberhaltiger Kobalt-Nickel- und Wismutherze. 



144 


Spalten entstehen aueh hei der Abkülilniif^ eruptiver 
Gehirgs^lieder und ihnen benachbarter Schieler infolge 
der Zusannneu/ieliung bei der W'rringerung des (bnfat)gs. So 
durchschwänuen den (Tranit des Geyersclien Stockwerkes und 
Altcnbergs /ahlreichc ZinuerzgUngc^ welche solche infolge der 
Abkühlung entstandene Spalten ausfiillen. Der Zinnstein (Zinn 
und Sauerstoif) tritt ilaselbst auf in N'crlnndung mit (iuarz, Fluß- 
spat, Aj)atit, Topas. Mau nimmt darum an, <laß es lluorhaltige 
Dämpfe waren, die einmal die Ausscheidung des Ziiinstcins aus 
dem granitischen Magma, aber auch die Bildung der aufgeführten 
Fluor enthaltenden Mineralien lierbeifuhrten, wovon besonders das 
let/tgenanntc in prächtigen wasserhellen, gelblichen, grünen oder 
violetten Einzolkristallen und Kriatallgruppen auf den Zinnerz- 
gängen des Sauberges bei Ehrenfriedersdorf und auf tauben 
Quarzgängen des Greifen stein grau its gefunden wurde. Im Geyer- 



Abb. läl. Iitcalc« Ouerprofil <lureh ilea Granitstock von Zinnwabl (u. Zlukeiseu). 
z. ZinnerzKÜngü auf .^bkühlungsspiUton. g. Greisenzonen. Sch. Sohbehtu. 


sehen Stockwerk wurden viele 2 — 10 cm mächtige Zinnerzgänge 
einem intensiven Abbau unterworfen, bis schließlich der ganze 
Granitstock in sich znsammenstiirzte, von welchem Ereignis die 
große Geyersche Binge Zeugnis ablegt. ^soch ot\ werden hier 
durch den Stcinhrnchshetricb Zimigäuge entblößt. Im Granit 
von Zinmvald gelangten 12 flaeh gloe.ken förmig übereinander 
folgende Gauge zur Ausscheidung. Außerdem .sind da.solb.st noch 
zahlreiche, fast senkrechte, zinncrzliihrende Gänge vorhanden. Viele 
d(!r Zinnerzgüngc .setzen in die. umgebenden Schiefer fort und 
erfüllen die Zerreißungsspalten, die in ihnen vor und während 
des Aufdringens iler Granitlava aufbarsten. 

V'icliTorts .sind im Erzgebirge die Gesteine miteingeschlossenen 
Zinnerzgängen <lurch die l'iro.sion zerstört und die ahgerollten Zinn- 
.stein.stücke und die begleitenden Gangmineralien mit Gerollen an 
geeigneten Orten durch fließende Wässer vieder aufbereitet worden. 
Auf den Erzgehalt solcher Schotterablagerungen, Zinnseifen go- 
minnt, wurde früher ein lebhafter Bergbau betrieben, z. B. um 



145 


die Greifensteine, bei Hermannsdorf, bei Sosa und anderen 
( )rtcn. 

Sowohl bei Geyer, als auch bei Zinmvald werden die eigent- 
lichen Krzgäng'c begleitet von Greisenzonen, welche Zinnerz 
so reichlich eingesprengt enthalten, daß sie als „Zwitter'“ mit ab- 
gebaut wurden. Der Zwitter ist ursprünglich Granit, dessen 
Feldsj>atgehalt entführt und dimdi Zinnerz nach und nach ersetzt 
wurde. So sehen wir, daß die Hrze nicht immer Spalten erfüllen 
müs.sen, sondern daß sie auch Hohlräume innerhalb der Gesteine 
auskleiden können. Dies gilt besonders auch vom Schwefelkies 
der Kohleidager. In Lö.sung vorhandenes Kisen verband sich 
mit bei der Verwesung der organischen Massen entstehendem 
Schwefel und schlug sich nun als Schwefelkies an den AVänden 
vorhandener Hohlräume nieder. 

Was.ser enthält stets liisen in Lösung, da es keine Erdschicht 
gibt ohne Ki.sengchalt, So kommt es, daß oft am Boden von 
Seen oder Mooren Eisen lager entstehen können. So wurden 
am lk)den der karbonischen Becktm Tone mit eingeschwemmten 
PHanzen-, .selten Tierresten abgesetzt. Diese organischen Massen 
fibten eine solche .\nziehu ug.sk raf‘( auf die gclö.ste/i Ei.sen.s;il/c de.s 
den tonigen Schlamm durchdringenden \Vas.sers aus, daß sie sich 
niederschlug(*n, und .so am Boden d(>r Gcwä.s.ser Lagen eisen- 
haltigen 'J"ones sich häuften (Seeerz), welche oft auf weitere Er- 
.streckung die Geliirgs-schichten durchsetzen. Sie konnten aber 
auch wieder zerstört werden. Zu Zeiten trockneten die Gewä.sser 
aus. Die eisenhaltigen Tonpl.atten crhielttm zahlreiche Trocken- 
ri.sse. Die ursprünglich kantigen Stücke wurden von stärkeren 
Fluten aufgewühlt, abgerollt uml lagenwei.se in neugebildeten 
Schiefertotdjänken eingehüllt, wo .sie sich jetzt als Sphärosiderite 
('Fon- oder Spatci.seustein) finden. ln vielen Fällen ist die 
kugelige l'^orm der Spliäro.siderite eine ur.'^ju’üngliche, be.sondcr.s 
dann, wenn sich der Eisengehalt um einzelne Organismen innerhalb 
der Tonmasse gruppierte. Gelangen Erze so zum Ab.satz wie der 
Tüncisensteiii oder am Grunde cles Meeres oder in .Vufblättrungs- 
hohlräumen der gcschicliletcu Gc.steine, so entstehen Erzlager. 

Die Ent.stchung von Eisenerzlagern läßt sich jederzeit 
beobachten. .Jedem ist die rotbraun getarbte l’mgebung mancher 
(iueilen aufgefallen. Das der Erde eutströmemle Wasser ent- 
hält doppeltkohlen.saures Ei.sen in Lösung. An der Erdoberfläche ent- 
weicht die Kohlen.säure, und der Eisengehalt schlägt sicli unter dem 
hänfluß organischer Massen nieder als kohlen.saures Eisen (Bpatei.sen), 
wenn kein iSauerstoff dazutritt, als Brauneisen (Eisenhydroxid), wenn 
Sauerstoff hinzukommt. Soentstehen be.sonders von letzterem lockere 
oder krufitenförmige Ablagerungen, welche als Sumpf- oder Wie.sen- 

l’elz, Ooologio des Künigroiclis Sachseu. 10 



146 


üvz. an vielen Orten in geringen Tiefen und in den ver.schiedensten 
Zeittblgcn entstanden. In Sedimente eingoselilos.scn, ihrem Druck 
oder dem der sieh run/elnden oder faltenden 1‘lrdrinde, auch 
kontaktmetamorphen Einflüssen (ßerggielihühel, Schwarzenberg) 
ausgesetzt, konnten sie sich, so wie wir es an den begrabenen 
KohlenstoÜnuussen beobachteten, durcl» Abgabe von Wasser und 
SauerstofI' veialichteii zu lloteisen und dieses bei weiterem Fort- 
sch reiten des Prozesses zu Magnet eisen, so daß dieses die älteste 
Form darstellt. Magnetelscn mit dem größten Fisengehalt und 
dem geringsten Sauerstoffgehalt findet sieh vorwiegend in den 
älte.sten Gesteinen, in Sachsen bei Breitenlirunn und Berggieß- 
hübel, Boden und anderen Orten oft in Verbindung mit Kalk- 
stein, Granat und Hornblenden. Auch in jüngeren Formationen 
kann sich Magneteisen linden, wenn dieselben hohem Gebirgs- 
druck ausgesetzt waren. Durch die Atmosphärilien kann der 
Magneteisenstein zuriickverwaudelt wonlen in Hoteisensteiu und 
dieser in Brauneisenstein. So findet sicli bei Schwarzenberg ein 
Roteisenstein (Martit), der die Kristallfurm <les Magneteisens 
zeigt, also durch Zufuhr von Sauerstoff aus Magnetei.sen hervor- 
gegangen ist. Im Ural wird ein Magueteisenerzkörper abgebaut, 
der als Schliere in einem Porjihyr miftritt. 

Im A^ogtlaude gehen manche Diabaslager einseitig in 
Eisensteinlager über. Bei der Verwitterung wurde dem Ge- 
stein Eisen entzogen und in bestimmten Lagen angereichert. Bei 
Fo.sclienroda und anderen Orten des N’ogtlaudes wird ein Clia- 
mo.sit genannte.s Ei.senerz abgebaut. Da.ssclbe ist älinlieh wie der 
Thuringit ein grünlicher fSchiefer, der Ei.sencrze, besonders Magnet- 
eisenstein in Körnern (Oolithen) beigemengt enthält. 

Nur unter großen staatlichen und [»rivaten finanziellen Opfern 
hat sich der Silberbergbau bis jetzt fortfiihreu la.sseii. Im Jahre 
1913 werden aimh die letzten fi.skali.schon Erzgruben in Freiberg 
geschlo.s.scn werden. Trotz der hohen Vervollkommnung der Be- 
triebsmethoden gehört der ein.st so blühende Freiherger Bergbau 
infolge der Entwertung des Silbers .seit einer R((ihe von Jahren 
nicht mehr zu den Gewinn bringenden liulustrien, obgleich die 
Produktion an Erz und da.s Ausbringen an Silber und Blei noch 
immer .sehr beträchtlich sind, und die Betriebe madi eine große 
Anzahl Men.schen be.schäftigen. 

Heck, Lehre von den Lrzluijcrslättcn. 1903. 

V. Cottu, tiunptudicn. — 1862. 

•Müller, Die Erzgiliige de.s Animberger Hergrevier.s. 1894. 

Die Krzgäiige iles Freiherger Hergrcviers. 1901. 

Uber die Frzliigerstätten in der rmgegend von Berggießhübel. 1890. 
— l)erKr/.<listxikt vonSchnccbergiin Erzgebirge. (’ottasOnngstiidienlll. 1860. 
Schurtz, Der Seifen bergbau iin Erzgebirge und die Walensagen. 1890. 



Erklärung 

geologischer f'acliJiiisdrücke und Bezeiclimmgeii. 


Abrasioji: Die Abtragung und Einebnung eines Festlandgebietes durch 
die vorrückende ilceresbrandung. 

Achat: Stücke von Chulcedon (s. d.) mit lagenweis wechselnder lebhafterer 
Färbung. 

Äquivalent: (Ueichaltrige Schichten. 

Alaun lalumen): Kalialaun. Dopjielsalz von schwefelsaurem Kali und 
schwefelsaurer Tonerde, seltener mit .\mmoniak oder Natron, 
launschiefer < Vitriidschiefen: kohlenstoffreichcr, von Schwefelkies 
durchdrungener Tonschiefer, in dem infolge teilweiser Verwitterung 
.Uaun und Ei.senvifrio? cntsta/idcn. 

-\lluvium: Die Ablagerungen der (.legenwart. 

Amethyst (amethystos — Trunkenheit verhütondj: durch ^Mangau- oder 
Eisenverbimlung veilchen- oder pfluumenblau, nelkeidu'aun, perlgrau 
oder grünliehweiß gefärbter (iiiarz. 

Analcim lanalkis = kraftlos,' weil das Mineral beim Reiben nur 
schwach elektri.sch wird); eine Natrium- Aluminium- Kieselsäure- 
verbindung. 

Andalusit (nach ,\ndalusien): Tonenle mit Kieselsäure. 

.Anthrazit (Kohlenblendc: anthrax = Kohlcl: dichteste, kohlen.stoff- 
rcichslo Ktdde metalli.sehen Dlanzes. 

.Aj>atit lapatan — täuschcnl, weil das Mineral früher mit Turmalin und 
Beryll verwechselt wurde): pho.sphorsaurer Kalk mit Chlorcalcium 
und Fbiorcalcium. 

Aragonit (fiach \ragonien): chemiseh übereinstimmemi mit Kalkspat, 
aber rhombisch kri.stallisierend. 

.Arkose: Feldspathaltiger Sandstein. 

Asbest pisbe.stos = unverbrci\nlich): Hornblemlemincral. 

■Augil (schwarzer): Tonerde, Calcium, Alagnesium, Kieselsäure, Eisen- 
oxydul. 

Axinit (.Axin -- dunkelgolbe.s, butterähnliches Fett der mexikanischen 
Indianer): ^lineral aus der (Jranitgruppe, bestehend aus Calcium, 
Eisen, Mangan, Magnesium. .Muininium, Ihir, Kieselsäure. 

Biotit (nach dem Franzosen Bi(d): Magnesiagliniiner. 

Bitumen: Erdfil, Bergteer, Asphalt. 

Bituminöse Schiefer: A'oii Bitumen rlurchzogcne iSchicfer. 

Itoniben: Die bei vulkanischen Eruptionen mit emporgerissenen größeren 
Teile des Magma.s oder der durchschossenen ttestcinsdecken. 

Brandschiofer: S. bituminöse Schiefer. 

Broe.cio: Verkittete scharfkantige Gesteiustrümmer. 

Bronzit: Mineral au.s der Augitreihe. 


10 ^ 



148 


Bruchlinien; Spalten, an denen sich die Schollen der Erdrinde ver- 
schoben haben. 

Chalcedon {Kalchedon = Stadt ini alten Hithynien): Feinstrahliger 
Quarz. 

Chiastolitb (zu einem Kreuz verwachsener Stein): Audalusit, dessen 
Krystallc kreuzninnig gestellt sind. 

Chlorit (nach der grünlichen Farlie): Kieselsäure, Eisenoxydul, Mag- 
nesium, Tonerde. Wasser. 

Concordant; Parallel mit benachbarten Schichten liegend (die obere 
deckt die untere). 

Cyanit (Cyane = Kornblume): blaugefärbtes Mineral aus kieselsaurer 
Tonerde. 

Deflation: .\btragung verwitterten (icsteinsmaterials durch den Wind. 

Denudation: Abtragung von Gestein8.schichten durch fließendes Wasser 
( Erosion i, Brandung (Abrasion), gleitendes Eis lExeration) und Wind 
(Deflation). 

Diallag: Augitartiges Mineral aus Kalk, Magnesia, Eisen- und Mangan- 
oxydul, Tonerde, Kie.selsäure. 

Diluvium: Ablagerungen iler Eiszeit. 

Diskordant: Niclitparallel mit den benachbarten Schichten liegend (die 
obere greift dabei über die untere hinaus). 

Dislokation: (iegenseitige Versebiebung von Erdrindenteilen. 

Diorit: Kristalliniscb-kürniges Tiefengestein aus Feldspat und Horn- 
blende, untergeordnet Augit, Cilimmer und Quarz. 

Druse: Bekleidung einer Fläche mit Kiästallen. 

Entglasung: Die Ausscheidung von Kristallen aus einem Glusfluli oder 
die Umwandlung eine.s Gcsteiiisglases in ein kri.stallinisehes Gestein 
durch die V'^crwltterung. 

Ergußgesteine: An der Erdoherfläche erstaiTte Eruptivgesteine. 

Erosion: (erodieren — ausnagenl: die abtragende und talbildendc Tätig- 
keit des tließemlen Wassers. 

Eruptiv; .\iis tieiu l'irdinmrrn htTVorgcquollen. 

Fazie.s: Itit* uutcrscheidcndeu Merkmale gleichzeitig gebildeter Gesteine. 

Fahlerz: Besteht au.s »Silber, Eiscji, Zink, auch Quecksilber, Antimon 
oder Arsen in Verbindung mit »Schwefel. »Silbergehalt bis 17®/„. 

Fallen; Der Winkel, den die Oberfläehe einer Gesteinsschicht mit der 
Horizontaler! bildet. 

Feldspat: Kiescl.säure- und Tonerdeverbindungen mit Kali, Natron oder 
Kalk von verschiedenen Farben. Die Spaltflächen mit lebhaftem 
Glanz. 

Fels: Die Häufung eines gesteinsliildenden Minerals zu strukturlosen 
Massen. 

Feuerstein; Großenteils von Organismen berrührende, in unregelmäßigen 
Knollen, meist innerhalb der weißen Schrcibkreide ausgeschiedene 
Kiesel.siiure. 

Flaserig: Aufbau eines Ge.stei ns aus lin.senfönnigen Mineralgruppen, um 
welche sich amlere Mineralien (Glimmer, Hornblende) in dünnen 
Lagen legen. 

Flasergabbro: Ein durch Gebirgsdruck lia.serig gewordenes, ursprüng- 
lich kristullinisch-kurniges Gestein (Gabbro) aus Diallag und 
Labrador. 

Flötz: Bergmännischer Ausdruck für Kohlen- und Erzschichten. 

Flußspat: Fluorit und Fluorcalcium; kristallisiert in Würfeln oder 
Oktaedern von den verschiedensten F'arben. 



149 


Flußtrübe: (jehalt eines fließenden (lewässers an schlammigen und 
sandigen Restandteilen. 

Fossilien (= ausgegraben): Reste von Pflanzen und Tieren verflossener 
Erdperioden, 

Frittung: Teilweise .Sebnielzung eines Gesteins, z. B. durch ausgeflossene 
Laven. 

Fruchtschiefer: Ein Tonschiefer mit kleinen Getreidekorn ähnlichen 
Kri.stallen meist von Andalusit. 

Gang: Eine mit Mineralien ausgefüllte Spalte. 

Gangzug: Ein System mei.st paralleler Spalten und deren Ausfüllungs- 
massen. 

(J ebi rgsbi 1 düng: Die Entstehung von Bergen und Gebirgen infolge 
Senkung, Hebung, Bruch und Faltung der Erdrinde. 

Geologie: l>ie Wissenschaft vom Bau und der Entstehung der Erdrinde. 

Geschiebe: Dureb Wasser oder Eis transportierte Steine. 

Glacial: Durch Eis oder während der Eiszeit ent.standen. 

G laserz = Silberglauz, besteht aus Silber (bis87°/o) und Schwefel, meist 
blci-, kupfer-, eisenhaltig. 

Glaukonit = Grünerde. Kleine, runde Körner von grünlichschwarzer 
Farbe in Ton, Mergel, Sandstein aus Kieselsäure, Tonerde, Wasser, 
Ei.senoxydnl und Kali. 

Glimmer: Verbindungen von Kieselsäure und Tonerde mit Kali (Musko- 
vit), Natron, Litbion oder mit lilagnesia (Biotit) und Eisen. 

Graben: Eingcscnkler Streifen der Erdrinde. 

(rrand; rJrober Sand. 

Grun(lgcl)irge: Die ältesten Gesteine einer Gegend. 

tirus: I)iirch Verwitterung zerfallene Gesteine. 

Handstück: Ein nach einem bestimmten Format für t^ammlungszwecke 
geschlagenes Ge.steins.stück. 

Hangendes: Die Schichten, welche über einem Flötz liegen; in einem 
gefalteten Gebiet aber auch neben oder unter demselben liegen 
können. 

Hanyn (nach K. Hauy, rUineralog): Kieselsäure, Tonerde, Natron, 
Calcinmoxyd; tritt in verschiedenen F.arben auf. 

Hercynit: Grünliches, dem Spinell ähnliche.s Mineral. 

Horizont: Eine durch leitende Versteinerungen bestimmte Schichten- 
grnjipe. 

Hornblende: Verbindung von Kieselsäure mit Magnesia, Kalk oder 
Ei.scn, Tonerde vorhanden oder fehlem!; meist dunkelgrüne Farbe. 

H ornblcndeschiefer: Dunkelgrüne Schiefer aus Hornblende und 

Feldspat. 

I n terg 1 a ci al : Zwischeneiszeitlich. So bezeichnet werden die Ablagerungen 
zwischen je zwei Eiszeiten. 

Intrusivc Gesteine: Tnnerhall) der Erdrinde erstarrte, also plutonische 
tTCsteine. 

Kalk: Kohlensäure Kalkerde. 

Kalksinter; .\bsatz von kohlensaurem Kalk aus Quellen. 

Kies: .Anhäufungen von im fließenden Wasser transportierten, darum 
mei.st gerundeten Steinen. 

Klastisch: Aus Gosteinstrunmiern zu.sammengesctzt. 

Knollen stein: Lo.se Blöcke eines kieseligen Sandsteins mit fpiarzigem 
Bindemittel. Hauptverbreitung in der Braunkohlenformation. 

Koprolithen: Fossile Kotballen von Fischen und Sauriern. 



150 


Korallenriff; Auddcn KalkgerÜKten von Korallonpolypcn aiifgebaute, aK 
Inseln vom MeeresgruncI aufsteigemle Kalkfelsen ohne Schichtung. 

Kristallinisches (lestein; Ein Uestein, das aus ^lineralkristallen 7.11- 
sainmengesetzt ist. 

Labrador: Hin Kalknatronfcldspai mit schönem blauen (llanz auf den 
SpaUflilchcn. 

Lapilli: Khdnc Lava- oder (jcsleinsstücke, die bei vulkanischen Krup- 
tioncn aus dem Krater omporge.schleudert wurden. 

Lehm: Ton mit sandigen Beimischungen. 

I.ei t f ossi 1 i en: Überreste von Pflanzen und Tieren, die in bestimmten 
Erdrindenschichten auftreten und darum deren geologische Alters- 
bestimmung ermögl i chen . 

Lesestein: .\n der Enloberfläche aufgelesene Bruch.stückc nicht an- 
stehenden (.»esteins. 

Letten: Besonders undnreh lässige, .sich stark fettig anfüh lende, meist ge- 
schichtete Tone. 

Liegendes: Die Schichten unter einem Flöt/,, die aber durch Faltung 
auch neben oder über da.sselbe gelangt sein können. 

Lößkindel: Kalkige Knollen von verschiedener (restult, die durch Kon- 
zentration des Kalkgehaltcs im Löß entstehen. 

■ ächtigkeit: Die .senkrecht zu den Salbändern gemessene Dicke eines 
Flötzes, eines (Janges, einer Gcatein.Hschicht, einer Formation. 

-Magma: Die glutllüssigcn Massen des Erdinnern. 

Marmor: Kri.stullinischer Kalkstein. 

Mergel: Kalkreicher Ton. 

Miokän: Der dritte Abschnitt der Tertiärperioile mit einer mittleren Zahl 
jetzt lebender Tiere. 

Mu.scovit: S. Olimmerl 

Mebengesf ei n : Das die Ränder eines Erz- oder Eruptionsganges bildende 
Gestein. 

Ocker kalk: Ein blauer, obersil urischer Kalkstein, meist mit Versteine- 
rungen, der durch Verwitterung eine rostgelbe Farbe erhält. 

Oligociin: Der zweite Tertiärahschnitt mit wenig jetzt lebenden Tier- 
arten. 

Olivin: Ein meist olivengrünes Mineral aus Kieselsäure, Magnesium und 
Rhscnoxydul. Muttermineral vieler Serpentine. 

Opal: Nicht krislallisierle, wasserhaltige Kieselsäure. 

Ottrelith: Ein glimmerartiges Mineral aus Kieselsäure, Tonerde, Eisen 
und Wasser. 

Paläontologie; Die Wissenschaft, die sich mit den Versteinerungen 
befaßt. 

Pho.sphorit: Ein kalkerdehaltiges .Phosphat, das in Knollen in vielen 
Formationen auf tritt. 

Plutonische Gesteine: Innerhalb der Erdrinde erstarrte Lavamassen. 

Pyro.xen ((irnner .\ugit): Silikat von Magnesia, Kalk, Plisen, Mangan 
oder Natron, 

Rotgiltigerz: Silbererz aus Silber, Arsen undSchwefel. Arsensilberblendc. 

Salband: Die Berührungsfläche zwischen Gangkörper und Nebengestein. 

Sandgebläse: Die schleifende Wirkung sandführenden Windes an l)e- 
rührten Gesteinen. 

Sattel; Der obere Teil einer Gebirg.sfalte. 



151 


SchiiLstein: Diiilmstul't. 

Hchichtung: Ablugerung von im Wasser gebilfleten (losteinoii in paral- 
lelen, ursprünglicli horizontalen Lagen. 

Schichlcnko])!': Die obersten Teile aufgerichteter (Testeinsschichten. 

Schieferung: Spaltbarkeit eines Gesteins in parallele Platten. 

Schotter: Anhilufungen von (te.steins.stücken durch P’lußläufe. 

Schwebend: Wagerechte Lagerung einer (rc.steinsina.sse. 

Schwerspat: Schwetelsaurc.s Bariunioxyd. 

Serizit: Fettig-glänzende grüne IJlättchen von Kaliglimmer. 

Silberglanz: S. Glaserz. 

S()altc; lOin Kiß in der Krdritnlp, der gewöhnlich mit vulkanischem Ma- 
terial oder mit Absätzen aus MinerallöBiingen erfüllt ist. 

Spateisenstoin: Kohlen.'^aures Ki.Hcn. 

Sphilrosiderit: Zu kugeligen Ma.*^Äcn konzentrierter Spaloisonstein. 

Sprudelstein: Durch (.Jucllen abgc.setzter Aragonit von Karlsbad. 

Sprunglinhe: Das Malt iler gegen. sei ti gen Verschiebung benachbarter 
Erdrindenteile. 

Stalagmiten: .Aufwärtsstehendc Zajifen von Tropfstein (Kalksinter). 

Stalaktiten: Abwärtsbängende Zapfen von Tropfstein. 

Starstein: Eine deulseho Hezeichnung für Psaronius. iS. 72.) 

Steinkern: Die Ausfüllung der inneren Höhlungen der fossilen Tiere 
und räanzon. 

Steinsalz: Chlonuurium. 

Steppenklima: Kontinentales, an Niederschlägen armes Klima mit 
häufigen Stürmen, heißem Sommer und strengem Winter. 

Streichen: Die Richtung, in welcher sich eine Ge.steinssehielit , ihre 
Schitditenküj»fe oder ein Gebirg.szug horizontal verfolgen lassen. 

Strudel loch: Mit Hilfe von Saud und Steinen durch das Wasser in 
Gesteinsblöckc oder anstehende FeI.sen gehohrto Löcher. 

Tektonik: Der geologische Aufbau der Erdrinde. 

Tektonisch: Den Aufbau <ler Erdrinde betreffend. 

Teufe: Hergmänniseher Ausdruck für Tiefe. 

Teufen: Einen Selnioht bis auf die abziibauonden Schichten niederbringen. 

Thuringit: Dunkles, mei.Ht rot oder braun verwittertes Eisenerz aus Ton- 
erde, Eisen. Kieselsäure mit 30"/„ Eisen. 

Titaneisenerz (Titanit): Titanoxyd mit Eisenoxyd. 

'rransgreHsion; Lagen Veränderung <les Meeresspiegels (Überflutung des 
festen Landes) in gröÜttMti Umfang, wodurch gründliohe- (Imgc- 
stullungeu in der Verteilung von Land und Meer bewirkt werden. 

Tropfstein: Miueralieu, welche sich als Absatz aus herabtropfenden 
I'lüs.sigkeitcn gebildet haben. 

Trum (Trümer): Rergm.äiinische Pezeichnung für mit Gangnuiterial aus- 
gefüllto Nebcusjialten größerer .Ausdehnung einer Hauptspalte. 

'Puff: Geschichtete oder iingertchichtete Gesteine, die aus verkitteter 
vulkanischer Asche bestehen. 

Turmalin: Ein Mineral von komplizierter Zusammensetzung, welches 
enthält Kieselsäure, Kalium, Natrium, Tdthium, Wasserstofl’, Magne- 
sium, Ei.sen, Mangan, Oaleium, Aluminium, Bor und Fluor. 

Variscit (nach dem Wohnsitz der Varisker in der Gegend von Hof): 
Grüner Türkis. Wjisserhaltige phosphorsaure Tonerde mit etwas 
Eisen und Kupfer, letzteres als färbendes Prinzip, 

Verkieselung: Erhaltung von fossilen Tier- und Pflanzenresten durch 
Kieselsäure. 



152 


Verwerfung: Eine Spalte, länga der Erdrindenschollen verschoben 

worden sind. 

Verwitterung: Die zereetzende und lockernde Einwirkung der mctcreo- 
logiachen und HtniosphäriHchen Kräfte und der Orgunismc}i auf die 
Gesteine der Krdrimlc {mechanische und chemische Verwitterung). 

Vesuvian i^nach dem Vorkoimnen am Vesuv): Mineral aus Kieselsäure, 
Calcium, Magnesium, Tonerde, Eisen, Wasser. 

Vulkan: Eine Stelle der Erdrinde, wo auf einer Spalte oder aus einer 
Explosionaröhrc Laven und Aschen aus einem darunter liegenden 
Magmaherd ausge.stoßen werden. 

Vulkanische Gesteine: Teile des Magmas, die auf 8{)alten oder an 
der Erdoberfläche erstarrten. 

Wavellit: Mineral in niei.st kugelig sternförmig gruppierten, grünen oder 
farblosen Kri.stallen aus wa.sserhaltiger, phosphorsaurer Tonerde. 

Wechsellagerung: Eine Folge verschiedenartiger, übereiminder ge- 
schichteter Gesteine. 

Zeolith: Wasserhaltige Kieselsäureverbindungen von Aluminium mit 
einem leicliteu Metall. »Sic sind meist Ilmsetzungsprodukte der 
Feldspate und feldspatiihulichcn ^lineralien. 

Zwischenmi ttel: Dünne oder stärkere Zwischenschiehten von Echiefer- 
ton, Sandstein oder Konglomeraten innerhalb der Kohlonflötze. 

Zwilling: Verwachsung zweier Kri.stallindividuen nach hestimmtem Gesetz. 

Zwitter: Zinnsteinhaltiger Grei.sen. 


Sächsisclie ;y^e()lo;^’sclie Sainniliiiigeii. 

Chemnitz: Naturwissen.sch. SHinmlung der Stadt Chemnitz, .Annabergcr 
Straße *25. An Sonn- und Feiertagen unentgeltlich geöffnet 10 — 1 Uhr. 

Dresden: Mincral.-gcolog. iMuseum im Zwinger. Sommer und ^Vintel• 
unentgeltlich geöffnet: Montag, Dienstag, Donnerstag und Fndiag 9—1, 
Mittwoch 2—4, Sonntag 11 1 Uhr. Gedruckter Führer .50 M. 

Frei h erg; Mineralogisches Mu.seum in der Kgl. Sachs. Hergakademic. 
Geöffnet an den Wochentagen 2 -4 Uhr. Eintritt 1.50 M. bis für 
6 Pereonen. 

Leipzig: Sammlung der Kgl. Sachs, gcolog. Landesuntersuchung, Tal- 
straßc 85. Im Sommer unentgeltlich geöffnet Sonntag ‘/jll — Uhr. 

— Mineral. -geolog.-pnläoutol. Lehrsammlung der Universität, Tal.straße 35. 
Im Sommer ünentgeltlich geöffnet Sonnabend 11 — I Uhr. 

Zwickau; Ernst Julius Richter-Sammlung im kleinen Brauhaus, Ecke 
Markt und Dresdner Str. Unentgeltlich geöffnet an Sonntagen 
V2II— 1/3I Uhr. 


Finnen, welche .sächsische Mineralien, Gesteine und Versteinerungen 
verkaufen: 

Mineralien -Nieder läge der Kgl. Säch.s. Bergakademie zu Freiberg. 
A. Müller, Fröbelhaus, Dresden. 

K. Droop, Sächsi.sche Miueralien-Niederlage, Dresden-Plauen. 

R. Zeumer, Drc.sden-A., Schloßstraße 84. 

R. Zimmer mann, Rochlitz, Rochlitzer Berg. 




ü'f _ 


Geologische Karte 

Königreichs Sachsen 

Zeichen-Erklärung^ 


Gneis Olicnersch. FhylÜt Granulit Flasenjabbro Serpentin 


Umbrigik Silur ])e\/on. (arboa RoMqd. Sechstem Eunhdsl. Kreide 


Tertiär Syenit Porphyr Porphyr Basalt PhonolitK- GcV(h“ieb*e Diluvium 



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w-~ r f— 




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' i ll-'v 









Orts- und Sachregister. 


Achatgruben 81. 
Actinocamax 96. 

— plenus 97. 

Ahorn 92. 118. 

Alaun 25. 
.UainiHchiefer 25. 
Alethopteris sp. 49. 

— lonchitica 61. 
.Ugcn 89. 92. 
.41genkalk 89. 
Alloiopleris erosa 44. 
.Alluvium 8. 130. 
Altenbach 104. 
Altenberg 5. 9. 82. 
Altendorf 75. 78. 
.Altmannsgrün 25. 
.Vlveolitc.s auborbicu- 

laris 30. 

Amblj’pterus ap. 76. 
Aineisenberg 66. 
.Aimnoniten 25. 32. 94. 
98. 

.\nulcim 119. 

.Anas ba.saltica 118. 
Andalusit 17. 65. 
.Amlalusitglimmerfels 

65. 

Andaluaitgueis 66. 
.Andalusitgrauulit 19. 
.Annalierg 114. 143. 
.Annularia 48. 69. 

— sphenophylloides 

54. 

stellata 55. 
Authracotherium 118. 
Anthrazit 7. 121. 
.Antilope 127. 

Apatit 64. 119. 

.Aphanit .35. 
Aphleboide Bildungen 
48. 


.Aporrhais speciosa 107. 
Araukariten 70. 75. 

I .Araucarioxylon 74. 

I Archegosaunus Decheni 

i '71- 

! Armfüßer 28. 89. 97. 

‘ .Armorikanische.a (ie- 
[ birge 42. 

I Arscnkics 143. 

Artisia 49. 

.A.sch 5. 

Asohbach 6. 37. 
A.'Jterocala' ites .scrohi- 
i. .latus 38. 
.Asterophyllitc.s 69. 

— longifolius 61. 

— rigidu.s 54 . 1 

.Atrypa reticularis 28. | 

29. 

.Aucella Mausiiiamii 85. ‘ 
Aue 5. 9. 

.Auerbach 5. I 

.Auerochs 128. | 

Auersberg 66. i 

.Augengran ulit 8. 

.Aulchm 4. 54. 
.Augustu.sburg 4. 76. 82. j 
Austern 89. 

Axinit 66. 

Banderton 25. 

Bankung 56. 

I Bären 128. 

Bären.stein 10. 13. 106. 
115. 129. 

Bärlappgewächse 46. 
Ibrsalt 9. 10. 114. 118 f. 
Basalttuff 108. 114. 
Berbersdorf 9. 
Bertrgicßhübel 5. 9. 114. 
146. 


Bergkristall 64. 
Berthelsdorf bei Haini- 
chen 39. 110. 
— , Bergbau 41 . 
Betula Jiana 129. 
Beucha 64. 

Biber 128. 131. 

Bilin 109. 

Binnenseen 86. 
Biotitgneis 14, 17. 66. 
Biotitgranit 64. 

Birke 121. 
Bischofswerda 125. 
Blasonräume 119. 
Blattinen 76. 
Bleierzformation, edle 
u. kiesige 143. 
Bleiglanz 143. 

Blende 143. 

Blocklehm 129. 
Bobemu'.ukirchen 21. 
Bobritzsch 9. 

Bockau 5. 

Bockendorf 6. 24. 
Boden 146. 

Böhmi.sches Mittelge- 
birge 10. 114. 
Böhrigen 9. 19. 
Bolmmischeln 89. 
Bösonbrunn 27. 
Bomben 77. 118. 

Borna 103. 

Bonschen 10. 

Brandiach 5. 

Bra n chi ctsa u r i u s a m b 1 y - 
stomu.s 69 f. 
Brandau 7. 10. 121. 
Brandis 10. 64. 104. 
125. 

Brandschiefer 75. 
Brauneisenstein 118. 



154 


Braunkohle 102. 118. ' 
121 . , 
llraunailorf 112. | 

Breitenbrunii | 

Brongniarri-l’läner 99. j 

— fchin<lstein 99. 117. 
Brongitserpentin 20. 
Brüx 114. 

Brj'ozoen 87. 89. 
Biiehheitn 74. 

Bunte Letten 85. 
Buntkupfererz 
Bunt.sancLtein 2. 7. 85 f. 
BurgstkUt 9. 64. 

Calamites 69. 

— approxiniatu.'^ 48 

— cannaeforini.*? 48. 

— cruciHtu» 48. 

— Suekowi 48. 55. 

(,'alliptcri.s praelungala 
69. 

Oardiooarpu.s 49. 
CardiojJteris frondtjsa 
38. 

Caulojtteri.s 45. 

— cf. macrodiscus 46. 
Cenoman 8. 95. 
Chalcedon 81. 

Chamosit 146. 

Chemnitz 3. 8. 22. 37, 

112 . 

Chia-stolith 65. 
Chiastolithscdiiefer 65. 
(•idari.s t>origneti 96. 

— veaiculoaa 96. 
Clymenien 25. 31. 
Clyinenia fiexuo.sa 31. 
Coldite 6, 8. 

Collmberg 6. 25. 

Coli men 125. 

Corax beterodon 96. 
(’ordaianthus 49. 
Cordaitcn 49. 56. 61. 74. 
Cordieritfebi 13. 
Cordieritächiefer 65. 
Coschütz 95. 

Cotta 115. 

Cottaer Spitzberg 10. 
(/'reduoria triacuminata 
91. 

Crcdnerien 92. 
Crinimitschau 
Crinoidenstiele 2. 8. 37. 
Crotenlaide 86. 


C 1 1 prossi 1 1 o.vy Ion 1’ ro to- 
larLx 104.121. 
Cuvieri-l’hlncr 100. 117. 
t-yaiiitgranulit 19. 
Cvathoerimi» pinnatus 
28. 

Cyatlu»i)hyl 1 um 30. 
Cvi)ridina «errat<i- stri- 
ata 33. 

Cypergras US. 

Cyprina roduntata 107. 

Deekenerguß 120. 
Deltabildung 92. 

Devon 2. 

Diabas 8. 9. 21. 22.34 £. 
Diabasmandelslein 35. 
Diaba.sporphyr 36. 
Diabjustiiff 21. 35. 
Diatomeen 90. 118. 
Dick.soniites I’luckeneti 
44. 46. 
Diluvium 122 f. 
Diluvialkies 124 f. 
Diluvialsand 124f. 
Diplograptus palmeus 
24. 

Dobritz 78. 

Dübeln 5. 14. 17. 19. 

I Düben b. Grimma 119. 
I Dogger 3. 

' Dohna 10. 

Dolomit 15. 84. 
Dtmnerkeil 97. 

1 torfstadt 65. 
Dreikanter 138. 

Dresden 8. 

Dresdner Heide 138 f. 
Druse 142. 

Duppauer Gebirge 10. 
114. 

Dyas 2. 

Ebenheiten 136. 
Ebersdorf 89. 78. 
Edelhirsch 128. 
Ehrenfrieder.sdorf 144. 
Eibenstock 9. 
Eibenstocker (yranit 66. 
Eiche 92. 118. 

Eisen hager 145. 
Eisfuchs 127. 

Ei.szeit 122f. 

Elbe 87. 185 f. 
Elbsandsteingebirge 4. 


: Elenn 128. 
j El,sd(»rf 9. 14. 18. 

I Ehstcr 5. 

! Elsterberg 6. 8. 

, Kistergebirge 4. 

' Stert al 24. 

' Eric 118. 

' Erratische Blücke 123. 
Erslarrungskruste 11. 
12 . 

Eruptivge.stein 8. 62. 
Erzgang 139. 142 f. 
Erzganghildung 140 f. 

1 Erzgebirge 5. 42. 
Erzgel )irg. Becken 3. 

10, 20. 25. 42. 
Erzlagta- 139. 
E.ssigbaum 118. 
Estheria uiinuta 86. 
Etohlattina lanceolata 
43. 

E.vogyracolumba92.93. 
Fahlerz 143, 

I Falkenauer Becken 1 14. 
I F’arne 43. 44. 92. 

' Favositos ccllcporata 

I 28. 

— polyuiorpha 30. 

1 Fazettengeröll 135. 

! Feigenbaum 92. 118. 
Feldspatphyllit 15. 
Feuerstein 125 f. 
Fichtelbcr^ 5. 14. 
Fichtelgebirge 22. 
Findlinge 123, 
Flasergabbro 17. 18. 19. 
Flüha 5. 76. 

Flühaer Becken 7. 
Flützkarte v. Zwickau 
57. 

Flußschotter 126 f. 
Flußspat 67. 
Foraminiferen 27. 97. 
Foschenroda 146. 
Frankenherg 6. 112. 
Frankenh. Zwischen- 
geb. 4. 49. 74. 
Frauenstein 10. 82. 
Pbaureuth 32. 

Freiberg 4. 8.91.92. 114. 
142f. 

F'rohburg 3. 7. 86. 
Fruchtähren 48, 
Fruchtschiefer 17. 65. 



155 


Kusulina 6. 

Kusus inultisulcatus 
107. 

Gabl.ru 8. 9. 18. 20. 
Gablenz b. üb. 78. 
Oajjar 121. 

( JamiffhfigeJ 94 £. 
(.!arben^cllic>fer 17. 66. 
(»arnsdorf 19. 64. 
(Tattendorf 31. 

( iehängelclun 126. 
(Tfitbain 7. 

(leising 10. 

(»folog. t)rgcJu 84. 
(toriiigswalde 9. 
(b*rsdurf 74. 
(JcKchiobclehin 124 f. 
(k‘yt-r 64. 

.Stockwerk 
Glasbasalt 119. 
tllaserz 143, 

( Ila.«bütte 10. 

Gbnichau 6. 17. 
Glet.scber 123f. 
(■iliinmergranulit 19. 
(Tliniiucrphyllit 15. 
Gliiurnerscliiefcr 5. 12. 

13. 14. 42. 65, 
107. 

( Uimmertrapp 13. 
Glubigcrineii 90 f, 
Glu.sa 9. 

(ilyptostrobus euro- 
l.aeu.s 105. 

(kieis 4. 8. 12. 13. 14, 
42. 107. 
Augeuguei.s 13. 

• kirdicritgn. 13. 17. 
Dichter Gii. 13. 
Flasergn, 13. 
Grauatgii. 13. 17. 
Granitgii. 14. 
Gruphitgn. 13. 17. 
Hornblcndegu. 13. 
Kieseugii. 13. 
Schicfergu. 13. 
."^erizitgTi. 14. 

( Tiieisglini merschiefer 

14. 

GOhreii 113. 

GOrlitz 3. 

GOßnitz 7. 8. 

G<ddcne Höhe 93. 
Gombsen 80. 


Goniatiten 24. 30. 31. 
Goniatites intumescens 
30. 

— retrorsus 30. 
Goßberg 6. 37. 
Gotte.sgali 5. 8. 10. 
129. 

Gottleuba 4. 63. 98. 
Graben Versenkung 117. 
Granatgestein 19. 
Grauatsorj)eriLin 20. 
Granit 9. 61 f. 
Granitkouglomeral 89. 
' Granit]>ori)hyr 64. 
Granitstock 63. 
Granopliyr 63. 

Granulit 9. 42. 

— , körnig 18. 

I — , plattig 18. 

Granulitgebirge 8. 

I Grapliit 65. 
Graptolilhen 24. 
Graslitz 5. 107. 140. 
Grauwacke 6- 22. 23. 
Greifc'iulorf 20. 
Groifeiislein 64. 6.5. 144. 
GrciLSon 67. 145. 
j tJrinmui 8. 82. 102. 

, Groitzsch 23. 
Groß-Ootia 97. 
Großenhain 4. 25. 
Großrilckorswalde 18. 
j Grüna 74. 

, Grünerde 93. 

[ Grünhain 5. 

Güinhelit 23. 

Haarstern 25. 
HaifischzJlhnc 96. 97. 
Hainichen 3. 7. 37. 
Halensec^ h. Berlin 129. 
Halsbrücke 143. 
Haiuiten 25. 
Hartenstein 106. 

Hartha 5. 9. 
Hartnumn.sdorf 13. 19. 
Haßherg 115. 
Hanyid)asalt 119. 
Hoidcsand 188. 

Heli.x hispida 128. 
Hercynitgranulit 19. 
Herrenheide 9. 
Hilbersdoi'f 74. 
Hochwald 10, 118. 

Hof 5. 


Hohenstein - Krnstthal 
5. 9. 17. 111. 
Hoher »Stein 97. 

I Höhlenbär 128. 

I Höhlunhildnng 136. 

Ilöhleiilöwe 128. 

I Hohustoin 8. 

* Höllmiihlo h, I’ciiig 9. 
17. 19. 
Hornblende 64. 
Hornhlendegestein 8. 

17. 18. 20. 
Hornkohle 50. 
Hornstein 75. 

Hnndorf i«. Teplitz 101. 
Hyäne 128. 

Ilfeld 68. 

Iltis 127. 

Inlandeis 124f. 
rnooeramn.s Brongniarti 
99. 

— Cuvieri 100. 

— lahiatn.s 98. 

I — striatns 94. 

Insekten 44. 

' .loachimsthal 4. 113. 
Joh.anngeorgcn.stadt 5. 
.Jolmsdorf 120. 
Irrhlöcke 123. 

.iura 3. 44. 86. 94. 

Käfer 44. 

Kahlehusch b. Dohna 
97. 

Kain.sdorf h. Zw. 10. 
Kalanmrien 69. 
Kahimit 43. 75. 
Kalkknoten.schiefer 80, 
Kalklager 15. 22. 27. 
Kulkincrgel 89. 
KalksamI 88. 

Kalkspat 15. 23. 
Kalkstein 70. 91. 
Kambrium 2. 20. 66. 
Kamenz 3. 

Kaolinisierung 72. 81. 
Kaolinlagcr 82. 

Karbon 2. 
Karbonporphyr 61. 
Karlsbad 9. 

Karlsbader Gebirge 107. 
114. 

Karlsfchl 8. 
Katzenstein 12. 



156 


Keilberj; 5. 

Keil bl litt 43. 
Keratoiibyr 35. 

Keuper 2. 

Kies lOn. 

Kioselsäuresulze 140. 
KieHclKchiefer 25. 

Kiesel algeii 90. 
Kipsdorf 5. 

Kirohberg 1>. Zw. 5. 
Kirchberger Granit 66. 
Kirchenbirk 107. 
Klein-Cotta 97. 
Klingentbal 5. 

Klippen 89. 

Klostcrgrab 4. 
Klotzsche 4. 

Knoten kalk 31. 
Knotenschiefer 17. 36. 
66 . 

Kobalt 

Kohlenbergbau 39. 
Kohlensäuresalzc 140. 
Koblenkalkmeer 36f. 
KohlensHudsteiTi 61. 
Kohren 6. 7. 80. 
Kohniit 80. 

Koltzschen 32. 
Kommotau 4. 
Konglomerat 37. 49. 
73. 

Koniferen 70. 74. 92. 
König.‘!tein 8. 
Königswald i. 1-mIauer 
'l'al 98. 

Kontakthof 68. 
Kontinentalschlainin 
881 

Koprolithen 97. 
Kopffüüer 25. 

Korallen 28. 89. 
Korallenriffe 30. 

Krebse 44. 

Kreide 3. 8. 

Kreischa 10. 1141 
Krenzberg 30. 
Kristalltuff 78. 

K ri .Htal 1 i n i.scli e 8ch i ef er 

12 . 

Kretttendorf 14. 
Küchwald b.. Ch. 82, 
Kühlierg b. Bärenstein 
13. 

Kuhschnappel 9. 20. 
Kulm 6. 9. 36. 


Kulmdacb.seliiefer 6. 
Kulturfäbigkeit desBo- 
dens 130. 
Kunnerstein 67. 
Kunnersdorf bei Hai- 
nichen 112. 
Kupferberg 108. 
Kupfererzlurmation 
143. 

Kupferkies 143. 
Kupfer-schiefer 84. 

Labiatusstufe 98. 
Lagergranit 9. 
Laichkraut 104. 118. 
Landsberg 10. 115. 
Latnna subulata 96. 
Lamprophyr 80. 
Lamlliora 92. 

Langenberg 1). Schwar- 
zenberg 14, 

Langenhenner.sdorf 8. 
91. 

Laugenstriegis 6. 23. 25. I 
Lapi'lli 77. 118. 

Lauban 25. 

Laun 101. 

Lau.scha 10. 118. 
Lau.sitzer Gra nitmassiv 
6. 9. 64. 102. 
117. 

— Hauptverwerfung 
4. 8. 86. 102. 
117. 

Lauterbaeh i. V. 23. 
Lebensbamn 118, 

1 Leda Desliayesiaua 107. 
Leisnig 7. 80. 82. 
Leipzig 4. 25. 76. 

106 f. 
Leitfossilien 2. 

Lemming 127. 

Lengefeld 4. 

Lengenfeld 5. 

I Lepidodendron subdi- 
I chotomum50. 

j — Velthelmiunum38. 

I Lepido.strobus lepido- 
I phyllaceusSl, 

Leuciseus brevis 118. 

— oeiiiiigcnsis 118. 
Leute witz 98. 

Leuzit 119. 

Leuzitba.sa)t 119. 

Lias 3. 


Lichtenwalde 5, 
Lichteuwalde, Stein- 
kohlen werk 40. 
Lignit 121. 

Limbacb b. (’li. 5. 9. 
1 13. 64. 

Ivinopteris iicuroptero- 
ides 147. 

I Lübau 10. 125. 

' Löbaiier Berg 118 f. 

I Lobsdorf 111. 

Lockwitz 6. 7. 
Lobmegruud 98. 
Lommatzsch 6. 7, 9. 125. 
Lorbeer 118. 121. 

Löß 128. 

Lößnitz 5. 15. 

Lugau 3. 

Lugau-OLsnitzer Kevier 
7. 49. 

Lünzen au 9. 13. 
Lyco}>odite8 Gutbieri 
47. 53. 

■aclieiti 104. 

Magma 11. 

Magneteisenstein 146. 
Magwitz 27. 

.Malm 3. 

Mammut 127. 
Mandelstein 79. 119. 
.Manebach 68. 
Mangan.spat 143. 
Mansfeld 84. 
Marienberg 13. 114.143. 
Markersbaob 66, 
Markersdorf 13. 
Markneukirchen 5. 
Marti t 146. 

Maxen 63. 

Medullo.sa .stellata 73. 
Medulloseti 74. 

I Meereskulrn 6. 66. 
Meeres.sand 107. 
Meinsberg h. Waldheim 
19, 

Meißen 9. 64. 76. 82. 
97. 138. 

MeißnerSyeniLnia.ssiv6. 
Melaphvr 2. 9. 10. 76. 
79. 

Melilithhasalt 119. 
Menschenreste 129. 
Meerane 3. 7. 86. 

! Metzdorf 13. 



157 


Micni^ter cor testudi- 
imriuin 99. 
Milleschiiuer 10, 

Miocäii 8. 105. 121. 
Mittolpebirge, eäcdis. 42. 
Mittel-Rotlicgrudos 7. 
Mittwcida 9. 18. 64.10S. 
107. 12n. 

^littwddii - Murker."«- 
Imch 14. 

.Monogruptxis priodon 
24. 

— Proteus 24. 
spiralis 24. 
turrieulatus 24. 
Moorkohle 121. 
MoorHchnechuhn 127. 
Moosk<»rallen 89. 
Moriincii 124. 

.Mosch usochso 127. 
.Mügeln 7. 

.Mflgcluer Becken 3. 42. 
82. 

Müglitztal 06. 
Muldenhütten 143. 
.Mnskovitgneis 14. 
Muschelkalk 2. 85. 

Hapfsohnccken 89. 
Natj-olith 120. 
Naundörfel 3. 7. 
Nautilus 98. 

poinpiliu.s 81. 
Nephel in basal t 119. 
Nephclindolerit 119. 
Nereiten 27. 
Nerciteiujuarz 27. 
Nereites thuringiacu.s 
27. 

Nereograpsus tenuissi- 
inus 23. 
Neudprf 114f. 
Ncu-Ölsnitz 7. 
Neuropteria antecedens 
88 . 

subauricuhita 48. 
Neu-Bchlo,s.scr Wald 23. 
Neu-Btraschitz 117. 
Neuwiese 10. lOfi. 
Niedergrund 92. 137. 
Nieilermuschülz 86. 
Nicder-Planitz 76. 
Nieder- Rabenstein 15. 
Niederwiesa 6. 
Niederwürschnitz 7. 


Nordhausen 84. 
Nordlausitz 8. 
Nordsachsen 3. 
Nordsüchs. Becken 43. 
Nord Westsachsen 3. 
Nucula Chasteli 107. 

Oberau 8. 97. 
Oberhohndorf 7. 
Oberleutensdorf 109. 
Ober-Kaben.stein 5. 
Ober-Rotliegendca 7. 
Oberwicsenthal 66. 115. 
119. 

Ockerkalk 24, 

Öderan 4. 

Odoiitopteri.s Reichiana 
45. 

Ölbaum 118. 

Oligoeän 8. 105. 
Olivingabbro 9. 

Olsnitz i. E. 3. 10. 82. 
i. V. 6. 8. 24. 
129. 

Opal 118. 

Orthis 28. 

Orthocora.s 23. 24. 25. 
31. 

I interruptuni 80. 

Oschatz 6. 7. 8. 25. 95. 
; 125. 

j Ostrea carinata 92. 

— diluviuna 97. 

' — sigmoidea 97. 

' Otodus appendiculatu.s 
I 96. 

j Ottrelith 65. 

Ottrelithschiefer 66. 

; Oxvrhiiia angustidens 
96. 

— Mantel li 96. 

Palaeoniscus angustus 
76. 

— Vratislavensis 76. 
Palagonittuff 118. 
Palaopikrit 38. 
Palmaeites Daemonor- 
hops 104. 
I’nlrnen 121. 

PaiisH 8. 

I’cchkohle 50. 
Pechstein 9. 76. 
Pecopteris dentata 47, 

— feminaeformis 69. 


Pecten membranaceus 
94. 

Pectunculus Idiilippii 
107. 

Pegmatit 64. 

Penig 9. 17. 64. 

Penn 2. 

Perutz 101. 

Pfaffenhaiii 10. 77. 
Phacops cn'])toplithal- 
mns 32. 

Phanerosaurus Nau- 
nianni 76. 

Plionolith 9. lO. 118 f. 
Pliosphoritknollen 25. 
107. 

Ph}’codes eircinnatus 

21 . 

' Pbykoden.schiefer 24. 
Phvllitö. 12. 13. 15.42. 
107. 

Phyllitgneis 15. 66. 
Pinit 63. 

Pinna decus.sata 98. 
Pirna 138. 

Piroxengninulit 18. 19. 
Plänerkalk 98. 

I Pläner.sandstein 98. 

I Planscliwiiz 27. 

Platten 5. 

I Plaue 77. 

i Phuieu i. V. 6. 24. 
; 128. 

I Plauonscher Orund b. 

Dr. 3. 7. 9. 10. 
! 25. 64. 

' Pleßberg 115, 
j Pleurotomaria Plauen- 
sis 96. 

I l’ockautal 12. 

l’öhl 24. 

I Pöhlatal 129. 

Pöhlberg 10. 106. 115. 
Polierscliicfer 118. 
Porphyr 7. 10. 49. 
Porphvri.sche Btruktur 
78. 

Porphvrit 7. 9. 76. 80. 
117. 

Porzellanjaspis 121. 
Postellrerg lOl. 
Potschappel 68. 
Präkanibriinn 3. 
Prinzenhöhe 93. 
I’rismatingranulit 19. 



158 


Pristiograptus Icpto- 
thec'iv 24. 

— colonus 24. 
Psaronius 70. 74. 

— iiifarctii.s 72. 
Prerophyllum 74. 

- C^>ttacaiumi 71. 
Ptychodus latissimus 

98. 

l'upa MUiscoriim 128. 
Purberg b. Kaden 114. 

— b. Kunimotau 109 f. 
Pvknodusscrobiculatu» 

96. 

Ouader 136. 

Quarz 67, 

Quarzforinatioii , edle, 
142. 

Quarzgliniinerschiefer 

14. 

Quarzit 21. 22. 91. 
(juarzitsebiefer 14. 65. 
Quarzporphyr 9. 10. 76. 
(iuellkuppc 120. 
tiuelltlieorie d. F.rzbil- 
dung 140. 

Rabenau 92. 
Rabenstein 111. 
R.Hdc'burg 4. 
Radiolarien 90. 

Kana Meriani 118. 

- Noeggeratlii 118. 
KaatriU'.s Linnaei 24. 

— peregrinus 24. 
Kaiudiquarz 64. 
Rehofeld 7. 
Retbungsbreccie 67. 
Reichenbaeh 6. 25. 
Reinsdorf b. Zw. 74. 77. 
Reitzenhain 10. 
Rennticr 127. 

Retiolite.s Geinitzianus 

24. 

Rhacopteris flabellifera 
38. 

Rhinozeros 118. 

Rhodea sp. 38. 
Ringblatt 43. 
Rittersgriin 5. 

Roehlitz 5. 17. 
Roehlitzor Berg 77. 82. 
Roehsburg 19. 64. 
Röhrsdorf 17. 18. 19. 


; Röhrsdorf er Höhe 6, 
j Uosenberg 134. 
RoÜwein 5. 9. 
Roteisenstein 146. 
Rotgiltigerz 143. 
Rotliegeinles 2. 50. 
Rotseböida'rg 5. 
Rottluf b. Cb. 6. 18. 
23. 81. 

Rnbinberg b. Greit’en- 
dorf 20. 
Rüdig.sdorf 74. 
Rußkohle 50. 

Saaz 114. 

Saazer .Schichten 108. 
Sächsische Schweiz 4. 

97. 134 f. 
Sale.siushöhe 109. 
Salzkristall 86. 

Salvinia 103. 

I Sand 73. 

I Sand.schliff 139. 

I Sand.stein 38. 49. 97. 

I Sanidin 118. 

I .Sattel berg 10. 115. 

I Sauerstoffverbindungon 
I 140. 

I Säulenbildung 120. 
Scaphitenmcrgel 99. 
117. 

I .Seaphites auritus 
I ^ Geinitzi 99. 

Sebaehtelbaltn- 
I gewächse 48. 

I 51. 78. 

Scharf en borg 142. 
Sebeibenberg 5. 10. 106. 
115. 

.Schichtgesteine 12. 
Schizodus .Schlotheiini 
85. 

Schicferlettcn 73. 
Schieferung 56. 
Sehladnigberg i. B. 109. 
Schlettau 4. 13. 64. 
Sehlößl bei Schmiede- 
! berg 115. 

; Sehniiedeberg 10. 129. 
i Selmeckenstein 66. 
Sebneelierg i. Krzg. 143. 
Schneeberg, großer u. 

kleiner 4.117. 
.Schneeeule 127. 
Schneehase 127. 


Schöna a. d. E. 98. 
Schön eck 5. 

.Schönfeld 7. 

Sehönfels 23. 
.Schrainnitor 137, 
Scbup]*enl>auin 43. 46. 
50. 51. 

.Schwämme 89. 97. 
.Schwarzenberg 5. 9. 146. 
Schwcfelkie« 23.61. 145. 
Schwerspat 138. 
Sclcroeephalus labyrin- 
thicus 71. 

Secerz 

i Seelilien 24. 

Seeigel 89. 97. 
Sehmutal 129. 

.Sei f h en n ersd o rf- \ V' H n i s- 
dorf 118. 

Seri)elliölilen 93. 
Serpentin 9. 18. 19. 111. 
Serpentinfam 20. 
Serimla gordialis 89. 
'94. 92. 

: Seupahn 6. 

I Sibirische Zwiehelmau.s 
127. 

Siebenlehn 4. 

Siegel bäume 43. 52. 
.Sigillaria elongata 52. 
mutans 74. 

— tcsselata 53. 
Silber 140. 

.Silbcrglanz 140. 
Sillinniiiitgranulit 19. 
Silur 22. 66. 

Simse 118. 

Sipho 25. 

Skorpion 44. 
Spaltenbildung 140. 
Sjthärosiderit 145. 
S])benojfhyllmn 48. 69. 

I — cmarginatuin 54. 

I SpbenopteriKdistansSS. 

— mcmbramicca 45. 

— nummularia47.61. 
Si)irifer ealearatus 28. 

I 32. 

Spitzberg li. Bruch 109. 
' Sprudelstcdn lö. 
Steinllöhe 10. 106. 115. 
Steinkohle 5. 38. 49. 
Stcinlherg 115. 

I Bteppeiiziesel 127. 
Stollberg 5. 



159 


J^tolpen 8. 10. 118. 
Strchla 4. 25. 

Strchlaer Höhen 5. 9. 

42. 66. 
Strehlen 99. 

Striegi.s 31. 
.Stoekkurallen 97. 
.'!^ucfine». ohlungsi 128. 
.S\jmpfzypre.‘«se 118. 121. 
Snuipferz 145. 
.'^umpfgus 53. 

Syenit 9. 64. 

Synhelia gibbo.'^a 97. 

T aeniopteri.s Plauen.'*i.‘« 
69. 

Tamnlorl 104. 

Tanne 121. 

'ranneberg 22. 
Tamu!nborg.stal i.V.120.' 
Taucbii 125. 

Ta.v(Hlium cH.stiebum 
104 f. 

Tellerbüu.'ier 66. 
Tentakuliten 26. 
Tentakulitenscbiefer 
27. 

Tentaculiteä acuarius 
26. 

— • Geinitzi 26. 

— striatiis 26. 

typUH 26 

Tcrcbratula pbaseolina 
94. 

TerineH liigauonsis 44. 
'rerliär 8. 105. 

Tetaeben 117. 

Tlmramlt 4. 8. 76. 82. 
114. 

'J’beuina 65. 

Tbierfobl 10. 

Tlujin 65, 

Tlmringil 22 f. 146. 
'rhüring.-säoba. Hraun- 
koblenbiiebt 
107. 

Tierfälirton 86. 

Ti Ilten li.aeb 96. 

Tim 105. 106. 

’l'imulit 80. 

Touficbicfer 21. 22. 26. 
91. 

'fupa.a 64. 

Tiij^aabroekenfcl.« 66. 
Tojia.sfels 67. 


Torfmoor 48. 50. 
Torfscbwein 131. 

Trapa 103. 

Trappe 127. 

Treb.sen 64. 

Treuen 5. 9. 
i Tria.a 2. 

Triebiacbtal 23. 66. 
Trigonoearjnia 
[ — Nocggeratbi 49. 

! 56. 

Trilobit 23. 25. 

Triton basaltieua 118. 
Trogen au i. Bayern 6. 
Tropfstein 16. 

I Tscbcebe 117. 

Tuff 76. 

Tuffige Schiefer 27. 
Turbonilla yMtenbur- 
gensis 85. 

— Zwiekaviensis 76. 
Turmalin 64. 
Turmalingrauit 66. 
Turmallnisierung 67. 
Turinalinseliiefer 66. 
Tunnsehnecke 97. 
Turon 8. 

Turriliten 25. 

Überquader 100. 
Ulodendron ap. 38. 
Unhoseht 117, 
Unterniarxgrün 33. 
Unter- Botliegendes 7. 
69. 

Uralit 19. 

Ib-gucis 14. 

Urmecr 12. 

Ur.stier 127. 

Urstrom 106. 

I.’rsachen der Eiszeit 
1311 

Urtonseliiefer 5. 
lirvierfüßlcr 70 f. 

Variolit 35. 
V.arisci.sebes Gebirge 
42. 

Variseit 25. 
Verkicselte,s Holz 74. 
112. 118. 

Versteinerte ^Nü.sse u. 

Äpfel 79. 
Vertorfung 51 f. 
Verwerfung 1101 


I Vielfraß 127. 

Vogtland 3. 32. 107. 

I Vola iiotabilis 94. 

Wacholder 118. 

; Walcliia 70. 74. 

^ — liiniforniis 75. 

, Waldlicim 9. 19. 20. 

I Waldheiinia australi.s 
29. 

Waldenburg 5. 9. 17. 
Walnuß 118. 

Warnsdorf 118. 
Was.serfarn 102. 

, Wassernuß 102. 
Wavcllit 25. 
Wccliselburg 17. 

, Weide 118. 121. 

1 Weinböhla 9. 99. 117. 

Weipert 10. 

, Weißbuche 118. 

Weißig 7. 75. 
i Wellcnfurchcn 86. 
Welschhufe 13. 
Wcndischcar.sdorf 92. 
113. 

Wiesel 127. 

, Wiesa 1). .\nnaherg 14. 

Wiesenthal 4. 10. 114. 
I Wildes Kohlcntrebirgo 
73. " ^ 

I Wildcufels 3. 25. 32. 
I 37. 112. 

! Wildpferd 127. 
j Wildschütz 125. 
Wilkau 106. 

WilsdrutY 6. 7. 9. 
Windherg hei Pot- 
sciuippel 75. 
i Wimlwirkung 127. 137. 

Winterhcrgc 10. 118. 

I Wisent 101. 

Wolf 127. 

I Wolkenstein 4. 12. 
Wollhaar. Rhinozeros 
127. 

IVurzen 8. 10. 64. 
Wüstcnkliimv 73. 

j Zaunhaus 7. 

Zechslein 2. 
Zechsteindoloinit 84. 

I Zcchsteininccr 84. 

Zeder 118. 

I Zeisigwald 77. 



160 


Zoisigwalder Tuff 80. 
Zeolith 118. 

Zimtlmum T21. 
Zinnerzgäiige 66. 142. 
Zinnseifea 144 f. 
Zinnstein 144. 
Zinmvald 144. 

Zittau 8. 9. 10. 114. 118. 


Zittaucr Gebirge 4. 10. 
Zöblitz 9, 20. 

Zschoncr Grund 
Zschopau f). 12. 80. 
Zschüppigen 9. 
Zweibach 66. 
Zwergbirke 129. 
Zwergpfeifhase 127. 


» 


r 


Zwickau 8. 7. 8. 49. 76. 
78. 82. 

Zwickauer .Mulde 6. - 
— Revier 5. 74. 110. 
Zwitter 145. 

Zwota 5. 


Uruck von Hesse & Becker in Leipzig. 



Verlag von Ernst Wunderlich in Leipzig 


Allgemeine Pädagogik etc. 

Seyfert, Dr. Eich., Die Unterrichtsleklion als didaktische Kunstform. 
Vorschläge iind Proben für jNIusterlektionen. Mk. 2.40, geh. l\Ik. 3. — . 

— Die pädagog. Idee in ihrer allgein. Bedeutung. 1904. Mk. — .60. 
Köster, H. L., Das Geschlechtliche im Unterrichte und in der Jugend- 
lektüre. Mk. — .60. 

Heym, Dr. M., Die Behandlung der Schwachsinnigen. Mk. —.50. 

Egger, Prof. E., Die Entwicklung der Intelligenz und Sprache bei den Kindern. 
Mk. 1.20, geh. Mk. 1.60. 

Queisser, J., Die Mädchen-Fortbildungsschule. Mk. — .50. 

Hofmann, J., Die obligatorische Mädchen-Fortbildungsschule. Mk^ —.50. 
Brauer, Dr. 6., Die Beziehungen zwischen Kants Ethik und seiner Pädagogik. 

Mk- --80. 

Wolgast, H., Die Bedeutung der Kunst fUr die Erziehung. Mk. —.50. 

Zur Jugendschriftenfrage. Von den vereinigten .Jufrendschriften- 
Ausschüssen. KnthUlt: 1 . Aufsätze von Köster, Dinde, Lottig, Weber, 
Weihrauch. 2. Urteile. 3. Verzeichnis empfehlenswerter Jugendlektürc. 
Mk. 1.60, geh. Mk. 2.-. 

Seyfert, Eich., Zur Erziehung der Jünglinge aus dem Volke. Mk. — 
Eichter, Dr. E., Kant-AussprUche. 7 Bgn. Preis 1.20, geb. Mk. 1.60. 
Ament, Dr. Wilh., Die Entwicklung von Sprechen und Denken beim Kinde. 

Mit 5 Kurven und 4 Zeichnungen. 14 Bgn. Mk. 2.40, geb. l\Ik. 2.80. 
Kooistra-Müller, Sittliche Erziehung. 7 Bgn. Mk. 1.60, geb. ^Ik. 2.—. 
Liier, A., Die Volksschulerziehung der Socialreform. I\Ik. 3.—, geb. Mk. 3.60- 
Lüttge, Ernst, Die Bildungsideale der Gegenwart. 1900. 5 Bgn. Mk. — .80. 
Pätzold, W., Zur Schulverfassung. 6 Bgn. I\Ik. 1.20, geb. Mk. 1.60. 
Eicek, L. G., Nationaler Unterricht. 4 Bgn. Mk. —.80. , 

Sully, James, Prof. Dr., Untersuchungen Uber die Kindheit. Psychologische 
Abhandlungen für Lehrer und gebildete Eltern. Übersetzt von Dr. J. 
Stimpfl. Mit 121 Abbild, im Text. 2. Aull. Mk. 4.— , fein geb. Mk. 4.80. 

— Handbuch der Psychologie für Lehrer. Eine Gesamtdarstellung der päda- 

gogischen Psychologie iür Lehrer und Studierende. Nach der 4. Antt. 
übersetzt von Dr. J. Stimpfl. 29 Bgn. lUk. 4.—. fein geb. Mk. 4 80. 
Tracy, Frederick, Prof. Dr., Psychologie der Kindheit. Eine Gesamtdar- 
stellung^ der Kindcrpsychologio für Seminaristen, Studieiende und Lehrer. 
Übersetzt von Dr. J. Stimpfl. Mit 28 Abbild, im Text. Mk. 2. , 

geb. Mk. 2.40. , .-i. • . 

HofFmann, S., Psychologisches Lesebuch. Mk. 2. — , geb. Mk. 2.40. Ethisches 

Lesebuch. INlk. 1 60, geb. INlk. 2.—. , , t i i. i i T\n e-n 

Hanschmann,Br., Päd. Strömungen an derWendedes.Tahrhunderts.Mk.— .60. 

Laacke, K., Das Besoldungswesen der Lehrer. 4 Werke. Mk. 6.70. 
Pfeifer, O., Mehr Aufsicht, mehr Sitte. Weckrufe. Mk. — .50. 

Schilling, C., Darstellungen zur Psychologie. Mk. — .80, geb. Mk. 1.2U. 


Religion. 

Nippold, F., Professor, Das deutsche Christuslied des 19. Jahrhunderts. 
1903. ]\Ik. 3.—, fein geb. Mk. 4.—. 

Bang, S,, Das Leben Jesu. Seine unterrichtl. Behandlung. Mit Lehrplanen u. 
Entwürfen. Ein dringl. Reform vorsclilag. 4. Aufl. Mk. 2.40, geh. Mk. 2 80. 

— Das Leben unseres Heilandes nach dem Wortlaute der Evangelien. 9 Bgn. 

]\lk. .60, geb. Mk. —.75. Prachtband-Ausgabe l\Ik. 1.20. 

Katechetische Bausteine zu chrislozentrischer Behandlung des 1. Haupl- 

stUckes. 2. Aull. Mk. 1.60, geb. Mk. 2.—. ati i on 

— Zur Reform des Kalechismusunterrichts. 2. Aufl. o Bgn. Mk. l._U. 

— Das Leben Jesu in hist. präg. Darstellung. Mk. 1.20, geb. Mk. 1.60. 

— Kinderstimmen aus dem Leben Jesu-Unlerricht. INIk. 1.60, geb. iMk. ~i.- . 




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Paul, M., Für Herz und Gemüt der Kleinen. 56 bibl.Gesch. Mk.2.40, geb. Mk.3. — . 
Evangelischer Religionsunterricht. Grundlegung und Präparat Ionen. 

A. Grundlegung. 

1. Dr. A. Keukauf, Didaktik des ev. Religionsunterrichts in der Volksschule. 

11 Bgn. Preis ]Mk. 1.60, gut geb. Mk. 2 . — . 

2. W. Bittorf, Methodik des ev. Religionsunterrichts in der Volksschule. 

Mk. 2. — , geb. Mk. 2.40. 

B. Präparationen; 

Unterstufe: 3. a) J. Hofmann, Jesusgeschichten. 1 Zus.l2V2Bgn.2.Aufl. Preis 
b) W. Bittorf, Erzvätergeschichten. J iNIk.2. — ,gutgeb.Mk. 2.40. 
Mittelstufe: 4. Q. Bauer, Ur-, Moses- u. Josuagesch. M. 3.20, geb. Mk. 3.60. 

5, a) G. Bauer, Richtergeschichten. 1 Zus. Mk. 3.60, 

b) Q. Qille, Israelitische Königsgeschichten, f geb. Mk. 4.20. 

6. G. Döll, Geschichten aus dem Leben Jesu. Mk. 5.80, geb. Mk. 6.40. 
Oberstufe: 7. E. Heyn, Geschichte des alten Bundes. Mk. 4.40, geb. Mk. 5. — . 

8. E. Heyn, Geschichte Jesu. Preis Mk. 4. — , geb. Mk. 4.60. 

9. Dr. Reukauf u. H. Winzer, Geschichte der Apostel. Mk. 5. — , geb. 
]\Ik. 5.60. 

10. E. Heyn, a) Kirchengeschichte, b) Katechismusunterricht. 

C. SchUlerhefte für Mittel- und Obei-stufe. 1./2. Heft Mk. — .40, geb. 
Mk. —.60. 3. Heft Mk. —.60, geb. Mk. —.80. Jeder Teil ist einzeln käuflich. 
Patuschka, A., Unterredungen Uber das 1.— 3. HauptstUck. Mk. 3.—, geb, 

Mk. 3.60. 

Hiemesch, K. H., Der Gesinnungsunterricht. Präparationen. Mk. 1. — . 
Sacher, Kleine Kirchengeschichte. Mk. — .20. 

Lesen und Deutsch. 

Eichler, A , Anleitung zur richtigen Lautbildung als Einführung In den Lese- 
und Schreibmechanismus. Mk. 1.60, geb. Mk. 2. — . 
Brüggemann,G.A.,Lesebuch für das erste Schuljahr. Nach phonet. Grundsätzen. 
7 Bgn, Mk. — .40. Gut geb. Mk. — .60. Der erste Leseunterricht nach phonet. 
Grundsätzen. Mk. — .40. 

Reichel, Dr. W., Entwurf einer Betonungslehre. Mk. 1.60, geb. Mk. 2. — . 
Prüll, H., Der Anschauungs- und Sprachunterricht im zweiten und dritten 
Schuljahre. Präparationen u. Konzentrationsdurchschnitte. Mk. 2. — , 
geb. Mk. 2.50. 

Seyfferth, J. A., Deutsche Aufsätze für Mittelklassen. 190 Aufsätze. Mk. 1. — , 
geb. Mk. 1.20. Aufsätze für Oberklassen. (376.) Mk. 2.40, geb. Mk. 2.80. 
Freytag, E. R., Geogr. u. geschichtl. Sprichwörter u. geflügelte Worte 
Sachsens. Mk. 1.60, geb. Mk. 2. — . 

Härtig, R., Die Phonetik u. d. Volksschullehrer. Mk. 1.20, geb. Mk. 1.60. 
Bock, Otto, Deutsche Sprachlehre. 8 Bgn. 2./3.Au6. Mk.— .80, geb. Mk.l.— . 
Hermann, Paul Th., Deutsche Aufsätze I. (300.) Für die oberen Klassen, 
der Volksschule u. f. Mittelschulen. 4. Aull. Mk. 2.80. geb. Mk. 3.40. 

— Deutsche Aufsätze II. Für Mittel- u. Unterstufe. (600 Aufsätze.) 3. Aufl. 

18 Bgn. Mk. 2.80, geb. Mk. 3.40. 

— Diktatstoffe I. Zur Einübung und Befestigung der neuen deutschen Recht- 

schreibung. 8./9. Autl. 550 Diktate. Mk. 2. — , geb. Mk. 2.40. 

— Diktatstoffe II. Zur Einübung und Befestigung der deutschen Satzlehre. 

4. Aufl. 12 Bgn. Mk. 1.60, geb. Mk. 2. — . 

Lüttge, Ernst, Der stilistische Anschauungsunterricht. Teil 1. Anleitung zu einer 
planmässigen Gestaltung der ersten Stilübungen auf anscliaulicher Grund- 
lage. (48 Lektionen.) 3. Auflage. Mk. 1.60, geb. Mk. 2. — . Hierzu Stil- 
muster Mk. — .40. Teil II. Anleitung zum freien Aufsatz auf der Ober- 
stufe. 2. Auflage. Mk. 2.40, geb. Mk. 3. — . 

— Die mündliche Sprachpflege als Grundlage eines einheitlichen Unterrichts 

in der Muttersprache. Mk. 1.40, geb. Mk. 1.80. 

— Beiträge zum deutschen Sprachunterricht. Mk. 1.60, geb. Mk. 2. — . 

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Kudolph, Gust., Der Deutschunterricht in ausgef. Lehrproben. 3 Teile. 
Teil I: 3. Aufl. u. II: 2. Aufl. Teil III; Wortkunde. Je 12 Hgn. 
ä Mk. 2. — , geb. ä Mk. 2.50. 

Seyfert, Dr. Rieh., Lehrplan für den deutschen Sprachunterricht. Preisge- 
krönt. Mk. — .40. 

— übiings- und Lernstoff für die neue Rechtschreibung in den ersten vier 

Schuljahren. Mk. — .20. Der Aufsatz im Lichte der Lehrplanidee. i\Ik. — .40. 
Walther, Deutsche Lesestücke f. d. Schule behandelt. Mk. 2.80, geb. Mk.3.4ü. 

Geographie. 

Seyfert, Dr. Rieh., Die Landschaftsschilderung. Ein fachwissenschaftliches 
und psychogenetisches Problem. Mk. l.GO, geb. Mk. 2. — . 

Lang, L., Grundbegriffe der Himmelskunde. Mit 47 Figuren und 1 Stern- 
karte. Mk. 2. — , geb. Mk. 2.50. 

Prüll, H., Die Heimatkunde als Grundlage f. d. Realien auf allen Klassen- 
stufen, an Beispielen ausgef. 3. Aull. Mk. 1.60, ^eb. Mk. 2. — . Schülcr- 
ausg. Mk. — .25. Geschichte v. Chemnitz in 12 Einzelbildern Mk. — .40. 

— Deutschland in natUrl. Landschaftsgebieten. 2. Auflage. Mk. 1.60, geb. 

Mk. 2. — . Fünf Hauptfragen aus der Methodik der Geographie. Mk. —80. 

— Europa in natUrl. Landschaftsgebieten. iMk. 1.60, geb. Mk. 2. — . 

— Himmels- u. Länderkunde. iMk. 2. — , geb. Mk. 2.40. 

Tischendorf, Jul., Präparationen für den geogr. Unterricht. I. Das König- 
reich Sachsen. 5. Aufl. Mk. 1.60, geb. Mk. 2. — . II. und III. 
Das deutsche Vaterland. I./II. Abtg. II. 14./15. Aufl. Mk. 2. — . 
geb. Mk. 2.40. III. 14./15. Aufl. Mk. 1.80, geb. Mk. 2.20. IV. Europa. 
13./14. Aufl. Mk. 2.40, geb. Mk. 2.80. V. Erdteile; Asien, Afrika, 
Australien, Amerika. lO./ll. Aufl. Mk. 2.80, geb. Mk. 3.20. 

Geschichte. 

Franke, Th., Prakt. Lehrbuch der deutschen Geschichte in anschaul.-ausführl. 
Zeit- u. Lebensbildern. I. Teil: Urzeit u.Mittelalter. 2. Aufl. Mk. 3.20, 
geb. Mk. 3.80. II. Teil: Neuzeit. 2. Aufl. Mk. 4.80, geb. Mk 5,40. 

— Prakt. Lehrbuch der sächsischen Geschichte. Mk. 2. — , geb. Mk. 2.40. 
Schroeder, Q. L., Lehrplan f. d. Geschichtsunterricht. Preisgekrönt. Mk.— .40. 

Naturgeschichte und Naturlehre. 

8äurieh,P., Zur Biologie der Pflanzen. Im Walde. Mk.3. — , fein geb. Mk. 3.60. 

— Das Feld. Mk. 1.60, geb. Mk. 2.—. 

Barth, Pr., Handbuch des Obst- und Gartenbaues. Mk. 3.—, fein geb. Mk. 3.60. 
Seyfert, R., Der gesamte Lehrstoff des naturkundlichen Unterrichts. 3. Aufl. 
Mk. 3. — , geb. Mk. 3.60. 

— Menschenkunde und Gesundheitslehre. 32 Lektionen. 3. Aufl. 12 Bgn. 

Mk. 2. — , geb. Mk. 2.50. 

— Anweisung zu planmässiger Naturbeobachtung. 6 Bgn. 2. Aufl. Mk. 1.20, 

geb. Mk. 1.60. Beobachtungsaufgaben. 2 Bgn. I und II ä Mk. — .30. 
Beobachtungshefte; Oberstufe ME —.20, Unterstufe Älk. — .12. 
Twiehausen, Odo, Der naturgeschichtliche Unterricht in ausgefiihrten 
Lektionen. Ausgabe A. 5 Teile, je ca. 19 Bgn. h Mk. 2.80. geb. äMk. 3.40. 
Teil in kostet Mk. 3.80, geb. ]\Ik. 4.40. (Teil I, 6./8. Aufl., n. 6./8. 
Aufl. III. ö. Aufl., IV. 3. Aufl., V. Mineralogie nebst einem Abriss 
der Chemie. 2. Aufl.} — Jeder Teil ist einzeln käuflich. 

— Ausgabe B. Für einfache Schulverhältnisse. 2 Teile. Teil I: Mineralogie und 

Botanik. Teil II : Zoologie. Jeder Teil 20 Bgn. äMk. 3. — , geb. äMk. 3.60. 

— Kleine Pilzkunde. Mk. 1. — , kart. Mk. 1.20. m i i ■ 

Seyfert, R., Arbeitskunde. Naturlehre, Chemie. IMineralogie, Teclmologie etc. 

In Lektionen und Entwürfen. 4. Aufl. Mk. 3. — , geb. Mk. 3 60. 
Pelz, Al f r., Geologie der Heimat. IVtit 15 Fig. u. 3 lithogr. Tafeln. Mk. 1.— , 
geb. Mk. 1.20. Geologie des Königr. Sachsens. Mit 115 Fig. Mk.3.—, 
geb. Mk. 3.60. 

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Gesang. 

Förster, M., Wegweiser für den Gesangunterricht. Mk. 4. — , {?eb. Mk. 4.60. 

Fichtner, O., Gesangunterricht für deutsche Volksschulen. Mk. 1.20. 

Schöne, Heinr., Schulgesang und Erziehung. 4 Bgn. Mk. —.60. 

Zeichnen und Geometrie. 

Wolf, Fr. Chr., Prakt. Geometrie. Lehrer-Ausgabe Mk. 2.—, geb. Mk. 2.50, 
Schüler-Ausgal)e Heft I I\Ik. — .30, II !Mk. — .50, UI Mk. — .40. Preis- 
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Göhl, Th., Lehrgespräche im Zeichenunterricht, hlit 23 Tafeln, Mk. —.80, 
geb. Mk. 1.20. 

Kappler, H., Präparationen für den Zeichenunterricht der zwei- und vier- 
klassigen Volksschule. Mit 29 Tafeln. Mk. 2. — , geb. M. 2.40. 

Fortbildungsschulunterricht. 

Tischendorf J. und Marquard, A., Präparationen für den Unterricht an 
Fortbildungsschulen. 1., 2. Aufl., 2. Schuljahr äMk. 2.40, geb. a Mk. 2.80, 
3. Schuljahr Mk. 2.80, geb. Mk. 3.20. 

Bock u. Dl'. Eich. Schulze, Geom. Konstruktions- u. Rechenaufgaben. 2. Aufl 
Mk. — .40. Lösungen hierzu Mk. — .50. 

Fenier erschienen: 

Köhler, W., Lehr- und Arbeitsplan für die einfache Volksschule. Mk. 2. — . 

Kritischer Wegweiser durch das Gebiet der Lehrmittel. Mk. —.50. 

Zeissig, E., Algebraische Aufgaben für die Volksschule. Für die Hand des 
Lehrers bearb. und mit Lösungen versehen. 2. Auflage. IMk. — .60. 

Dinge, A., Liedergarten. 3. Aufl. I. Heft Mk. — .30, II. Heft Mk. —.30. 

— Kleiner Liedergarten. Mk. —.30. 

Schilling, C., Lottchens Christabend. Ein AVeihnachtsfestspiel. Mk. — .40. 

Kinderwelt. Erzählungen von H. Löhlau, D. v. Liliencron, Ch. Niese usw. 
fein kart. Mk. — .60. 

Tiergeschichten von Maria von Ebner-Eschenbach. Ahrenberg. I. V NVid- 
mann, Björusterne Björnson, Ernst Seton Tompson. und liudyard Ki 2 )ling. 
Für die Jugend ausgewählt vom Hamburger Jugendschriften-Ausschuss. 
112 S. gut kart. Mk. — .60. 

Tiermärchen von Andersen, Alöricke, Grimm, Bechstein, Seidel u. v. a. 
Herausgegeben vom Hamburger Jugendschriften-Ausschuss. 1903. 
8 Bogen fein kart. Mk. — .60. 

Bräunlich, O., Eektor, Perlen deutscher Dichtung. 29 Bogen. Mk. 3.—, 
gut geb. Mk. 3.60, Prachtband-Geschenkausgabe Mk. 4.—. 

Twiehausen, Odo, Heideblumen. Drei Erzählungen für das reifere Alter 
Mk. 1.80, geb. Mk. 2.50. 

Empfehlenswerte Jugendschriften. (400 Charakteristiken.) Mk. —.60. 


Deutsche Schulpraxis. 

Wochenblatt für Praxis, Geschichte und Literatur 
der Erziehung und des Unterrichts. 

Gratis-Beilagen: „Piidagogischer Flllirer«, „Pädagog.-psycholog. 
Studien“ und ,,Lehrniittel8chau.“ 

Herausgeber: Dr. Eichard Seyfert, Annaberg i. Erzgeb. 
ICrscheint jeden Sonntag. — Vierteljährlich Mix, l.<$0. 

Jahrgang 1885, 1887, 1889, 1890 ä Mk. 3.-; dauerhaft geb. h Afk. 4.— . 
. 1891 bis 1897, 1899 bis 1903 k » 5.— ; » . ä > 6 — . 

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